Energie
15. August 2012

Uranfabriken – Geschäfte mit Strahlenrisiko gehen weiter

Für die Uranfabriken gibt es trotz Atomausstiegsbeschluss scheinbar keine Grenzen. Statt die Anlagen, wie z.B. im westfälischen Gronau endlich stillzulegen, wird derzeit der Verkauf der URENCO vorbereitet. Nach neuen Informationen plant das kanadische Unternehmen Cameco, sich bei der URENCO einzukaufen. Cameco gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im dreckigen Geschäft mit dem Uranabbau. Mehr Informationen finden Sie in der aktuellen Pressemitteilung von ROBIN WOOD. Bereits in den letzten Wochen hat es immer wieder Aktionen für die Stilllegung der zum Urenco-Konzern gehöhrenden Uranfabrik in Gronau gegeben.

Die britische Regierung hat vor wenigen Wochen Vorbereitungen für den Verkauf ihrer Urenco-Anteile gestartet. Dazu hier mehr.

Unterstützen Sie den Protest für die Abschaltung der Uranfabrik in Gronau mit ihrer Unterschrift hier: www.robinwoood.de/uran

Energie
31. Januar 2012

Protest gegen Betrieb der Atomfabrik Gronau wächst

Am kommenden Samstag, dem 4. Februar, findet in Münster eine internationale Urankonferenz statt. Im Zentrum der Konferenz steht der Informationsaustausch über den weltweiten Uranhandel von den Erzminen über die vielen Stationen bis hin zur Herstellung von Brennelementen für den Einsatz in Atomreaktoren. Zahllose Atomtransporte und Berge von Atommüll sind damit verbunden. Im Blickpunkt steht dabei vor allem die Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau.

Während nach der Katastrophe von Fukushima acht AKWs abgeschaltet und der Betrieb der verbleibenden Reaktoren zumindest befristet wurde, hat die UAA Gronau eine Lizenz zum dauerhaften Weiterbetrieb. Weltweit versorgt die Atomanlage damit Reaktoren mit dem erforderlichen Uranbrennstoff.

ROBIN WOOD unterstützt diese Konferenz und hat dazu jetzt einen Informationsflyer veröffentlicht, der hier runtergeladen werden kann:  www.robinwood.de/uran

Auf der Urankonferenz wollen sich die AtomkraftgegnerInnen auch über gemeinsame Aktivitäten für die Stilllegung der UAA Gronau abstimmen. Dazu dient auch der Sonntagsspaziergang am 5. Februar an der UAA in Gronau.

Außerdem wird es am ersten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, dem 11. März 2012, in Gronau zu einer großen Demonstration kommen, zu der ein breites Bündnis aufruft. Mehr dazu auf www.anti-atom-demo.de

Infos zur Urankonferenz gibt es hier: www.urankonferenz2012.de

Aktion, Energie
27. November 2011

AktivistInnen von ROBIN WOOD an Gleise gekettet und in Bäume geklettert

Starkes Nein zu Castortransporten und Atommülllager Gorleben

Im Rahmen der anhaltenden Proteste gegen den illegalen Atommülltransport haben sich heute morgen um ca. 5.00 Uhr zwei Aktivisten der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD bei Harlingen an die Gleise gekettet. Zwei weitere AktivistInnen waren schon einige Stunden zuvor an dieser Stelle in Bäume rechts und links der Gleisstrecke zum Atommülllager Gorleben geklettert. Gegen 7 Uhr beendete die Polizei die beiden Aktionen.

“Fukushima hat den Wahnsinn der Atomenergie gezeigt. Eine solche Katastrophe ist in jedem AKW möglich. Deshalb braucht es den vollständigen und sofortigen Atomausstieg und solange sind solche Aktionen legitim und notwendig”, sagte der angekettete Aktivist Peter.

An vielen Stellen entlang der Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg protestieren tausende Menschen gegen die Atompolitik der Bundesregierung und gegen das weitere Festhalten von Gorleben als Standort für ein Atommüllendlager. An mehreren Stellen blockieren AtomkraftgegnerInnen die Gleise, einige haben sich an die Schienen gekettet. Gestern hatten über 25.000 Menschen an den Aktionen und der Abschlusskundgebung teilgenommen.

Aufgrund der zahlreichen Aktionen verzögert sich die Weiterfahrt des Castortransports mit den elf Atommüllbehältern. Er steht noch immer auf dem Rangierbahnhof in Hamburg-Maschen.

Weiterhin verharmlosen Landes- und Bundesregierung die Strahlenrisiken, die von dem Atommüllbehältern ausgehen. “Bei den Messungen am Zwischenlager Gorleben werden Grenzwertüberschreitungen solange nachgemessen, bis es passt”, so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. Dieses Vorgehen haben der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages und auch die Gesellschaft für Reaktorsicherheit GRS zuletzt deutlich kritisiert und das Vorgehen bei den Messungen als wissenschaftlich fraglich bezeichnet. “Es ist richtig, wenn sich Menschen gegen diese verantwortungslose Politik der Behörden zur Wehr setzen. Dieser Castortransport hätte nie genehmigt werden.”

ROBIN WOOD-Infomobil auf der ESSO-Wiese, 05861-98921-55

Dirk Seifert, Energiereferent ROBIN WOOD, 0160-96 34 72 27

Energie
19. Oktober 2011

Atommüll in Morsleben – weder sicher noch unabhängig

Seit letzter Woche findet das Erörterungsverfahren für die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beantragte endgültige Schließung des Atommülllagers Morsleben statt. Dort lagern überwiegend leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle aus der ehemaligen DDR und den westdeutschen Atomkraftwerken. Weltweit zum ersten Mal soll eine solche Atommülldeponie nun für die Ewigkeit verschlossen werden.

Doch wie Unabhängig ist ein solches atomrechtliches Verfahren? Gleich zum Auftakt des Eröterungstermins stellte sich heraus, dass der bisherige Leiter für das Genehmigungsverfahren bei der zuständigen Behörde in Sachsen Anhalt, Horst Seida, sich beim Antragsteller BfS auf  eine “Projektstelle Morsleben” beworben hatte. Das zuständige Umweltministerium hatte Seida zwar deshalb kurz vor Beginn des Erörterungstermins von seinen Aufgaben in dieser Sache entbunden. Aber natürlich stellt sich massiv die Frage, wie unabhängig die Abteilung unter Seida die Antragsunterlagen des BfS behandelt hat.

Eng verbunden mit Sachsen-Anhalt und dem Umweltministerium ist auch der heutige Chef des BfS, Wolfram König.  Zwischen 1994 und 1998 war König grüner Staatssekretär im Umweltministerium Sachsen-Anhalt und in dieser Funktion für das Atommüllager Morsleben zuständig. Allerdings: Damals verlangte die damalige rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt mehrfach von der Bundesregierung die Schließung von Morsleben, weil dieses nicht sicher wäre. Angela Merkel, damals Bundesumweltministerin, setzte sich über diese Bedenken hinweg. Erst ein Gericht stoppte schließlich die weiteren Einlagerungen von Atommüll.

Gegen die entgültige Schließung des Lagers gibt es massive Sicherheitsbedenken. Wie das havarierte Atommülllager ASSE II handelt es sich bei Morsleben um einen Salzstock, der jahrzehntelange für die Salzgewinnung ausgehöhlt wurde. Daher ist die Stabilität des Salzbergs gefährdet und es gibt Probleme mit einem möglichen Wasserzutritt. Mehrfach kam es zu Deckeneinstürzen in Morsleben und von 2003 bis Mai 2011 hat das BfS zahlreiche Stollen mit Salzbeton “notverfüllt”.  Damit aber sind nur etwa ein Fünftel des gesamten ausgehöhlten Volumens aufgefüllt. Um zu verhindern, dass Wasser in die Lager mit Atommüllfässern eindringt, soll im Rahmen der Schließung – sollte diese genehmigt werden – der gesamte Salzstock verfüllt werden. Die Gesamtkosten werden auf gut zwei Milliarden Euro geschätzt. Kosten, die fast ausschließlich von den SteuerzahlerInnen gezahlt werden sollen.

AtomkraftgegnerInnen bezweifeln, dass das jetzt beantragte Schließungskonzept die für viele zigtausend Jahre erforderliche Abschirmung der radioaktiven Abfälle von der Umwelt sicher stellen kann. ROBIN WOOD hat im Rahmen des Genehmigungsverfahrens mit einer Einzeleinwendung auf die enormen Probleme hingewiesen. Alternativen, wie z.B. die komplette Rückholung der Abfälle aus dem maroden Salzstock sind durch das BfS nur oberflächlich geprüft worden. Mehr zum Atommülllager Morsleben hier.

Der Erörtertungstermin soll noch etwa bis Mitte November andauern.

Aktion, Energie
23. August 2011

Aktionen gegen E.on-Jubelfeier am AKW Brokdorf

Am 1. September für die Stilllegung des AKW Brokdorf.

24. August: Infoveranstaltung zur Unsicherheit des AKW Brokdorf mit Fachanwalt Dr. Ulrich Wollenteit. Ort: „Himmel und Erde“, Kirchenstr. 5, 25576 Itzehoe

Sie hatten es sich so schön gedacht. Es sollte eine Jubelfeier werden, die Brokdorf-Betreiber E.on aus Anlass der Inbetriebnahme des AKW vor 25 Jahren im Informationszentrum durchziehen wollte. Doch die Stimmung dürfte nun reichlich getrübt sein. Denn am 7. August crashte einer der beiden Transformatoren, die das AKW mit dem Stromnetz verbinden. Brokdorf musste abgeschaltet werden. Diagnose: Totalschaden, der Transformator, groß wie ein Einfamilienhaus, muss komplett ausgetauscht werden. Anders als noch unter dem alten Atomgesetz hat das jetzt erhebliche wirtschaftliche Folgen für E.on. Am 31.12.2021 wird der Reaktor nach neuer Rechslage spätestens stillgelegt. Jeder Tag, an dem Brokdorf keinen Strom erzeugt, heißt also Einnahmeverluste für E.on. Deswegen prüft E.on zur Zeit, das AKW Brokdorf mit nur einem Transformator und halber Leistung möglichst schnell wieder ans Netz nehmen zu können, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. Eine Entscheidung will E.on in den nächsten Tagen mitteilen. (Mehr dazu aus der taz-nord)

Doch auch AtomkraftgegnerInnen wollen E.on die Jubelfeier verhageln. Dass E.on im Angesicht der Katastrophe von Fukushima 25 Jahre AKW-Betrieb feiern will, halten sie für geschmacklos. Unter dem Motto: FUKUSHIMA MAHNT! 25 Jahre AKW Brokdorf sind genug! rufen zahlreiche Initiativen und Organisationen aus der Region zu einer Gegenveranstaltung am Donnerstag, den 1. September 2011 auf. Mit Aktionen und Infos rund um das AKW Brokdorf geht es ab 16:00 Uhr damit los. Eine öffentliche Diskussionsveranstaltung startet um 18:30 Uhr, ebenfalls direkt am AKW. Infos und den Aufruf gibt es bei der Anti-Atom-Initiate Kreis Pinneberg. ROBIN WOOD unterstützt diese Aktionen und fordert die sofortige Stillegung aller Atomanlagen. Mehr Infos auf der Homepage

Bereits am 24. August findet in Itzehoe eine Informationsveranstaltung zur Unsicherheit des AKW Brokdorf statt. Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit wird über die “Rechte von Nachbarn gegen Atomanlagen” referieren. Ort: „Himmel und Erde“, Kirchenstr. 5, 25576 Itzehoe, Beginn: 19.30 Uhr.

Energie
25. Mai 2010

Krümmel-Chefin fehlt die Qualifikation!

AKW Krümmel bei Geesthacht (Foto: Rainer Zimmermann, Lizenz: cc:by-nc)

Keine ausreichende fachliche Qualifikation! Das ist das derzeitige Urteil der zuständigen Atomaufsicht über die von Vattenfall zur neuen Leiterin des AKW Krümmel benannten Frau Welte! Und wie es bei Vattenfall so üblich ist, hat das Unternehmen bei der Ankündigung dieser Personal­entscheidung schlicht vergessen, auf dieses Problem hinzuweisen.

Via taz.de