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20. Oktober 2015

HH – Atomkraftgegner wehrt sich vor Gericht

Drei Container Uranerzkonzentrat wurden am Süd-West-Terminal von C. Steinweg in Hamburg am 19. Oktober 2015 umgeschlagen und gegen 16:45 Uhr über den Schienenweg  Richtung Frankreich losgeschickt. Ziel des Uranzuges ist die AREVA Uranfabrik in Narbonne Malvési. Das ist der zweite Atomtransport aus dem Süd-West-Terminal innerhalb von wenigen Tagen (Transport von vergangenem Donnerstag). Die radioaktive Fracht stammt dieses mal aus Namibia. Über die Urantransporte gibt es einen Ticker.

Derweil sogt die Politik mit einem Atommüllgesetzentwurf „Nachhaftung für Rückbau- und Entsorgungskosten im Kernenergiebereich“ für Schlagzeilen und vermittelt den Eindruck, sie arbeite daran, das Atommüllentsorgungsproblem zu lösen.

Dies ist aber nur Schein und Trug, denn: Die Atomtransporte fahren weiterhin quer durchs Land, und Atommüll wird munter weiter produziert. Vom „Atomausstieg“ sind die Versorgungstransporte der Atomindustrie nicht betroffen. Befördert wird mit dem aktuellem Transport der Rohstoff für die Fertigung von Brennelementen und somit die Produktion von hochradioaktivem Atommüll. Hinzu kommt, dass bei jeder Etappe der Atomspirale, ob beim Uranabbau oder bei den weiteren Verarbeitungsschritten, jeweils eine große Menge Atommüll entsteht.

Aus diesem Grund setzten AktivistInnen mit kreativen Aktionen gegen Urantransporte am Anfang der Atomspirale an.  Unter dem Motto „Atomtransporte stoppen, bevor sie zu Atommüll werden!“

Dafür sollen sie aber durch einen Staat, der ansonsten vorgibt den Atomausstieg voranzutreiben, kriminalisiert werden. Am morgigen Mittwoch 21.10.2015 wird einem ROBIN WOOD-Aktivisten vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg der Prozess gemacht. [ACHTUNG: Update v. 20.10.15, 16:30 Uhr: Das Amtsgericht Harburg hat den Termin ausgesetzt. Die Verhandlung findet NICHT am 21.10.15 statt. Voraussichtlicher neuer Termin: 7.12.2015 um 11:30 Uhr. Wir halten euch auf dem Laufenden!]

Kletteraktion gegen Uranzug November 2014

Kletteraktion gegen Uranzug November 2014

 

Weitere Prozesse stehen darüberhinaus gegen weitere AktivistInnen an: wegen einer Uranzugblockade (Ankettaktion) und einer Inspektionsaktion bei C. Steinweg im Sommer 2014.

 

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