Energie, Hamburg/Lüneburg
4. April 2014

Neue Probleme bei Vattenfall: Inbetriebnahme des Kraftwerks Moorburg verzögert sich weiter

Die Pannen-Serie beim neuen Kohlekraftwerk Moorburg reißt nicht ab. Nun stellte sich heraus, dass der Dampferzeuger nicht so funktioniert, wie er soll. Das teilte Vattenfall heute mit. Die kommerzielle Inbetriebnahme des Kraftwerks werde sich „um voraussichtlich vier Monate“ verzögern. Der Block B werde also frühestens Ende Dezember 2014, Block A im ersten Quartal 2015 den Dauerbetrieb aufnehmen.

Vattenfall schreibt: „Die Auswertung von Messungen, die während des Betriebs nach der ersten Netzschaltung des Blocks B vom 28. Februar 2014 durchgeführt wurden, hat am Dampferzeuger Unregelmäßigkeiten gezeigt. Bei der näheren Untersuchung wurden Beschädigungen an einer größeren Anzahl sogenannter Heizflächenrohre festgestellt. Es handelt sich dabei jeweils um Risse von einigen Millimetern Länge in Schweißnahtnähe. Entsprechende Untersuchungen im Block A zeigten ebenfalls Rissbefunde.“

Bei den jetzt erforderlichen Reparaturmaßnahmen würden die geschädigten Bereiche herausgetrennt und durch neues Material ersetzt. Diese Reparaturarbeiten würden bis Juli 2014 andauern. Die Anlage werde während dieser Zeit nicht in Betrieb sein.

Das Floß auf der Elbblockade von gegenstrom13 / Foto: visual-rebellion.com

ROBIN WOOD-Floß bei der Elbblockade von gegenstrom13 gegen das Kraftwerk Moorburg (Foto: visual-rebellion.com)

Ursprünglich war eine Inbetriebnahme des 1600 MW-Kraftwerks bereits für 2012/13 geplant. Doch nach Plan lief eigentlich wenig: Bei der Montage der Kessel beider Kraftwerksblöcke wurden Komponenten vertauscht. Der für die Kessel verwendet Spezialstahl erwies sich als unbrauchbar und musste zum Teil ausgetauscht werden. Im Kühlwasser fanden sich Legionellen. In einem der beiden großen Kohlekreislager des Kraftwerks kam es zu Schwelbränden und erhöhten Kohlenmonoxid-Werten… Die Liste der technischen Fehlleistungen wird von Monat zu Monat länger.

Für Vattenfall könnten die Verzögerungen teuer werden. Für AnwohnerInnen und Umwelt aber ist jeder Tag, an dem das Klimakiller-Kraftwerk nicht am Netz ist, ein Gewinn.

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