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27. November 2011

Großdemo gestern, Volksabstimmung heute, Widerstand morgen und übermorgen.

Die Volksabstimmung zum Ausstiegsgesetz zum Wahnsinnsprojekt Stuttgart 21 läuft auf Hochtouren und doch sind viele der S21-Gegner_innen auch mit ihrem Herzen im Wendland. Zudem haben viele S21-Gegner_innen sogar schon vor Wochen ihre Ja-Stimme zum Ausstieg, zu mehr Bürgerbeteiligung, zur Kostenwahrheit und, entgegen der Behauptungen der Befürworter, auch zur Zukunft der Region, des Landes und einer bürgerfreundlichen Bahn abgegeben. Sie sitzen nun auf Gleisen im Wendland, kochen mit in der Volxküche, die den Demonstranten an den Gleisen versorgt, oder verteilen Decken, Strohsäcke und heißen Tee. Die Proteste im Wendland dauern an und sind so kreativ und erfolgreich wie noch nie. Die Proteste in Stuttgart werden ebenso weitergehen. Gestern auf der letzten Großdemonstration vor der Volksabstimmung fanden sich mehrere Tausende Demonstranten vor dem ehemaligen Nordflügel des Hauptbahnhofes zusammen. Unter anderem hat Werner Schretzmeier vom Stuttgarter Theaterhaus gesprochen. In seiner Rede betonte er die Wichtigkeit unseres Protestes auch nach der Volksabstimmung, egal wie sie ausgeht:

Selbst wenn morgen das Ja über das Nein siegen wird. Sie werden mit aller Gewalt diese Milliarden-Grube verwirklichen wollen. Deshalb: Widerstand heute, morgen und übermorgen und überübermorgen!

Diese Einschätzung teilen wir, die Regionalgruppe Stuttgart, mit und haben uns in Vorbereitung darauf mit unserem neuen Baumhaus winterfest gemacht. Denn die Bahn macht einfach weiter und das obwohl immer mehr Skandale u.a. bezüglich der Vertuschung der wahren Kosten des Projekts ans Licht kommen (die neueste Meldung hierzu im Frontal21-Bericht von letzter Woche.) Wir sind gespannt auf die heutige Ergebnisse, aber eine Volksabstimmung, die nicht mit einer fairen Informationskampagne begleitet wird, die keine Kostenlügen und ähnlich falsche Behauptungen und Diffamierungen zulässt und die durch Steuergelder finanzierte Wählertäuschung und Beeinflussung seitens Oberbürgermeister Schuster eigentlich ungültig gemacht wurde, ist alles andere als ein Beispiel für eine gesunde Demokratie. Wir gehen trotzdem hin; wir kreuzen trotzdem Ja an. Aber unser Protest endet nicht im Wählerbüro, sondern erst wenn Stuttgart 21 gestoppt wird und für immer vom Tisch ist! Noch zum Abschluss seiner Rede, schickte Herr Schretzmeier solidarische Grüße ins Wendland:

Diese Bürgerbewegung findet im Augenblick auch entlang der Castorstrecke statt. Diesen Tausenden von Bürgerinnen und Bürgern gehört ebenfalls unsere ganze Solidarität. Oben bleiben!

Auch wir schicken solidarische Grüße und Kraft ins Wendland. Auch wenn manche von uns nur mit Herzen bei Euch sein können.

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