Blog, Tropenwald
19. Mai 2013

Erfolg für indigene Landrechte in Indonesien

Am 16. Mai entschied das indonesischen Verfassungsgericht, dass die Wälder indigener Bewohner nicht länger als “Staatswald” (State Forest Areas) eingestuft werden dürfen. Dies ist eine Grundsatzentscheidung und ein wichtiger Schritt für die Anerkennung der Rechte Indigener in Indonesien, denn damit hat nicht der Staat das Verfügungsrecht am Land – und kann es somit auch nicht Bergbau- und Palmölkonzernen überlassen.

Der rasante Ausbau von Plamölplantagen war immer auch von einer massiven Verletzung von Landrechten begleitet. ROBIN WOOD hat dafür unter anderem die Internetseite palmoilleaks.org eingerichtet, war für eine Recherchereise vor Ort und organisierte Proteste mit Indigenen vor der Unilever-Zentrale in Hamburg. Deshalb freuen wir uns wirklich über diesen Erfolg und gratulieren recht herzlich!

Zerstörung für Palmöl

Zerstörung für Palmöl

Im März 2012 reichte Indonesiens Organisation indigener Völker, AMAN (Aliansi Masyarakat Adat Nusantara), eine Klage bei Gericht ein, die zur Entscheidung des Gerichts führte. Obwohl das Gericht nicht auf alle Forderungen einging, begrüßte AMAN die Entscheidung des Verfassungsgerichts. Die Regelungen bedeuten, dass die indigenen Völker Rechtssubjekte sind, ihre Wälder können also nicht mehr als staatliche Wälder deklariert werden. Die mehr als 40 Millionen Indigenen sollen nun also wieder selbst über diese Wälder verfügen können – mehr als 71 % sind von diesen Wäldern stark abhängig.

Hier ein englischsprachiger Filmüber die Bedeutung der Wälder für die Indigenen und umgekeht ihr nachhaltiger Umgang mit diesen:

Weitere Informationen/Quellen:

http://www.regenwald.org/

http://www.aman.or.id/

http://www.thejakartaglobe.com/

http://www.redd-monitor.org/

palmoilleaks.org

Blog, Düsseldorf, Klima, Tropenwald
11. Dezember 2012

Wie Unilevers Expansionskurs schöngeredet wird

Der Konzern Unilever hat ja seit vergangenem Freitag einen weiteren Preis in seiner Sammlung (Kategorie: „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie“). Verliehen hat ihn – wider alle öffentliche Kritik – die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis.

Unilever schrieb dazu in einer Pressemitteilung: „Unilever überzeugte die Jury vor allem mit seiner ambitionierten, öffentlichen Zielsetzung: Das Unternehmen will die eigene Größe verdoppeln. Gleichzeitig will Unilever die Auswirkungen auf die Umwelt halbieren, 100 Prozent der landwirtschaftlichen Rohwaren aus nachhaltigem Anbau beziehen und das Leben von einer Milliarde Menschen verbessern.“

Ausgezeichnet wurde ein Konzern, der weiter stark expandieren, der seine eigene Größe verdoppeln will. Er wurde ausgezeichnet für Versprechungen, obwohl – wie auch die Jury zugesteht – die gegenwärtige Praxis der Rohstoffbeschaffung, insbesondere von Palmöl, verheerende Auswirkungen für Menschen, Natur und Klima hat. Anzeichen, dass dies in Zukunft besser werden könnte, gibt es nicht.

Der Jury-Vorsitzende der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Günther Bachmann, versuchte mit inzwischen drei Briefen an Robin Wood und Rettet den Regenwald zu rechtfertigen, dass Unilever den Preis bekommt. In seinem jüngsten Schreiben führt er zunächst aus, wie schlimm die Lage ist: “Die Abscheulichkeiten eines umweltzerstörerischen und menschenunwürdigen Raubbaus an natürlichen Rohstoffen, hier Palmöl, stehen jedem vor Augen, der seinen Blick nicht verschließt, wenn Urwald illegal vernichtet wird und unsere Lebensgrundlagen verloren gehen.” Dann erklärt er, wie wichtig doch Suffizienz sei: „Obligatorisch erscheint mir der Gedanke der Suffizienz. Er muss neben die Transformation hin zu einer umweltgerechten Produktion von Palmöl treten. Wir müssen auch über ein Weniger an Verbrauch reden“, so Günther Bachmann.

Schöne Worte über Suffizienz. Und die Taten? Die Stiftung vergibt einen Preis an einen Konzern, der Profite mit Raubbau in den letzten Regenwäldern Indonesiens macht und erklärtermaßen voll auf Expansionskurs ist.

Mehr Argumente und den Briefwechsel mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis gibt es hier.

Ausführliche Berichte über unsere Greenwashing-Kritik gab es u.a. im DLF, bei Wdr.de  und in der FAZ (“Kontroverse um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Umweltverbände werfen Unilever “Greenwashing” vor und kritisieren Auszeichnung des Konsumgüterkonzerns”, 7.12.12).

P.S. Der Konzern Wilmar, Palmöl-Lieferant von Unilever, hat übrigens beim diesjährigen Umwelt-Ranking von Newsweek im Vergleich mit 500 global operierenden Konzernen den allerletzten Platz gemacht.

Klima, Tropenwald
30. November 2012

Unilever preisverdächtig – als Meister des Greenwashings

Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis hat den Konsumgüterkonzern Unilever nominiert – und zwar in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien“. Am kommenden Freitag soll mit viel Pomp und Prominenz die Preisverleihung in Düsseldorf stattfinden.

Das Dorf Sungai Beruang nach der Zerstörung durch den Palmöl-Multi Wilmar (Foto: H. Schultze/ROBIN WOOD)

Das Dorf Sungai Beruang nach der Zerstörung durch Unilevers Palmöl-Zulieferer Wilmar (Foto: H. Schultze/ROBIN WOOD)

Ein Nachhaltigkeitspreis für einen der großen Profiteure des Raubbaus im Regenwald?

ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald haben die Mitglieder von Jury, Vorstand und Kuratorium der Stiftung schriftlich aufgefordert, den Preis nicht an Unilever zu vergeben. Was soll an Regenwaldzerstörung, Landraub und Menschenrechtsverletzungen nachhaltig und zukunftsweisend sein? Genau davon profitiert Unilever, wenn der Konzern in großen Mengen Palmöl aus industriellen Monokulturen in den Tropen für seine Markenprodukte wie Rama und Knorr verbraucht.

Der Jury war das Palmöl-Problem bekannt. In der Begründung für die Nominierung heißt es jedoch über Unilever: „Kritische Stimmen (z.B. zur Kennzeichnung von Produkten, der Palmölproblematik und nachhaltiger Landnutzung) wurden intensiv diskutiert.“ Doch wem nutzen die intensiven Diskussionen, solange der Raubbau ungehindert weitergeht? Die Diskussionen täuschen vor, es würde gehandelt, tatsächlich aber fressen sich die riesigen Plantagen weiter in die Landschaft – mit verheerenden Folgen für Menschen und Natur. Und bei Unilever klingelt weiter die Kasse. Das schmierige Geschäft wird womöglich noch mit einem Nachhaltigkeits-Preis gekrönt, worüber Unilever wieder schön kommunizieren kann.

Unilever hätte nur einen Preis wirklich verdient: den fürs dreisteste Greenwashing!

Der Vorsitzende der Jury, Günther Bachmann, hat übrigens bereits auf das Schreiben von ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald reagiert. Er sehe „keine Veranlassung, das Votum der Jury zurückzunehmen“.

Mehr Infos und den Wortlaut des Briefes gibt es hier.

Papier, Tropenwald
15. November 2012

Investments in indonesischen Zellstoff-Konzern stoppen!

Internationaler Appell von Umweltschützern an Finanzwelt: Keine Zusammenarbeit mit der Sinar Mas-Gruppe

Zum Schutz der letzten indonesischen Tropenwälder sollen Banken auf eine Zusammenarbeit mit der Sinar Mas-Gruppe und dem dazugehörigen Zellstoff-Konzern Asia Pulp & Paper (APP) verzichten. Das fordern jetzt mehr als 60 Nichtregierungsorganisationen aus Asien, Amerika und Europa in einem offenen Brief an Finanzinstitute. ROBIN WOOD hat schon mehrere Unternehmen von der Zusammenarbeit mit APP abgebracht und gehört zu den Mitunterzeichnern des offenen Briefes.

Anlass dafür sind Berichte in indonesischen Medien, wonach APP den Bau einer neuen Zellstoff-Fabrik auf der indonesischen Insel Sumatra plant. Mit einer Kapazität von 1,5 bis zwei Millionen Tonnen pro Jahr wäre es eine der größten Zellstoff-Fabriken der Welt.

Urwaldriesen zu Zellstoff für Papier zu zerkochen, ist verantwortungslos. Jeder, der das mitfinanziert, macht sich mitschuldig an der Zerstörung einmaliger Naturräume und stürzt Menschen, die von und mit den Wäldern leben ins soziale Elend. Die Alternativen sind einfach und klar: Papier sparen und Recyclingpapier verwenden.

Nach Schätzungen der indonesischen Organisation „Eyes on the Forest“ hat APP – seit dem Start seiner Zellstoff-Produktion im Jahr 1984 – bereits mehr als zwei Millionen Hektar Tropenwald auf Sumatra zerstört.

Die Folgen sind verheerend: Durch die Zerstörung der – meist auf Torfböden stehenden – Wälder werden gigantische Mengen Kohlendioxid freigesetzt, die weltweit und nachweisbar den Klimawandel beschleunigen. Eine einzigartige Artenvielfalt geht verloren. Die Waldzerstörung führt zu Vertreibung, Entrechtung und Verelendung der lokalen Bevölkerung.

APP hat bislang alle Zusagen gebrochen, bis zu einem bestimmten Termin auf die Zerstörung von Wäldern für Zellstoff zu verzichten.

Die Unterzeichner des offenen Briefs kündigten an, die Aktivitäten der indonesischen Zellstoffindustrie weiterhin genau zu beobachten und ihre Kampagne fortzusetzen.

Tropenwald
9. November 2012

Palmölhändler Wilmar – Dreckkonzern im Öko-Ranking

Der größte Palmölhändler der Welt, Wilmar, hat bei einem Umwelt-Ranking von Newsweek den allerletzten Platz belegt. Verglichen wurden 500 global operierende Konzerne. In die Wertung floss ein, wie stark die Konzerne die Umwelt belasten etwa durch den Ausstoß klimaschädlicher Gase, durch Wasserverbrauch, Luftverschmutzung und Müll. Berücksichtigt wurde zudem die Qualität des konzerneigenen Umweltmanagements und der Umweltberichterstattung. Bei Wilmar sah es am düstersten aus.

ROBIN WOOD kritisiert Wilmar seit langem für sein zerstörerisches Palmölgeschäft, das zu Menschenrechtsverletzungen, Raubbau in den Tropen und immensen Klimaschäden führt. Um mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf die Machenschaften von Wilmar zu lenken, demonstrierten am 17. September dieses Jahres ROBIN WOOD-AktivistInnen vor der Palmölraffinerie von Wilmar im niedersächsischen Brake.

Ein wichtiger Palmöl-Kunde von Wilmar ist der Lebensmittelkonzern Unilever (Knorr, Langnese, Rama…). Unilever gibt sich nach außen gern einen „grünen“ Anstrich. Wer hinter die Kulissen schaut, aber erfährt, woher die Zutaten der viel beworbenen Markenprodukte kommen: von einem der dreckigsten Konzerne weltweit.

 

 

Aktion, Tropenwald
19. September 2012

Gesprächsangebot von Wilmar an ROBIN WOOD

In Folge der Protestaktion von ROBIN WOOD-AktivistInnen vor der Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake hat der Konzern noch am selben Tag ROBIN WOOD ein Gesprächsangebot gemacht.  Der Chef von Wilmar Europa, Remond van Dorland, erklärte per Email, Wilmar sei innerhalb der nächsten Wochen zu einem konstruktiven Dialog mit relevanten Stakeholdern – eingeschlossen ihm selbst – bereit.
An Medien versandte Wilmar mit Bezug auf die Demonstration in Brake ein Statement mit der Überschrift: „Wilmar bekräftigt Bekenntnis zu offener und konstruktiver Lösung von Konflikten über Landnutzungsrechte“. Darin heißt es u.a.: „Wilmar ist für einen konstruktiven Dialog mit den relevanten Beteiligten und NGOs offen und hat auch Robin Wood ein entsprechendes Angebot gemacht.”

ROBIN WOOD ist ebenfalls an einem konstruktiven, ergebnisorientierten Dialog interessiert und wird nun zeitnah einen Gesprächstermin mit Wilmar-Entscheidern vereinbaren. ROBIN WOOD will erreichen, dass Wilmar die Expansion von Palmöl-Plantagen sofort stoppt und Landkonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung löst.

Hier finden Sie online Filmbeiträge über die Aktion vom 17.9.12:

Beitrag von graswurzel-tv

Weitere Beiträge:
Radio Bremen (Sendung “buten und binnen”)

Fotostrecke und Video von der Nordwest Zeitung

Aktion, Tropenwald
17. September 2012

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren vor Wilmar-Raffinerie

Seit heute Morgen um 9:30 Uhr demonstrieren ca. 25 Robin Wood AktivistInnen vor den Ein- und Ausfahrten der Wilmar-Raffinerie in Brake, in der Palmöl verarbeitet wird. Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, verwenden die AktivistInnen drei sogenannte Tripods, ca. 6m hohe Dreibeine. Ihr Protest richtet sich an den Palmöl-Giganten Wilmar, den weltweit größten Produzenten für Palmöl, der verantwortlich ist für immense Umweltschäden und zahlreiche Landrechtskonflikte in Indonesien. Die AktivistInnen fordern, dass Wilmar auf Palmöl aus Raubbau verzichtet, die Expansion der Plantagen stoppt und Landrechtskonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung löst.

Im vergangenen Jahr besuchte ein ROBIN WOOD Recherche-Team Indonesien und konnte sich dort ein eigenes Bild von den katastrophalen Umständen machen – Informationen und Berichte zur Recherchereise sind unter www.palmoilleaks.org zu finden.

Foto: Grodotzki/Neugebauer/Robin Wood

11:00 Uhr: Die Demonstration steht nach wie vor. Bei leicht bewölktem Wetter genießen die AktivistInnen am Boden und in der Luft die Atmosphäre und freuen sich über die erfolgreich gelungene Protestaktion.

13:23 Uhr: Die Polizei beginnt, die Demonstration zu räumen.

13:51 Uhr: Ein Sondereinsatzkommando (SEK) beginnt mit der Räumung eines Tripods!

14:55 h: Mittlerweile hat das SEK die drei Tripods vor der Raffinerie geräumt. Doch noch sind fünf Aktive in Betonpyramiden angekettet.

16:30 Uhr: Die Aktion wurde abgeschlossen, aber die Proteste gegen Zerstörung und Vertreibung für Palmöl werden nicht abreißen, solange dieses Unrecht fortgesetzt wird!

Hintergrund-Informationen: http://www.robinwood.de/palmoel
Hintergrund zur Recherchereise: http://www.palmoilleaks.org
Pressemitteilung: http://www.robinwood.de/Newsdetails.13+M571d08465de.0.html
Twitter: twitter.com/robinwood

Hier ein Video von Graswurzel-TV zur Aktion

Einen Filmbeitrag von Radio Bremen (Sendung “buten und binnen”) über die Protestaktion vom 17.9.12 gibt es hier.
Und hier eine Fotostrecke und ein Video von nwz-online.

Aktion, Bremen, Tropenwald, Welt retten
18. April 2012

„Rama-Mädchen“ mit Maschinengewehr unterwegs: Protest gegen Landraub für Magarine!

Blutiges Palmöl für Rama-Margarine

“Rama-Mädchen” setzt Gewalt gegen Affen und Menschen ein

Am 17.4. beteiligten sich ROBIN WOOD-Aktive in Bremen an den Protesten gegen Landraub und Umweltzerstörung. Aufgerufen hatte ein buntes Bündnis um das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact, das auch 24 Stunden die Deutsche Bank besetzte.

Grund für die Besetzung ist die weltweite Beteiligung und Finanzierung des Unternehmens an skrupellosen Landspekulationen, welche zur Verdrängung der ansässigen lokalen Bevölkerung und einem weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise führt.

Nicht nur die inakzeptablen Finanzierungs- und Kreditgeschäfte der Deutschen Bank, sondern auch die verantwortungslose Einkaufspolitik multinationaler Lebensmittelkonzerne wie Unilever fördert das Leid und Elend der Menschen im globalen Süden! Unilever ist mit führenden Marken wie Rama, Langnese und Lipton weltweit einer der größten Palmölabnehmer. Für die Expansion von Palmölplantagen werden Urwaldflächen zerstört, wodurch der Klimawandel angeheizt wird und zahlreiche Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch Menschen werden unter Anwendung von Gewalt vertrieben und ganze Dörfer müssen den Palmölplantagen weichen.

Video “Rama-Mädchen” erschießt Affen und Menschen:

Bewaffnet mit einer Gewehrattrappe zog daher unser „Rama-Mädchen“ mit goldener Haarpracht über den Domshof, um symbolisch Platz für weitere Palmölplantagen zu schaffen. Etliche Tiere und Menschen, die versuchten sich ihm in den Weg zu stellen, fielen dem Rama-Mädchen zum „Opfer“.

Unterstützend zu dieser Aktion wurden Flyer verteilt, um den Passanten die schmutzigen Geschäfte Unilevers näher zu bringen. Da Unilever trotz etlicher ROBIN WOOD Proteste nichts an seiner Unternehmenspolitik geändert hat, werden wir weiterhin mit Aktionen wie dieser auf die bestehenden Missstände hinweisen!

Aktion, Tropenwald, Wald
1. März 2012

Das Palmöl mit dem dreifachen P: People, Planet, Profit

ROBIN WOOD protestiert gegen Greenwash für Palmöl in Berlin 

Der nette Herr Dr. Sundram redet sich langsam in Rage. Seine „NGO-Freunde“ würden Malaysia immer wieder grundlos unterstellen, dass für Palmöl Regenwälder zerstört würden. Herr Sundram ist nicht irgendwer, er ist der Chef des Malaysischen Palmölverbands. Der hatte heute nach Berlin ins feine Kempinski Hotel eingeladen um die potentiellen Kunden vom Gegenteil zu überzeugen.
Denn in dem Tropenland sei eigentlich alles in Butter/bzw. in Margarine, so Herr Sundram weiter. Denn Malaysia produziere sein Palmöl mit der Triple-P-Formel, wie er stolz verkündet: People, Planet und Profit.

 
Das ist natürlich nur ein schönes Ökomärchen und ROBIN WOOD hat dies, gemeinsam mit befreundeten Umweltorganisationen, zum Anlass genommen, um gegen die Raubbaumethoden der Palmölkonzerne zu protestieren. Denn die Fakten sind relativ eindeutig, wie auch die renommierte englische Tageszeitung „The Guardian“ zu berichten weiß. Darin wird auf eine Studie der Organisation Wetlands International von 2011 verwiesen, die eine hohe Waldzerstörung in Malaysia für Palmöl feststellt.

 

Aktion, Blog, Cottbus, Süd-West, Tropenwald, Wald
19. Februar 2012

Unterstützung gegen die Zerstörung Tasmanischer Urwälder

Seit nunmehr 30 Jahren toben die Auseinandersetzungen um die noch aus “Gondwana” (dem Urkontinent) stammenden Urwälder in Tasmanien (Australien). Mittlerweile die dritte Generation von UmweltschützerInnen stellt sich der abstrusen Logik des Abholzens von einzigartigen Regenwäldern für Toilettenpapier und Parkett-Fußboden entgegen. Doch die intakten Waldflächen werden kleiner und kleiner.

Der weltweit bekannte – gerade im Aussterben befindliche – Tasmanische Teufel hat genau in diesem Gebieten sein zu Hause. Doch darauf wird, wie immer wenn es um Profitinteressen von internationalen Konzernen geht, keine Rücksicht genommen.

Vor nun 6 Monaten gab es ein Hoffnungszeichen – 430.000 Hektar Wald wurden unter Schutz gestellt. Doch das nun die Fällarbeiten in den per sofortiger Wirkung geschützten einmaligen Biotopien gestoppt würden – weit gefehlt. Es wird weder von der Regierung noch von der Polizei etwas unternommen um dies durch zu setzen.

Ein weltweiter Aktionstag am 14. und 15. Februar war der Beweis der globalen Bedeutung der Wälder Tasmaniens. Hunderte von Menschen organisierten mehr als 70 Aktionen in 15 Ländern.

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Mit Straßentheater, Transparenten, Demonstrationen und Projektion der Bildern von Tasmaniens Wälder auf Gebäude zeugen von arbeitsreichen 24 Stunden mit kreativen und inspirierenden Aktionen. Bei einer gewagten Aktion seilten sich AktivistInnen vom Black Mountain Tower in Canberra (Australien) ab, um die Botschaft der Unterstützung zu zeigen.

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

In Solidarität mit den UmweltschützerInnen in Tasmanien haben sich Aktive von ROBIN WOOD in Cottbus und Stuttgart am Dienstag, den 14. Februar an einer Solidaritätsaktion beteiligt. Mit dieser Unterstützung ging es darum zu zeigen, dass uns der Klimawandel alle angeht und das wir die Abholzung von  intakten, einmaligen Wäldern mit einer sehr großen Artenvielfalt nicht hinnehmen – weder hier noch in Tasmanien – am sogenannten anderen Ende der Welt!

Hintergrundinformationen gibt es hier, Informationen zum Aktionscamp vor Ort hier und Fotos des Aktionstages hier.