Blog, Energie
22. August 2014

Über 750 Atommüllfässer mit Verdampferkonzentraten aus dem AKW Brunsbüttel auch in die Asse eingelagert

Wisch&Weg-Putzaktion à la Vattenfall, 22.8.14 vor dem Kundenzentrum in der Hamburger City (Foto: ROBIN WOOD)

Wisch&Weg-Putzaktion à la Vattenfall, 22.8.14 vor dem Kundenzentrum in der Hamburger City (Foto: ROBIN WOOD)

Vor der Einlagerung der Atommüllfässer in den Brunsbüttler AKW-Keller in den 80ziger Jahren hat die Vattenfall-Vorgängerin HEW (Hamburger Elektrizitätswerke) Verdampferkonzentrate aus dem Betrieb des AKW Brunsbüttel kurz vor Torschluss in das Salzbergwerk Asse II einlagern lassen.

Da zum Jahresende 1978 die Einlagerungsgenehmigung für die Asse auslief, ließ die HEW schnell noch in den letzten sechs Wochen über die Transportgesellschaft „Gesellschaft für Nuklearservice“ GNS bis zum 29. Dezember 1978 über 750 Fässer mit – in Beton verfestigte – Verdampferkonzentraten in die Asse einlagern (19780000_KKB»»GNS»»GSF_Begleitlisten_LAW). Dafür schickte der spendabele Dieter Rittscher von der GNS den Beschäftigten der Asse sechs Kartons Wein, denn die letzten Einlieferungstermine waren sehr begehrt. Rittscher sprach vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des Niedersächsischen Landtages von einem „Windhundrennen“ um die letzten Einlieferungstermine. Die in Norddeutschland in der Nacht zum 29. Dezember einsetzende Schneekatastrophe behinderte die weitere Einlagerung von Atommüll in die Asse; in dem Atommüll-Lager wurden in den letzten Tagen von 6 bis 21 Uhr Überstunden geschoben. In der Eile wurde Schnee, der sich auf den Atommüllfässern ablagerte, einfach mit eingelagert, wie ein Asse-Mitarbeiter vor dem Ausschuss erklärte.

Dabei sollte ein Endlager in Salz doch eigentlich trocken sein, damit sich das Salz nicht auflöst, keine Wegsamkeiten entstehen und die Salzlauge nicht schließlich in die Umwelt gelangt, was nach Auffassung kritischer Experten der Asse-II-Begleitgruppe innerhalb weniger Jahrzehnte passieren könnte. Wenn alles nicht „so dramatisch“ sei, wie Vattenfall behauptet, sollten die Leute von Vattenfall auch mal die Asse aufräumen – nur wird das nicht so leicht sein, wie Spinnenweben entfernen. (Text: Tobias Darge)

Aktion, Energie
21. August 2014

Von Getränkekästen und Spinnweben – Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth verharmlost undichte Atommüll-Fässer am AKW Brunsbüttel

„So dramatisch ist das alles nicht“ – mit diesen Worten hat Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth den gestern öffentlich bekannt gewordenen Fund weiterer undichter Atommüll-Fässer am AKW Brunsbüttel kommentiert. In einem NDR-Hörfunk-Interview führte er weiter aus: „Wir gehen davon aus, dass wir auch in den anderen Kavernen noch das ein oder andere problematische Fass finden. Aber bevor Sie ausziehen aus einem Gebäude, muss es besenrein sein und wenn Sie im Keller Spinnweben finden der letzten Jahre, dann ist das eben mehr Arbeit.“

Zuvor vergleicht Wasmuth die Atommüll-Fässer noch mit einem „Getränkekasten“, wo man die Flaschen am Deckel nicht mehr anheben kann.

Mehr Verharmlosung und Desinformation geht kaum. Das Interview ist hier online. (Länge: 2‘53‘‘)

ROBIN WOOD hat auch in früheren Jahren gegen Vattenfall bei den Cyclassics protestiert

ROBIN WOOD-Protest bei einem früheren Cyclassics-Rennen

Ausgerechnet diesem Atom- und Kohlekonzern, den die HamburgerInnen aus guten Gründen beim Volksentscheid schon abgewählt haben, bietet die Stadt Hamburg weiterhin die große Bühne. Am kommenden Sonntag findet das von Vattenfall gesponserte Radrennen Cyclassics statt. ROBIN WOOD-Aktive wollen sich zusammen mit der Kampagne gegenstrom an Protesten beteiligen.

Vattenfall-Chef Wasmuth und Sport-Senator NeumannCyclassics (1. bzw. 3. v. li.) bei der heutige PK (Foto: Vattenfall)

Dank an alle HamburgerInnen für “120 Jahre Vertrauen” – Vattenfall-Chef Wasmuth mit Sport-Senator Neumann (1. bzw. 3. v. li.) bei der heutigen Cyclassics-Pressekonferenz (Foto: Vattenfall)

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, wie dramatisch die Atommüll-Situation nicht nur in Brunsbüttel ist, dem sei der “Sorgenbericht der Atommüllkonferenz” empfohlen, der 2013 mit Unterstützung von ROBIN WOOD erstellt wurde.

 

 

Allgemein, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Prozess
27. Juli 2014

Klage von Kletteraktivistin wird vorm Verwaltungsgericht verhandelt

Die mündliche Verhandlung findet am Mittwoch den 30. Juli um 09:30 Uhr im Sitzungssaal 1 des Verwaltungsgerichts Lüneburg.

Die Klage von der RÓBIN WOOD Aktivistin richtet sich gegen polizeiliche Maßnahmen anlässlich einer Demonstration in Bäumen ( Tiergarten) gegen einen anstehenden Castortransport im Jahre 2011. (mehr …)

Energie
30. Juni 2014

Deutsche Urangeschäfte: Die geheimen Atomtransporte – ZDF-Dokumentation

“Deutschlands geheime Atomtransporte”. Unter diesem Titel strahlte das ZDF am Sonntag (29.6.) in der Sendereihe “Planet.E” eine Dokumentation von Björn Platz aus. Beteiligt an der Recherche über die riskanten und geheimen Atomtransporte durch den Hamburger Hafen und von und zu den Uranfabriken in Gronau und Lingen auch ROBIN WOOD. Gemeinsam mit Anti-Atom-Gruppen aus Hamburg und rund um Gronau haben wir in den letzten Jahren intensiv über die beim Atomausstieg “vergessenen” Uranfabriken gearbeitet und über ihre Bedeutung für das weltweite Atomgeschäft informiert.

Wer die Sendung verpasst hat: Hier kann sie direkt aus der ZDF-Mediathek angesehen werden.

Zu den Atomtransporten in Hamburg und Norddeutschland siehe auch das aktuelle ROBIN WOOD Magazin: Atomtransporte: Atomfrachter in Flammen (PDF).

Energie
19. Juni 2014

ZDF planet e. – “Deutschlands heimliche Atomtransporte”

Die ZDF-Sendung planet E. widmet sich mit einer Dokumentation über “Deutschlands heimliche Atomtransporte”  einem brisanten Thema. (Erstausstrahlung Sonntag, den 29.06.2014 von 14:45 – 15:15 Uhr) Wochenlang recherchierte der Autor Björn Platz über die zahllosen Transporte mit radioaktiven Stoffen, die per Schiff, LKW und Bahn kreuz und quer von den Uranbergwerken zwischen den Atomanlagen in aller Welt unterwegs sind. Planet e. zeigt das Ergebnis dieser Recherchen. Wo Behörden und Unternehmen schweigen, berichten AtomkraftgegnerInnen von verschiedenen Initiativen – darunter auch ROBIN WOOD – über ihre Erkenntnisse und zeigen, wo und warum die atomaren Frachten – oftmals über Hamburg und seinen Hafen – unterwegs sind. In der Ankündigung des ZDF heißt es u.a.: “”planet e.” zeigt auf, dass die Bundesrepublik beim weltweiten Handel mit Kernbrennstoffen eine Schlüsselrolle spielt – und auch noch nach dem Atomausstieg spielen wird.” Hier weiter lesen…

Allgemein, Blog, Energie, Münsterland, Robin Wood regional
18. Juni 2014

Alles wie erwartet: Amtsgericht Steinfurt verurteilt Anti-Atom-Aktivist_innen

Vor dem Amtsgericht Steinfurt fiel am fünften, Verhandlungstag am 16.6.2014 das Urteil im Prozess gegen zwei Anti-Atom-Aktivist_innen. Sie wurden zu 70 und 110 Tagessätzen verurteilt.

Vorgeworfen wird den beiden Aktivist_innen mit einer Ankettaktion im Sommer 2012 einen mit Uranhexafluorid beladenen Zug aus der Urananreicherungsanlage in Gronau aufgehalten zu haben, worin die Staatsanwaltschaft eine Störung öffentlicher Betriebe sieht. „Die Verurteilung war vorhersehbar, wir lassen uns davon nicht unterkriegen und sehen uns auf der nächsten Blockade“, so Robin Wood Aktivist Martin Placht, einer der beiden Angeklagten.

Alle rund 60 Inhaltlichen Anträge der Verteidigung wurden von Richterin Klapproth ohne nennenswerte Überprüfung als bedeutungslos abgelehnt. Auch eklatante Widersprüche in den Zeugenaussagen wurden vom Staatsanwalt Woltering und der Richterin ignoriert. „Die Entscheidung ist mehr eine politische als eine juristische“, führt Robin Wood Aktivistin Cecile Lecomte aus, die als Verteidigerin im Prozess auftrat, „Das es auch anders geht bewies im November 2013 das Amtsgericht Ribnitz-Damgarten, welches in einem ähnlich gelagerten Fall freisprach.“ (mehr …)

Energie
21. Mai 2014

Jede Menge Energie im neuen ROBIN WOOD MAGAZIN

Das neue ROBIN WOOD Magazin ist erschienen und am Kiosk. Aber auch für die OnlinerInnen stehen die Artikel zur Verfügung. Natürlich enthält die neue Ausgabe auch wieder jede Menge Artikel über aktuelle Ereignisse aus dem Energiebereich. Hier geht es zu den Artikeln…

Energie
16. Mai 2014

Atomdrehscheibe Hamburg: Radioaktive Weltreisen

Strahlende Weltreisen des Uran: Aus den Uranminen in Nambibia zum Hafen von Walvish-Bay, per Schiff in die Elbmetropole Hamburg, weiter auf der Schiene quer durch Westdeutschland und Franreich nach Narbone. Zwischenstop zur Weiterverarbeitung, anschließend nach Pierrelatte an der Rhone oder nach Gronau in Westfalen. Erneute Weiterverarbeitung. Von z.B. Gronau aus geht es weiter zu den Brennelementen-Fabriken in alle Welt, nach Lingen im Emsland, nach Belgien, Japan, Schweden, Südkorea, Russland oder die USA – teilweise dann wieder über den Hamburger Hafen. Von diesen Anlagen gegen die fertigen Brennelemente an die Atomkraftwerke – wiederum teilweise über den Hamburger Hafen. Bereits auf diesem Weg ist jede Menge Atommüll angefallen. Die strahlenden Uran-Geschäfte sind immer noch ein großes Geschäft – und voller Risiken. Hier weiter lesen…

Aktion, Berlin, Energie
10. Mai 2014

12.000 und ROBINA WALD für die Energiewende (mit Fotos)

Insgesamt rund 12.000 Menschen demonstrierten heute in Berlin zu Wasser und zu Lande gegen das Ausbremsen der Energiewende durch die Bundesregierung. Mittendrin dabei auch ROBINA WALD, das Floss von ROBIN WOOD. Rund 120 Boote, Kanus, Schiffchen und andere schwimmenden Ereignisse eröffneten die Demo unter dem Motto “Die Energiewende nicht kentern lassen”. Unterstützung gab es auch durch die Bands Revolverheld und Seeed, die auf der Abschlusskundgebung vor der CDU-Parteizentrale zu hören waren. Hier weiter lesen und die Fotos von der Demo sehen.

Aktion, Energie
8. Mai 2014

Was strahlt denn da? Atomtransporte und wachsende Proteste in Hamburg

Radioaktives Uran auf einem LKW der Bremer Spedition Kieserling im Hamburger Hafen, Foto: Pay Numrich

Heftiges atomares Treiben im Hamburger Hafen. Fast jeden zweiten Tag werden radioaktive Stoffe, meist Uran in unterschiedlichen Varianten, durch die Elbmetropole geschleust. Über 180 solcher Atomtransporte kreuzten 2013 die Hansestadt, allein 116 mal war angreichertes Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken geladen. Während die rot-grün regierte Hansestadt Bremen seine Häfen für die Transporte mit angereichertem Uran vor einigen Jahre gesperrt hat, freuen sich die Atom-Spediteure im Hamburger Hafen über den ungestörten Betrieb an der Elbe: Mit den Stimmen der SPD hat die Bürgerschaft jüngst ein Verbot von Atomtransporten im Hafen abgelehnt. Doch der Widerstand gegen diese riskanten Atomtransporte wächst. Immer öfter gelingt es AtomkraftgegnerInnen, die unter Geheimhaltung stattfindenden radioaktiven Frachten (NDR, Panorama3) ausfindig zu machen – und sie organisieren Protest. Hier weiter lesen…