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6. Mai 2015

Schwedens Naturwälder retten: ROBIN WOOD fordert Einschlag-Moratorium

Schweden – da denken viele an Urlaub, dünnbesiedelte Weiten und Wälder. Doch ursprünglichen Wald gibt es kaum noch in dem skandinavischen Land. Monotone Industrieforste ziehen sich bis zum Horizont. Nur noch etwa zehn Prozent der Waldgebiete sind ursprüngliche oder zumindest naturnah erhaltene Wälder. Und selbst diese Überbleibsel sind – trotz FSC-Zertifizierung – bedroht. Sogar Kahlschläge sind dort bislang erlaubt. ROBIN WOOD will das stoppen und fordert ein Einschlag-Moratorium für alle schutzwürdigen Wälder, die für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig sind!

Dass dieser Raubbau in Schweden passiert, liegt auch mit an unserem Konsum. Denn Schweden ist Deutschlands Lieferland Nr. 1 für Holz- und Papierprodukte. So stammt rund ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Papiers und Zellstoffs aus Schweden. Dort wird daher auch genau darauf geachtet, ob sich beim besten Kunden Deutschland Protest regt.

Wer den Raubbau stoppen und die Forderung nach einem Einschlag-Moratorium für Schwedens Naturwälder unterstützen will, kann hier online beim zuständigen schwedischen Minister Sven-Erik Bucht protestieren.

Außerdem hilft es, Materialien aus Recyclingpapier zu verwenden. Collegeblöcke und Schreibhefte aus Recyclingpapier gibt es u.a. hier.

Mehr über die Hintergründe erfahrt ihr im ROBIN WOOD-Magazin: „Die letzten Naturwälder Schwedens“.

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Wald in der schwedischen Provinz Dalarna vor dem Kahlschlag… (Foto: Olli Maninen)

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… und nach dem Kahlschlag durch die Firma Sveaskog (Foto: Hans Sundström)

 

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4. März 2015

Papiergigant APP: Brutaler Mord an Dorfaktivisten in Indonesien

bmf-foto031In Indonesien wurde erneut ein Dorfbewohner von Mitgliedern einer Sicherheitsfirma des größten asiatischen Papier- und Zellstoffproduzenten APP (Asia Pulp and Paper) getötet. Bereits 2010 und 2012 wurden unabhängig voneinander zwei Bauern während sozialer Ausschreitungen von Dienstleistern der APP ermordet.

Das Opfer war Teil eines durch die EU unterstützten Netzwerks zum Monitoring von Rechtswidrigkeiten im Forst- und Agrarsektor. Seinen Einsatz für den Schutz des Regenwaldes hat er nun mit seinem Leben bezahlt. Ein Augenzeuge berichtete, dass der Mann von mindestens sieben Sicherheitsleuten geschlagen wurde, als er versuchte einen Checkpoint zu überqueren. Einen Tag später wurde dann seine Leiche in einem Waldstück gefunden.

Die Morde sind nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder kommt es in Indonesien zu Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung und den die Rodungen beauftragenden Firmen. Die Landrechte der dort ansässigen Menschen werden regelmäßig ignoriert, Menschen vertrieben, eingeschüchtert und verprügelt. Wer sich gegen die allgegenwärtige Korruption und oft illegalen Enteignungen zur Wehr setzt, lebt gefährlich.

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APP-Plantage

Die indonesische Firma APP ist der Umweltbewegung seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge und war immer wieder Ziel von Kampagnen. Der größte Papier- und Zellstoffproduzent Asiens war lange Zeit auch einer der größten Tropenwaldvernichter. Nach Angaben der Organisation Eyes on the Forest ist APP verantwortlich für die Abholzung von etwa zwei Millionen Hektar Tropenwald zwischen den 80er Jahren und 2011. 2013 ließ APP nach Verhandlungen mit Greenpeace verkünden, keine neuen Flächen mehr roden zu wollen und das Holz für die Papierproduktion nur noch von Plantagen zu beziehen.

Doch wie ROBIN WOOD bereits berichtete, kam dieser Deal für APP genau zur rechten Zeit. Der Konzern hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits genug Landfläche angeeignet und gerodet, um in ausreichender Größe Monokulturen für seine Zellstoffproduktion anlegen zu können. Dementsprechend fiel es APP leicht auf weitere Regenwaldzerstörungen zu verzichten. Und finanziell hat sich der Deal für das Unternehmen erst recht gelohnt. Denn nach der Selbstverpflichtung nahm zum Beispiel der US-Büroriese Staples seine Geschäfte mit APP wieder auf. 2008 hatte Staples die Zusammenarbeit mit APP auf Druck von Umweltverbänden gestoppt.

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4. Februar 2015

Illegales Tropenholz gelangt weiterhin unkontrolliert nach Europa

HolzverladeplatzDer Raubbau an den Wäldern ist eines der drängendsten globalen Umweltprobleme. Nach Schätzungen von INTERPOL werden zwischen 50 und 90 Prozent der Holzernte im, Amazonas, in Zentralafrika und in Südostasien, illegal geschlagen. Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR), die vor zwei Jahren in Kraft trat, sollte eigentlich sicherstellen, dass kein illegales Holz in der EU auf den Markt kommt. Tatsächlich hat diese Verordnung jedoch große Schlupflöcher, so dass nach wie vor illegales Holz nach Europa gelangt. Die EUTR soll dieses Jahr revidiert werden. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen daher bis zum 30. April einen Bericht über die Umsetzung dieser Verordnung in Brüssel abgeben. ROBIN WOOD hat nun das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium aufgefordert, die Verordnung zu verschärfen (siehe).
Mit einem Marktcheck in Hamburger Kaufhäusern hat ROBIN WOOD erst kürzlich belegt, dass noch immer zahlreiche Produkte aus Tropenholz ohne Legalitätsnachweis in den Kaufhausregalen landen (siehe). Denn viele Holzprodukte fallen gar nicht unter die Verordnung. Die Liste der „vergessenen“ Holzprodukte ist lang: Musikinstrumente, Sitzmöbel, Holzkohle, Sportgeräte, Spiele, Werkzeuge, Waren aus dem Küchenbereich sowie Bücher und andere verarbeitete Papierprodukte. Für all diese Produkte müssen die Hersteller/innen und Händler/innen noch immer keinerlei Nachweise für deren legalen Ursprung erbringen.
WALD_3Illegales Tropenholz kann aber auch über verschiedene EU-Länder unkontrolliert eingeführt werden. Denn selbst zwei Jahre nach Inkrafttreten haben noch nicht alle Länder die EU-Verordnung vollständig umgesetzt. Dazu gehören z.B. Italien, Spanien, Polen, Ungarn und Griechenland. Die dortigen Behörden haben bislang keinerlei rechtliche Handhabe für Kontrollen, Beschlagnahmung und Verfolgung.
In Deutschland ist die EU-Verordnung mit dem Holzhandels-Sicherungsgesetz in deutsches Recht umgesetzt. Aber auch hier sind die Regelungen insbesondere zur Strafbarkeit von Verstößen viel zu lasch. So ist selbst der vorsätzliche Import von illegalem Holz lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Erst wenn jemand seine Verstöße „beharrlich wiederholt“, kann dies als Straftat geahndet werden. Abschreckung sieht anders aus. Die Vorgaben sind auch häufig zu ungenau, so dass Hinweise von Umweltverbänden oft nicht weiterverfolgt wurden.
Gerodete FlächeDiese EU-Holzhandelsverordnung ist damit nur ein erster und bislang leider noch sehr enttäuschender Schritt auf dem Weg zum Schutz der noch vorhandenen intakten Wälder. In der öffentlichen Diskussion um die EUTR geht leider auch viel zu oft unter, dass die Wälder in vielen Ländern auch ganz legal durch Rodung und Umwandlung in Plantagen zerstört werden. Auch der Handel mit bedrohten Holzarten ist, sofern sie nicht auf der CITES-Liste stehen, weiterhin legal. Wir brauchen deshalb zusätzlich verbindliche Regelungen, die den Import von Hölzern und Holzprodukten an ökologische Mindeststandards binden. Auch bleibt nach wie vor offen wie zuverlässig sichergestellt werden kann, dass das Holz tatsächlich aus legalen Quellen stammt. Die EU will mit den Herkunftsländern Partnerschaftsabkommen abschließen. Solange aber in vielen dieser Staaten keine Rechtsstaatlichkeit herrscht, sind solche Vereinbarungen und daraus resultierende Legalitätsnachweise kritisch zu sehen.
Die meisten Verbraucher/innen wollen keine illegalen oder bedrohten Hölzer kaufen. Durch die Beteuerungen der Bundesregierung und der Holzwirtschaft wiegen sich viele von ihnen in der falschen Sicherheit, dass solche Hölzer nicht mehr im nennenswerten Umfang nach Deutschland importiert und hier gehandelt werden dürfen. Erkennen und damit vermeiden können sie brisantes Holz beim Einkauf nicht. Eine Kennzeichnungspflicht für die Art und Herkunft des Holzes, wie es die Schweiz bereits praktiziert, ist daher ebenfalls längst überfällig.

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17. Dezember 2014

Händler nehmen billigend in Kauf, dass Tropenholz aus illegalen Quellen in die Läden kommt

Holzschnitt Rosewood

Tangentialschnitt durch Kosemetikpinsel, gefunden bei Douglas (2014), ermittelt: African Rosewood aus dem tropischen Afrika

ROBIN WOOD hat bei vorweihnachtlichen Testkäufen Produkte mit Tropenhölzern gefunden, die auf der Roten Liste als gefährdete Arten geführt werden und deren legale Herkunft nicht belegt werden konnte. Von elf in unserem Auftrag durch das Thünen-Institut analysierten Tropenhölzern werden acht auf der Roten Liste als ‚gefährdet’ gelistet. Die Hölzer kommen ausschließlich aus zentral- und westafrikanischen Ländern: Einer krisenreichen Region, in der ein Großteil der Hölzer illegal geschlagen und gehandelt wird. Auf unsere Nachfragen hin konnte kein einziger Anbieter der Waren die unbedenkliche Herkunft der Hölzer lückenlos und glaubhaft belegen. Die Händler/innen nehmen damit billigend in Kauf, dass Tropenholz aus illegalem Raubbau sowie von gefährdeten Arten in den Verkauf gelangt. Zu den von uns untersuchten Produkten zählen u.a. Schachbretter, Pfeffermühle, Kosmetikpinsel, Besteck und Tischtennisschläger. Gekauft haben wir die Waren bei Karstadt, Galeria Kaufhof, Karstadt Sport, Douglas und Idee-Creativmarkt.

Kaum eine Käufer/in ahnt, dass sie sich mit dem adventlichen Shopping womöglich ein Stück illegal geholzten Tropenwald mit nach Hause nimmt. Erkennen kann sie brisantes Holz beim Einkauf nicht. Denn Art und Herkunft des Holzes müssen nicht gekennzeichnet werden. Die meisten Verbraucher/innen glauben, dass illegale oder bedrohte Hölzer nicht mehr nach Deutschland importiert und hier gehandelt werden und wiegen sich damit in falscher Sicherheit. (Ergebnisse des Marktchecks und der Händlerbefragung: weiterlesen.)

DSCN0150Auch die knapp zwei Jahre alte EU-Holzhandelsverordnung hat bisher keine Kehrtwende gebracht, sondern ist ein zahnloser Tiger geblieben. Die Verordnung verbietet zwar den Import und den Handel mit illegal eingeschlagen Holz, doch bisher hat die Verordnung zu viele Schlupflöcher, um wirklich greifen zu können. Theoretisch muss derjenige, der Holzprodukten von außerhalb der EU in die EU einführt, belegen können, dass es sich dabei sehr wahrscheinlich um Holz aus legalen Quellen handelt. Jedoch greift die Verordnung bei sehr vielen Produkten gar nicht, da sie pauschal ausgenommen sind. So fällt zum Beispiel keines der von uns getesteten Produkte in den Geltungsbereich der Verordnung. Auch beim Import von Holzkohle, Büchern, Sitzmöbeln, Beleuchtungskörpern und Werkzeugen muss kein Legalitätsnachweis erbracht werden. Außerdem sind die Kontrollen und Strafvorschriften zu schwach. Auffällig ist zum Beispiel, dass der für die Umsetzung der Verordnung zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bisher kein einziger Verstoß vorliegt, der zu einer Strafanzeige geführt hat. Die EU-Holzhandelsverordnung muss dringend verschärft werden, um den Import von Tropenholz aus illegalen Quellen wirksam zu unterbinden. Eine Revision der Verordnung ist für 2015 geplant.

ROBIN WOOD wird das Thema weiterverfolgen und bei Herstellern, Händlern und Verkäufern weiter Druck machen.

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16. Dezember 2014

O Tannenbaum… wie öko sind deine Blätter?

In der „Anstalt“ vom ZDF  gab es neulich erste Vorbereitungen für ein „möglichst harmonisches Weihnachtsfest“. „Wir holen uns ein Stück Wald in unser trautes Heim“, verkündete Max Uthoff in feierlichem Ton (ZDFmediathek, ab 6. Sendeminute). Da platzte auch schon ein Mann samt Tannenbaum herein – am Leib einen Schutzanzug, in der Hand eine Giftspritze, mit der er beherzt in alle Richtungen sprühte. Die Herren an der festlich gedeckten Weihnachtstafel kamen ins Husten – wieder nichts mit  besinnlicher Festtagsstimmung.

Die Satire hat einen realen Hintergrund: Mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume stammen inzwischen nicht mehr aus dem Wald, sondern aus Plantagen. Und dort wird kräftig gespritzt und gedüngt: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- oder Blaufärbung der Nadeln. Das ist eine enorme Belastung für Böden und Gewässer.

Öko-Weihnachtsbäume sind ohne Pestizide und Mineraldünger herangewachsen (Foto: ROBIN WOOD)

Öko-Weihnachtsbäume sind ohne Pestizide und Mineraldünger herangewachsen (Foto: ROBIN WOOD)

Dabei geht es auch anders. Das zeigen Forstbetriebe, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln wirtschaften und dies auch von unabhängiger Seite kontrollieren lassen.

ROBIN WOOD recherchiert jedes Jahr, wo man Öko-Weih-nachtsbäume kaufen kann. Erfreulicher Trend: Die Zahl der Anbieter steigt. Spitzenreiter ist das Bundesland NRW, wo wir in diesem Jahr 45 Verkaufsstellen gezählt haben.

Wer also auch in diesem Jahr Weihnachten unterm Tannenbaum feiern möchte, findet hier Tipps rund um Öko-Weihnachtsbäume und eine nach Bundesländern sortierte Liste mit rund 100 Verkaufsstellen.

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1. August 2014

Alleenschutz in Wiesbaden

Am Donnerstag, 31. Juli unterstützten Robin Wood Aktivisten die Initiative „Rettet unsere Kastanien“ auf der Wiesbadener Maaraue mit Transparent und „Baumschmuck“. Die Initiative hatte an diesem Tag zu einer Demonstration vor der von der Fällung bedrohten Allee aufgerufen, um Öffentlichkeit für eine nicht öffentlichen Begehung der Lesselallee von Mitgliedern des Magistrats und des Umweltausschusses zu schaffen.

aufbäumen / Foto: Willfried Jaspers

aufbäumen / Foto: Willfried Jaspers

Während die Kommunalpolitiker ohne Schutzhelme durch die Allee spazieren konnten, wachte die Polizei den ganzen Tag streng darüber, dass sich sonst niemand dieser „Gefahr“ aussetzte. So wurde ein junger Mann, der die Nacht in einer Hängematte in einer der „kranken“ Kastanien verbracht hatte, genauso von der Polizei „hinausbegleitet“, wie Robin Wood Aktivisten, die sich erlaubt hatten, durch den an einigen Stellen offenen Bauzaun zu spazieren, um die Bäume auf die Begehung vorzubereiten und zu „schmücken“.

Auf der Maaraue, einer Insel im Bereich der Mainmündung, die für das gesamte Rhein-Maingebiet ein wichtiges Naherholungsgebiet darstellt, will die Stadt Wiesbaden im Herbst eine über hundert Jahre alte Kastanienallee, die Lesselallee, mit über 75 Bäumen fällen lassen, weil die Kastanien laut einem Gutachten krank seien. Inzwischen gibt es andere Gutachten, die diesen Befund nicht bestätigen. Die Untere Naturschutzbehörde und die Stadt Wiesbaden, allen voran Baudezernent Franz beharren aber darauf, dass die Kastanien eine Gefahr darstellen und gefällt werden müssen. An anderen baumbestandenen Straßen auf der Maaraue warnen Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht, Astbruchgefahr“ Spaziergänger und Fahrradfahrer. Es stellt sich die Frage, warum dies bei der Lesselalle nicht möglich ist. Ein Unwetter im letzten Monat führte zu erheblichem Astbruch auf der Maaraue, nicht allerdings bei den als „krank“ und „gefährlich“ diagnostizierten Kastanien in der Lesselalle. Bereits im März wurde die Allee mit einem Bauzaun mehr oder weniger abgeriegelt.
Da es Ideen gibt, die Maaraue zu bebauen („Wohnen am Fluss“), vermuten Anwohner, dass die Fällung der Allee eher mit diesen Vorhaben als mit der „Krankheit“ der Bäume zu tun hat.
Weitere Informationen unter: http://lesselallee.de/ oder: facebook.com/lesselallee

Text: Anne Mühlemeier

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18. Juni 2014

Sommercamp gegen Flughafenausbau – Programm & Menue

Grodotzki_5055Morgen nachmittag startet das Sommercamp gegen Flughafenausbau am südöstlichen Rand des Frankfurter Flughafens. Der Treburer Oberwald zwischen Zeppelinheim und Walldorf ist von der Rodung bedroht, um eine Autobahnzufahrt für den Bau eines dritten Terminal zu bauen. Erst mit diesem dritten Terminal könnten die mit der 2011 in Betrieb genommenen Nordwestlandebahn zusätzlich geschaffenen Kapazitäten realisiert werden. Doch schon jetzt macht der Lärm der fast 500.000 jährlichen Starts und Landungen die Menschen  in der Rhein-Main-Region krank. Feinstaub und andere Abgase belasten die Luft. Die Treibhausgasemissionen aus dem Luftverkehr steigen rasant und machen Klimaschutzbemühungen in anderen Bereichen zunichte. Über 22 Quadratkilometer erstreckt sich das Betriebsgelände des Frankfurter Flughafens, riesige Waldflächen sind verschwunden. Zeit, im Nordwesten wieder aufzuforsten statt im Südosten weiter zu roden!

WegbeschreibungFliegenFlyerTitel

Programm & Menue: (mehr …)

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11. Juni 2014

Tasmaniens Urwälder in Gefahr: Das Welterbe soll dem Kahlschlag weichen!

Im australischen Tasmanien stehen die größten Laubbäume der Welt und sehr alte Regenwälder – hier lebt auch der tasmanische Teufel, die Natur ist einzigartig und schützenswert. Seit über 30 Jahren sind diese Urwälder deswegen Teil des Welterbes.

Weld Valley, Tasmania by Bill Hatcher

Weld Valley in Tasmanien, Australien von Bill Hatcher

Die australische Regierung unter Tony Abott hat andere Pläne. Sie will hier Kahlschlag betreiben, dafür sollen 74.000 Hektar des tasmanischen Urwaldes von der Liste des Welterbes gestrichen werden. Vom 15. bis 25. Juni trifft sich das „World Heritage“ Gremium in Doha. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat den zerstörerischen Plan Abotts bereits abgelehnt, damit steigen die Chancen das Tasmaniens Wälder Teil des Welterbes bleiben.

Wir wollen den Druck erhöhen und starten gemeinsam mit der australischen Wilderness Society eine Protestaktion. Wir wollen dem Welterbe Gremium und der australischen Regierung zeigen, dass die tasmanischen Wälder Schutz verdienen. In Australien werden Proteste in Melbourne und Hobart statt finden, sei online dabei.

Hier könnt ihr via Twitter und Facebook mit machen:

https://www.thunderclap.it/projects/12089-save-myworldheritage?locale=en

Unter dem Hashtag #myworldheritage könnt ihr mit Menschen aus der ganzen Welt die Aktion unterstützen. Bitte tweetet auch während des Treffens des Welterbe Komitees in Doha weiter, um eure Unterstützung zu zeigen.

Tweets könnt ihr auch an den australischen Umweltminister Greg Hunt (@GregHuntMP)und den Premierminister Tony Abott (@TonyAbbottMHR) senden – zeigt ihnen das euch das australische Welterbe am Herzen liegt.

Mehr Infos:

IUCN (International Union for Conservation of Nature) Report und Empfehlung die tasmanischen Urwälder nicht von der Liste des Welterbes zu streichen

Robin Wood Bericht: Der Kampf um Tasmaniens Urwälder

 

 

Aktion, Rhein-Main, Veranstaltung, Verkehr, Wald
2. Juni 2014

Rhein-Main: Sommercamp am Flughafenzaun vom 19. bis 22. Juni

Der Frankfurter Flughafen hat als Ruhestörer und Klimakiller längst die Grenzen des Zumutbaren überschritten. Trotzdem ist ein Ende seines Ausbaus nicht in Sicht. Nach der Nordwest-Landebahn droht jetzt der karte treburer-ober-wald-webBau eines dritten Terminals. Obwohl die eigentliche Baugenehmigung noch aussteht, lässt Fraport schon vorbereitende Baumaßnahmen durchführen. Nur eine breite und vielfältige Protestbewegung kann dem Flughafenausbau Einhalt gebieten. Über hundert Montagsdemos im Flughafenterminal zeigen eindrucksvoll den Widerstand gegen Wachstumskurs. Jetzt ist es an der Zeit, im Treburer Wald ein weiteres Zeichen zu setzen. Ab September drohen hier Rodungen für den Bau eines Autobahnzubringers zum Terminal 3. Zeigen wir, dass wir den Wald nicht der Fraport überlassen werden!
Wir rufen dazu auf, hier vier Tage im Juni zusammenzukommen und unserem Protest Ausdruck zu verleihen. Ganz egal ob Jung oder Alt, aus dem Nachbarort oder von weiter her, ob für eine Stunde am Tag oder Nachts im eigenen Zelt – stellen wir uns gemeinsam dem Flughafenausbau in dem Weg.

Flyer zum Download

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
28. Mai 2014

Runter vom Sofa: Erst Glotzen, dann Campen

Kommenden Freitag um 21.45 Uhr zeigt ARTE die Doku „Zu viele Flieger am Himmel?“ (F 2009, 56 Min.): „Obwohl der Treibhauseffekt verringert werden soll, steigt der Flugverkehr weiter an – ein wirtschaftliches Dilemma. Durch den kommerziellen Luftverkehr wird heute mehr Kohlendioxid freigesetzt als der gesamte afrikanische Kontinent produziert. Kerosin ist für fast drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Und dann will die Europäische Union die Anzahl der Flugzeuge bis zum Jahr 2020 auch noch verdoppeln. Die Verantwortlichen der Branche sind gefordert, Abhilfe zu schaffen: Die Verringerung des Treibhauseffekts ist eines der vorrangigen gesellschaftlichen und politischen Ziele des 21. Jahrhunderts. Filmemacher Alain Lasfargues untersucht, wie das Problem behoben werden kann.“

ROBIN WOOD rät: Durch Rückbauten von Flughäfen.

Deshalb kommt zum Som­mer­camp vom 19. bis 22. Juni im Wald am Frankfurter Flughafen!

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Ab September drohen Rodungen im Treburer Oberwald für eine Zufahrt zu einem neuen Terminal. Mit diesem dritten Terminal könnte die Fraport AG die mit der vierten Landebahn geschaffenen Kapazitäten zur Verdopplung der Flugbewegungen am Fankfurter Flughafen realisieren. Der Lärm macht schon jetzt hunderttausende Anwohner krank. Der weitere Ausbau würde jeden grünen Satz zum Klimaschutz Lügen strafen.

FlyerFlughafencamp2014

Informationen zu Anreise und Programm auf www.waldbesetzung.blogsport.de