Aktion, Energie
25. Februar 2012

Kletteraktion in Kiel für den Stopp von Atomtransporten auf dem Nord-Ostsee-Kanal und weltweit

AktivistInnen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD und der Kieler Bürgerinneninitiative gegen Atomkraft unterstützten heute mit einer Kletteraktion in der Kieler Innenstadt den Autobahn-Aktionstag gegen Atomtransporte. Zwei Aktivisten spannten ein Transparent mit der Aufschrift “Stopp Atomtransporte. Keine Atomtransporte durch den Nord-Ostsee-Kanal und weltweit!” quer über die belebte Fußgängerzone am Holstenplatz. Andere verteilten Info-Flyer an PassantInnen.

Anti-Atomkraft-Initiativen demonstrierten heute vor allem  in Nordrhein-Westfalen gegen Atomtransporte. Dort sollen möglicherweise demnächst 152 hochradioaktive Castor-Behälter vom Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden sollen.

Mit der Aktion in Kiele wollten die AktivstInnen darauf aufmerksam machen, dass auch im hohen Norden regelmäßig Atomtransporte stattfinden. Jede Woche passieren Schiffe mit radioaktivem Material den Nord-Ostsee-Kanal. Transportiert werden Materialien wie das extrem giftige Uranhexafluorid (UF6, Rohstoff zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke) Uranoxide, unbestrahlte Brennelemente und andere Produkte, die für den Betrieb von Atomanlagen notwendig sind. In der Öffentlichkeit ist wenig bekannt über die Transporte und die Gefahren, die damit verbunden sind.

“Wir wollen mit unserer Aktion über die hochgefährliche Atomtransporte auf Autobahnen, Bahnstrecken und – wie hier in Kiel – auf dem Nord-Ostsee-Kanal informieren und Druck machen, damit sie eingestellt werden. Zu einem echten Atomausstieg gehört unbedingt auch der Stopp der Atomtransporte”, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Patrick Müller. “Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine auch von großen Frachtschiffen stark befahrene Wasserstraße. Das bringt eine hohe Unfallwahrscheinlichkeit mit sich. Der Transport von radioaktivem Material birgt zusätzliche, nicht akzeptable Risiken.”

ROBIN WOOD Kiel und die Kieler Bürgerinneninitiative gegen Atomkraft fordern daher:

sofortige Entwidmung des Nord-Ostsee-Kanals für alle Atomtransporte!
sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen und der Urananreicherungsanlage Gronau!
sofortige Stilllegung der verbliebenen Atomanlagen-weltweit!

Aktion, Blog, Cottbus, Süd-West, Tropenwald, Wald
19. Februar 2012

Unterstützung gegen die Zerstörung Tasmanischer Urwälder

Seit nunmehr 30 Jahren toben die Auseinandersetzungen um die noch aus “Gondwana” (dem Urkontinent) stammenden Urwälder in Tasmanien (Australien). Mittlerweile die dritte Generation von UmweltschützerInnen stellt sich der abstrusen Logik des Abholzens von einzigartigen Regenwäldern für Toilettenpapier und Parkett-Fußboden entgegen. Doch die intakten Waldflächen werden kleiner und kleiner.

Der weltweit bekannte – gerade im Aussterben befindliche – Tasmanische Teufel hat genau in diesem Gebieten sein zu Hause. Doch darauf wird, wie immer wenn es um Profitinteressen von internationalen Konzernen geht, keine Rücksicht genommen.

Vor nun 6 Monaten gab es ein Hoffnungszeichen – 430.000 Hektar Wald wurden unter Schutz gestellt. Doch das nun die Fällarbeiten in den per sofortiger Wirkung geschützten einmaligen Biotopien gestoppt würden – weit gefehlt. Es wird weder von der Regierung noch von der Polizei etwas unternommen um dies durch zu setzen.

Ein weltweiter Aktionstag am 14. und 15. Februar war der Beweis der globalen Bedeutung der Wälder Tasmaniens. Hunderte von Menschen organisierten mehr als 70 Aktionen in 15 Ländern.

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Mit Straßentheater, Transparenten, Demonstrationen und Projektion der Bildern von Tasmaniens Wälder auf Gebäude zeugen von arbeitsreichen 24 Stunden mit kreativen und inspirierenden Aktionen. Bei einer gewagten Aktion seilten sich AktivistInnen vom Black Mountain Tower in Canberra (Australien) ab, um die Botschaft der Unterstützung zu zeigen.

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

In Solidarität mit den UmweltschützerInnen in Tasmanien haben sich Aktive von ROBIN WOOD in Cottbus und Stuttgart am Dienstag, den 14. Februar an einer Solidaritätsaktion beteiligt. Mit dieser Unterstützung ging es darum zu zeigen, dass uns der Klimawandel alle angeht und das wir die Abholzung von  intakten, einmaligen Wäldern mit einer sehr großen Artenvielfalt nicht hinnehmen – weder hier noch in Tasmanien – am sogenannten anderen Ende der Welt!

Hintergrundinformationen gibt es hier, Informationen zum Aktionscamp vor Ort hier und Fotos des Aktionstages hier.

Aktion, Rhein-Main, Süd-West, Verkehr
17. Februar 2012

S 21 und Fraport: Bürgerbeteiligung Minus oder Wunder der unbefleckten Erkenntnis

Der Schlossgarten ist geräumt, uralte Bäume sind für eine Baubrache gefällt. Die Bahn wird dort nicht bauen, denn ihr fehlt die Genehmigung für das dafür notwendige Umpumpen mehrerer Millionen Kubikmeter Grundwasser und ihr fehlt die Firma, die sich zutraut, die Riesengrube auszuheben. Das bestätigte Projektsprecher Dietrich bei einem Pressegespräch der Bahn am Montag dieser Woche.

ROBIN WOOD-Aktivistin im Schlossgarten 15.2.2012

Am Umgang mit den jahrhundertealten Bäumen im Schlossgarten eskalierte der Konflikt um den Tunnelbahnhof Stuttgart 21. Den ersten Fällungen in der Nacht zum 1. Oktober 2010 ging der „Schwarze Donnerstag“ voraus mit martialischem Polizeieinsatz. Darauf folgte eine scheinbar neue Qualität der Bürgerbeteiligung mit den drei Meilensteinen Schlichtung im Herbst 2010, Stresstest im Sommer 2011 und Volksabstimmung am 27. November 2011.

Der Schlichter Heiner Geißler erklärte am Montag vergangener Woche, dass die Zusage der Bahn, für den Tiefbahnhof keine gesunden Bäume zu fällen, zentraler Punkt der Schlichtung war. Diese Zusage ist nun gebrochen. Zweiter zentraler Punkt der Schlichtungsvereinbarung war – ebenfalls laut Geißler selbst – die im Stresstest nachzuweisende Kapazitätssteigerung durch den Neubau. Dem mit Ach und Krach von der Bahn bestandenen Stresstest wurde inzwischen massive Manipulation bis hin zum Betrug nachgewiesen, tatsächlich werden mit Stuttgart 21 Bahnkapazitäten abgebaut. Doch die Behauptung der Bahn, S21 bringe einen Kapazitätsgewinn, war Grundlage der Volksabstimmung über die Beteiligung des Landes an den Kosten.

Geißler warnt, dass durch die Fällung das Vertrauen der Bürger_innen in die Demokratie Schaden nimmt und vergleicht dies mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens. Das Ergebnis der aufwändigen „Mediation“ war die Kopplung von Flughafenausbau und Nachtflugverbot. Doch die hessische Landesregierung setzte sich darüber hinweg. Am 13. März verhandelt das Bundesverwaltungsgericht Leipzig aufgrund der Klage des Landes Hessen darüber, ob und inwieweit die Landesregierung an das Ergebnis der Mediation gebunden ist. Das Verfahren ist ein Musterfall für die schöne neue Bürgerbeteiligungswelle.

Am kommenden Rosenmontag geht in Stuttgart der Aufzug unter dem Motto „Das Wunder der unbefleckten Erkenntnis“ nahtlos über in die 112. Montagsdemo für den Erhalt eines leistungsfähigen Bahnknotens. Im Frankfurter Flughafen trifft sich die 12. Montagsdemo gegen Fluglärm, für eine Schließung der Landebahn Nordwest und für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, Parole „Mainz wie´s lärmt und kracht“.

Aktion, Süd-West, Verkehr
15. Februar 2012

S 21: Polizei räumt für Bahnbetrieb mit 15 Promille

Gestern standen vier Aktive von ROBIN WOOD vor Gericht, die oberhalb von Bahnschienen gegen Atomtransporte auf denselben demonstriert hatten. Die Polizei hatte sie daraufhin mit Bußgeldern wegen Verstoßes gegen die Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO) belegt.

Das ist die kleine Nachricht. Die große Nachricht ist, dass seit gestern Nachmittag mehrere tausend PolizistInnen den Stuttgarter Schlossgarten räumen, damit die Deutsche Bahn AG dort eine Baubrache für den Tunnelbahnhof Stuttgart 21 anlegen kann. Die Gleise des Tunnelbahnhofes werden im Bahnhof ein Gefälle von 15,143 Promille haben. Das ist fünfmal mehr als in der oben genannten Eisenbahnbau- und Betriebsordnung festgelegt. Diese schreibt in §7 (2) vor, dass die Längsneigung von Bahnhofsgleisen „2,5 Promille nicht überschreiten“ solle. Zumindest in Europa ist ein derart abschüssiger Bahnhof einmalig. Züge müssen während der Haltezeit durchgehend gebremst sein, ebenso Kinderwagen, Rollstühle und Rollkoffer. Um den Stresstest zu bestehen, legte die Bahn einen weiteren virtuellen europäischen Rekord in der Dichte der Gleisbelegungen und zahlreichen Doppelbelegungen hin. Droht Lokführern in Zukunft ein Bußgeld wegen Überschreitens der Promillegrenze nach EBO?

Alle Fotos: Chris Grodotzki / visual-rebellion.com

Der Räumung des Schlossgartens und der von ROBIN WOOD besetzten Bäume können Sie auf unserem Twitter-Account folgen.

Aktion, Süd-West, Verkehr
13. Februar 2012

S 21: Von der Sternstunde zum Kellerloch der Demokratie

Die DB AG hält nach einem Pressegespräch heute weiter an ihrer Absicht fest, in den kommenden Tagen im Mittleren Schlossgarten Bäume zu fällen. Sie bricht damit eine zentrale Vereinbarung der Schlichtung und zeigt sich unbeeindruckt vom Einschreiten des ehemaligen Schlichters Heiner Geißler. Die Schlichtung war die politische Reaktion auf den katastrophalen Polizeieinsatz am 30. September 2010, dem „Schwarzen Donnerstag“. Nun droht – vieles deutet auf die Nacht von Dienstag auf Mittwoch hin – dessen Wiedergänger unter einer grünroten Landesregierung, die zulässt, dass Bürgerbeteiligung als Farce zur Akzeptanzbeschaffung missbraucht wird. Stuttgart 21 ist rechtlich, baulich und finanziell ein Desaster. Die Schlichtung, als „Sternstunde der Demokratie“ bejubelt, droht im Kellerloch der Stuttgarter Tunnelbauer zu verschwinden. Die Baumbesetzer_innen von ROBIN WOOD bleiben oben.

die Kernfrage, 10.02.2012 from fluegel.tv on Vimeo.

 

Aktion, Süd-West, Verkehr
8. Februar 2012

S 21: Das große Drängeln um den Trog

Gerade hat Ministerpräsident Kretschmann grünes Licht – tätä – für Baumfällungen im Stuttgarter Schlossgarten gegeben, da vergeigt der ehemalige Schlichter Heiner Geißler den schönen grünroten Bürgerbeteiligungsdreiklang aus Schlichtung, Stresstest und Volksabstimmung. In seiner Facebook-Mitteilung von Montag schreibt Kretschmann vom Konflikt um Stuttgart 21 bereits in der Vergangenheitsform und tut Rechtswidrigkeiten, Kostenexplosionen und technische Unmöglichkeiten als „Schwächen“ ab, die ihn nicht dazu bringen werden, das Projekt zu Fall zu bringen. Geißler bestätigt nun schriftlich, dass der Erhalt gesunder Bäume im Schlossgarten zentraler Bestandteil des Schlichterspruches war, wörtlich: „Die Bäume im Schlossgarten bleiben erhalten. Es dürfen nur die Bäume gefällt werden, die ohnehin wegen Krankheiten, Altersschwäche in der nächsten Zeit absterben würden. Wenn Bäume durch den Neubau existentiell gefährdet sind, werden sie in eine geeignete Zone verpflanzt.“ Das ist unvereinbar mit dem Vorhaben der Bahn, bis Ende Februar im Schlossgarten 178 Bäume zu fällen. Unmittelbar von der Fällung bedroht ist u.a. eine über 150jährige Platane. Dort, wo ihr über einen Meter dicker Stamm wurzelt, will die Bahn den so genannten „Trog“ für den Kellerbahnhof bauen. Die Betonschale ist ein Riesending – so riesig, dass der Bahn bisher kein Angebot einer Firma vorliegt, die sich zutraut, das Ding zu bauen. Die Bahn weiß nicht, wer ihr die Grube ausheben sollte, aber sie ist sich mit der Polizei schon mal einig, dafür die Flächen räumen und die Bäume fällen zu lassen. Der grüne Ministerpräsident taucht ab. Die Baumbesetzer_innen von ROBIN WOOD bleiben oben.

Hintergrund S 21

Sonderzeitung Stuttgart 21 – Ein Projekt gegen Recht und Gesetz

Aktion, Süd-West, Verkehr
7. Februar 2012

S 21: Polizei und DB sind sich einig / Augen auf am nächsten Wochenende

Das Kommunikationsbüro der DB AG teilte heute morgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd mit, dass Polizei und Bahn  sich über einen Termin zur Räumung des Schlossgartens und Fällung der dortigen Bäume einig seien. Den verraten sie aber nicht, damit die Bürger_innen den Landesdienern oder gar der bundeseigenen Bahn nicht noch mehr in die Quere kommen. “Gelebte Transparenz” könnte Landesvater Kretschmann nun erneut sein Lob auf die Polizei beim von der Bahn vorgezogenen Abbruch des Südflügels ausbringen. Aber nein, der Ministerpräsident ist gar nicht dabei, sondern erklärt per offenem Brief auf Facebook, dass die Volksabstimmung ihm endlich die Legitimation verschafft hat, jeden Mist in der Projektplanung von Stuttgart 21 zuzulassen und sich nicht weiter einzumischen, bl0ß weil er von ein paar weniger Leuten als bei der Volksabstimmung zum Ministerpräsidenten gewählt wurde: ‘Wer meint, die Landesregierung und insbesondere ich als Ministerpräsident könnten oder müssten das Projekt über Schwächen noch endgültig zu Fall bringen, dem muss ich ganz klar sagen, dass ich dies nicht machen werde.’ Ein paar dieser für die Landesregierung zwar teuren aber lässlichen “Schwächen” finden Sie hier.

In der Autostadt Stuttgart soll ein Bahnhofsabriss möglichst wenig den Berufsverkehr auf der Straße behindern. Deswegen Augen und Ohrenschützer auf und am kommenden Wochenende (11/12.2.) warm anziehen! Zur aktuellen Lageeinschätzung hier lang.

Aktion, Energie
5. Februar 2012

Keine Sonntagsruhe: Robin Wood Aktion bei “Spaziergang” an der Atomfabrik Gronau.

ROBIN WOOD Aktion beim Sonntagsspaziergang an der UAA Gronau - 5.2.2012 

ROBIN WOOD Aktion beim Sonntagsspaziergang an der UAA Gronau - 5.2.2012

Einen Tag nach der “Internationalen Urankonferenz 2012″ in Münster haben heute beim Sonntagsspaziergang in Gronau rund 50 AtomkraftgegnerInnen für die sofortige Stilllegung der dortigen Urananreicherungsanlage (UAA) demonstriert. AktivistInnen von ROBIN WOOD kletterten an der Zufahrt der Uranfabrik auf Fahnenmasten und spannten in mehreren Metern Höhe zwei Transparente: “Fukushima mahnt – Atomausstieg sofort” war auf dem einen Banner zu lesen, “Atomtod – Made in Germany” auf dem anderen. “Der Atomausstieg ist nicht glaubwürdig, wenn Atomfabriken wie die UAA Gronau weiter unbefristet Brennstoff für die Atomkraftwerke in aller Welt herstellen. Diese Anlage muss endlich abgeschaltet werden”, fordert der ROBIN WOOD Aktivist Patrick Müller.

Gestern haben rund 200 AktivistInnen in Münster auf der “Internationalen Urankonferenz 2012″ über den weltweiten Uranhandel, damit verbundene Atomtransporte und die Risiken diskutiert. Die Abschlusserklärung der Konferenz gibt es hier: www.robinwood.de/uran.

Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt aus Gronau ist angesichts der Aktionen und dem Engagement der AtomkraftgegnerInnen in den letzten Tagen zuversichtlich:  “Es ist erfreulich, dass der Protest gegen die Urananreicherung und die hochgefährlichen Urantransporte bunt und vielfältig ist. Gemeinsam kann es der bundesweiten Anti-Atomkraft-Bewegung gelingen, den Betrieb der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau zu stoppen”.

Der Widerstand nimmt jetzt langsam Fahrt auf. Der nächste Schritt ist eine große Demonstration am 11. März in Gronau.  Dann jährt sich zum ersten Mail die Katastrophe von Fukushima. Erste Informationen dazu gibt es unter http://www.fukushima-jahrestag.de

Aktion, Energie
3. Februar 2012

Nachtrag und Fotos zur Aktion in Münster gegen die Urananreicherung

Mit 5 Transparenten protestierten am Bahnhof in Münster heute rund 20 Aktivist_innen von ROBIN WOOD und aus dem Münsterland gegen den Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau. Der Bahnhof ist eine wichtige Drehscheibe bei den Urantransporten von und zur Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau. Bei minus 5 Grad hielten es die 9 Kletternden mehr als 2 Stunden aus, um ein deutliches Signal zu setzen und auf die morgige Urankonferenz in Münster hinzuweisen.

Kletterprotest in Münster: Ausstieg sofort

Kletterprotest in Münster: Ausstieg sofort

Auf der Konferenz sollen Strategien zur Auflösung der Uranindustrie sowie zur Stilllegung von Uranminen und -fabriken beraten werden.

Im Brennpunkt steht die Atomfabrik in Gronau, die Atomkraftwerke weltweit mit angereichertem Uran versorgt. Dadurch trägt sie zu den atomaren Risiken bis hin zum Super-GAU in aller Welt bei. Während hierzulande nach der Atom-Katastrophe von Fukushima zumindest einige AKW stillgelegt und die Laufzeit der verbleibenden neun Reaktoren langfristig begrenzt wurde, wurde die Atomfabrik in Gronau ausgebaut und hat die Lizenz zum unbefristeten Weiterbetrieb.

Mit dem Betrieb der UAA Gronau sind zahlreiche gefährliche Atomtransporte verbunden. Ein Großteil dieser Transporte unterliegt nicht einmal der Überwachung durch das Bundesamt für Strahlenschutz. Die Transportstrecken werden geheim gehalten – eine wichtige Drehscheibe für die Schienentransporte ist aber der Bahnhof in Münster.

Atomtod made in Germany - Transparent in Münster

Atomtod made in Germany - Transparent in Münster

Nach rund zwei Stunden in eisiger Kälte beendeten Anti-Atom-AktivistInnen von ROBIN WOOD und aus dem Münsterland gegen 13 Uhr ihre spektakuläre Abseilaktion gegen den Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage Gronau und die Urantransporte. Sie hatten vor dem Münsteraner Hauptbahnhof fünf Transparente auf dem Vordach des Hauptbahnhofs und über den Berliner Platz gespannt. Die Stimmung war entspannt, doch die Polizei nahm nach dem Ende der Aktion von mehreren AktivistInnen die Personalien auf.

Mehr Informationen über Uran und die UAA Gronau: www.robinwood.de/uran

Informationen zur Konferenz gibt es unter: www.urankonferenz2012.de

 

Aktion
3. Februar 2012

Heute: Aktion gegen Uranfabrik Gronau – Morgen: Urankonferenz in Münster

Anti-Atom-AktivistInnen von Robin Wood und aus dem Münsterland haben heute vor dem Hauptbahnhof in Münster – einer zentralen Drehscheibe für Urantransporte von und zur Urananreicherungsanlage Gronau – mit einer spektakulären Abseilaktion für die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und dem Stopp aller Urantransporte demonstriert. Es wurden Transparente vom Vordach des Hauptbahnhofs und quer über den Berliner Platz gespannt. Das erzeugte viel Aufmerksamkeit. Die Polizei griff erst am Ende der Aktion ein und stellte zahlreiche Personalien fest.

Mehr Informationen über Uran und die UAA Gronau: www.robinwood.de/uran

Mit der Aktion wollten die AktivistInnen auch auf die Internationale Urankonferenz morgen in Münster aufmerksam machen. Die Urankonferenz beginnt um 10 Uhr im Institut für Soziologie, Scharnhorststr. 121, 48151 Münster (am Aasee).

Alle Infos zum Programm und zur Anreise auf der Konferenz-Webseite: www.urankonferenz2012.de, Rückfragen bitte an: info@urankonferenz2012.de. Morgen gibt es ein Konferenz-Handy für aktuelle Anfragen: 0176-69345205