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9. September 2014

Asse-Laugen-Pegel nur noch 5 cm von Atommüll-Abfällen entfernt!

Der Pegel der Asse-Laugensammelstellen auf der 750 Meter-Sohle  sind bei mehreren Atommüllkammern des Atommüll-Lagers im Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel nur  noch wenige  Zentimeter von den Atommüllfässern entfernt! Das ergab eine Auswertung von Unterlagen der Asse GmbH, die der Geochemiker Ralf Krupp am Freitag der Asse-II-Begleitgruppe in Wolfenbüttel vortrug. Robin Wood fordert deshalb vom Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber und dem Bundesumweltministerium als Fachaufsicht, die letztes Jahr vorgenommene  Zubetonierung der Zugänge zu den Atommüllkammern rückgängig zu machen, um eine ordentliche Drainage und eine Überwachbarkeit der Atommüllkammern wiederherzustellen. Ein Vertreter des Niedersächsischen Umweltministerium stellte klar, dass dieser Forderung aus Sicht der atomrechtlichen Genehmigungsbehörde juristisch nichts entgegensteht.

 Unter dem Deckmantel der „Notfallvorsorge“ wird vom Bundesamt für Strahlenschutz durch die Hintertür das alte Flutungskonzept des Helmholz-Zentrums München vorangetrieben, während die Rückholung nur schleppend vorankommt.

Dipl.-Geologe und Geochemiker trägt am Freitag 5.9.2014 dem Asse-II- Begleitgruppe, dem Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber der Schachtanlage und dem Bundesumweltministerium als Fachaufsicht vor

Abstand zwischen Salzlösung und Abfallgebinden mit Atommüll auf der 750 Meter-Sohle des Salzbergwerks Asse II; Vortragsfolie von Dipl.-Geologe Ralf Krupp vom 5.9.2014

Während von 1967-1978 über 126.00 Atommüllfässer in der Salzbergwerk Asse II über nur einen Schacht eingelagert worden sind, in dem auch die Bergarbeiter ein- und ausgefahren sind, will man für die Rückholung erstmal einen neuen Schacht bauen, der erst 2028 fertig werden soll. Während für den Abbau des Salzes des Schachtes Asse II der Schacht von 1906 bis 1908 innerhalb von drei Jahren abgeteuft wurde, soll nun der Schachtbau für die Rückholung des Atommülls 15 Jahre dauern!

 

Artikel im ROBIN WOOD-Magazin 4/2014: Alarm in der Asse – Der Pegel der Lauge ist nur noch fünf Zentimeter vom Atommüll entfernt (pdf)

 

Kommentare

  • Andrea, 11.09.2014, 20:02

    Ja ja. Warum zügig agieren, was als einzige Option Sinn für die Region und die auch weiter entfernten Grundwasserbetroffenen macht, wo doch so herrlich unschuldig nur verzögernd bald mit den Schultern gezuckt werden kann. Frei nach dem Motto: Wir haben es versucht aber die Zeit lief uns davon. Mal ehrlich, überall da, wo es schnell gehen muss in der Vergabe und Ausführung „wichtiger Angelegenheiten“ durch Stadt und Land, da geht auch plötzlich was. Nur die Asse ist scheinbar nicht wichtig genug. Oder doch zu teuer ist die Rückholung?!
    Aber leider ist die Gegenwehr der Betroffenen vor Ort so lachhaft gering, da freut sich des sparsamen Politikers Herz. Denn was juckt die die Problematik von Morgen, wo doch nur der Haushalt von heute zählt um gut dazustehen. Und das gute Geld kann man doch anderweitig viel schöner ausgeben.
    Wäre es nicht so traurig müsste man glatt denken, da wird ein guter Witz erzählt. Schande.

  • Hajo Sander, 10.10.2014, 17:10

    Ich danke für all Eure arbeit und möchte gerne weiter informiert werden, Danke! Hajo Sander

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