Aktion, Energie
23. November 2010

Foto und Solidarität mit zum Absturz gebrachten Baumkletterer Niels

Hier ein Blogbeitrag des Kletterkollektivs „Atomkraft tötet“, unten das Foto: Am Rande der Castor-Transportstrecke kurz hinter Laase wurde Niels von einem Polizisten unvermittelt und ohne Warnung in einer Höhe von ca. 4,5m in Steigeisen stehend an einem etwa 35 Meter von der Straße entfernt gelegenen Baum derart massiv mit Reizgas angegriffen, dass er rückwärts unkontrolliert abstürzte. Dabei zog er sich Frakturen von zwei Brustwirbeln sowie diverse Prellungen und Stauchungen zu. Auf dem Foto ist der Moment direkt nach Niels Absturz festgehalten, als der Polizist immer noch Reizgas gegen den zweiten am Baum befindlichen Kletterer einsetzt, anstatt sich um den Verletzten zu kümmern.

Polizist mit Pfefferspray zielt auf den unteren Kletterer / Foto: Atomkraft tötet

Polizist mit Pfefferspray zielt auf den unteren Kletterer / Foto: Atomkraft tötet

Nachdem Niels per Helikopter in das Krankenhaus in Uelzen gebracht wurde, versuchte die Polizei dort noch in der Notaufnahme seiner Daten habhaft zu werden. Als er für zwei Tage zur Beobachtung auf eine Station verlegt wurde, kündigte die Polizei dort ihr Kommen zur Vernehmung an, was Niels aus Angst dazu vertanlasste, sich gegen ärztlichen Rat, allerdings in Absprache mit diesen, selbst zu entlassen, nachdem er ein Stütz-Korsett angepasst bekam. Die anschließenden ambulanten Untersuchungen machten deutlich, dass er für mindesten drei Monate das Korsett wird tragen müssen und ebenso lange krank geschrieben ist, also seinen Beruf als selbständiger Baumpfleger nicht wird ausüben können. Inzwischen ist er zu Hause und kann nach wie vor die meisten Bewegungen nur unter starken Schmerzen ausführen. Ein juristisches Vorgehen gegen diesen unverhältnismäßigen, fahrlässigen und lebensgefährdenden Polizeieinsatz wird zur Zeit geprüft. Für die schon entstandenen Kosten durch eine Laboruntersuchung zum Nachweis des Reizgases auf seiner Kleidung, Arztkosten, denen die Krankenkasse vielleicht die Übernahme verweigert oder zumindest lange hinauszögert, sowie anfallende und entstehende juristische Kosten und Folgekosten bitten wir um solidarische Spenden auf das unten angegebene Konto. Vielen Dank an alle! Kletterkollektiv Atomkraft tötet Kontoinhaberin: Lena Zühlke Kontonummer: 3010257861 Postbank Hamburg BLZ: 20110022 Stichwort: Atomkraft tötet

Kommentare

  • Moritz, 23.11.2010, 17:35

    Ich habe leider selber nicht so viel Geld… Hoffentlich ist Niels bald wieder fit und viel Glück für den Prozess!

  • Kai Müller, 23.11.2010, 18:55

    Hallo,

    bringt doch den Vertrieb der RoWo Räder mal voran und sprecht mit dem „Zulieferer“ ob er die ersten 50 spendet. Dann hätten die die wollen ein Rad und Geld wär auch gleich noch für Niels da….

    Gruss Kai

  • Sebastian Vollnhals, 23.11.2010, 21:03

    Unser „Zulieferer“ ist eine kleine Fahrradmanufaktur aus Leipzig. Ich bezweifle, dass da eine Spende im Gegenwert von einigen Zehntausend Euro mal eben machbar wäre. Und wenn: Robin Wood darf Mittel nur gemäß dem Vereinszweck verwenden, worunter die direkte finanzielle Unterstützung von Niels leider nicht fiele.

  • Martin, 24.11.2010, 06:47

    Gute besserung Niels! Zusammen gegen Polizeigewalt! Die Beamten in grün/ blau sollen endlich mal ihr Hirn anschalten und selbst über ihren Einsatz nachdenken und im Zweifel schwarze Schaafe enttarnen

  • Kati, 24.11.2010, 08:04

    Gute Besserung Niels!

  • Tino, 26.11.2010, 00:37

    niels..gute besserung!
    mal ein guter grund mein konto zu überziehen:)

  • Stefanie, 26.11.2010, 01:12

    Alles Gute, Niels! Schnelle Genesung und das juristische Glück auf deiner Seite! Das war doch mehr als Fahrlässig von der Polizei! Habe ich das richtig in Erinnerung, war der Castor zu der Zeit schon im Zwischenlager? Und es bestand gar kein Grund mehr die beiden überhaupt herunter zu holen, geschweige denn gewaltsam, oder war die Nachricht erst später durch den Ticker gegangen?

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