Klima, Tropenwald, Wald
24. März 2016

Neue Poster: Mensch versus Natur

Die Posterreihe „Mensch versus Natur“ verdeutlicht mit beeindruckenden Bildern die Auswirkungen der menschengemachten Schäden an Umwelt und Tierwelt. Erhältlich sind drei Motive:

Das Poster „Eisbär“ zeigt Problematik der klimawandelbedingten Eisschmelze:

Poster Eisbär Robin Wood

Das Poster „Affe“ thematisiert die Tropenwaldzerstörung:

Poster Affe Robin Wood

Das Poster „Hirsch“ offenbart die Auswüchse der Urwaldabholzungen:

Poster Hirsch Robin Wood

Fotodrucke im Format DIN A 2 (ca. 60 mal 42 cm) auf hochwertigem Recyclingpapier.

Die Poster sind hier im ROBIN WOOD-Shop ab sofort bestellbar für nur 2,50 pro Poster, Lieferdatum ab 4. April.

 

Aktion, Blog, Klima, Verkehr, Wald
23. Februar 2016

Mit Wollbändern gegen Harvester – Im Bannwald am Langener Waldsee hat heute die Rodung begonnen

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Mit Wollfäden gegen Harvester (Fotos: Robin Wood)

Von Peter Illert (ROBIN WOOD Rhein-Main)

Leise rieselt der Schneegriesel, und die blaue Stunde ist fast vorbei. Deutlich zeichnen sich jetzt die Konturen der Hainbuchen voneinander ab. Der Sonnenaufgang ist die Stunde, zu der sie meistens kommen. So auch heute.  Zwei Harvester schieben sich den Waldweg entlang, leuchten den Weg aus und biegen in „unser“ Waldstück ein.

„Unser“  Waldstück – das ist ein 4,3 Hektar großes Areal Hochwald. Bei der Kiesfirma Sehring heißt es schlicht „Planabschnitt 1b“. Weil die Abbaureserven in ihrer Kiesgrube erschöpft sind, will Sehring den Wald unverzüglich gefällt wissen – trotz offener Gerichtsverfahren. Gestern ist ein Sofortvollzug in Kraft getreten, ausgestellt von der grünen Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, politisch getragen von Hessens grüner Umweltministerin Priska Hinz.

So viel Aufregung und Engagement, wenn es doch „nur“ um Kies geht? Das lässt sich damit erklären, dass hier im Rhein Main-Gebiet vieles auf die Spitze getrieben wird: massive Verdichtung, eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Deutschlands (Stichwort neues „Terminal 3“ am Frankfurter Flughafen) und dazu einer der größten Kiestagebaue – mitten in einem der ehemals größten zusammenhängenden Waldgebiete Westdeutschlands, dem ehemaligen kaiserlichen Wildbann Dreieich.Sehring_Illert

Was einst der Wildbann war, der nur den Kaiserlichen das Jagen erlaubte, ist heute der Bannwald-Status. Unter der Roland Koch-Regierung wurde dieser Status, der den hiesigen Wald nach „Startbahn West“-Zeiten unantastbar machen sollte, aufgehoben. Die für die Klimaregulierung wertvolle Fläche wurde zur Produktionsfläche umgewidmet. Das neue Bannwaldgesetz der Schwarz-Grünen greift in solchen „Altfällen“ nicht.

Der Wald schützt – aber wer schützt den Wald?

Das politisch rückgängig zu machen, ist einer der Gründe hier am frühen Morgen mit selbst gemalten Bannern im Wald zu sein. Kurz hält der Protest die anlaufende Rodung auf, dann fallen an der Tagebaukante die ersten Bäume.

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Rund um das Protestnest in „unserem“ Waldstück  sind bunte Wollfäden gespannt. Sie sollen symbolisch den Platz abgrenzen und vor Zugriff schützen. Später kommt noch der Revierförster vorbei, der sich von seinem Wald verabschiedet.

Mit den Waldarbeitern, die aus Österreich stammen, gibt es keinen handgreiflichen Ärger. Nur den üblichen formalen Ärger gibt es: Ein Vertreter der Firma Sehring kündigt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und das Eintreffen der Polizei an.

Bald biegt der blaue Polizei-Benz um die Ecke, die zwei Polizisten lassen sich viel Zeit. Erst geht es darum, mit Sehring das Formale der Anzeige abzuhandeln. Die Polizisten wissen, dass WaldschützerInnen nicht einfach weglaufen, sondern zu ihrer Sache stehen, nämlich dass der Wald stehen bleibt.

Der heutige Protest war nicht der erste. Zuletzt hatten Aktive von ROBIN WOOD am 28. August 2015 – während eines Sommercamps mit lokalen Bürgerinitiativen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens – für Bannwald und Klimaschutz am Firmensitz von Sehring demonstriert.

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Blog, Klima, Wald
3. Februar 2016

Erfolg für den Great Bear Rainforest!

Es ist geschafft! Am 1. Februar 2016 wurde die erfolgreiche Umsetzung des Great Bear Rainforest Agreements in Vancouver in der westkanadischen Provinz British Columbia verkündet. Das bedeutet: Der Great Bear Rainforest, der mit 3,6 Millionen Hektar weltweit größte Regenwald außerhalb der Tropen – so groß wie Baden-Württemberg – bleibt weitgehend vom industriellen Holzeinschlag verschont. Lediglich 15 Prozent können unter festgelegten Auflagen forstlich genutzt werden, die restlichen 85 Prozent sind für die Forstwirtschaft tabu.

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Ausdauernde Proteste haben sich gelohnt – Der Great Bear Rainforest steht jetzt weitgehend unter Schutz (Foto: Robin Wood)

Um dieses Waldgebiet an der fjordreichen Pazifik-Küste wurde 20 Jahre gekämpft, gestritten und – die letzten 15 Jahre – verhandelt. Vor zehn Jahren wurde dann das Abkommen beschlossen, das jetzt mit der Zustimmung von 20 First Nations, fünf großen Forstunternehmen, den Umweltorganisationen Sierra Club, Greenpeace und ForestEthics Solutions und der Provinzregierung von British Columbia in Kraft gesetzt wird.

ROBIN WOOD hat seit über 20 Jahren immer wieder über den Kampf um den Erhalt dieses einzigartigen Küstenregenwaldes berichtet  und die Arbeit der Umweltorganisationen vor Ort mit Protestaktionen unterstützt – zuletzt im Sommer 2013. Damals schien der Erhalt des Great Bear Rainforest erst zu rund 50 Prozent gesichert. Gleichzeitig drohte der Bau einer Pipeline, die Rohöl von der Nachbarprovinz Alberta mitten in diesen Küstenwald leiten sollte, um es dann höchst riskant mit riesigen Tankern durch die engen Fjorde abzutransportieren.

Mehr erfahren über den Great Bear Rainforest: Fact Sheet vom Sierra Club u.a. von Februar 2016 (englisch)

Blog, Wald
9. Dezember 2015

Wenn schon Weihnachtsbaum, dann öko

Weihnachten ohne Tannebaum – für viele geht das gar nicht. Etwa 30 Millionen Weihnachtsbäume werden hierzulande auch in diesem Jahr wieder verkauft. Die meisten stammen aber nicht wie früher aus dem Wald, sondern aus Plantagen – also aus Monokulturen, die mit Spritzgiften und Dünger behandelt werden.RoWo_Button_Weinachtsbaum_quad_04

Zum Einsatz kommen dort: Breitband-Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Gar nicht feierlich!

Wenn schon ein Bäumchen im Wohnzimmer, dann also am besten einen Öko-Weihnachtsbaum.

Als ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume gelten alle Bäume, die entweder nach den Kriterien des ökologischen Landbaus (z.B. BIO, Bioland oder Naturland) oder des ökologisch ausgerichteten Waldbaus (Naturland oder Forest Stewardship Council / FSC) von unabhängiger Seite zertifiziert sind. Wer’s genau wissen will: Hier steht alles zu den Siegeln.

Um die Suche nach dem passenden Öko-Weihnachtsbaum zu erleichtern, hat Robin Wood auch in diesem Jahr wieder eine nach Bundesländern sortierte Liste von Anbietern (pdf) erstellt.

Mehr zum Weiterlesen: Hintergrund-Infos zu Öko-Weihnachtsbäumen von Robin Wood

Und zum Reinhören: Beitrag von heute aus der Sendung „Umwelt und Verbraucher“ des Deutschlandfunks

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
17. September 2015

Frankfurter Flughafen: Inszenierter Spatenstich für Terminal 3 am 5. Oktober

Versprochen – gebrochen. In Hessen haben Wahlversprechen und aufgeregte „Wortbruch“-Kampagnen ihre eigene Tradition. Unvergessen Roland Koch, CDU. Selbst über eine mit illegalen Parteispenden finanzierte rassistische Kampagne ins Amt gekommen, blies er sich zur brutalstmöglichen Empörung über Andrea Ypsilantis, SPD, Tolerierungsgespräche mit der Partei Die Linke auf.

Exkursion von Umweltschützer_innen zur Terminal 3-Baustelle am 29.8.2015

Versprochen – gebrochen. Unvergessen auch Holger Börner, SPD, der nach dem Durchknüppeln der Startbahn West versprach: Kein Baum wird mehr fallen. Ganze Wälder fielen seitdem für den Ausbau des inzwischen 22 Quadratkilometer großen Rhein-Main-Airport.

Und nun Die Grünen? Vor der Landtagswahl 2013 kämpften sie gegen Terminal 3, mit dem die Kapazität des Frankfurter Flughafens um das gesamte Passagieraufkommen des letzten Jahres am Flughafen Hamburg steigt. Der Flughafenbetreiber Fraport ist zu über 50 Prozent im Besitz des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt. In der schwarz-grünen Koalition schnurrt Tarek Al-Wazirs „Mit mir nicht!“ auf das Fernbleiben beim inszenierten Spatenstich für Terminal 3 am 5. Oktober zusammen – aus Termingründen.

Sprecher vom Bündnis der Bürgerinitiativen beim Waldcamp gegen Terminal 3 am 29.8.2015

Sprecher vom Bündnis der Bürgerinitiativen beim Waldcamp gegen Terminal 3 am 29.8.2015

 

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
28. August 2015

Sommercamp am Frankfurter Flughafen: Wald statt Beton – Protest beim Kieswerk Sehring

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Banneraktion vor dem Werkstor der Sehring AG gegen Waldzerstörung für den Flughafenausbau (Foto: M. Flörsheimer)

Aus Protest gegen den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens haben heute Mittag ROBIN WOOD-Aktivisten vor dem Kieswerk Sehring am Langener Waldsee demonstriert. Zwei AktivistInnen sind auf Bäume vor dem Werkstor geklettert und haben dort ein Transparent aufgehängt mit dem Slogan: „Wir kennen kein Pardon bei Wald für Beton“.

Kletterprotest bei Sehring

Protest-Botschaft an Sehring, 28.8.15 (Foto: ROBIN WOOD)

Der Beton- und Kieslieferant Sehring ist ein Profiteur des sozial und ökologisch unverträglichen Flughafenausbaus. Das Unternehmen will im Bannwald am Langener Waldsee 60 Hektar für die weitere Auskiesung roden. Dagegen gibt es seit Jahren Widerstand, u.a. auch vor Gericht. So versucht der hessische Landesverband des BUND, auf dem Klageweg die Rodung zu stoppen.

Wald statt Beton fordert auch das Klimacamp im Treburer Oberwald, das heute begonnen hat. Es liegt in einer Waldfläche, die im Zuge des Neubaus eines dritten Terminals am Frankfurter Flughafen gerodet werden soll. Das neue Terminal macht eine gigantische Kapazitäterweiterung möglich. Mehr Flugverkehr heißt: mehr Lärm, Dreck, Gesundheits- und Klimaschäden.

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(Foto: ROBIN WOOD)

ROBIN WOOD fordert: Bannwald erhalten – Kein Terminal 3 – Rückbau statt Ausbau des Frankfurter Flughafens!

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
27. August 2015

Jetzt geht´s los – Camp gegen Flughafenausbau in Rhein-Main an diesem Wochenende

Zum zweiten Mal lädt die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD an diesem Wochenende zum Sommercamp gegen den Bau von Terminal 3 am Frankfurter Flughafen in den Treburer Oberwald ein. Zurzeit bauen Umweltschützer_innen ihr Camp in dem vom Kahlschlag bedrohten Waldstück südlich von Zeppelinheim auf. Am Abend versammeln sich die Delegierten des Bündnisses der Bürgerinitiativen „Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot“ vor Ort im Camp.

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Zeppelinheim stand vor genau achtzig Jahren am Anfang der Rodung von inzwischen mehr als 2000 Hektar Wald für den Rhein-Main-Flughafen. Sechs Hektar Mischwald mehr sollen dort, wo das Camp ist, für den Bau eines eigenen Autobahnanschlusses und die Baustellenzufahrt zum dritten Terminal fallen. Weitere 60 Hektar Wald frisst das Projekt durch Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee. Den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 hat Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport, für den Spätherbst angekündigt.

Umwelt- und Entwicklungsverbände, darunter ROBIN WOOD, haben Anfang August in einem alternativen Luftverkehrskonzept nachgewiesen, dass es deutschlandweit keinen Bedarf für noch mehr Flughafenkapazitäten gibt. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr mindestens fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. „Der Schutz des Waldes ist der wirksamste Weg, Kohlendioxid zu binden. Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen. Wir sind hier, um den doppelten Klimaschaden durch das T3-Projekt aufzuzeigen“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD.

Am Freitag, 28. August 2015, findet um 11 Uhr ein Pressegespräch im Camp statt. Am Samstag, 29. August, stehen eine botanische Führung (10 Uhr), Schnupperklettern (ab 12 Uhr), Workshops zu Atomtransporten (14 Uhr), Lärm- und Grundwasserbelastung (17 Uhr) sowie ein Konzert des Liedermachers Siggie Liersch (20 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag, 30. August, erwartet Besucher_innen ab 11 Uhr ein Streifzug durch die Geschichte des Widerstandes gegen den Flughafenausbau – und natürlich der traditionelle Kuchenstand der Bürgerinitiativen (14 Uhr).

Eine Karte mit dem Weg zum Camp ist hier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es am besten vom S-Bahnhof Zeppelinheim zu erreichen, ab da 1,6 km mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

ROBIN WOOD vor Ort: Tel. 0176-94 92 09 56.

Aktion, Rhein-Main, Verkehr, Wald
23. Juli 2015

Frankfurter Flughafen: Spatenstich im Spätherbst – Wir sind schon da

Beim „Dämmerschoppen“ mit geladenen Journalist_innen ließ der Chef des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, eine kleine Katze aus dem Sack. Im „Spätherbst“ soll es den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 geben. Mit einem dritten Terminal will die Fraport die zusätzlichen Kapazitäten, die sie sich mit der Nordwestbahn 2011 geschaffen hat, in der Passagierabfertigung ausschöpfen. Wenn die Passagierabfertigung um ein Drittel leistungsstärker ist, bedarf es für die volle Auslastung vermutlich einer fünften Bahn – Salamischeibe für Salamischeibe hat der Flughafenausbau kein Ende.

Während der Schutz des Waldes der „einfachste, billigste und schnellste Weg ist, die Atmosphäre zu entlasteRowo-Logo-mit-Kletterinn“ (Nick Reimer in „Schlusskonferenz“), ist Fliegen die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen.

Diesmal ist es der Treburer Oberwald, mit dem für einen zusätzlichen Autobahnanschluss noch mehr Bäume fallen sollen. Deswegen treffen sich dort am letzten Wochenende im August Aktive von Robin Wood. Am Sonntag, den 30. August, laden sie gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Bürgerinitiativen gegen Flughafenausbau ein zum traditionellen Kuchenstand, Schnupperklettern und Infos rund um Flughafen, Wald und Klimaschutz. Ihre Botschaft an die Fraport: Wald statt Asphalt – Wir hängen an den Bäumen!

Wegbeschreibung und Flyer zum Sommercamp sind hier.

Blog, Papier, Wald
6. Mai 2015

Schwedens Naturwälder retten: ROBIN WOOD fordert Einschlag-Moratorium

Schweden – da denken viele an Urlaub, dünnbesiedelte Weiten und Wälder. Doch ursprünglichen Wald gibt es kaum noch in dem skandinavischen Land. Monotone Industrieforste ziehen sich bis zum Horizont. Nur noch etwa zehn Prozent der Waldgebiete sind ursprüngliche oder zumindest naturnah erhaltene Wälder. Und selbst diese Überbleibsel sind – trotz FSC-Zertifizierung – bedroht. Sogar Kahlschläge sind dort bislang erlaubt. ROBIN WOOD will das stoppen und fordert ein Einschlag-Moratorium für alle schutzwürdigen Wälder, die für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig sind!

Dass dieser Raubbau in Schweden passiert, liegt auch mit an unserem Konsum. Denn Schweden ist Deutschlands Lieferland Nr. 1 für Holz- und Papierprodukte. So stammt rund ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Papiers und Zellstoffs aus Schweden. Dort wird daher auch genau darauf geachtet, ob sich beim besten Kunden Deutschland Protest regt.

Wer den Raubbau stoppen und die Forderung nach einem Einschlag-Moratorium für Schwedens Naturwälder unterstützen will, kann hier online beim zuständigen schwedischen Minister Sven-Erik Bucht protestieren.

Außerdem hilft es, Materialien aus Recyclingpapier zu verwenden. Collegeblöcke und Schreibhefte aus Recyclingpapier gibt es u.a. hier.

Mehr über die Hintergründe erfahrt ihr im ROBIN WOOD-Magazin: „Die letzten Naturwälder Schwedens“.

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Wald in der schwedischen Provinz Dalarna vor dem Kahlschlag… (Foto: Olli Maninen)

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… und nach dem Kahlschlag durch die Firma Sveaskog (Foto: Hans Sundström)

 

Allgemein, Blog, Papier, Tropenwald, Wald
4. März 2015

Papiergigant APP: Brutaler Mord an Dorfaktivisten in Indonesien

bmf-foto031In Indonesien wurde erneut ein Dorfbewohner von Mitgliedern einer Sicherheitsfirma des größten asiatischen Papier- und Zellstoffproduzenten APP (Asia Pulp and Paper) getötet. Bereits 2010 und 2012 wurden unabhängig voneinander zwei Bauern während sozialer Ausschreitungen von Dienstleistern der APP ermordet.

Das Opfer war Teil eines durch die EU unterstützten Netzwerks zum Monitoring von Rechtswidrigkeiten im Forst- und Agrarsektor. Seinen Einsatz für den Schutz des Regenwaldes hat er nun mit seinem Leben bezahlt. Ein Augenzeuge berichtete, dass der Mann von mindestens sieben Sicherheitsleuten geschlagen wurde, als er versuchte einen Checkpoint zu überqueren. Einen Tag später wurde dann seine Leiche in einem Waldstück gefunden.

Die Morde sind nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder kommt es in Indonesien zu Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung und den die Rodungen beauftragenden Firmen. Die Landrechte der dort ansässigen Menschen werden regelmäßig ignoriert, Menschen vertrieben, eingeschüchtert und verprügelt. Wer sich gegen die allgegenwärtige Korruption und oft illegalen Enteignungen zur Wehr setzt, lebt gefährlich.

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APP-Plantage

Die indonesische Firma APP ist der Umweltbewegung seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge und war immer wieder Ziel von Kampagnen. Der größte Papier- und Zellstoffproduzent Asiens war lange Zeit auch einer der größten Tropenwaldvernichter. Nach Angaben der Organisation Eyes on the Forest ist APP verantwortlich für die Abholzung von etwa zwei Millionen Hektar Tropenwald zwischen den 80er Jahren und 2011. 2013 ließ APP nach Verhandlungen mit Greenpeace verkünden, keine neuen Flächen mehr roden zu wollen und das Holz für die Papierproduktion nur noch von Plantagen zu beziehen.

Doch wie ROBIN WOOD bereits berichtete, kam dieser Deal für APP genau zur rechten Zeit. Der Konzern hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits genug Landfläche angeeignet und gerodet, um in ausreichender Größe Monokulturen für seine Zellstoffproduktion anlegen zu können. Dementsprechend fiel es APP leicht auf weitere Regenwaldzerstörungen zu verzichten. Und finanziell hat sich der Deal für das Unternehmen erst recht gelohnt. Denn nach der Selbstverpflichtung nahm zum Beispiel der US-Büroriese Staples seine Geschäfte mit APP wieder auf. 2008 hatte Staples die Zusammenarbeit mit APP auf Druck von Umweltverbänden gestoppt.