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28. April 2015

Anti-Kohle-Kette 2015 – Braunkohle ist gestern!

Schlussendlich waren es rund 6.000 Menschen, die am Samstag, dem 25. April 2015, am Tagebau Garzweiler bei Köln mit einer Menschenkette gegen die Kohleverstromung protestierten. Ein buntes und kreatives Band zog sich auf acht Kilometern durch das Rheinland. Damit war es die größte Anti-Kohle-Kette im rheinischen Revier, die es bisher gab.

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Foto: Hubert Perschke (für campact), CC BY-NC-ND

Angereist waren die Aktiven aus dem gesamten Bundesgebiet und zahlreichen Ländern. Neben den von der Braunkohleverstromung im Rheinland direkt Betroffenen protestierten beispielsweise auch Menschen aus dem Lausitzer Revier, denen dort aufgrund der Kohleförderung die Umsiedlung droht und BerlinerInnen, die sich um die Sulfat-Belastung ihres Trinkwassers durch Lausitzer Tagebaue sorgen. Viele von ihnen begreifen den Protest gegen die Kohleverstromung in Deutschland als einen konkreten Ansatzpunkt für effektiven Klimaschutz – während die internationalen Klimaverhandlungen schon seit Jahren festgefahren scheinen.

Zukunft für Klima, Umwelt, Reviere und Beschäftigte
Auf Bannern, Fahnen und Schildern machten die Aktiven deutlich, dass es ihnen nicht nur darum geht, auf die klimaschädlichen Auswirkungen der Kohle hinzuweisen („Braunkohle ist Klimakiller Nr. 1″) und die vielfältigen negativen Folgen vor Ort darzustellen – die ökologischen wie auch die sozialen Schäden („Kohle ist giftig für Mensch und Klima“, „Kerkwitz. Abgebaggert?“). In den Braunkohlerevieren – so fasste es ein Banner zusammen – wird über Zukunft entschieden: über das zukünftige Klima und die Gesundheit aber auch über die zukünftigen Beschäftigungsperspektiven für die Menschen dort. Bei den TeilnehmerInnen der Kohlekette schien also klar zu sein, was kohle-verstromende Energiekonzerne und die IGBCE-Funktionäre den Beschäftigten im Kohlesektor verschweigen: In Zeiten der Energiewende ist ein Strukturwandel unausweichlich. Je früher er in den Revieren begonnen wird, desto sozialverträglicher kann er gestaltet werden.
„Lausitz. weiter. denken.“ hieß es auf einem Banner – und man ist geneigt noch allgemeiner anzufügen: Die Zukunft der Reviere muss weitergedacht und gestaltet werden – und zwar erneuerbar. Braunkohle ist gestern!

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Foto: Paul Reinholz (für campact), CC BY-NC-ND

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