Blog, Tropenwald
11. Dezember 2013

Proteste in Indonesien gegen Wilmar und den RSPO

In Indonesien demonstrierten über 3.000 Menschen vor dem Hotel Santika in Medan, hier tagte Mitte November diesen Jahres der RSPO. Der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ versucht den lebensfeindlichen Monokulturen für Palmöl, dem Landraub und den Menschenrechtsverletzungen einen grünen Anstrich zu verpassen. Nur über nachhaltiges Palmöl zu sprechen, reicht aber nicht aus. Rivani von Cappa fasst zusammen, dass „der RSPO nur Standards und Richtlinien erstellt ohne eine Umsetzung in die Praxis zu leisten.“

Palmöl findet sich bei uns in vielen Fertigprodukten und im Tank. Die Industrie setzt auf das meist genutzte Pflanzenöl der Welt. Im Hauptanbaugebiet in Indonesien reihen sich die Ölpalm-Plantagen bis zum Horizont. Eine unendliche grüne Wüste, wo einst Regenwald stand oder Nahrung und Kautschuk angebaut wurde.

Der Ölrausch ist teuer erkauft. Während die Konzerne und die indonesische Regierung auf einen steten Expansionskurs setzen, protestieren die betroffenen Menschen gegen die Palmölindustrie.

Medan Demo 2013

Unter den Demonstranten waren auch Indigene aus Jambi, indonesische Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen und die Arbeiterbewegung Serbundo.

Die Demonstranten werfen dem RSPO vor, dass er die Lebensbedingungen der Plantagenarbeiter nicht verbessert und dass die Rechte der indigenen Gemeinschaften nicht geschützt werden. Im Gegenteil, sie werden von den RSPO Mitgliedern wie Wilmar bestohlen.

Wir, die Suku Anak Dalam Batin Sembilan, sind den ganzen langen Weg von Jambi hierher gekommen. Wir fordern, dass alle Zertifikate die der RSPO Wilmar gegeben hat eingezogen werden und dass Wilmar die Mitgliedschaft im RSPO entzogen wird. Wir als Suku Anak Dalam wurden von Wilmar betrogen. Während wir im Verhandlungsprozess mit dem Konzern waren, hat Wilmar seine Anteile an Asiatic Persada einfach an eine andere Firma verkauft!“ erklärt Nurman Nuri.

PT Asiatic Persada gehörte bis im April diesen Jahres zu dem Palmölgiganten Wilmar. Wilmar verkaufte die konfliktbehaftete Plantage an die Ganda Group. Der Deal unter Brüdern und ein gescheiterter Mediationsprozess führten zu massiven Protesten in Jambi. Auf einem öffentlichen Platz in Medan wurde während der Demo „Basale“ aufgeführt, der traditionelle Ritus soll die bösen Geister vertreiben. Hier war der „böse Geist“ Wilmar gemeint, der die lokalen Gemeinschaften beraubt hat. Medan bad Wilmar spirits IMG_1895 Die Demonstranten hatten Transparente mit Slogans wie „Stoppt das Landgrabbing“ oder „Der RSPO ist verantwortlich für die Armut der Arbeiter“. Demo Medan RSPO Das Transparent „VOC=Wilmar“ spielt auf die koloniale niederländische Handelsgesellschaft VOC (Vereinigte Ostindische Kompanie) an. Das Kürzel VOC ist für die meisten Indonesier ein Symbol für Kolonialisten. VOC=Wilmar Medan Demo Die gemeinsame Aktion in Medan wurde auch von Robin Wood unterstützt. Es war das erste Mal in der Geschichte des RSPO, dass eine so große Demonstration zu einem RSPO Treffen statt fand. Die Gemeinden werden weiter ihre Rechte einfordern. Durch diese Aktion konnten sie ihrer Kritik an dem RSPO und an Wilmar eine Stimme geben.

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