Verkehr, Wald
1. Dezember 2010

Baumfällungen im Querumer Forst haben begonnen

Seit Dienstag, den 30. November,  fallen erneut Bäume für die Verlängerung der Start- und Landebahn des Braunschweiger Regionalflughafens. 15 Hektar des Eichen-Hainbuchenwaldes wurden bereits Anfang des Jahres gerodet.

Nun sollen 17 weitere Hektar folgen; zusätzlich müssen auf 20 Hektar die Baumkronen gekappt werden. Bisher ist ein Harvester im Einsatz, der an verschiedenen Stellen des betroffenen Gebietes mosaikartig kleine Flächen rodet. Wahrscheinlich sollen damit erstmal Lagerflächen für die gefällten Bäume geschaffen werden. Begleitet werden die Arbeiten von zwei Polizeistreifen, die möglichen aufkommenden Widerstand im Auge behalten sollen. Im Januar gab es zahlreiche Behinderungsaktionen von Ausbaugegnern.

Der Protest trifft sich täglich um 15 Uhr auf dem Parkplatz des Sportheims in Waggum zu einer Mahnwache und freut sich über zahlreiche Unterstützung. An diesem Samstag, dem 4. Dezember, findet um 11 Uhr eine Demonstration in Braunschweig am Kohlmarkt statt.

Geschrieben von Aglaia Abel, posted by

Aktion, Verkehr, Wald
24. November 2010

Braunschweig: Waldfrevel für überflüssigen Flughafenausbau verzögert sich

Im Querumer Forst bei Braunschweig sollen über 10.000 Bäume „eingekürzt“ werden, um die Rollbahn des Provinzflughafens zu verlängern. Doch die ursprünglich für gestern geplante Kronenrasur hat noch nicht begonnen. Offiziell sind es Kapazitätsprobleme, doch möglicherweise hat die Flughafengesellschaft auch ein Problem mit der EU-Kommission. Denn diese prüft, ob die im Januar begonnenen Rodung und Kappung gegen europäisches Umweltrecht verstößt. Ein zweites Problem sind die Finanzen. Angeblich sichere Fördermittel fehlen. Der überraschende formale Rückzug vom wichtigsten Nutznießer des Ausbaus, der Volkswagen AG, aus der Flughafenbetreibergesellschaft, könnte hier seine Ursache haben. Die örtlichen Bürgerinitiativen und ROBIN WOOD halten die Augen offen …

Hintergrund zum Ausbau des Braunschweiger Flughafens

Verkehr, Wald
18. November 2010

Fällungen im Querumer Forst?

Ab dem 22. Dezember soll der Ausbau des Braunschweiger Flughafens weiter gehen – trotz Protesten der AnwohnerInnen.

Der Flughafen soll im Wesentlichen ausgebaut werden, damit VW-Manager einen kürzeren Weg haben. Von Braunschweig bis zum Flughafen Hannover-Langenhagen wären es sonst nur 75 Kilometer westwärts. Nach Osten wären es weniger als 100 Kilometer bis zum Flughafen Magdeburg. Trotzdem sollen im Querumer Forst 60.000 Bäume für die Verlängerung der Asphaltpiste fallen oder gekappt werden. Der alte Baumbestand soll weichen, damit VW-Manager ab Braunschweig starten können.

Weitere Informationen gibt es unter www.querumer-forst.de

Aktion, Energie, Wald
12. November 2010

Bäume statt CO2-Endlager – Pflanzaktionen am Wochenende

An über 100 Orten werden am kommenden Wochenende Bäume als Protest gegen die Verpressung von Kohlendioxid (CO2) gepflanzt. Durch die umstrittene CCS-Technologie (Carbon-Capture and Storage) wollen Energiekonzerne das Klimagift CO2 abscheiden und unter bewohnten Gebiet einlagern. Im Falle von Havarien und Lecks sind ernsthafte Bedrohungen für die Bevölkerung, Umwelt und Grundwasser nicht auszuschließen.

Bäume statt CO2-Endlager (Foto: Jan Knaup)

Bäume statt CO2-Endlager (Foto: Jan Knaup)

Unter dem Motto „Bäume statt CO2-Endlager“ ruft ein Bündnis von Umweltverbänden und Baumpflanz-Initiativen für den 12. bis 14. November 2010 dazu auf, bundesweit über 10.000 Bäume zu pflanzen, die auf der Internetplattform www.baeume-statt-co2-endlager.de gemeldet und dort für jedermann sichtbar werden. Weiter Pflanzaktionen können ganz einfach auf der Internetseite eingetragen werden.

Doch trotz allem nicht vergessen zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Da geht das Licht nicht aus und wir sind einen kleinen, privaten Schritt näher an der Energiewende.

Aktion, Verkehr, Wald
21. September 2010

Urteil wegen Baumbesetzung: Umweltschützer soll sich erziehen lassen

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat am vergangenen Donnerstag das Urteil im Strafprozess gegen einen Berliner Kletteraktivisten und Flughafenausbaugegner gesprochen. Dem Aktivisten wurde Hausfriedensbruch im Kelsterbacher Stadtwald vorgeworfen. Dort waren Bäume besetzt worden, um gegen die Zerstörung des Waldes für den extrem klimaschädlichen Ausbau des Frankfurter Flughafens zu protestieren. Der Staatsanwalt forderte dafür zwei Wochen Jugendarrest und verstieg sich zu der Behauptung, der Angeklagte brauche anscheinend Zeit „um über seinen Platz in Gesellschaft und Staat nachzudenken“. Das Gericht urteilte auf 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit und Teilnahme an einer umfangreichen sozialpädagogischen Maßnahme. Der Aktivist hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Zum ausführlichen Prozessbericht

Aktion, Verkehr, Wald
13. September 2010

Gericht verhandelt hinter verschlossenen Türen gegen Umweltaktivisten

Am kommenden Donnerstag, 16.September, um 10 Uhr beginnt vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten der dritte Verhandlungstag im Strafprozess gegen einen Berliner Kletteraktivisten und Flughafenausbaugegner. Im Zusammenhang mit einer Baumbesetzung im August 2009 im Kelsterbacher Wald gegen den Bau einer weiteren Landebahn für den Frankfurter Flughafen wirft ihm die Staatsanwaltschaft Hausfriedensbruch vor. Der Strafbefehl fordert 15 Tagessätze. Am zweiten Prozesstag – er fand in einem Hochsicherheitssaal statt – schloss der Richter jegliche Öffentlichkeit vom gesamten weiteren Verfahren aus. Donnerstag sollen als erste Zeugen zwei Staatsschützer aus Frankfurt eingeflogen werden.

Unterstützer_innen des Aktivisten treffen sich am Donnerstag um 9:30 Uhr vor dem Eingang Wilsnacker Straße.

Tropenwald, Wald
7. September 2010

ROBIN WOOD auf der Gartenmöbelmesse Spoga in Köln

„Mr., if you order more than one container, I can give you this folding chair for a very competitive price. Oh, I see, you need a certificate? No problem! What kind of certificate do you need?“ Der Verkäufer aus Indonesien hält mich für einen ernsthaften Kaufinteressenten. Ich hab mich als Inhaber eines Möbelgeschäfts ausgegeben. Seine Gartenmöbel – die er hier auf der internationalen Gartenmöbelmesse Spoga in Köln ausgestellt hat – sind aus dem Regenwaldholz Shorea gemacht. Woher es stammt, weiß er nicht und es scheint ihn auch nicht besonders zu interessieren. Aber er kann mir ein schönes Umwelt-Zertifikat dafür besorgen. Damit könnte ich dann die Öko-Bedenken meiner potentiellen Kunden zerstreuen.
Die traurige Wahrheit ist leider, dass die Hölzer der Gattung Shorea nur im Regenwald wachsen und dass für die angebotenen Klappstühle Tropenwälder geplündert wurden. Ein paar Stunden zuvor war ich noch in offizieller Mission – als ROBIN WOOD Aktivist – gemeinsam mit einem Kamerateam des NDR unterwegs. Vor der Kamera waren die Händler natürlich nicht so gesprächig. Von Schuldbewusstsein – die letzten Naturwälder Asiens zu Klappstühlchen gesägt zu haben – war aber auch hier keine Spur.

Jetzt muss ROBIN WOOD gemeinsam mit anderen Umweltverbänden daran arbeiten, dass die von der EU beschlossenen Importverbote für illegales Holz möglichst konsequent umgesetzt werden. Das Verbot tritt aber erst 2013 in Kraft und EU-einheitliche Strafen bei Zuwiderhandlung sind auch nicht geplant. Es bleibt also noch viel zu tun.

Verkehr, Wald, Welt retten
14. Juni 2010

Schnupperklettern mit ROBIN WOOD gegen die A44

Am Sonntag (13. Juni) war im Kaufunger Stiftswald viel los. ROBIN WOOD hatte zu Waldspaziergang und Schnupperklettern geladen, und über 200 Leute waren gekommen.

Der Ort war mit Bedacht gewählt. Durch den Stiftswald im nordhessischen Bergland soll eine über 30 Meter breite Schneise für eine neue Autobahn geschlagen werden. Das zumindest wollen die Befürworter der A44, die mitten durch sieben Naturschutzgebiete und große Waldflächen von Kassel nach Wommen bei Eisenach führen soll. Der Widerstand dagegen ist groß – auch in Kaufungen.

Rot-weißes Flatterband markierte am Sonntag die Stelle, an der die Trasse den Wald zerschneiden würde. Klaus Schotte von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Kassel erläuterte, mit welcher Salamitaktik die Planer vorgehen, wie der aktuelle Stand ist und warum es derzeit noch gute Chancen gibt, die am Bedarf vorbei geplante Autobahn zu verhindern.

Schnupperklettern im Stiftswald

Ein Stück des Weges weiter oben im Wald waren drei Bäume mit Kletterseilen präpariert. Zwischen den Wipfeln leuchtete ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wald statt Asphalt!“ in der Sonne. Wer wollte, konnte sich einen Gurt anziehen, einen Baum hochklettern und in mehreren Metern Höhe auf einer Seilbrücke zwischen den Stämmen hin und her wechseln. Es trauten sich viele, Erwachsene genauso wie Kinder. Am Infotisch bei Kaffee und Kuchen aus der nahe gelegenen Kommune Niederkaufungen kamen AnwohnerInnen und ROBIN WOOD-AktivistInnen schnell ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den Stiftswald konnte man mehr erfahren über die Vegetation des Waldes, die Möglichkeiten der ökologischen Waldbewirtschaftung – und auch über den Ruheforst, einer Art Waldfriedhof, der – wenn die Autobahn tatsächlich gebaut würde, diesen Namen sicher nicht mehr verdient hätte.

Was ist das für ein Wald, der für die A44 platt gemacht werden soll?

Was ist das für ein Wald, der für die A44 platt gemacht werden soll?

Später dann gab der Chor „Haste Töne“ ein Open-Air-Konzert inklusive Zugabe unter den Bäumen.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen – mitten im Wald und nicht an einer Autobahnböschung!

Verkehr, Wald, Welt retten
8. Juni 2010

Autobahn durch Absurdistan

A44 Infografik

Die Infografik zur A44 (Sebastian Vollnhals / Robin Wood, Lizenz: CC BY-SA)

Quer durch Naturparks, FFH-Gebiete und das Grüne Band soll in Hessen und Thüringen die Autobahn A44 gebaut werden. Seit Jahren befindet sich die Trasse in absurden Schwebesituationen ungenehmigter, unplanbarer und unbezahlbarer Unmöglichkeiten. Das einzige, 2005 fertig gestellte Teilstück befindet sich abgeschnitten mitten in der Landschaft, immerhin kommen die Menschen so komfortabel von Hessisch-Lichtenau nach Walburg.

Anlässlich unseres Protestes im Wald bei Kaufungen am kommenden Sonntag haben wir die Situation rund um dieses widersinnige Verkehrsprojekt in einer wunderbaren Infografik (PDF) zusammengefasst. Natürlich sind alle herzlich eingeladen, sich vor Ort bei einer Waldbegehung (14:00 Uhr) selbst ein Bild vom Wald zu machen und das Klettern in Bäumen selbst auszuprobieren (12:00 Uhr). Wir treffen uns unweit der geplanten A44 auf dem Wanderparkplatz Ziegelhütte / Ruheforst und freuen uns über alle Menschen, die den Weg zu uns ins hessische Absurdistan finden.

Papier, Tropenwald, Wald
20. April 2010

Wälder werden heruntergespült

Foto: Wikipedia/gemeinfrei

27.000 Bäume werden jeden Tag die Toilette herunter gespült, stellt ein Bericht des World-Watch-Instituts fest. Der Gebrauch von Toilettenpapier nimmt weltweit zu und erreicht dramatische Größenordnungen. Rund 10 Prozent des verwendeten Papiers werden einfach in der Toilette runtergespült und ist eben selbstverständlich nicht wieder zu verwenden.

ROBIN WOOD empfiehlt den Gebrauch von recyceltem Toilettenpapier, für das keine Frischfasern verwendet werden und was auch wesentlich weniger Wasser in der Produktion verbraucht.