Blog, Energie
12. Februar 2017

Vorfeldaktion zu den Castortransporten auf dem Neckar 2017

Die letzten Castortansporte liegen mittlerweile sechs Jahre zurück. Doch dieses Jahr ist es wieder so weit. Allerdings nicht wie aus dem Wendland auf wohl bekannter Weise per Zug, sondern das erste mal auf dem Wasserweg. Und das ganze gleich fünf mal, mit einem Schiff welches Jörg Michels, Chef der EnBW Kernkraft GmbH, im SWR Interview als „unsinkbar“ bezeichnet. Das erinnert doch etwas an das Luxuspassagierschiff Titanic.

Neckar_2017-02-11

Von dem im Rückbau befindlichen AKW Obrigheim müssen die 15 Castoren in 5 Schiffsladungen zu je drei Castoren, 50 km flussaufwärts ins Zwischenlager Neckarwestheim. Wie die angrenzenden Blöcke des gleichnamigen AKW, steht dieses allerdings auf geologisch porösem Untergrund: kein sicherer Ort für hochgefährlichen Müll, der über hunderttausende von Jahren von der Biosphäre fern gehalten werden muss.

Wie wir heute einmal mehr mit Erschrecken feststellen konnten, wissen viele der Menschen an der Transportstrecke noch gar nicht, was da für eine brisante Fracht an ihnen vorbei fahren wird. Deswegen sind wir heute morgen in aller Frühe mit riesigen, schwer bepackten Rucksäcken und klarem Ziel aufgebrochen: Wir müssen möglichst viele Menschen informieren und ihnen damit ermöglichen, selbst Initiative gegen die Castortansporte zu ergreifen.

Die Presse ist mobilisiert, letzte Absprachen getroffen. An der Brücke ist es ruhig, keine Polizei. Die Seile werden befestigt, jeder weiß, was zu tun ist. Die Rosensteinbrücke ist nicht nur zentral gelegen, sondern bietet auch den Kletternden einen super Blick. Eine gute Wahl. Über dem Neckar mitten in der Innenstadt Heilbronns ist unsere Nachricht auch passend platziert.

Während die Kletternden das Transparent spannen, taucht von Minute zu Minute mehr Polizei auf. Jetzt haben auch die Nichtkletternden alle Hände voll zu tun, um zu erklären, was hier passiert und um zu vermitteln, dass die gut ausgebildeten Kletternden wissen was sie tun. Unsere Pressesprecherin ist fleißig dabei, Interviews zu geben und zeitgleich werden Einladungen für die Demo am 4. März verteilt.

Als das Transparent ausgerollt wird, stehen Zeitungen und Fernsehen bereit. Passend dazu kommt die Wasserschutzpolizei mit Blaulicht angerauscht und vervollständigt unser schönes Bild. Der Wind lässt das Transparent wehen, während die Presse fleißig Bilder produziert. „Kein Atommüll auf dem Neckar! EnBW geizt – wir alle baden es aus“ Quietscheente nicht zu vergessen. Sie ist das Logo, des Bündnisses Neckar-Castorfrei, das wir in seiner Arbeit unterstützen wollen.

Die Aktion ist ein voller Erfolg. Sowohl die RoWo Aktivist*innen von vor Ort als auch die von überall her angereisten sind vollauf zufrieden. Und das war erst der Anfang: Auf der Anti-Castor-Konferenz kommen an diesem Wochenende viele Gruppen zusammen, um Pläne zu schmieden und sich den Transporten in den Weg zu stellen.

Kurzum, wir fordern, dass die unnötigen und gefährlichen Transporte über den Neckar abgesagt werden. Keine Scheinlösungen für Atommüll. Ein sofortiges Aus aller Atomanlagen um die weitere unnötige Produktion von hochradioaktiven Müll zu stoppen für den es weiterhin kein sicheres Zwischenlager und schon gar kein Endlager gibt!

Weitere Infos gibt’s in unserer PM, Hintergrundinfos und Terminankündigung unter www.neckar-castorfrei.de.

Aktionsgruppe Neckar-Castor

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