Blog, Energie, Süd-West
23. Mai 2012

Protest gegen die Jahrestagung der Atomlobby in Stuttgart

Ein paar Bilder – zwei Robin Wood  Eichhörnchen waren auf dem Dach ders Kongresszentrums dabei – und ein Kommentar vom Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim

Ein starkes und deutliches “Atomforum Abschalten” war am gestrigen Tag die Antwort auf die in Stuttgarter Liederhalle tagenden Atomlobbyisten des “Deutschen Atomforum”. Dieses will trotz Fukushima weiter Atomenergie als integralen Bestandteil der europäischen und internationalen Energieversorgung durchsetzen. Mit einer Straßentheateraktion und einem “Die In” wurden die atomaren Lobbyisten vor der Liederhalle begrüßt, um dann, mit eindeutiger Kritik konfrontiert, durch ein “Protest-Spalier” ihr polizeilich beschütztes Konferenzzentrum zu ereichen. Am Abend demonstrierten in der Stuttgarter Innenstadt ca. 1100 Menschen gegen das atomare Propaganda-Event.

Atomenergie ist tödlich. Alle Atomkraftwerke müssen sofort stillgelegt werden, die “zivile” und militärische Atomforschung beendet werden. Kein Neubau von Reaktoren, Ausstieg aus dem Endlagerprojekt Gorleben! Erforderlich sind klare, forcierte und verlässliche Schritte hin zu einer dezentralen Energiewende mit “Energie in Bürgerhand” – statt der „Energiewende-Rückwärts“-Kapriolen der Bundesregierung.

weitere Bilder:

Aktion, Cottbus, Energie, Klima, Köln, Wald, Welt retten
23. Mai 2012

Waldbesetzung im Hambacher Forst

Seit dem 14. April halten Aktivist*innen den Hambacher Forst bei Düren besetzt. Sie protestieren damit direkt gegen den herannahende Tagebau Hambach, der den einst riesigen Forst fressen soll. Doch die Waldbesetzung war von Anfang an auch als Ort des Ausstausches und es Lernens ber den Klimawandel und zu Alternativen gedacht. Mit einem Skillsharing-Camp und einer Vortragsreise wollen die Aktivist*innen diesen Teil ihres Konzepts nun angehen.

Vortragstour: The true Cost of Coal

beehive-collective

beehive-collective

In den Appalachen, einem Gebirge im Osten der USA, werden ganze Berge gesprengt, um Kohle abzubauen. Dieses „Mountaintop Removal“ hat verheerende Auswirkungen auf lokale Gemeinden, das Ökosystem und zerstört durch die Kohleverbrennung das Weltklima. Dies alles sind die Kosten für eine vermeintlich billige Energieversorgung im fossilen Kapitalismus. Das Beehive Collective, ein Graswurzelnetzwerk aus Maine, zeigt anhand eines großen Mosaikposters auf eindrückliche Art und Weise den Kohleabbau und den Widerstand dagegen. Seit über 10 Jahren machen sie Touren durch die ganze Welt und schaffen es mit ihrer „story-based education strategy“ komplexe Zusammenhänge graphisch zu dekonstruieren und verständlich zu machen. Im Anschluß an die Präsentation gibt es auch Informationen über die Waldbesetzung. Die Vorträge werden teilweise in deutsch und in englisch sein. Die vorläufigen Tourdaten: 05.06. Freiburg, 06.06. Mönchengladbach, 07.06. Köln, 08.06. Buir, 09.06. Wald Besetzung /WAA, 10.06. Cottbus, 11.06. Leibzig, 12.06. Berlin, 13.06.Hamburg.

Skill-Sharing-Camp:

Das Camp findet vom 29. Juni bis zum 8. Juli statt, um sich 10 Tage lang gegenseitig Fähigkeiten beizubringen und voneinander zu lernen. Mit einem Schwerpunkt auf „skills for action“ aber auch anderen Workshops zu nützlichen, interessanten und auch gerne lustigen Themen die im Widerständigenalltag eben so anfallen, sollen stattfinden – zum Beispiel Workshops zu „Kochen für viele Menschen auf Camps“, womit eine vegane Verköstigung des Camps sichergestellt wäre, oder auch künstlerische Sachen wie Jonglage und Raum um an neuen (Aktions-)Ideen, Strategien und vor alledem praktischen Umsetzungen zu basteln.

Weitere Informationen: http://hambacherforst.blogsport.de/

Aktion, Blog, Energie, Prozess, Welt retten
18. Mai 2012

Ausstellung: Protest im Betonblock

Am 17. Mai wurde im Rahmen der Kulturellen Landpartie im Wendland eine Ausstellung über Blockaden des Castrors eröffnet. Am Gasthof Meuchefiz bei Küsten im Wendland werden die Geschichten aller bisher erfolgreicher Ankettaktionen im Betonblock vorgestellt. Die Ausstellung will interaktiv zeigen, warum solche protestformen legitim und notwendig sind, aber auch technisches Hintergrundwissen darstellen.

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Das Ausstellungskollektiv BiG (Beton im Gleis) – ein Zusammenschluss einzelner selbstorganisierter junger Menschen aus Anti-Atom-Zusammenhängen, eröffnete die Wanderausstellung
“Ooops, da wurde wohl was übersehen – Beton im Gleisbett” am Mittwoch. Die interaktive Wanderausstellung informiert über die Geschichte, Hintergründe und Folgen gelungener Ankett-Aktionen in Betonblöcken – eine kreative Widerstandsform, die nicht nach dem Lösen aus dem Gleisbett gegessen und verdaut ist. Darüber hinaus soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Atomenergie angeregt werden.

Dazu das Kollektiv: “Wir wollen mit unserer Ausstellung die Motivation der Aktivist_innen, sich einer solchen Belastung auszusetzen aufzeigen, eine Gleisblockade für Besucher_innen physisch und psychisch mittels möglichst realistisch nachgebauter Attrappen erlebbar machen und das zähe juristische Nachspiel beleuchten. Ferner soll der vielseitige Protest gegen den atomaren Wahnsinn sichtbar gemacht werden. Nur durch die Vielfalt, das Zusammenspiel und die Solidarität der verschiedenen Aktionsformen konnte die Anti-Atom-Bewegung in den Jahrzehnten ihres Bestehens so stark werden.

Die Ausstellung ist in dieser Form einzigartig, weil sich hier Aktivistinnen und Aktivisten über eine spektakuläre Blockade-Technik – die zum Teil weltweite Aufmerksamkeit erreicht hat – zusammengefunden
haben, um einem Baustein des Anti-Atom-Widerstandes eine öffentliche Plattform zu bieten.

Das Anliegen ist aber nicht nur Aufklärung über eine Widerstandsform und ihre Gründe. Vor Ort sollen auch Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden für die Gruppen, die wegen Betonblock-Aktionen vor Gericht stehen (werden): Im Mai begann der Prozess gegen die Lubmin-Aktionsgruppe (Castor Karlsruhe-Lubmin 2010). Die nächste Verhandlung findet am 11. Juni in Greifswald statt (blockmin.blogsport.eu/).

Ein Unterstützer der Betonblock-Aktion in Berg/Pfalz (Castor La Hague – Gorleben 2008) ist derzeit vor dem Amtsgericht Potsdam angeklagt. Auch Strafbefehle gegen die Vastorf-Aktionsgruppe (Castor La Hague –
Gorleben 2011) sind demnächst zu erwarten.

Weitere Termine, Vorträge etc. werden im Rahmen der Kulturellen Landpartie (KLP) stattfinden und sind im Veranstaltungskalender der KLP veröffentlicht. Die Ausstellung soll im Anschluss komplett oder in Teilen in alle vier Himmelsrichtungen weiter ziehen – bisher geplant sind u.a. Stuttgart, Mainz, Rüsselsheim, Hildesheim, die Fusion. Kontakt zum Ausstellungskollektiv gibt es unter: big@notraces.net

Aktion, Energie
13. Mai 2012

Aktionstour “Uranfabrik Gronau abschalten” in Düsseldorf

Die Robin Wood Aktionstour für die Abschaltung der Uranfabrik in Gronau ging gestern in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf zu Ende. Bei fast schon winterlichen Temperaturen waren wir zum Tourfinale mit dem Kletterberg auf dem Burgplatz, gemeinsam mit der BUND-Gruppe aus Duisburg. Während sich viele Kinder und Jugendliche beim “Aufsteigen für den Atomausstieg” übten, informierten wir PassantInnen über die Risiken der Uranfabrik in Gronau und sammelten Unterschriften für deren Abschaltung. Fotos hier.

Fünf Tage lang waren wir in Bonn, Köln, Bielefeld, Münster und Düsseldorf mit einem Aktionsteam, vielen helfenden Händen und lokalen Unterstützer-Initiativen unterwegs, um über die Uranfabrik Gronau zu informieren. Die Anlage unterliegt bis heute nicht dem im letzten Jahr beschlossenen Atomausstiegsgesetz. Während der Betrieb von AKWs befristet wurde, darf die Anlage in Gronau völlig unbefristet weiter betrieben werden und Brennstoff herstellen. Jedes zehnte AKW auf der Welt wird mit Uranbrennstoff aus Gronau betrieben! Statt Ausstieg und Abschaltung wird die Uranfabrik sogar weiter ausgebaut. Ende des Jahres 2012 soll eine Jahreskapaziät von 4.500 Tonnen Uran erreicht werden. Derzeit sind es noch 4.200 Tonnen. Deshalb wollen wir auch nach Abschluss der Tour weiter Druck machen und sammeln auch Online Unterschriften. www.robinwood.de/uran

Aktion, Energie
11. Mai 2012

Uranfabrik Gronau abschalten – Aktionstour heute in Münster

Die Aktionstour ist in Münster angekommen. Gemeinsam mit SOFA Münster, dem AKU Gronau und der AG Schacht Konrad war der Kletterberg heute in der Stubengasse in Münster aufgebaut: Uranfabrik Gronau abschalten – sonst steigen wir euch aus Dach. Um 14 Uhr startete die Aktion mit einer Pressekonferenz, bevor über Redebeiträge und mit Interviews die Menschen in Münster über die Risiken der Uranfabrik Gronau informiert wurden. Zahlreiche Aktive sprachen mit den MünsteranerInnen, sammelten Unterschriften für die Abschaltung der Uranfabrik. Für musikalischen Gegenwind sorgte das deutsch-chilenische Duo “Contraviento” mit vielen schönen Songs! Während dessen erprobten sich vor allem Kinder und Jugendliche an dem fast 10 Meter hohen Kletterberg unter dem Motto: Aufsteigen für den Atomausstieg!

Aktion, Energie
10. Mai 2012

Aktionstour gegen Uranfabrik – heute Bielefeld

ROBIN WOOD ist seit Dienstag auf Aktionstour für die Abschaltung der Uranfabrik Gronau. Heute ist Bielefeld Station der Tour. “Wenn ihr nicht abschaltet, steigen wir euch aufs Dach” lautet das Motto Deshalb hat ROBIN WOOD einen Kletterberg dabei, an dem fleißig trainiert werden kann, um mehr Druck für den Atomausstieg zu machen. Diese Aktion kann auch online unterstützt werden, mehr Infos und eine Online-Unterschriftenaktion auf www.robinwood.de/uran.
In Gronau wird Brennstoff für AKWs in aller Welt hergestellt. Während in Deutschland offiziell von Atomausstieg die Rede ist, laufen aber immer noch neun AKWs und die Anlage in Gronau darf sogar völlig unbefristet weiter Atomgefahren herstellen.

Bereits am Montag haben AktivistInnen zwischen Gronau und Münster, in der Nähe der Uranfabrik, einen Zug mit rund 500 Tonnen Atommüll mit einer Kletteraktion stundenlang blockiert und damit auf die Risiken der Atomenergie aufmerksam gemacht.

Tourstart war am Dienstag in Bonn. Nach Köln ist die Aktionstour heute in Bielefeld. Unterstützt wird die Aktion durch die Initiative “Bielefeld steigt aus” und von der AG Schacht Konrad.

Morgen, am Freitag gastiert die Aktionstour in Münster, dort wird ab 14 Uhr der Kletterberg aufgebaut und eine Pressekonferenz stattfinden. Am Samtag endet die Tour dann in Düsseldort, einen Tag vor den Wahlen in NRW.

Allte Infos zur Tour, über die Risken der Uranfabrik Gronau und zur Unterschriften-Aktion sind hier zu finden:  www.robinwood.de/uran.

Aktion, Energie, Leipzig
10. Mai 2012

Üble Rezepte für die Energiewende – Protest beim Ostdeutschen Energieforum in Leipzig

Protest beim Ostdeutschen Energieforum Leipzig, 10.5.12

ROBIN WOOD-Kommentar zum Ostdeutschen Energieforum Leipzig, 10.5.12 (Foto: ROBIN WOOD)

Heute und morgen tagt das erste Ostdeutsche Energieforum auf dem Leipziger Messegelände. Viele wichtige Menschen aus Politik und Wirtschaft sind angereist und werden schöne Worte zur Energiewende kund tun. Rund 100 DemonstrantInnen von Initiativen, Umweltorganisationen und der IG Metall versammelten sich heute früh vor dem Messeeingang und machten mit Pfiffen und Bannern klar, dass sie die Rezepte von Regierungen und Wirtschaft für die Energiewende nicht überzeugen. „Kohle + Uran + Solarkürzungen = Energiewende, 1+1 = 7 ? Durchgefallen, Herr Rösler!“ stand auf einem Banner zu lesen, das zwei Kletteraktivisten von ROBIN WOOD am Haupteingang aufspannten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ist Schirmherr der Veranstaltung.

Weitere Aktive von ROBIN WOOD verteilten Flyer mit dem „Energiewende-Rezept der Bäcker Rösler & Co.“: „Man forme einen geschmeidigen Teig aus Braunkohle, vermenge diesen mit Triebmittel (z.B. von Vattenfall) und backe ihn bis 2022 mit Atomstrom. Anschließend entferne man 20 – 30 EL Solarförderung von der Trockenmasse. Das kann nicht aufgehen!“

Eine Energiewende, die diesen Namen auch verdient, sieht anders aus: Alle Atomanlagen – d.h. sämtliche AKWs, aber auch die Uranfabrik in Gronau – müssen sofort stillgelegt werden. Wir brauchen einen Ausstieg aus der Kohleverstromung, einen sparsamen und effizienten Umgang mit Energie und eine verstärkte Förderung dezentraler, erneuerbarer Energien.

 

 

Aktion, Düsseldorf, Energie, Köln
7. Mai 2012

Uranzug blockiert – Aktionstour “Uranfabrik Gronau abschalten” startet

Urantransport bei Gronau blockiert! Anti-Atom-AktivistInnen haben sich heute über der Bahnstrecke bei Münster abgeseilt, um auf die gefährlichen Atomtransporte von und zur Uranfabrik in Gronau aufmerksam zu machen. Ein Zug mit dem radioaktiven Uran konnte daher stundenlang die Strecke nicht passieren. In der Anlage in Gronau wird Uranbrennstoff für Atomkraftwerke in aller Welt hergestellt.  Infos zu dieser Aktion auf www.muensterschezeitung.de und bei SOFA Münster. Die Aktion war auch eine Solidaridätserklärung für AktivistInnen, die heute in Greifswald vor Gericht standen, weil sie im Dezember 2010 einen Castortransport in das Zwischenlager Nord bei Lubmin blockiert haben. (Info hier)

Auch ROBIN WOOD fordert die endgültige Abschaltung dieser Uranfabrik und geht deshalb ab morgen, 8. Mai für fünf Tage auf eine Aktionstour durch NRW. Abschalten, sonst steigen wir euch aufs Dach! Start ist um 14 Uhr in Bonn, dann geht es über Köln, Bielefeld, Münster nach Düsseldorf. Anlass sind die Wahlen in NRW.  Du kannst die Tour unterstützen: Unterschreibe den Online-Protest auf www.robinwood.de/uran. Dort findet du auch weitere Informationen zur Tour und warum die Uranfabrik Gronau sofort abgeschaltet werden muss.

Aktion, Energie, Greifswald
7. Mai 2012

Prozessauftakt zum Protest im Betonblock gegen den Lubmin-CASTOR

Heute morgen hat um 9.00 Uhr in Greifswald ein Gerichtsprozess gegen Aktivisten von ROBIN WOOD begonnen, die im Dezember 2010 im Betonblock stundenlang gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin protestiert hatten. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Nötigung und Beschädigung der Gleisanlagen.

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Ab 8.00 Uhr waren ca. 60 Menschen zu einem frühstück vor dem Amtsgericht unter dem Motto: “gerichte sind zum essen da” zusammengekommen. Auch Transparente wurden in Bäume und an Fahnemasten gehangen. Allerdings wurde zumindest eines wieder von der Feuerwehr entfernt.

Solidarisch erklärte sich auch die Organisation contrAtom und forderte den Freispruch der Aktivist*innen: “Wir verurteilen aufs Schärfste den Versuch, den friedlichen Protest der beiden gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und die damit verbundenen Atommülltransporte zu kriminalisieren und sagen deutlich: Ihr Protest ist auch unser Protest!”, so Bernd Ebeling von contrAtom. “Vor dem Hintergrund der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, der noch immer ungeklärten Atommüll-Endlagerfrage und der zahllosen Störfälle, die auch in Deutschland den ‘Normalbetrieb’ von AKWs begleiten, betrachten wir den Weiterbetrieb von Atomkraftanlagen als einen permanenten und gewissenlosen Angriff auf Mensch und Natur. Den zivilen Ungehorsam gegen die Atomindustrie betrachten wir darum nicht nur als legitim, sondern auch als unsere demokratische Pflicht. Wir erklären ausdrücklich, dass gewaltlose Protesaktionen wie die, die den beiden Robin-Wood-Aktivisten zur Last gelegt werden, Teil dieses legitimen und unumgänglichen Widerstands sind und sehen daher jeden Versuch, diesen Widerstand zu kriminalisieren auch als einen Angriff auf unsere demokratischen Freiheitsrechte”, so Ebeling weiter.

Der Prozess begann unter großem Medieninteresse. Zwei Anwälte wurden als Pflichtverteidiger zugelassen, weil es in dem Gerichtsverfahren um komplizierte Fragen u.a. des Versammlungsrechts geht.

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Aktuelle Meldungen gibt es bei Twitter unter dem Hashtag #blockmin

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu

Einen Bericht zum ersten Verhandlungstag finden Sie hier.

 

Blog, Energie, Greifswald
5. Mai 2012

Protest im Betonblock: CASTOR-GegnerInnen in Greifswald vor Gericht

Am kommenden Montag, den 7. Mai, werden zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen in Greifswald vor Gericht stehen. Sie hatten am 16. Dezember 2010 mit einer Protestaktion für den sofortigen Atomausstieg und gegen den Atommüll-Transport nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert. Wegen dieser Aktion sollen sie pro Kopf 3.600 Euro Geldstrafe zahlen. Das entspricht 120 Tagessätzen à 30 Euro. Gegen diesen Strafbefehl haben sie Einspruch eingelegt. Daher kommt es nun zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Zwei RobinWood-Aktive ketteten sich im Gleisbett des Lubmin-Castors an (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

Am 16. Dezember 2010 rollte ein Zug mit ursprünglich aus der Bundesrepublik stammendem, hochradioaktivem Atommüll von der sogenannten Wiederaufbereitungsanlage im französischen Cadarache Richtung Lubmin. Unterwegs wurde er immer wieder von Protestaktionen gestoppt, auch kurz vor seinem Ziel. Dort hatten sich auf Höhe der Ortschaft Friedrichshagen bei Schneetreiben und eisigen Temperaturen zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen an einem im Gleisbett liegenden Betonblock fest geschlossen. Die Weiterfahrt des Atommüllzuges verzögerte sich um mehrere Stunden. Mit ihrer Aktion wollten die beiden ein unmissverständliches und öffentlichkeitswirksames Zeichen gegen Atomkraft setzen. „Endstation Atom, sofort alle aussteigen!“ stand auf ihrem Transparent. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun Zerstörung fremden Eigentums, Störung öffentlicher Betriebe und Nötigung vor.

Die Proteste gegen den CASTOR-Transport lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf das völlig ungelöste Atommüll-Problem. Der hochradioaktive Müll wird über Tausende von Kilometern hin und her transportiert, weil es kein Endlager dafür gibt. Auch Lubmin ist kein geeigneter Lagerort. Trotzdem die „Atomsuppe“ aus Salpetersäure, Plutonium und Uran dort hinzubringen, ist verantwortungslos. Tausende Menschen gingen dagegen auf die Straße, unter ihnen auch der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD). Er hatte auch über Medien und persönliche Emails zum Protest gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin aufgerufen.

Damit der Prozess unter öffentlicher Beobachtung stattfindet, sind alle Interessierten und UnterstützerInnen sowie MedienvertreterInnen eingeladen, am kommenden Montag daran teilzunehmen: 9:00 Uhr, Amtsgericht Greifswald, Lange Straße 2a, Saal 10. Ab 8.00 Uhr wird es ein gemeinsames Frühstück vor dem Amtsgericht geben unter dem Motto: “Gerichte sind zum Essen da!”, ab 9.00 Uhr beginnt der Prozess, wird aber durch ein Mahnwache vor dem Amtsgericht begleitet.

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu