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20. August 2014

Atomtransporte mit Passagierschiffen: Stena Line unter Druck

Die Fährlinie Stena Line gerät wegen des Transports von radioaktivem Material auf ihren Passagierschiffen unter Druck. Nach einem gestern ausgestrahlten NDR-Beitrag (Panorama 3 „Atomtransporte auf Fähren: Insider packt aus
von Alexa Höber & Ingo Thöne) erklärte die Fährlinie, sie werde den Transport von Uranhexafluorid grundsätzlich überprüfen. ROBIN WOOD hält es für unverantwortlich, radioaktive Fracht auf Passagierschiffen zu transportieren und fordert von Stena Line – wie auch grundsätzlich – einen umgehenden Stopp sämtlicher Atomtransporte.

Die Fähre von Stena Line fährt zwischen Rostock und dem schwedischen Trelleborg. Die Passagiere an Bord ahnen nichts davon, dass regelmäßig auch radioaktive Fracht mitreist. Seit 2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz 70 Transporte mit Uranhexafluorid genehmigt. Der Stoff wird zur Produktion von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet.

Bei einem Unfall birgt das radioaktive, hochtoxische Uranhexafluorid an Bord erhebliche Gefahren für die Passagiere. Anders als Frachtschiffe sind die Fähren der Stena Line nicht einmal mit geeignete Löschanlagen ausgestattet, die einen Brand mit Kohlendioxid oder Stickstoff ersticken. Stattdessen gibt es Wassersprühanlagen. Wenn Uranhexafluorid jedoch mit Wasser in Berührung kommt, entsteht Flusssäure, die Haut, Augen und Atemwege verätzt – bis hin zum Tod der Betroffenen.

Protestbanner ein Jahr nach dem Brand auf der Atlantic Cartier (Foto: ROBIN WOOD)

ROBIN WOOD-Protestbanner ein Jahr nach dem Brand auf der Atlantic Cartier (Foto: ROBIN WOOD)


Wie brandgefährlich Atomtransporte sind und wie aufwändig die Löscharbeiten, hat das Großfeuer auf dem Frachter Atlantic Cartier im Hamburger Hafen am 1. Mai 2013 gezeigt. Das Schiff hatte ebenfalls Uranhexafluorid geladen – außerdem Ethanol und Munition. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn auch noch Hunderte nichts ahnender Passagiere an Bord gewesen wären – wie auf einer Fähre der Stena Line.

Der Widerstand gegen Atomtransporte wächst. Diese Woche stoppten Anti-Atom-AktivistInnen einen Uranzug in Hamburg. Mehr dazu…

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