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19. Dezember 2014

Atommüll kommt schneller in die USA als nach Ahaus

Hogetemperatuurreactor-3

Der AVR-Reaktor in Jülich hat wenig Strom, aber viel Atommüll produziert. Der Reaktor lief von 1967 bis 1988. Die Entsorgung des Atommülls ist selbst 26 Jahre nach Betriebsende noch ungelöst. Foto:Maurice van Bruggen

Der Export von 152 Castor-Behälter von Jülich in die USA soll
in neun Transatlantik-Transporten mit je 16 Castoren erfolgen.
Die Castoren-Transporte von Jülich in die USA können nicht vor
November 2016 starten, weil der Castor-Kran in Jülich saniert werden muss. Das ergab eine Akteneinsicht der Wistle-Blowers Rainer Moormann. Es steht in einer von der Atomaufsicht geforderten Detailkonzept, in der das Forschungszentrum Jülich untersucht hat, wie die 152 Castoren am schnellsten aus dem alten Zwischenlager kommen: Ergebnis:

Verschiffung in die USA dauert 3 Jahre und 2 Monate
Transport nach Ahaus 5 Jahre und 2 Monate
Neues Zwischenlager in Jülich bauen: 8 1/2 Jahre

Das berichtet auch die Aachner Zeitung. In jeweils 4 Wochen sollen 16 Castoren vom Jülicher AVR-Behälterlager in einer Verladehalle gebracht, in die 20 Fuß-Transportcontainer verladen und transportfertig gemacht werden.Erst wenn alle 16 Behältere einer Transportcharge fertig sind, beginnt der Abtransport um Hafen. Der Landtansport inklusive Beladung des Schiffes soll maximal2 Tage dauern.lm Hafen sollen die ankommenden Behälter zeitnah auf das Schiff verladen werden, so dass kein Bereitstellungslager auf dem Hafengelände erforderlich sein soll. Da das Forschungszentrum Jülich einschätzt, dass Genehmigung und die Planung der polizeilichen Sicherung des Transportes innerhalb von Deutschland schneller erfolgen kann, wird ein deutscher Hafen bevorzugt. Es sind im November aber auch Gespräche mit dem Niederländischen Wirtschaftsministerium und belgischen Behörden geführt worden, ob ein Transport über deren Häfen möglich ist.

Die Ergebnisse der Studie sollen jetzt von TÜV-Gutachtern bis Ende März überprüft werden. Im März soll in den USA auch die Umweltverträglichkeitsstudie ausliegen, in der man auch aus Deutschland Einwendungen erheben kann.

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