Prozess, Verkehr, Welt retten
22. Februar 2011

Der Flughafen ist nicht der Fraport Ihr Wohnzimmer – Demonstrationsrecht in Flughäfen und Bahnhöfen gestärkt

Das Bundesverfassungsgericht hat Demonstrationen mit einem Urteil vom 22. Februar im Frankfurter Flughafen erlaubt. Diese Versammlungsfreiheit gilt auch für Bahnhöfe, Häfen oder kommunale Einkaufszentren, wenn sich diese öffentlich genutzten Räume mehrheitlich in staatlichem Besitz befinden, heißt es in dem Urteil.

Anlass des Urteils ist die Klage einer Aktivistin der „Initiative gegen Abschiebungen“, die sich gegen  Abschiebungen unter Mitwirkung privater Fluggesellschaften wendet. Nachdem sie mit fünf weiteren Mitgliedern in der Abflughalle des Frankfurter Flughafens im März 2003 an einem Abfertigungsschalter Flugblätter verteilt hatte, erteilte ihr die Fraport AG ein „Flughafenverbot“ mit dem Hinweis, dass gegen sie ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs erstattet werde, sobald sie erneut „unberechtigt“ auf dem Flughafen angetroffen werde.

Auch mehrere ROBIN WOOD-Aktive haben bereits wegen demonstrativer Aktionen gegen Flughafenausbau und für Klimaschutz von Fraport Flughafenverbot erhalten. ROBIN WOOD hatte daher den Gang nach Karlsruhe unterstützt. Die Deutsche Bahn AG ist ebenso bestrebt, mit dem Mittel des Hausverbots ihre Immobilien frei von politischer Meinungsäußerung zu halten. Ein schöner Satz aus der Karlsruher Urteilsbegründung: „Ein vom Elend der Welt unbeschwertes Gemüt des Bürgers ist kein Belang, zu dessen Schutz der Staat Grundrechtspositionen einschränken darf.“

Wie die Rechte z.B. in privaten Ladenpassagen aussähen, ließ der erste Senat des Gerichts offen.

Monika Lege und

Aktion, Verkehr, Welt retten
20. Februar 2011

An Eides statt: Erklärungen im S21-Prozess um die Nordflügelbesetzung

Am vergangenen Donnerstag fand in Stuttgart der erste Prozess gegen Stuttgart 21-GegnerInnen wegen  der Besetzung des, mittlerweile abgerissenen, Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes statt. Vier der fünf angeklagten wurden zu Strafen zwischen 50 und 350€ verurteilt, einer wurde freigesprochen.

Die fünf angeklagten Parkschützer des ersten Nordflügel-Prozesses. (Foto: Chris Grodotzki/ROBIN WOOD)

Alle Angeklagten hatten im Gerichtssaal ausführliche Einlassungen zu Stuttgart 21, zu Direkten Aktionen und zivilem Ungehorsam, sowie deren Kriminalisierung abgegeben. Da uns solche Erklärungen leider oft hinter den dicken Wänden der Justiz verborgen bleiben wollen wir hier auf zwei dieser Einlassungen hinweisen:

Der vermeintliche Besetzer Gerhard Wick (ganz rechts im Bild) wurde im Laufe des Prozesses freigesprochen da er, wie sich zum Unmut der Staatsanwaltschaft schnell herausstellte, nie im Nordflügel war. …eine Tatsache, die er selber bedauert:

“Ich bereue es wirklich, dass ich an der Besetzung des Nordflügels nicht – wie es meine staatsbürgerliche Pflicht gewesen wäre – teilgenommen habe, weil mir etwas der Mut fehlte, über die steile Leiter zu klettern. Diesen Mangel kann und will ich aber nun nicht dadurch beheben, dass ich mich für etwas bestrafen lasse, was ich zum einen nicht für strafwürdig halte und was ich zweitens zwar gerne getan hätte, aber nun eben halt nicht getan habe. Die Staatsanwaltschaft wird sicher noch genügend Gelegenheiten finden, mich anzuklagen, wenn sie weiterhin daran festhält, nicht die Verantwortlichen für die Zerstörungen an Kultur und Natur vor Gericht zu bringen, sondern diejenigen, die sich für eine lebenswerte Stadt für alle und die Einhaltung demokratischer Grundprinzipien einsetzen.”

Der Angeklagte Mark Pollmann (mitte/links-hinten im Bild) verlas zum Beginn des Prozesses, im Rahmen seiner Einlassung, eine Eidesstattliche Versicherung, in der er Informationen zum skandalösen Polizeieinsatz am 30. September 2010, die er “aus höheren Polizeikreisen” erhalten habe, Preis gibt. Ausschnitte, sowie den vollen Text der Eidesstattlichen Versicherung zum Download finden sich bei den Parkschützern.

Blog, Energie, Welt retten
9. Februar 2011

Film: Rebellen der Erde

Der Fernsehsender Arte zeigte am Dienstag, 8. Februar einen Film über UmweltaktivistInnen, in dem auch die Bewegungsarbeiterin und ROBIN WOOD Aktivistin Cécile Lecomte vorgestellt wird. Die Kletteraktivistin seilt sich über Bahngleisen ab und besetzt Bäume, um gegen Atomkraft und Umweltzerstörung zu protestieren. Anlässlich des Themenabends hat Arte ein Fotoalbum und einen langen Bericht von Cécile auf seine Internetseite gestellt. Den Film und weitere Infos gibt es hier.

Blog, Energie, Klima, Welt retten
7. Februar 2011

Jenseits des Wachstums? – Kongress

Wirtschaftswachstum wird weltweit als universales Rezept gegen ökonomische Probleme jeglicher Art angepriesen. Angesichts des Klimawandels, der Prekarisierung von Arbeit, der Zerstörung der Umwelt, der Umverteilung von den Armen zu den Reichen wird deutlich, dass dieses alte Rezept nicht funktioniert. Attac will gemeinsam mit Bündnispartnern (u.a. ROBIN WOOD) nach neuen Antworten für die drängenden Krisen unsere Zeit suchen – Antworten die jenseits des Wachstumswahns liegen.

Vom 20. – 22. Mai 2011 diskutieren in der TU in Berlin über 100 ReferentInnen in über 70 Veranstaltungen darüber, wie eine Postwachstumsökonomie aussehen könnte. Weitere Informationen: www.jenseits-des-wachstums.de

Aktion, Klima, Welt retten
5. Februar 2011

Robin Wood on ice

Protest auf 2500 Höhenmetern - RobinWood-AktivistInnen auf dem Vermunt-Gletscher. (Foto: Chris Grodotzki/ROBIN WOOD)

Protest auf 2500 Höhenmetern - RobinWood-AktivistInnen auf dem Vermunt-Gletscher. (Foto: Chris Grodotzki/ROBIN WOOD)

Wenn Robin Wood-Aktive in den Urlaub fahren, dann bleibt die Politik natürlich nicht zuhause… Selbst auf hochalpinen Wandertouren verstehen es unsere AktivistInnen noch, sich für das Klima einzusetzen und, wenn man die Gletscherschmelze schon nicht kletternd blockieren kann, zumindest starke Bilder zu produzieren um darauf aufmerksam zu machen.

Gletscher stellen den größten Süßwasserspeicher der Welt dar und sind nach den Ozeanen die größten Wasserspeicher der Erde überhaupt. Laut Greenpeace haben die 5000 Gletscher der Alpen seit 1980 rund ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse an den Klimawandel verloren. Ein weiterer Fakt der zeigt: Es ist höchste Zeit dem Klimawandel mit ernsthaften Maßnahmen und glaubwürdigen CO²-Reduktionen entgegen zu treten.

Aktion, Energie, Verkehr, Welt retten
29. Januar 2011

Kein ruhiges Hinterland für die CDU

Zu Beginn des heutigen Jubiläums-Landesparteitages der Baden-Württembergischen CDU in Donaueschingen erkletterten zwei RobinWood-AktivistInnen die Säulen des Tagungsortes und entrollten ein Transparent gegen Stuttgart 21 und die Laufzeitverlängerung vor der Fassade.

Zwei RobinWood-Aktive protestieren vor dem Landesparteitag der CDU in BaWü gegen Stuttgart 21 und Laufzeitverlängerung. (Foto: Chris Grodotzki / ROBIN WOOD)

Unter dem Motto „CDU – verstrahlt und unterirdisch in die Zukunft“ protestieren unsere Aktiven gegen die HauDrauf-Politik der Landes- und Bundes-CDU bei Themen wie Atomkraft und Stuttgart 21. „In viel zu vielen Fällen regieren die Christdemokraten nicht nur an den Bürgern vorbei, sondern schlicht gegen deren Willen, und das, wenn’s sein muss, auch mit Schlagstock und Wasserwerfer“ so Kei Andrews, Pressesprecherin von RobinWood-Stuttgart.

Während Noch-Ministerpräsident Stefan Mappus in seiner Rede vor den Delegierten Nationalstolz und soziale Kälte verbreitete, war es auch vor der Halle kalt. Trotzdem harrten zwei AktivistInnen bei minus fünf Grad, bis zur Ankunft von Kanzlerin Angela Merkel, am frühen Nachmittag aus.

Frau Merkel hatte einige Monate zuvor im Zusammenhang mit den Protesten um Stuttgart 21 gesagt, man könne Europa nicht zusammenhalten wenn die Politik danach ausgerichtet werde, „wie viele Menschen gerade auf die Straße gehen“.

„Dieses Zitat zeigt deutlich, wie sehr sich die Politik von der Bevölkerung entfernt hat“, sagt Kei Andrews weiter. Mit der Aktion wollen die AktivistInnen deutlich machen, dass diese Arroganz der Herrschenden, weitere entschiedene Proteste der Bevölkerung nach sich ziehen muss. „Nach dem, was die CDU hier, heute abgeliefert hat, sollte jedem klar sein, dass es nicht ausreicht, einmal, alle paar Jahre ein Kreuz auf einen Zettel zu machen“ so Andrews.

Artikel: Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer

Blog, Papier, Tropenwald, Wald, Welt retten
14. Januar 2011

Oh, du schönes Jahr der Wälder

Was haben Ozeane, Berge, Delfine und Naturfasern gemeinsam? Alle wurden schon mal mit einem „internationalen Jahr“ der Vereinten Nationen geehrt. Jetzt sind die Bäume dran: Wir begehen 2011 demzufolge das UN-Jahr der Wälder. Ich habe keine großen Erwartungen, dass Bundesregierung und Co. jetzt zu WaldschützerInnen konvertieren. Aber vielleicht gibt uns das Waldjahr in den einen oder anderen Dingen etwas mehr Rückenwind.

Den können wir gut gebrauchen, um was gegen den extrem hohen Ressourcenverbrauch der Industrieländer zu unternehmen – z.B. bei Papier. Der jährliche pro Kopf ist in der Bundesrepublik auf mehr als 250kg stark angestiegen. Die Bäume für dieses Papier wachsen in erster Linie im Ausland: In Nordeuropa, Portugal, Brasilien oder Indonesien. Die Folgen unseres exzessiven Konsums können daher in Schweden besichtigt werden, wo Papiermultis wie SCA (Zewa, Tempo) eine rücksichtslose Kahlschlagwirtschaft praktizieren. In Portugal und Brasilien haben sich Eukalyptusmonokulturen in die Waldgebiete und Naturräume hineingefressen während dessen asiatische Papierkonzerne den letzen Regenwald platt machen. Gerade erst hat ROBIN WOOD Aldi-Nord beim verramschen von Bücher erwischt, die auch aus Tropenwaldholz hergestellt waren. Immerhin; Aldis Bücherlieferant hat jetzt Besserung gelobt.Ökosiegel – für angeblich grünes Papier  – helfen uns beim Papiersparen nicht weiter. Mehr als 50 europäische Umweltorganisationen haben sich deshalb zum Netzwerk EEPN zusammen geschlossen, um den Papierverbrauch in Europa um 50% zu reduzieren.

Nationen wie Polen machen deutlich, dass weniger Papier kein Problem ist. Hier verbraucht jede Person nur 110 kg im Jahr und Papiermangel gibt es auch keinen. Wie es gehen könnte, zeigen unsere französischen Nachbarn. Die dortige Regierung hat sich verpflichtet, den Papierverbrauch in der eigenen Verwaltung um 50% zu reduzieren. Chapeau!

Aktion, Energie, Floßtour, Klima, Tropenwald, Vereinsmeierei, Verkehr, Welt retten
31. Dezember 2010

Ein bewegtes Jahr geht zu Ende

ROBIN WOOD hat sich auch im Jahr 2010 an vielen Brennpunkten für den Umweltschutz eingesetzt und dabei einiges erreicht.

Zu Beginn des Jahres haben Aktivist_innen Bäume im Hamburger Gählerpark für mehr als drei Monate besetzt, um die Vattenfall-Trasse zu stoppen – Erfolgreich! So konnte ein Stück von Hamburgs grünem Gürtel gerettet werden.

Ein weiterer Erfolg ist uns durch eine Unterschriften-Aktion beim Kampf gegen den Raubbau-Konzern „Gunns“ gelungen, der sich nun aus Tasmaniens Wäldern zurückzieht und verzichtet dort Urwälder kahlzuschlagen.

Während der vierwochigen Floßtour von Stuttgart nach Frankfurt am Main, die unter dem Motto „Klimaschutz selber machen!“ stand, haben Aktive durch Infostände und Aktionen auf die Herausforderungen des Klimawandels aufmerksam gemacht und gezeigt wie jedeR zum Klimaschutz beitragen kann.

Aktion gegen das Klimakiller-Kraftwerk von EnBW

Aktion gegen das Klimakiller-Kraftwerk von EnBW

Über das Jahr hinweg gab es immer wieder Aktionen gegen Atomkraft. Angefangen mit einem dezentralem Aktionstag an verschiedenen AKW-Standorten im Vorfeld des Tschernobyl Jahrestages am 26. April, bei dem bundesweit mehr als 120.000 Menschen gegen Atomkraft demonstrierten. Bei den CASTOR-Transporten nach Gorleben und zuletzt nach Lubmin hat
sich ROBIN WOOD bei dem breiten und bunten Protest beteiligt. Bei dem Transport nach Lubmin gelang Aktivist_innen eine spektakuläre Blockadeaktion durch die der Transport mehr als sechs Stunden aufgehalten wurde.

Zwei RobinWood-Aktive ketteten sich im Gleisbett des Lubmin-Castors an (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

Noch immer gilt es 120.000 ha Urwald in Indonesien zu retten, die durch das Anlegen von Palmölplantagen bedroht sind. Deshalb gab es eine Aktionsserie gegen die dort agierenden Raubbau-Konzerne „Unilver“ und „Wilmar“. Diese stehen auch im internationalem Jahr der Wälder 2011 weiter in unserem Fokus. Vor kurzem hat eine Online-Kampagne zum Schutz von Schwedens einzigartigen Urwäldern begonnen, die durch das rücksichtslose Abholzen in Schweden bedroht sind.

Nicht zu vergessen ist die Beteiligung von ROBIN WOOD am Protest gegen „Stuttgart 21“. Aktive  von ROBIN WOOD haben durch Aktion während des gesamten Jahres auf die Probleme des Sackgassenprojektes aufmerksam gemacht und sich für den Erhalt des Kopfbahnhofes stark gemacht. Gegen Stefan Mappus klagen wir, weil er uns zur Eskalation der Situation Berufsdemonstranten nannte.

Doch all das wäre nicht möglich gewesen ohne die vielen Spenden und die tatkräfige Unterstützung vieler Menschen. Aus diesem Grund sagen wir DANKE! an Alle die uns Unterstützen.

Unterstützen Sie BITTE unsere Aktiven durch Spenden auf das Rechtskonto, denn leider kommen auf diese immer wieder Kosten durch Prozesse zu. Danke!

von Michi und

Aktion, Energie, Welt retten
16. Dezember 2010

Robin Wood Aktivist_innen ketten sich in Betonblock an

Zwei RobinWood-Aktive ketteten sich im Gleisbett des Lubmin-Castors an (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

Gegen 13:00 haben sich zwei Aktivist_innen der Umweltschutzorganisation Robin Wood  in einem in die Gleise eingelassenen Betonblock angekettet. Bei den beiden Angeketteten handelt es sich um eine Psychologin und einen Mechatroniker. Der Aktionsort liegt  südlich der Ortschaften Hof I und Hof II  (Friedrichshagen) in einem Waldstück auf dem letzten Gleisabschnitt zwischen Greifswald und Lubmin. Das Gleis ist ein Privatgleis, auf dem kein regulärer Schienenverkehr statt findet.

Vor Ort ist Bundespolizei aus Nordrhein-Westfalen. Ein technischer Zug der Polizei ist gegen 14:35 eingetroffen und untersucht den Betonblock.

14:51: Die zwei Betreuungspersonen für die Angeketteten mussten trotz anders lautender Absprachen gehen. Eine Betreuerin ist leicht unterkühlt. Über den Angeketteten wurde jetzt ein Zelt errichtet und sie werden mit Decken und Tee versorgt.

Die Pressearbeit wird weiterhin massiv behindert. Viele JournalistInnen werden schon weit vor der Blockade gestoppt. Die Presse vor Ort darf nicht in den weiträumig abgesperrten Bereich (ca. 200 m) um die Blockade.

Der Castorzug steht jetzt 200 m vor der  Betonblockblockade.

Update 17:30.

Vermutlich dauert es noch mehrere Stunden, bis die Angeketteten befreit sind. Presse wird inzwischen durch gelassen, weiterhin dürfen Unterstützer aber nicht direkt mit den Angeketteten sprechen. Trotz -3° C und Schneetreiben scheint es ihnen aber den Umständen entsprechend gut zu gehen. Die Polizei hat Sanitäter und Ärzte vor Ort, unabhängige SanitäterInnen werden aber ebenfalls nicht durchgelassen. Fünf UnterstützerInnen sind offenbar in Gewahrsam genommen worden.

BREAKING NEWS 19:00:

Der erste Aktivist wurde aus der Ankettvorrichtung befreit. Es geht ihm gut. Die Frau ist weiter angekettet. Mittlerweile dürfen UnterstützerInnen direkt zu den Leuten

20:00 Wetter in Greifswald:  -4°C, Windstärke 4, 16cm Schnee

BREAKING NEWS 20:23:

Auch die zweite Aktivistin wurde jetzt aus dem Gleisbett befreit. Auch ihr geht es gut. Der Zug kann  in ca. 20-30 min weiterfahren, wenn das Gleis wieder passierbar ist.

Um 21:16 hat sich der Castortransport wieder in Bewegung gesetzt – nach siebeneinhalb Stunden Betonblockblockade und mehr als sechs Stunden Stillstand.

22:44 Laut Anti-Atom-Bündnis Nord-Ost sind die beiden AktivistInnen direkt vom Krankenhaus in die Gefangenensammelstelle in Wolgast verbracht worden.

Spenden gegen Castortransporte: https://www.robinwood.de/spenden/castor

NEU 21.12.: Video zu den Blockadeaktionen

Blog, Welt retten
15. Dezember 2010

LKA Baden-Württemberg bespitzelt gewaltfreien Widerstand

In Heidelberg ist vor wenigen Tagen ein V-Mann des Landeskriminalamtes (LKA) aufgeflogen.

Der als “Simon Brenner” auftretende Mann (der unter dieser gefälschten Identität auch an der Uni Heidelberg immatrikuliert ist) war in verschiedenen offenen politischen Gruppen in Heidelberg aktiv. Offizielle Aufgabe war nach eigenen Angaben Ausforschung der Antifaschistischen Aktion  Heidelberg. Allerdings  hat “Simon Brenner” vorrangig  studentische Gruppen bespitzelt, die zu Ökologie und Atomkraft oder Antirassismus arbeiten. Zudem war er  an der Vorbereitung der süddeutschen Anti-Castor-Proteste und der Sitzblockade  in Berg beteiligt. Im August 2010 nahm “Simon Brenner”  an einem Baum- und Aktionsklettertraining in Süddeutschland teil. Diese Trainings sind die Basis für viele gewaltfreie Protestaktionen von Robin Wood und anderen Gruppen. “Simon Brenner” hat dort sicher nicht nur Klettern gelernt, sondern die Gelegenheit genutzt, Strukturen und Vernetzungen unter BaumklettererInnen auszuspionieren und weiter zu geben. Inwieweit auch die Proteste gegen Stuttgart 21 von “Simon Brenners” Tätigkeit beeinflusst wurden, ist bislang unbekannt. Auch das Robin Wood Floß hat “Simon Brenner” besucht, als es in Heidelberg lag und sich dort einige Stunden mit FloßfahrerInnen unterhalten. An Robin Wood Aktionen war “Simon Brenner” nach bisherigen Erkenntnissen nicht beteiligt.

Für den Einsatz dieses verdeckten Ermittlers fehlt jegliche Rechtsgrundlage, da gegen keine der ausgeforschten Gruppen und Personen ein Straftatverdacht bestand oder besteht.  Die Kriminalisierung politischer Gruppen nimmt mittlerweile ungeheuerliche Ausmaße an, gewaltfreie Aktionen werden offensichtlich als schwerwiegende Straftaten gesehen, gegen die rechtswidrige Mittel eingesetzt werden dürfen. Erneut zeigt die Regierung Mappus, dass sie jedes Augenmaß in der politischen Auseinandersetzung verloren hat. Gleichzeitig ist der Einsatz von verdeckten Ermittlern ein Schlag gegen den Wunsch vieler politisch aktiver Menschen, offen und vertrauensvoll miteinander umzugehen und offen für neue Gesichter in politischen Strukturen zu sein.

Wir erwarten, dass das LKA und die Regierung von Baden-Württemberg umgehend Stellung zu diesen Vorgängen nimmt, offen legt welche Informationen übermittelt wurden und diese löscht.