Aktion, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg
13. September 2015

Protest vor Hamburger Umweltbehörde: Urantransporte stoppen!

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Florian Kubitz von ROBIN WOOD eröffnete die Kundgebung für den Stopp der Atomtransporte über den Hamburger Hafen (Fotos: Robin Wood, U. Bertrand)

„Urantransporte – Stoppen! Sofort!“ – ein Banner mit diesem Slogan flatterte heute Nachmittag zwischen zwei Fahnenmasten vor der Hamburger Umweltbehörde. Daneben bauten Anti-Atom-AktivistInnen ein marodes AKW-Modell auf. Aus einem Lautsprecherwagen klang Musik über den Gertrud-von-Thaden-Platz. Rund 100 AtomkraftgegnerInnen waren heute zur Kundgebung gegen Atomtransporte gekommen. Dazu aufgerufen hatte die Kampagne „Atomtransporte durch Hamburg stoppen“, die von Hamburger Anti-Atomgruppen zusammen mit ROBIN WOOD getragen wird.

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Demozug am S-Bahnhof Wilhelmsburg

Der Ort war in zweifacher Hinsicht gut gewählt: Zum einen führt dort der Schienenweg lang, über den die Güterzüge mit Uranerz zur Weiterverarbeitung in die Atomfabrik Malvési in Südfrankreich rollen. Zum anderen sitzt dort ein wichtiger Adressat der Botschaft: Hamburgs Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan.

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ROBIN WOOD-Protest vor Hamburgs Umweltbehörde

Hamburgs rot-grüne Regierung hat bisher nichts unternommen, um Atomtransporte durch die Hansestadt zu unterbinden. Zwar steht im Koalitionsvertrag, Rot-Grün wolle relevante Hafenbetriebe dazu bewegen, „freiwillig“ auf Atomtransporte zu verzichten. De facto geändert hat sich aber bisher nichts. Selbst die Unternehmen HHLA und Hapag-Lloyd, die mehrheitlich oder anteilig der Stadt gehören, verdienen weiterhin am verantwortungslosen Atomgeschäft.

Der Hamburger Hafen ist das Nadelöhr für die Uranransporte. Das Uranerz wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke gebraucht: Ohne Nachschub an Uran, ginge den AKWs der Brennstoff aus.

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Über dieses Gleis rollen die Atomtransporte… Inspektion des Schienenwegs, der direkt an der Umweltbehörde entlang führt

Nach mehreren Redebeiträgen zogen die DemoteilnehmerInnen durch den Stadtteil Wilhelmsburg und inspizierten die Schienenstrecke.

Die heutige Demonstration war der Hamburger Auftakt zu Streckenaktionstagen, die von vielen Anti-Atom-Initiativen bundesweit getragen werden. Sie richten sich gegen den nächsten Urantransport, der ab sofort über den Hamburger Hafen fährt. Aktuelle Infos laufen über diesen Ticker: https://twitter.com/urantransport

Mehr Hintergrundwissen zu Atomtransporten steht im aktuellen ROBIN WOOD-Flyer „Atomtransporte stoppen!“.

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