Allgemein, Blog, Energie, Wald
9. Juli 2016

Bure – 16. Juli, wir erobern den Wald zurück

Die Freund*innen aus Frankreich bieten um Verbreitung dieses Aufrufes.

Aufruf zur massiven Wiederbesetzung des Waldes in Bure (Fr)

Seit Ende Juni, leben Kollektive, Vereine, Familien, Anwohner_innen und Bäuer_innen im Wald auf dem Gelände des geplanten Atommüll-Endlager Bure, das von ANDRA illegal gerodet wurde. (Bericht)

Während der Atomstaat das Endlager im Parlament zu legalisieren versucht, haben wir die ehemalige Plattform der Cigeo besetzt, ein symbolischer Ort, da hier die Baustelle beginnen soll. Hütten, eine Küche, einen Gemeinschaftsraum, Klos wurden gebaut, ein Garten angelegt, neue Bäume gepflanzt und ältere Bäume besetzt. Ein buntes Programm an Vorträgen, Filmvorführungen, Diskussionen, Waldspaziergänge und Konzerte wurde auf die Beine gestellt.

Am Donnerstag den 7. Juli wurde unser Camp von der Polizei gewaltsam geräumt. Neben einer verletzen Person, kam es bei der Räumung auch zu einer Verhaftung. Geldstrafen wegen „Beschädigung des Waldes“ wurden absurderweise von denen angedroht, die für den Kahlschlag verantwortlich sind.

Der Wald schafft einen neuen Kristalisationspunkt für die Anti-Atombewegung weltweit. Die physischen und politischen Barrikaden, die wir aufbauen reichen von den bröckelnden Mauern des Pannenreaktors Fessenheim, über das Fass ohne Boden von Flamanville über Cattenom, Gorleben oder Pyhajoki in Finnland

Unser Widerstand geht weiter! Wir werden der Atommafia, die hier seit über 20 Jahren mit Geld und Polizei die Gegend besetzt, den Wald nicht überlassen.

Am Wochenende 16-17 Juli werden wir den Wald und die illegale Baustelle wiederbesetzen. Wir brauchen so viele entschlossene Menschen wie möglich. Je mehr wir sind, desto stärker unser Widerstand. Wir bauen das Camp wieder auf! Sachspenden willkommen.

Mach mit! Weitersagen! Wir steigen nicht runter von den Bäumen ohne Atomausstieg!

kontakt. 0033 758654889 / sauvonslaforet@riseup.net

info: vmc.camp / burestop.eu / burezonelibre.noblogs.org

Blog, Papier, Wald
22. Juni 2016

Rächer der Becher – Neues im Shop

Infomaterial zum Wegwerfbecher-Wahn und ROBIN WOOD-Mehrwegbecher ab jetzt im Shop.

Wegwerfbecher_stoppenWegwerfbecher sind eine große Verschwendung – wie wir bereits im letzten Blogbeitrag und auf unserer Internetseite  deutlich gemacht haben. Sie belasten die Umwelt nicht nur durch den hohen Ressourcenverbrauch, sondern auch weil sie kaum recycelt werden können und nicht aus Altpapier hergestellt werden können. Die wichtigsten Informationen bekommen Sie nun auch kompakt über unseren Flyer „Wegwerfbecher stoppen! Wälder schützen“, den Sie kostenlos im Shop bestellen können. Verteilen Sie ihn gerne im Bekanntenkreis oder legen Sie ihn in Läden und Treffpunkten in Ihrer Umgebung aus.
Rächer der Becher

Zusätzlich haben wir unsere eigene Alternative: Den Rächer der Becher-Mehrwegbecher gibt es jetzt auch für 7,50 Euro im Shop. Mit jeder Wiederbefüllung wird seine Ökobilanz besser – im Gegensatz zu dem Müllhaufen, der mit jedem einzelnen Wegwerfbecher weiter wächst!

Waldschutz statt Wegwerfbecher – setzen Sie ein Zeichen gegen die Verschwendung!

Alle weiteren Informationen & Aktivitäten auf:
robinwood.de/wald
robinwood.de/papier
robinwood-shop.de/

Berlin, Blog, Papier, Tropenwald, Wald
3. Juni 2016

Wälder retten – Wegwerfbecher stoppen!

Alle reden über Nachhaltigkeit, Deutschland sieht sich als Klimaretter und die Unternehmen wollen jetzt reihenweise „grün“ werden – doch die Wahrheit hinter den Werbetafeln sieht oft anders aus. So stiegen in Deutschland auch im letzten Jahr die CO2 Emissionen wieder leicht an, und der Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Papier konnte seit 2010 nicht gesenkt werden. Alles nicht so glänzend also, doch in einigen Bereichen läuft es ganz offensichtlich falsch, wie zum Beispiel beim rasanten Anstieg der Nutzung sogenannter Einwegbecher in Deutschland.

Überall und zu jeder Zeit konsumiert der moderne Mensch nun Coffee-to-go und ähnliche Angebote. Was nützlich ist und auch beispielsweise in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit konsumierbar, hat aber große Auswirkungen auf Natur und Umwelt, und bringt nicht nur offensichtliche Probleme wie das Überquellen der städtischen Mülleimer. So sind die verschiedenen Becher zum Beispiel kaum recyclingfähig, verbrauchen in der Herstellung große Mengen Wasser & Rohstoffe, und Überreste der Beschichtungen gelangen als Mikroplastik in Boden und Abwasser.

Während Plastiktüten langsam als unnötige Umweltbelastung begriffen werden, und immer mehr Menschen eigene Jutebeutel oder ähnliches mit sich nehmen, ist das Thema Wegwerfbecher noch nicht im breiten Bewusstsein angekommen. Dabei ist die gesamte Müllmenge dieser mit geschätzten 106.000 Tonnen inzwischen deutlich höher als die der Plastiktüte. Und zumindest im Privaten ist die Lösung längst erkannt: Der eigene Mehrwegbecher kann hunderte Male wiederbenutzt werden, und ist somit eine fast saubere Alternative zum Wegwerfbecher. Politik und Unternehmen hätten diesen längst flächendeckend fördern müssen, und nicht wie immer die gesamte Verantwortung auf die einzelnen VerbraucherInnen abschieben.

Wer aber denkt, dass Papierbecher doch immerhin aus nachwachsenden Rohstoffen und somit umweltschonend seien, hat sich gleich mehrfach getäuscht. Zum einen stehen die Wälder weltweit unter Druck, auch weil die Nachfrage auf Holz und Papier immer weiter steigt. Hier muss dringend weniger konsumiert werden, und der zukünftige Verbrauch sollte vor allem aus langlebigen Holzprodukten bestehen – das Gegenteil von Wegwerfbechern!
Besonders verheerend aber sind die Papierbecher, weil sie kaum aus Recyclingpapier hergestellt werden können, weil sie außerdem selbst zum größten Teil nicht recycelt werden können und oft aus nicht-verantwortlicher Forstwirtschaft stammen, wie ROBIN WOOD hier ausführlicher beschreibt.

Übrig bleibt uns deshalb nur ein Schluss: Wegwerfbecher stoppen – weil Wald und natürliche Ressourcen begrenzt und knapp sind! Wir haben nur eine Welt!

Alle weiteren Informationen & Aktivitäten auf:
robinwood.de/wegwerfbecher

PS: Die ROBIN WOOD Gruppe Berlin widmet sich diesen Sonntag, den 05. Juni, zwischen 11 – 19 Uhr auf dem Umweltfestival Berlin auch dem Thema Wegwerfbecher. Schaut vorbei!

 

Blog, Prozess, Rhein-Main, Wald
31. Mai 2016

Bannwald statt Kiesabbau – Waldschützer wehrt sich vor Gericht

Von Aktiven der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main

17

Aufmerksam machen auf den Gerichtsprozess bei der 177. Montagsdemo gegen Flughafenausbau, 30.5.16, Frankfurter Flughafen (Foto: Walter Keber)

Glimpflich ist heute am Amtsgericht Langen der Prozess gegen einen Robin Wood-Aktivisten ausgegangen. Peter Illert aus der Robin Wood-Regionalgruppe Rhein-Main war vorgeworfen worden, im Februar dieses Jahres vor Ort gegen Rodungsarbeiten für die Erweiterung der Kiesgrube Sehring protestiert und damit einen Hausfriedensbruch begangen zu haben. Gegen diesen Vorwurf wehrte er sich heute vor Gericht. Das Verfahren, das viel Beachtung in der Lokalpresse gefunden hat, endete mit einer Einstellung und der Auflage, 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen.

Zuvor hatte der Angeklagte vor einem mit einem guten Dutzend UnterstützerInnen, mehreren ReporterInnen und einer Schulklasse restlos gefüllten Zuschauersaal, umfangreich seine politischen Beweggründe geschildert. Er führte aus, wie durch Großprojekte wie die Startbahn West und Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen oder auch der hierfür nötigen Expansion der Kiesgruben, der Region im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Wald verloren ging. Die übrigen Waldstücke seien durch den erhöhten Nutzungsdruck als verbleibende Naherholungsgebiete, die Profitinteressen der Forstwirtschaft und dem Klimawandel einer immer höheren Belastung ausgesetzt. Ihren wichtigen Beitrag als Speicher von CO2 und Regulatoren des Lokalklimas könnten sie so immer weniger gerecht werden. Daher sei es im Interesse der AnwohnerInnen wie auch der Allgemeinheit, sich weiteren Waldverlusten entgegenzustellen.

In der folgenden Auseinandersetzung ging es nicht zuletzt darum, wer vor dem Publikum moralisch im Recht bleiben würde: Richter Michels, der grundsätzlich Verständnis für den Protest äußerte, aber verlangte, dass dieser nach staatlichen Spielregeln und weit weg von den Tatorten stattfindet; oder der Angeklagte sowie sein Laienverteidiger, die auf einen wirksamen Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, auch mit unbequemen und spektakulären Mitteln, beharrten.

Für Robin Wood ist klar, dass der Kampf gegen noch mehr Waldverluste in der Region weitergehen wird – sei es für die Kiesgrube Sehring, das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen oder aus welchem Profitinteresse auch immer.

…für die Regionalgruppe Rhein-Main

Aktion, Berlin, Klima, Verkehr, Wald
27. Mai 2016

Degrowth statt Greenwashing: Airbus und Böll-Stiftung über „nachhaltiges Fliegen“

EisbärDie grüne Heinrich-Böll-Stiftung und die Airbus Group werden auf der Internationalen Luftfahrtmesse in Berlin eine gemeinsame Broschüre zum „nachhaltigen Fliegen“ vorlegen. Ralf Fücks und Tom Enders präsentieren die Ergebnisse von Fachdiskussionen des letzten Jahres, bieten Einsichten in den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen und in die politische Debatte um eine nachhaltige Zukunft des Fliegens.

Wenn Airbus über „Nachhaltigkeit“ spricht, erwarte ich den Dreiklang aus Effizienzsteigerung, alternativen Kraftstoffen und Emissionsausgleich. Während Enders und Fücks voraussichtlich sehr, sehr viel über den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen reden, ist praktisch nur der Emissionsausgleich in der politischen Debatte um eine klimaverträgliche Zukunft des Fliegens von Bedeutung.

Im Abkommen der Weltklimakonferenz von Paris kommt Flugverkehr nicht wörtlich vor. Die Luftfahrtindustrie feierte das als Freiflugschein in die Verantwortungslosigkeit. Da sich aber alle Staaten verpflichten, ihre nationalen anthropogenen Treibhausgasemissionen soweit zu reduzieren, dass die Erderwärmung  deutlich unter („well below“) zwei Grad bleibt, ist die Luftfahrt natürlich de facto im Paris-Vertrag und in der Verantwortung. 

Die UN-Sonderorganisation für zivile Luftfahrt, ICAO, beauftragte das Kyoto-Protokoll (Vorgänger von Paris), Maßnahmen für Klimaschutz im Luftverkehr zu entwickeln. 16 Jahre passierte nichts, bis die EU den Flugverkehr in den Emissionshandel einbezog. Nun will die ICAO auf ihrer Vollversammlung vom 27.9. bis 7.10.2016 ein Konzept für ein „Carbon Neutral Growth“, also ein CO2-neutrales Wachstum der Luftfahrt verabschieden. Der Plan der ICAO stützt sich zum ganz überwiegenden Teil auf Offsets, auf CO2-Gutschriften in anderen Ländern und Sektoren. Es wird so gut wie NICHTS bei der am stärksten wachsenden Quelle von Treibhausgasen – das ist der Flugverkehr – reduziert. Statt dessen soll landbasiert „kompensiert“ werden. Wo will die ICAO diese gewaltigen Kompensationsflächen hernehmen, die bisher noch nicht für den Klimaschutz erschlossen sind? Es gibt sie nicht.

Um es zuzuspitzen: Die Klimabelastung aus Flugreisen – Teil einer maximal ressourcenintensiven Konsum- und Produktionsweise – würde durch Offsets verrechnet mit bäuerlicher Landwirtschaft oder gar Waldnomadenleben. Fliegen als maximale Ausserkraftsetzung räumlicher Grenzen – das ist der Machtfaktor bei Mobilität – würde verrechnet mit der größtmöglichen Bindung an die Scholle. Bäumchen pflanzen für´s Weiterfliegenist weder ökologisch noch sozial „nachhaltig“.

Um es klar zu sagen: Das Klima schützt, wer weniger fliegt. Alles andere ist Quark. Degrowth statt Greenwashing.

 

Klima, Tropenwald, Wald
24. März 2016

Neue Poster: Mensch versus Natur

Die Posterreihe „Mensch versus Natur“ verdeutlicht mit beeindruckenden Bildern die Auswirkungen der menschengemachten Schäden an Umwelt und Tierwelt. Erhältlich sind drei Motive:

Das Poster „Eisbär“ zeigt Problematik der klimawandelbedingten Eisschmelze:

Poster Eisbär Robin Wood

Das Poster „Affe“ thematisiert die Tropenwaldzerstörung:

Poster Affe Robin Wood

Das Poster „Hirsch“ offenbart die Auswüchse der Urwaldabholzungen:

Poster Hirsch Robin Wood

Fotodrucke im Format DIN A 2 (ca. 60 mal 42 cm) auf hochwertigem Recyclingpapier.

Die Poster sind hier im ROBIN WOOD-Shop ab sofort bestellbar für nur 2,50 pro Poster, Lieferdatum ab 4. April.

 

Aktion, Blog, Klima, Verkehr, Wald
23. Februar 2016

Mit Wollbändern gegen Harvester – Im Bannwald am Langener Waldsee hat heute die Rodung begonnen

S1200033

Mit Wollfäden gegen Harvester (Fotos: Robin Wood)

Von Peter Illert (ROBIN WOOD Rhein-Main)

Leise rieselt der Schneegriesel, und die blaue Stunde ist fast vorbei. Deutlich zeichnen sich jetzt die Konturen der Hainbuchen voneinander ab. Der Sonnenaufgang ist die Stunde, zu der sie meistens kommen. So auch heute.  Zwei Harvester schieben sich den Waldweg entlang, leuchten den Weg aus und biegen in „unser“ Waldstück ein.

„Unser“  Waldstück – das ist ein 4,3 Hektar großes Areal Hochwald. Bei der Kiesfirma Sehring heißt es schlicht „Planabschnitt 1b“. Weil die Abbaureserven in ihrer Kiesgrube erschöpft sind, will Sehring den Wald unverzüglich gefällt wissen – trotz offener Gerichtsverfahren. Gestern ist ein Sofortvollzug in Kraft getreten, ausgestellt von der grünen Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, politisch getragen von Hessens grüner Umweltministerin Priska Hinz.

So viel Aufregung und Engagement, wenn es doch „nur“ um Kies geht? Das lässt sich damit erklären, dass hier im Rhein Main-Gebiet vieles auf die Spitze getrieben wird: massive Verdichtung, eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Deutschlands (Stichwort neues „Terminal 3“ am Frankfurter Flughafen) und dazu einer der größten Kiestagebaue – mitten in einem der ehemals größten zusammenhängenden Waldgebiete Westdeutschlands, dem ehemaligen kaiserlichen Wildbann Dreieich.Sehring_Illert

Was einst der Wildbann war, der nur den Kaiserlichen das Jagen erlaubte, ist heute der Bannwald-Status. Unter der Roland Koch-Regierung wurde dieser Status, der den hiesigen Wald nach „Startbahn West“-Zeiten unantastbar machen sollte, aufgehoben. Die für die Klimaregulierung wertvolle Fläche wurde zur Produktionsfläche umgewidmet. Das neue Bannwaldgesetz der Schwarz-Grünen greift in solchen „Altfällen“ nicht.

Der Wald schützt – aber wer schützt den Wald?

Das politisch rückgängig zu machen, ist einer der Gründe hier am frühen Morgen mit selbst gemalten Bannern im Wald zu sein. Kurz hält der Protest die anlaufende Rodung auf, dann fallen an der Tagebaukante die ersten Bäume.

S1200023
Rund um das Protestnest in „unserem“ Waldstück  sind bunte Wollfäden gespannt. Sie sollen symbolisch den Platz abgrenzen und vor Zugriff schützen. Später kommt noch der Revierförster vorbei, der sich von seinem Wald verabschiedet.

Mit den Waldarbeitern, die aus Österreich stammen, gibt es keinen handgreiflichen Ärger. Nur den üblichen formalen Ärger gibt es: Ein Vertreter der Firma Sehring kündigt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und das Eintreffen der Polizei an.

Bald biegt der blaue Polizei-Benz um die Ecke, die zwei Polizisten lassen sich viel Zeit. Erst geht es darum, mit Sehring das Formale der Anzeige abzuhandeln. Die Polizisten wissen, dass WaldschützerInnen nicht einfach weglaufen, sondern zu ihrer Sache stehen, nämlich dass der Wald stehen bleibt.

Der heutige Protest war nicht der erste. Zuletzt hatten Aktive von ROBIN WOOD am 28. August 2015 – während eines Sommercamps mit lokalen Bürgerinitiativen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens – für Bannwald und Klimaschutz am Firmensitz von Sehring demonstriert.

gepostet von

Blog, Klima, Wald
3. Februar 2016

Erfolg für den Great Bear Rainforest!

Es ist geschafft! Am 1. Februar 2016 wurde die erfolgreiche Umsetzung des Great Bear Rainforest Agreements in Vancouver in der westkanadischen Provinz British Columbia verkündet. Das bedeutet: Der Great Bear Rainforest, der mit 3,6 Millionen Hektar weltweit größte Regenwald außerhalb der Tropen – so groß wie Baden-Württemberg – bleibt weitgehend vom industriellen Holzeinschlag verschont. Lediglich 15 Prozent können unter festgelegten Auflagen forstlich genutzt werden, die restlichen 85 Prozent sind für die Forstwirtschaft tabu.

rowo-berlin-mai-1553_klein

Ausdauernde Proteste haben sich gelohnt – Der Great Bear Rainforest steht jetzt weitgehend unter Schutz (Foto: Robin Wood)

Um dieses Waldgebiet an der fjordreichen Pazifik-Küste wurde 20 Jahre gekämpft, gestritten und – die letzten 15 Jahre – verhandelt. Vor zehn Jahren wurde dann das Abkommen beschlossen, das jetzt mit der Zustimmung von 20 First Nations, fünf großen Forstunternehmen, den Umweltorganisationen Sierra Club, Greenpeace und ForestEthics Solutions und der Provinzregierung von British Columbia in Kraft gesetzt wird.

ROBIN WOOD hat seit über 20 Jahren immer wieder über den Kampf um den Erhalt dieses einzigartigen Küstenregenwaldes berichtet  und die Arbeit der Umweltorganisationen vor Ort mit Protestaktionen unterstützt – zuletzt im Sommer 2013. Damals schien der Erhalt des Great Bear Rainforest erst zu rund 50 Prozent gesichert. Gleichzeitig drohte der Bau einer Pipeline, die Rohöl von der Nachbarprovinz Alberta mitten in diesen Küstenwald leiten sollte, um es dann höchst riskant mit riesigen Tankern durch die engen Fjorde abzutransportieren.

Mehr erfahren über den Great Bear Rainforest: Fact Sheet vom Sierra Club u.a. von Februar 2016 (englisch)

Blog, Wald
9. Dezember 2015

Wenn schon Weihnachtsbaum, dann öko

Weihnachten ohne Tannebaum – für viele geht das gar nicht. Etwa 30 Millionen Weihnachtsbäume werden hierzulande auch in diesem Jahr wieder verkauft. Die meisten stammen aber nicht wie früher aus dem Wald, sondern aus Plantagen – also aus Monokulturen, die mit Spritzgiften und Dünger behandelt werden.RoWo_Button_Weinachtsbaum_quad_04

Zum Einsatz kommen dort: Breitband-Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Gar nicht feierlich!

Wenn schon ein Bäumchen im Wohnzimmer, dann also am besten einen Öko-Weihnachtsbaum.

Als ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume gelten alle Bäume, die entweder nach den Kriterien des ökologischen Landbaus (z.B. BIO, Bioland oder Naturland) oder des ökologisch ausgerichteten Waldbaus (Naturland oder Forest Stewardship Council / FSC) von unabhängiger Seite zertifiziert sind. Wer’s genau wissen will: Hier steht alles zu den Siegeln.

Um die Suche nach dem passenden Öko-Weihnachtsbaum zu erleichtern, hat Robin Wood auch in diesem Jahr wieder eine nach Bundesländern sortierte Liste von Anbietern (pdf) erstellt.

Mehr zum Weiterlesen: Hintergrund-Infos zu Öko-Weihnachtsbäumen von Robin Wood

Und zum Reinhören: Beitrag von heute aus der Sendung „Umwelt und Verbraucher“ des Deutschlandfunks

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
17. September 2015

Frankfurter Flughafen: Inszenierter Spatenstich für Terminal 3 am 5. Oktober

Versprochen – gebrochen. In Hessen haben Wahlversprechen und aufgeregte „Wortbruch“-Kampagnen ihre eigene Tradition. Unvergessen Roland Koch, CDU. Selbst über eine mit illegalen Parteispenden finanzierte rassistische Kampagne ins Amt gekommen, blies er sich zur brutalstmöglichen Empörung über Andrea Ypsilantis, SPD, Tolerierungsgespräche mit der Partei Die Linke auf.

Exkursion von Umweltschützer_innen zur Terminal 3-Baustelle am 29.8.2015

Versprochen – gebrochen. Unvergessen auch Holger Börner, SPD, der nach dem Durchknüppeln der Startbahn West versprach: Kein Baum wird mehr fallen. Ganze Wälder fielen seitdem für den Ausbau des inzwischen 22 Quadratkilometer großen Rhein-Main-Airport.

Und nun Die Grünen? Vor der Landtagswahl 2013 kämpften sie gegen Terminal 3, mit dem die Kapazität des Frankfurter Flughafens um das gesamte Passagieraufkommen des letzten Jahres am Flughafen Hamburg steigt. Der Flughafenbetreiber Fraport ist zu über 50 Prozent im Besitz des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt. In der schwarz-grünen Koalition schnurrt Tarek Al-Wazirs „Mit mir nicht!“ auf das Fernbleiben beim inszenierten Spatenstich für Terminal 3 am 5. Oktober zusammen – aus Termingründen.

Sprecher vom Bündnis der Bürgerinitiativen beim Waldcamp gegen Terminal 3 am 29.8.2015

Sprecher vom Bündnis der Bürgerinitiativen beim Waldcamp gegen Terminal 3 am 29.8.2015