Aktion, Energie, Greifswald
7. Mai 2012

Prozessauftakt zum Protest im Betonblock gegen den Lubmin-CASTOR

Heute morgen hat um 9.00 Uhr in Greifswald ein Gerichtsprozess gegen Aktivisten von ROBIN WOOD begonnen, die im Dezember 2010 im Betonblock stundenlang gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin protestiert hatten. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Nötigung und Beschädigung der Gleisanlagen.

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Ab 8.00 Uhr waren ca. 60 Menschen zu einem frühstück vor dem Amtsgericht unter dem Motto: “gerichte sind zum essen da” zusammengekommen. Auch Transparente wurden in Bäume und an Fahnemasten gehangen. Allerdings wurde zumindest eines wieder von der Feuerwehr entfernt.

Solidarisch erklärte sich auch die Organisation contrAtom und forderte den Freispruch der Aktivist*innen: “Wir verurteilen aufs Schärfste den Versuch, den friedlichen Protest der beiden gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und die damit verbundenen Atommülltransporte zu kriminalisieren und sagen deutlich: Ihr Protest ist auch unser Protest!”, so Bernd Ebeling von contrAtom. “Vor dem Hintergrund der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, der noch immer ungeklärten Atommüll-Endlagerfrage und der zahllosen Störfälle, die auch in Deutschland den ‘Normalbetrieb’ von AKWs begleiten, betrachten wir den Weiterbetrieb von Atomkraftanlagen als einen permanenten und gewissenlosen Angriff auf Mensch und Natur. Den zivilen Ungehorsam gegen die Atomindustrie betrachten wir darum nicht nur als legitim, sondern auch als unsere demokratische Pflicht. Wir erklären ausdrücklich, dass gewaltlose Protesaktionen wie die, die den beiden Robin-Wood-Aktivisten zur Last gelegt werden, Teil dieses legitimen und unumgänglichen Widerstands sind und sehen daher jeden Versuch, diesen Widerstand zu kriminalisieren auch als einen Angriff auf unsere demokratischen Freiheitsrechte”, so Ebeling weiter.

Der Prozess begann unter großem Medieninteresse. Zwei Anwälte wurden als Pflichtverteidiger zugelassen, weil es in dem Gerichtsverfahren um komplizierte Fragen u.a. des Versammlungsrechts geht.

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Aktuelle Meldungen gibt es bei Twitter unter dem Hashtag #blockmin

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu

Einen Bericht zum ersten Verhandlungstag finden Sie hier.

 

Blog, Energie, Greifswald
5. Mai 2012

Protest im Betonblock: CASTOR-GegnerInnen in Greifswald vor Gericht

Am kommenden Montag, den 7. Mai, werden zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen in Greifswald vor Gericht stehen. Sie hatten am 16. Dezember 2010 mit einer Protestaktion für den sofortigen Atomausstieg und gegen den Atommüll-Transport nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert. Wegen dieser Aktion sollen sie pro Kopf 3.600 Euro Geldstrafe zahlen. Das entspricht 120 Tagessätzen à 30 Euro. Gegen diesen Strafbefehl haben sie Einspruch eingelegt. Daher kommt es nun zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Zwei RobinWood-Aktive ketteten sich im Gleisbett des Lubmin-Castors an (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

Am 16. Dezember 2010 rollte ein Zug mit ursprünglich aus der Bundesrepublik stammendem, hochradioaktivem Atommüll von der sogenannten Wiederaufbereitungsanlage im französischen Cadarache Richtung Lubmin. Unterwegs wurde er immer wieder von Protestaktionen gestoppt, auch kurz vor seinem Ziel. Dort hatten sich auf Höhe der Ortschaft Friedrichshagen bei Schneetreiben und eisigen Temperaturen zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen an einem im Gleisbett liegenden Betonblock fest geschlossen. Die Weiterfahrt des Atommüllzuges verzögerte sich um mehrere Stunden. Mit ihrer Aktion wollten die beiden ein unmissverständliches und öffentlichkeitswirksames Zeichen gegen Atomkraft setzen. „Endstation Atom, sofort alle aussteigen!“ stand auf ihrem Transparent. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun Zerstörung fremden Eigentums, Störung öffentlicher Betriebe und Nötigung vor.

Die Proteste gegen den CASTOR-Transport lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf das völlig ungelöste Atommüll-Problem. Der hochradioaktive Müll wird über Tausende von Kilometern hin und her transportiert, weil es kein Endlager dafür gibt. Auch Lubmin ist kein geeigneter Lagerort. Trotzdem die „Atomsuppe“ aus Salpetersäure, Plutonium und Uran dort hinzubringen, ist verantwortungslos. Tausende Menschen gingen dagegen auf die Straße, unter ihnen auch der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD). Er hatte auch über Medien und persönliche Emails zum Protest gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin aufgerufen.

Damit der Prozess unter öffentlicher Beobachtung stattfindet, sind alle Interessierten und UnterstützerInnen sowie MedienvertreterInnen eingeladen, am kommenden Montag daran teilzunehmen: 9:00 Uhr, Amtsgericht Greifswald, Lange Straße 2a, Saal 10. Ab 8.00 Uhr wird es ein gemeinsames Frühstück vor dem Amtsgericht geben unter dem Motto: “Gerichte sind zum Essen da!”, ab 9.00 Uhr beginnt der Prozess, wird aber durch ein Mahnwache vor dem Amtsgericht begleitet.

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu

Aktion, Blog, Energie
3. Mai 2012

Protest gegen die EON Hauptversammlung – wenn Großkonzerne Grundrechte mit Füßen treten.

Transparente gegen Kohleschmutz und die Atomkraft begleiteten am Donnerstag die Aktionäre des EON-Konzerns zu ihrer Hauptversammlung in Essen. Dass der Konzern die Kritik fürchtet, war schon allein an der Anwesenheit von privaten Sicherheitsangestellten und Überwachungskameras im Eingangsbereich der Messehalle festzustellen. Zum Schutz der privaten Interessen des Konzerns wurde die Polizei zusätzlich im öffentlichen Bereich in der U-Bahn und auf dem Messe-Vorplatz eingesetzt. Die Beamten erschienen in Kampfmontur und glänzten mit der Missachtung von Grundrechten der demonstrierenden UmweltaktivistInnen. Eine Robin Wood-Kletteraktivistin, die ein Anti-Atomtransparent in einem Baum befestigen wollte, wurde vormittags in polizeilichen Gewahrsam genommen und gegen 16 Uhr… aus dem Krankenhaus entlassen. Sie erlitt auf Grund der willkürlichen und unsanften Polizeimaßnahme gegen sie einen Kreislaufzusammenbruch. Sie ist inzwischen wieder wohl auf. Es bleibt aber: Atomkraft und Menschenrechte sind inkompatibel. Die Macht der Großkonzerne lässt sich nur durch Grundrechtsverletzungen durchsetzen.

Die AktivistInnen staunten nicht schlecht, als die Polizei selbst auf dem öffentlichen Platz zwischen U-Bahn und Messe das Verteilen von Flyern untersagte. „Eon hat hier das Hausrecht, dies setzen wir durch”, erhielt einen Aktivistin als Antwort, als sie sich beschwerte und nach einer Begründung für das Verbot erkundigte. Sie zweifelte an, dass ein öffentlicher Platz deswegen im Besitz eines Privatkonzerns sei, weil dieser seine Hauptversammlung im Gebäude hinten abhalte. Den Beamten war das aber alles egal. Nachdenken und den Schutz von Grundrechten gewähren? Das ist viel zu viel verlangt. Dies bestätigte sich im weiteren Verlauf des Tages.

Die ProtestlerInnen mussten mit ihren Transparenten am Rande stehen bleiben. Den Beginn der Hauptversammlung begleiteten sie gegen 10 Uhr mit Trommeln auf Atom-Metallfässern. Als eine Kletteraktivistin von Robin Wood einen Klettergurt anzog, um ein Transparent in einem Baum zu befestigen, wurde sie von Polizisten gewaltsam aus der Mitte der Versammlung herausgezogen und abseits geschliffen. Und weil sie sich diese willkürliche Polizeimaßnahme und Einschränkung ihres Rechtes auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht gefallen lassen wollte und von den Polizisten eine schriftliche und begründete Ausfertigung des gegen sie ausgesprochenen Platzverweises verlangte, wurde sie in Gewahrsam genommen. Die Situation spitzte sich weiter zu, als die Beamten die rheumakranke Frau am rechten Handgelenk anfassten und ihr dadurch Schmerzen zufügten. Trotz vorhandenem Schwerbehindertenausweis hatten sich die Beamten keine Mühe um Aufklärung des Gesundheitszustandes der Demonstrantin gegeben. Die Aktivistin schrie vor Schmerzen und verlangte ein Telefonat mit ihrem Anwalt. Dies wurde ihr verweigert, sie wurde stattdessen in die Einzellzelle eines Gefangenentransporters gestopft. Während des Transportes erlitt die Aktivistin einen Kreislaufzusammenbruch. Als sie kaum ansprechbar mit Atemnot in der Zelle lag, wurde ein Rettungswagen gerufen. Im Krankenhaus konnte sie endlich zur Ruhe kommen sowie Wasser und Nahrung zu sich nehmen. Ihr Zustand verbesserte sich schnell. Gegen 16 Uhr konnte sie von ihren FreundInnen in Empfang genommen werden. „ Politisches Engagement kann zu Repression führen – vor allem, wenn man die Mächtigen dieser Welt kritisiert. Solidarität hilft aber, weiter zu kämpfen. Das sind wir Menschen schuldig, die noch stärker unter der Politik von Großkonzernen wie EON aber auch RWE , EnBW oder Vattenfall – um nur Energiekonzerne zu nennen – leiden. Das Leiden der Menschen und die Missachtung von Grundrechten beginnt – egal ob Kohleschmutz oder Atomtod – in den Abbaugebieten”, fasst die Aktivistin zusammen.

Wie wenig der EON-Konzern von Menschenrechten und Umweltschutz hält, wurde heute vor der Messehalle aber auch in der Hauptversammlung deutlich – als kritische Aktionäre das Wort ergriffen und unbequeme Fragen zur Beteiligung des Konzerns an Kohlegeschäften, an Atomprojekten im Ausland oder an der Gronauer Urananreicherungsanlage stellten.

Eichhörnchen

Allgemein, Blog, Hamburg/Lüneburg
24. April 2012

„Eichhörnchens permanente Revolte“ Lesung, Radiostücke und Gespräch in HH

Mit Cécile Lecomte und Nadine Dietrich

26 April 2012 – 19 Uhr – Gängeviertel (Fabrik), Valentinskamp 39 in Hamburg

im Rahmen der Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüß sagen
http://www.lesetage-selber-machen.de/Programm2012

Nb: Das ist keine Robin Wood Veranstaltung, Cécile Lecomte ist aber häufig mit Robin Wood für eine bessere Welt unterwegs. Und die Lesetage gegen Vattenfall sind unterstützungswert.

Aus der Ankündigung im Programm:

Sie hat den Protest gegen Vattenfalls Moorburgtrasse unterstützt und mit etlichen anderen Monate lang bei hartem Frost Bäume im Gählerpark besetzt, bei den Castortransporten kann sie schon mal für eine mehrstündige Verzögerung sorgen: die Aktionskletterkünstlerin Cécile Lecomte unterstützt Umweltgruppen bundesweit.

Mittlerweile ist sie durch Zeitungsartikel sowie Reportagen für Hörfunk und Fernsehen einem größeren Publikum bekannt; und Polizei und Justiz reagieren zunehmend gereizt, sprich repressiv auf ihre gewaltfreien Aktionen. Die Prozesse werden mehr. Trotzdem findet Cécile Lecomte immer wieder Zeit, zu ihren Erfahrungen Texte zu verfassen.
Die Featureautorin Nadine Dietrich hat dem Eichhörnchen ein preisgekröntes Radiofeature gewidmet, „Eichhörnchens permanente Revolte“.

Am Tschernobyl-Gedenktag, dem 26. 4., gibt es neben Céciles Texten, Feature-Ausschnitte zu hören und danach Zeit für Fragen und Diskussion.

Prozess, Süd-West, Verkehr
21. April 2012

“Hallo geht’s – immer – noch?” S21 Baggerprozess geht in die Verlängerung

Fortsetzung am 7. 5. – kurzer Schiebetermin ohne die Angeklagten -  und 24. Mai ganztags ab 9:00 Uhr

Am Freitag ging der S21 Baggerprozess  vor dem Stuttgarter Landgericht weiter (3. Prozesstag). Verhandelt wird über die Besetzung eines Abrisbaggers gegen das Wahnsinnprojekt S21 durch drei Robin Wood AktivistInnen im Sommer 2010. Den zwei AktivistInnen, die sich seit dem 18. April vor dem Landgericht verantworten müssen, wird Hausfriedensbruch vorgeworfen. Ja, auch wenn die Angeklagten sich  – in luftiger Höhe – unter freiem Himmel versammelten. Auch  wenn es im S21-Krieg im konkreten Fall weder ein Haus noch Frieden gab. Die Firma Wolf und Müller hat gegen die AktivistInnen Strafantrag gestellt.
” Hallo geht’s noch?” stand damals auf dem Transparent der KletterdemonstrantInnen auf dem Bagger.

“Hallo geht’s immer noch?” fragt man sich vor dem Landgericht Stuttgart heute.
Nach dem  Kampf um Plüschtiere  am Donnerstag – eine lange Schlange durfte am Freitag ins Gerichtssaal, die war lang aber nicht hoch – ging es am Freitag im Saal 2 mit der Vernehmung von zwei Zeugen der Firma Wolf und Müller und zahlreichen Beweisanträgen der Angeklagten zur Rechtswidrigkeit von Stuttgart 21 weiter.

Trotz inzwischen ziemlich klarer Beweislage geht der Prozess in die Verlängerung.  Weil die klare Beweislage für die Angeklagten spricht… und sowohl das Gericht als auch die Staatsanwaltschaft das nicht haben wollen. Die Justiz ist dazu da, die Herrschenden Verhältnisse aufrecht zu erhalten. Also muss noch im Sinne einer Verurteilung getrickst werden. Ermittlungen zur Entlastung von Angeklagten sind ein Mythos!

Weiter lesen im Blog von Robin Wood Aktivistin Cécile Lecomte

weitere infos: Prozesstag 1 - Prozesstag 2Prozesstag 3

Aktion, Blog, Düsseldorf, Energie, Klima, Köln
20. April 2012

Proteste gegen die RWE-Hauptversammlung

Neben zahlreichen anderen Gruppen hatten auch Aktivisten von ROBIN WOOD sich am 19. April 2012 vor der Grugahalle in Essen eingefunden, um am Tag der Jahreshauptversammlung gegen die Konzernpolitik von RWE zu demonstrieren. Die Proteste standen unter dem Motto “RWE unplugged“.

Insgesamt demonstrierten etwa 150 AktivistInnen lautstark vor der RWE Jahreshauptversammlung, um ihrem Unmut gegen die Atom- und Kohlepolitik des Konzerns Ausdruck zu verleihen. Einige Menschen versuchten, zum Eingang der Jahreshauptversammlung zu gelangen, um sich dort den AktionärInnen in den Weg zu setzen. Die Polizei verhinderte diese Aktion rabiat. Auch der Versuch von einigen AktivistInnen, sich vor dem Eingang anzuketten, wurde vereitelt.

Die Aktionäre mussten sich deshalb von Polizei und Sicherheitsdienst in die Halle geleiten lassen. Die Sambatrommeln der Protestbewegung hörte man zeitweise bis in die Halle hinein.
In diesem Jahr nahmen auch zwei Mitglieder von Robin Wood in ihren grünen Jacken an der Aktionärsversammlung teil. Sie stimmten gegen die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Die Aktionäre reagierten teilweise irritiert auf die Teilnehmer von einer Umweltschutzorganisation.
von Irmargd Kahl
Proteste vor der RWE Hauptversammlung

Proteste vor der RWE Hauptversammlung

Energie, Klima, Köln, Wald
19. April 2012

Waldbesetzung im Hambacher Forst

Am vergangenen Samstag, den 14. April, haben freie Aktivist*innen in dem in der Nähe von Manheim gelegenen Wald Bäume besetzt. Unter dem Motto „Wald statt Kohle“ hatte ein Fest im Hambacher Forst stattgefunden nachdem der Wald besetzt wurde. Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die “Arbeit am Klimachaos as usual” und schafft einen Ort, an dem Menschen sich über eine klimagerechte und nachhaltige Zukunft austauschen können. Heute haben wir uns mit dieser Aktion solidarisch erklärt und diese begrüßt.

Die Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste aller Stromerzeugungsarten. Und am Klimachaos wird weiter gearbeitet, dabei sind die entscheidenden Emissionen, die den Klimawandel unumkehrbar machen noch gar nicht getätigt. In einem Aufruf der Besetzer*innen heißt es: “Unsere Besetzung richtet sich im Generellen gegen die Verstromung von Kohle, weil sie die CO2-intensivste Form der Energiegewinnung ist. Das Rheinische Braunkohlerevier ist Europas Klimakiller Nummer 1.

In einem Interview mit der Jungen Welt heißt es auf die Frage, wie viele Menschen nach dem Fest geblieben sind: “Schätzungsweise rund 60, sie haben erst einmal gezeltet. Jetzt machen wir es uns schon in drei Bäumen auf den Plattformen gemütlich: Wir schaffen Decken, Isomatten, Getränke, Süßigkeiten und Kartenspiele rauf. Widerstand soll ja auch Spaß machen. Unten im Camp bauen wir eine Küche mit Kochecke und Spüle sowie Kompost-Toiletten. ” Bisher gab es weder Reaktionen der Polizei noch von RWE.

Weitere Informationen:

http://hambacherforst.blogsport.de/
http://rweunplugged.blogsport.eu

Prozess, Süd-West
18. April 2012

S21 Baggerprozess – von Terrorismus und Kuhhandel

klettern vorm Gericht Am heutigen Mittwoch begann vor dem Stuttgarter Landgericht eine Berufungsverhandlung gegen zwei Robin Wood AktivistInnen vor dem Stuttgarter Landgericht. Den zwei KletteraktivistInnen wird vorgeworfen, am 30. August 2010 aus Protest gegen das Bauprojekt Stuttgart 21 einen Abrißbagger besetzt zu haben. Hausfriedensbruch und Nötigung lautete die Anklagte zu Beginn der Verhandlung. Nach sechs Stunden intensivem juristischem Schlagabtausch wurde die Verhandlung auf den morgigen Donnerstag 14 Uhr vertagt, das allerdings nur, weil die Staatsanwaltschaft – wohl aus politischer Motivation – sich einer Einstellung des Verfahrens entgegen setzt.

Zum Auftakt kritisierten die Angeklagten die vom Vorsitzenden veranlasste Sicherheitsverfügung für die Verhandlung. Die Besucher der Verhandlung mussten sich einer Duchsuchung unterziehen lassen, wie in Sicherheitstrakts von Flughäfen oder Terroristenprozessen üblich. Einer Frau wurde der Zugang zum Gerichtsaal verwehrt weil sie Augentropfen mit sich führte und diese aus gesundheitlichen Gründen nicht abgeben konnte. Der Vorfall sorgte für Empörung bei ZuschauerInnen. “Die Öffentlichkeit wird als Störer betrachtet. Ich sehe hier eine gewisse Voreingenommenheit des Gerichtes gegen eine gewisse  Kategorie von Menschen. Das ist eine Verletzung des Gebotes der Gerichtsöffentlichkeit.” rügte Cécile, eine der Angeklagten.
In bewegenden Einlassungen schilderten die Angeklagten ihre Beweggründe zum Protest gegen Stuttgart21. Auch zum “Volksentscheid” bezogen sie Stellung: “Erst Tatsachen schaffen und danach die Menschen nach ihrer Meinung dazu fragen? Das ist doch ein Witz. Das ganze Prokekt S21 ist rechtswidrig zustande gegekommen. Gegen diesen Unrecht haben wir uns zur Wehr gesetzt”, erklärte Arne.
Ihrer Empörung über den Umgang der Justiz mit gewaltfreiem Protest machte die erfahrene Kletterkünstlerin Cécile Luft. ” Der Staat bricht ständig die eigenen Gesetze. Ob rechtswidrige Überwachung oder Freiheitsentziehungen, das habe ich dutzende male erlebt. Und sie wollen dass ich mich auf Ihren Rechtsstaat positiv beziehe? Wenn der Staat rechtswidrig gegen mich vorgeht, erhalte ich einen Zettel Namens “Beschluss”, der mir die rechtswidrige Handlung bescheinigt, mehr nicht. Wenn ich angeblich gegen Ihre Gesetze verstoße muss ich vor Gericht und ich werde wie eine Terroristin behandelt. Das zeigen die Einlaßkontrollen heute. Und das soll Gerechtigkeit sein?”

Weiter lesen im Blog von Robin Wood Aktivistin Cécile Lecomte

Aktion, Bremen, Tropenwald, Welt retten
18. April 2012

„Rama-Mädchen“ mit Maschinengewehr unterwegs: Protest gegen Landraub für Magarine!

Blutiges Palmöl für Rama-Margarine

"Rama-Mädchen" setzt Gewalt gegen Affen und Menschen ein

Am 17.4. beteiligten sich ROBIN WOOD-Aktive in Bremen an den Protesten gegen Landraub und Umweltzerstörung. Aufgerufen hatte ein buntes Bündnis um das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact, das auch 24 Stunden die Deutsche Bank besetzte.

Grund für die Besetzung ist die weltweite Beteiligung und Finanzierung des Unternehmens an skrupellosen Landspekulationen, welche zur Verdrängung der ansässigen lokalen Bevölkerung und einem weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise führt.

Nicht nur die inakzeptablen Finanzierungs- und Kreditgeschäfte der Deutschen Bank, sondern auch die verantwortungslose Einkaufspolitik multinationaler Lebensmittelkonzerne wie Unilever fördert das Leid und Elend der Menschen im globalen Süden! Unilever ist mit führenden Marken wie Rama, Langnese und Lipton weltweit einer der größten Palmölabnehmer. Für die Expansion von Palmölplantagen werden Urwaldflächen zerstört, wodurch der Klimawandel angeheizt wird und zahlreiche Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch Menschen werden unter Anwendung von Gewalt vertrieben und ganze Dörfer müssen den Palmölplantagen weichen.

Video “Rama-Mädchen” erschießt Affen und Menschen:

Bewaffnet mit einer Gewehrattrappe zog daher unser „Rama-Mädchen“ mit goldener Haarpracht über den Domshof, um symbolisch Platz für weitere Palmölplantagen zu schaffen. Etliche Tiere und Menschen, die versuchten sich ihm in den Weg zu stellen, fielen dem Rama-Mädchen zum „Opfer“.

Unterstützend zu dieser Aktion wurden Flyer verteilt, um den Passanten die schmutzigen Geschäfte Unilevers näher zu bringen. Da Unilever trotz etlicher ROBIN WOOD Proteste nichts an seiner Unternehmenspolitik geändert hat, werden wir weiterhin mit Aktionen wie dieser auf die bestehenden Missstände hinweisen!

Aktion, Düsseldorf, Energie, Köln
14. April 2012

Aktionstour NRW – URANFABRIK GRONAU ABSCHALTEN

URANFABRIK GRONAU ABSCHALTEN – SONST STEIGEN WIR EUCH AUFS DACH!
ROBIN WOOD startet Aktionstour vom 8. – 12. Mai 2012 durch
Bonn, Köln, Bielefeld, Münster und Düsseldorf

Der Atomausstieg kommt und die Energiewende läuft? Schön wär’s! Immer noch sind neun AKWs in Betrieb und die letzten sechs Risiko-Meiler sollen erst 2021/22 stillgelegt werden. Bis dahin besteht das Risiko schwerster Unfälle. Außerdem wird weiter hochradioaktiver Atommüll erzeugt.

Im westfälischen Gronau steht eine Uranfabrik (Urananreicherungsanlage), in der unbefristet auch nach 2022 Kernbrennstoff für den weltweiten Einsatz in Atomkraftwerken hergestellt wird. Uranbrennstoff – Made in NRW! Schlimmer noch: Trotz Fukushima und dem angeblichen Atomausstieg ist die Uranfabrik in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren sogar noch ausgebaut worden!

Wir finden: Atomausstieg sieht anders aus!

Deshalb gehen ROBIN WOOD und Anti-Atom-Gruppen aus NRW auf Aktionstour: Mit dabei sind Infostände, Kundgebungen und Klettermöglichkeiten für alle auf einem zehn Meter hohen Kletterberg*:

Wir meinen das ernst: UAA-Gronau abschalten – sonst steigen wir euch aufs Dach!

Unterstützt auch den Online-Protest und unterschreibt für die Abschaltung der Uranfabrik Gronau unter www.robinwood.de/uran

* Der Kletterberg kann von Kindern ab fünf Jahren, sowie Jugendlichen und Erwachsenen unter fachkundiger Betreuung bestiegen werden!

Kontakt und weitere Informationen:

ROBIN WOOD Energiereferat, Hamburg
uran(at)robinwood.de