Aktion, Süd-West, Verkehr
26. März 2015

DB AG umsteuern statt leistungsschwache Protzbahnhöfe bauen

20150323LegeVoll war der Stuttgarter Schlossplatz bei der 265. Montagsdemo. Sie stand unter dem Motto “Bessere Bahn statt Tunnelwahn”. ROBIN WOOD war eingeladen, vor über tausend Menschen die Eröffnungsrede zur Bilanz der DB AG 2014 und zum neuen Fernverkehrskonzept zu halten. 2014 macht die DB AG mehr als die Hälfte ihres Umsatzes NICHT auf der Schiene, sondern mit den Flugzeugen und Lastern von DB Schenker Logistics und den Bussen von DB Arriva. Im krassen Gegensatz dazu steht die Herkunft der Gewinne: Drei Viertel aller Gewinne zieht die DB  aus Schienennetz und -personenverkehr! Die ganze Rede lesen Sie hier.

Mehr Fotos finden Sie hier.

Foto: Alexander Schäfer, http://www.schaeferweltweit.de/archiv/stuttgart21/mode/265-Montagsdemo/index.html

Foto: Alexander Schäfer, www.schaeferweltweit.de

Aktion, Verkehr
20. März 2015

Das neue DB-Fernverkehrskonzept im Faktencheck

Bahn für Alle Logo
Bahn für Alle unterzieht das vorgestern hinausposaunte Fernverkehrskonzept der DB einem Faktencheck. Was ist dran an der “größten Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs”? Heißt “Kundenoffensive” Angiff auf die Kunden oder dürfen Fahrgäste in Zukunft auf Luxusprobleme  (“Komfortstörung”) statt Störungen im Betriebsablauf hoffen? Teil der “Kundenoffensive” ist, Bürger_innen von Städten, die erst letztes Jahr vom Fernverkehrsnetz abgeschnitten wurden, bis 2030 (sic!) “neu ans
Fernverkehrsnetz” anzubinden. Lesen Sie mehr im Faktencheck.

Eine ausführliche Analyse der Bahnbilanz für das Geschäftsjahr 2014 finden Sie im Alternativer Geschäftsbericht der Deutschen Bahn AG 2014von unserem Bündnis Bahn für Alle.

Aktion, Verkehr
19. März 2015

perspektiven – Polit-PR mit Ronald Pofalla im Dienst der DB AG

Die Deusche Bahn präsentiert heute ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2014. Der Fernverkehr hat Fahrgäste verloren, erstmals übersteigen die Umsätze in den Unternehmensteilen der DB AG, die nichts mit dem inländischen Schienenverkehr zu tun haben, den Umsatz rund um´s Kerngeschäft. Im krassen Missverhältnis stehen dazu die bilanzierten angeblichen Gewinne der DB AG: Sie kommen zu drei Vierteln aus der DB Netz und Bahnhöfe, DB Regio und Fernverkehr. Die Logistiktochter Schenker und der europäische Busdienstleister Arriva bringen es auf zwei Drittel der Außenumsätze, aber nicht mal ein Viertel des Gewinns der DB AG.

Berlin, 19.3.2015: Aktion bei der DB-Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Bahn für Alle

Das sieht nicht gut aus. Deswegen hat die DB AG gestern die “größte Kundenoffensive in der Geschichte des DB Fernverkehrs” hinausposaunt. Der ebenfalls heute.  veröffentlichte Alternative Geschäftsbericht DB AG 2014 des von ROBIN WOOD mit gegründeten Bündnisses Bahn für Alle zeigt mit eindeutigen Zahlen, warum die versprochenen und in den Medien gut aufgenommenen Maßnahmen eine Mogelpackung sind. Kostprobe: Die Städte Trier oder Chemnitz hat die DB noch vor einem Vierteljahr, im Dezember 2014, ganz vom Fernverkehr abgeknipst. Gestern erklärt das Unternehmen, diese würden wieder in das Fernverkehrsnetz integriert werden – irgendwann bis spätestens 2030.

Und dann ist da noch die Frage der Finanzierung: Bisher zahlt nur der Bund für das Netz. Die Bahn will nun für eine bessere Anbindung der Regionen Fernverkehrszüge im Nahverkehr einsetzen. Dafür müssen sich aber die Bundesländer an der Finanzierung beteiligen. Das auszuhandeln ist der Job von Ronald Pofalla, auf dessen Visitenkarte Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen Deutsche Bahn AG” steht. Vor genau zwei Jahren, am 5. März 2013, hat Ronald Pofalla von seinem damaligen Kanzleramtsminister-Telefon die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der DB angerufen, und sie mit sanftem Druck überzeugt, einer fünfzigprozentigen Kostensteigerung von Stuttgart 21 auf 6,8 Milliarden € zuzustimmen. Eines der Argumente gegen Stuttgart 21 ist, dass die dort versenkten Millarden für das Bahnnetz in der Fläche fehlen werden und über kurz oder lang ALLE Bundesländer für den Kellerbahnhof zahlen werden. Gestern erhielt ein exklusiver Kreis Post von Pofalla:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
heute stellt die Deutsche Bahn ihre Angebotsoffensive für den umweltfreundlichen Fernverkehr vor. In der ersten Ausgabe von „perspektiven“ möchte ich Sie zu diesem Vorhaben informieren. Mit dem neuen Format werde ich auch künftig zu zentralen Themen der DB berichten.
(Siehe angehängte Datei: 150318_perspektiven.pdf)

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Pofalla
Generalbevollmächtigter
für politische und internationale Beziehungen
Deutsche Bahn AG
Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin
Tel. +49 30 297-61550, intern 999-61550, Fax 030 297-61915″

Um kein copyright zu verletzen, muss ich Sie leider bitten, erwähnte erste Ausgabe der Edel-PR „perspektiven“ unter der angegebenen Telefonnumer direkt zu bestellen.

Aktion, Hamburg/Lüneburg, Klima, Tropenwald
23. Februar 2015

Nach ROBIN WOOD-Protest: Kaufhof und Metro zu Gesprächen über Tropenholz-Einkauf bereit

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Schluss mit Raubbauholz bei Galeria Kaufhof! – ROBIN WOOD-AktivistInnen hängen Protestbanner an die Kaufhausfassade, Hamburg, 23.2.15 (Foto: ROBIN WOOD, U. Bertrand)

Der heutige Protest zeitigt prompt Wirkung: Galeria Kaufhof und der Mutterkonzern Metro sind zu Gesprächen mit ROBIN WOOD über die Verbesserung ihrer Einkaufspolitik und einen Verzicht auf Raubbau-Tropenholz bereit. Diese Zusage machten Tino Zeiske, Leiter Corporate Responsibility der Metro-Gruppe und Marion Sollbach, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit bei Kaufhof heute Mittag gegenüber ROBIN WOOD. Ein Termin für die Gespräche ist noch nicht vereinbart, sie sollen aber innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden.

Außerdem hat Kaufhof nach eigenen Angaben alle von ROBIN WOOD getesteten und kritisierten Tropenholzprodukte vorsorglich aus dem Sortiment genommen.

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Hier gibt es Infos gegen den Ausverkauf des Regenwaldes bei Galeria Kaufhof (Foto: ROBIN WOOD)

Zuvor hatten sich zwei Kletter-AktivistInnen von ROBIN WOOD am Vormittag an der Fassade von Galeria Kaufhof in der Hamburger City abgeseilt und dort ein Banner aufgehängt. „Schluss mit Raubbauholz bei Galeria Kaufhof!“ stand darauf gut sichtbar für die PassantInnen in der wie immer gut besuchten Mönckebergstraße zu lesen.

ROBIN WOOD fordert, dass der Metro-Konzern künftig auf Holzprodukte aus den Tropen verzichtet, sofern die Rohstoffe nicht nachweislich aus legaler sowie ökologisch und sozial akzeptabler Forstwirtschaft stammen. Eine solche Selbstverpflichtung hatte der Konzern bereits vor etlichen Jahren gegenüber ROBIN WOOD abgegeben. Durch einen Marktcheck und Laboruntersuchungen von holzhaltigen Gegenständen wie Besteck, Schachbrettern, Pfeffermühlen und Tischtennisschlägern konnte die Umweltorganisation jetzt aber nachweisen, dass der Konzern sich nicht an seine eigene Zusage hält. Auch DER SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, wie Metro und Kaufhof beim ROBIN WOOD-Marktcheck durchfielen.

Bei den KundInnen von Kaufhof kommt es nicht gut an, dass die letzten Urwaldriesen dieser Erde für Alltags- und Spielgegenstände zersägt werden, die genauso gut auch aus regionalem Holz gefertigt werden könnten. Schon gar nicht, wenn der Verkäufer nicht einmal sicherstellen kann, dass das Holz aus legalen Quellen stammt!

Viele PassantInnen bewunderten heute den Mut der KletterInnen und ermutigten die Aktiven von ROBIN WOOD zu weiteren Protesten.

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Feinstes Mahagoni im Angebot? ROBIN WOOD informiert, wer hinter dem Ausverkauf des Regenwaldes steckt (Foto: Stefan Höning)

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Abseilaktion mit Banner (Foto: Stefan Höning)

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Für den Ausstieg von Kaufhof aus dem Raubbauholz-Geschäft – Unterschriften von KundInnen (Foto: Stefan Höning)

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Was tut sich da an der Kaufhaus-Fassade? Prüfender Blick aus dem Fenster (Foto: Stefan Höning)

Aktion, Berlin, Verkehr
18. Februar 2015

Stadtautobahn 100 Berlin: Eine Milliarde für den Verkehrskollaps

26078928,24948167,highRes,maxh,480,maxw,480,3gmd5742Bis kommenden Montag müssen die letzten Mieter_innen zwei Wohnhäuser in Berlin-Treptow räumen. Insgesamt sollen 250 Wohnungen in Asphalt umgewandelt werden: Vier Häuser in der Beermannstraße sollen für die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn 100 abgerissen werden. Vom Dreieck Neukölln bis Treptow wird seit Mai 2013 an drei Kilometern Autobahn gebaut, drei weitere Kilometer sollen bis zur Frankfurter Allee führen. Etwas mehr als eine Milliarde Euro kosten diese sechs Kilometer nach Senatsangaben. Das ist ein Vielfaches der bisher teuersten Straßen oder die Elbphilharmonie unter den Autobahnen. Nach sechs Kilometern wird der Verkehr kollabieren, denn die Bundesautobahn endet an der U- und S-Bahn-Station Frankfurter Allee, mitten in Friedrichshain und Lichtenberg.

Hintergrund

Aktion, Energie, Süd-West
13. Februar 2015

Anti-AKW: Gelungene Kletteraktion vor dem Umweltministerium in Stuttgart

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Atommüll im Kochtopf? Das geht gar nicht! Banneraktion vor dem Umweltministerium in Stuttgart (Foto: Jens Volle, ROBIN WOOD)

Um 11 Uhr ist es soweit. Das Transparent mit der Aufschrift „Kein Atommüll in Kochtöpfe und Gehwege – Einwendungen jetzt!“ hängt vor dem Umweltministerium in Stuttgart. Die AktivistInnen freuen sich, auch wenn der Minister nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung steht.

Worum geht es? Aktuell liegen die Planungsunterlagen für den Rückbau vom AKW Neckarwestheim 1 öffentlich aus. Verschiedene Initiativen haben Einwendungskampagnen gestartet, weil das geplante Konzept viel zu sehr auf schnellen und billigen Rückbau statt auf Risikominimierung für die Bevölkerung abzielt. „Die EnBW plant, riesige Mengen schwach belasteten Materials in den ganz normalen Wirtschaftskreislauf abzuschieben. So kann der Atommüll z.B. als Kochtopf auf dem Tisch landen”, sagt Christina Albrecht von ROBIN WOOD Stuttgart. “Das  geht gar nicht!“

Die AktivistInnen ließen es sich nicht nehmen, die im Ministerium ausgelegten Unterlagen in Augenschein zu nehmen. Schon der Umfang, gerade einmal ein Papierstapel von vier Zentimeter, wird der Bedeutung der geplanten Arbeiten kaum gerecht.

Die Presse war reichlich vertreten, obwohl es sich um ein sperriges Thema handelt. Die Kontext Wochenzeitung hatte sogar schon vorab ausführlich berichtet.

Mal reinschauen: Video von fluegel-tv über die Aktion.

ROBIN WOOD Stuttgart

Aktion, Berlin, Bremen, Energie, Hamburg/Lüneburg, Köln, Rhein-Main
7. Februar 2015

Berichte vom Aktionstag gegen Atomtransporte von Hapag-Lloyd

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Mit einem zwei Meter langen Schiffsmodel voller Atomfässer demonstrierte die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main vor dem Frankfurter Reisebüro von Hapag-Lloyd (Foto: ROBIN WOOD)

Heute haben in zehn Städten Anti-Atom-AktivistInnen gegen die Atomtransporte von Hapag-Lloyd demonstriert. In Frankfurt tauchte die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main mit einem zwei Meter langen Hapag-Lloyd-Papierschiff auf, in Göttingen die Anti-Atom-Initiative mit einem Schlauchboot und Atommüllfässern, in Kiel brachten Kletterer ein Transparent zwischen Bäumen vor dem Hapag-Lloyd-Reisebüro an. In Berlin, Aachen und Rostock wurden Flyer verteilt und Unterschriften gesammelt. In Köln kam die ROBIN WOOD-Regionalgruppe mit einem Reise-Trolli mit Strahlenzeichen. In Hamburg berichten NDR-Fernsehen und das Hamburger Abendblatt von der Aktion, in Göttingen das Göttinger Tageblatt, der NDR, das Göttinger Stadtradio sowie die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine. In Rostock kündigten NDR-MV und das Rostocker Lokalradio  und extrem-News  und die Taz Nord die Aktion an. Hier Bilder von den Aktionsorten:

 

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Auch in Kiel wurde ein Transparent gegen Atomtransporte von zwei Kletternden zwischen zwei Bäumen vor einem Hapag-Lloyd-Reisebüro befestigt und Flyer verteilt: Foto: Kieler BI gegen Atomanlagen

 

Das Anti-Atom-Bündnis “Atomreaktor Wannsee dichtmachen!” vor dem Hapag-Lloyd-Büro in der Königstraße in Berlin-Wannsee (Foto: Anti-Atom-Bündnis)

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Die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Bremen mit bunten Transparenten vor der HL-Reisebüro in der Marktstraße

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Die Kölner Regionalgruppe von ROBIN WOOD kam mit Reisetrolli mit Strahlenzeichen zu Hapag-Lloyd-Reisebüro am Neumarkt Foto: ROBIN WOOD

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Die Göttinger Anti-Atom-Initiative tauchte mit einem Schlauchboot mit Atommüllfässern in der Barfüserstraße vor dem Hapag-Lloyd-Büro auf. Foto: Anti-Atom-Initiative Göttingen

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In Hamburg am Eppendorfer Baum demonstrierten die Hamburger Regionalgrupen von ROBIN WOOD und x-1000malquer zusammen gegen Hapag-Lloyd Foto: ROBIN WOOD

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Die Berliner ROBIN WOOD-Regionalgruppe und Anti-Atom-Berlin demonstrieren zusammen in der Rheinstraße in Berlin-Friedenau gegen Atomtransporte von Hapag-Lloyd

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Protest in Frankfurt (Foto: ROBIN WOOD)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

 

Aktion, Klima, Verkehr
29. Januar 2015

Lobbyliebling Luftverkehrskonzept

In ihrem Koalitionsvertrag trägt sich die GroKo auf, ein Luftverkehrskonzept zu erarbeiten. Dieses Konzept ist ein lang gehegter Wunsch der Luftfahrtindustrie und Topthema beim Lobbyverband Bund der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, BDL.  Der BDL hat dafür die “Posch-Kommission” ins Leben gerufen, die sich 2013 sechsmal traf und mit Vertretern des Bundes aus Verkehrs- und Wirtschaftsministerium sowie der Länder Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg  einen recht offiziellen Eindruck machte. Dem Bundesverkehrsminister ist sie willkommen, doch das grün regierte Baden-Württemberg grätscht rein: In der Kommission saßen keine grünen Verkehrspolitiker, ihr fehle die demokratische Legitimation und die Ausarbeitungen seien nur ein “gut getarnter Lobbybeitrag“. Nun geht es langsamer: Die Marktanalyse, die das Verkehrsministerium als nächsten Schritt vorsieht, soll erst noch vergeben werden. Der Zeitplan bis zu den nächsten Wahlen wird damit – “ambitioniert”.IMG_1102

Für den Klimaschutz ist das eine gute Nachricht. Mehr Klimaschutz im Flugverkehr gibt es nur mit einer Deckelung der Airport-Kapazitäten: Keine Aus- und Neubauten, Nachtflugverbote. Verdecktes Ziel der Luftverkehrslobby beim Luftverkehrskonzept ist es, “Flughäfen von nationaler Bedeutung” mit eigenem rechtlichen Status festzulegen. Vorbild ist der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) für Fernstraßen, Schienennetz und Wasserstraßen.  Am Anfang der Infrastrukturplanung steht die Bedarfsanalyse. Wird im BVWP ein Projekt als “vordringlicher Bedarf” eingestuft, wird aus der Bedarfsanalyse ein Bundesgesetz. Wer jemals Verkehr gezählt und in die Zukunft hochgerechnet hat, weiß um die Wunder der Verkehrsprognostik und die unglaubliche Metamorphose dieser Prognosen in Gesetzesrang zu schätzen. Genau das wäre ein Traum für den BDL: Wachstumsprognosen sollen auch im Luftverkehr bei der Genehmigung von mehr Kapazitäten den Rang von Bundesgesetzen bekommen, an denen sich widerständige Bürger_innen, Kommunen, Regionen und Länder die Zähne ausbeißen.

Wer mehr Klimaschutz durch weniger Flugverkehr möchte, kann sich noch bis zum Wochenende am ROBIN WOOD-Online-Protest beteiligen.

Aktion, Blog, Energie
26. Januar 2015

Robin Wood unterstützt Kampagne gegen die Subventionierung des AKW Hinkley Point

ROBIN WOOD unterstützt die Kampagne der Elektrizitätswerke Schönau gegen die Subventionierung des AKWs Hinkley Point. Der Energiekonzern Electricité de France (EdF) will im englischen Hinkley Point eines der größten Atomkraftwerke der Welt bauen. Finanzierbar ist das Projekt aber nur mit massiven Subventionen durch die britische Regierung, die klar gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Die vorhergehende EU-Kommission hat in ihrer vorletzten Sitzung diese Atombeihilfen genehmigt.

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Hier zum you-tube-Erklär-Video der Energiewerke Schönau

Diese skandalöse Entscheidung öffnet dem Bau neuer Atomkraftwerke in Europa Tür und Tor. Die österreichische Regierung will beim Europäischen Gerichtshof dagegen klagen, die EWS haben direkt bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt. Doch nur wenn der Druck der Bürgerinnen und Bürger höher wird als der Einfluss der Atomlobby, können wir die neu ernannte EU-Kommission dazu bewegen, die Fehlentscheidung zurückzunehmen. Der Beschwerdeweg steht jeder EU-Bürgerin und jedem EU-Bürger offen und ist ohne Kostenfolgen. Schließen Sie sich unserer Beschwerde an – oder formulieren Sie eine eigene Beschwerde –  und fordern Sie mit uns: Kein Geld für Atom – Stoppt Brüssel! (Hintergrundinformationen zur Kampagne)

Schließen Sie sich hier der Beschwerde an!

Aktion, Allgemein, Blog, Tropenwald
24. Januar 2015

Tropenwald im Tank! EU-Parlament entscheidet in Kürze über Deckelung von Biokraftstoffen

Flug Kalangala

Palmölplantage in Uganda

Der Streit der EU-Institutionen um die Deckelung des Anteils von Biokraftstoffen aus Nahrungsmitteln am gesamten Kraftstoffverbrauch geht diese Woche in die nächste Runde.
Lange Zeit floss das nach Europa importierte Palmöl zu einem überwältigenden Teil in die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, während es für den Treibstoffmarkt nur eine untergeordnete Rolle spielte. Dieses Verhältnis hat sich deutlich verschoben. Während 2006 nur 9 Prozent des importierten Palmöl zu Treibstoff wurden, sind es heute bereits rund 30 Prozent. Fast der gesamte Zuwachs der Palmöl-Nachfrage geht mittlerweile auf das Konto der Biokraftstoffindustrie.
Der starke Zuwachs ist vor allem auf falsche politische Weichenstellungen zurückzuführen. Der Einsatz von Biokraftstoffen wird in der EU zum Beispiel durch die Beimischungsquote gefördert. Sie legte 2009 fest, dass bis 2020 im Verkehrssektor mindestens zehn Prozent des Gesamtkraftstoffverbrauchs aus Agrokraftstoffen bestehen sollen. Obwohl damals schon klar war, dass das europäische Angebot an entsprechenden Ölpflanzen dafür bei weitem nicht ausreichen, und der hochproblematische Import von Ölpflanzen aus Übersee stark ansteigen würde. Tatsächlich machen die Importe inzwischen fast ein Viertel des gesamten Biodieselverbrauchs in der EU aus. Davon ist der größte Teil Palmöl. Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass Biokraftstoffe aus zum Beispiel Palmöl in der Regel eine dramatisch schlechtere Klima- und Ökobilanz als fossile Kraftstoffe haben.
Heute liegt der Anteil von Biokraftstoffen am gesamt Treibstoffverbrauch in der EU bei rund 5 Prozent. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird dieser Anteil bis 2020 auf rund 8,6 Prozent steigen. Das würde nicht nur zu einem Anstieg der Treibhausgase, sondern auch zur Zerstörung weiterer riesiger Waldflächen, steigenden Lebensmittelpreisen und großflächigem Landgrabbing in den Entwicklungsländern führen.
Seit 2012 versucht die EU-Kommission nun diese Entwicklung zumindest aufzuhalten. Der Anteil von Biokraftstoffen auf Lebensmittelbasis sollte auf den derzeitigen Stand von fünf Prozent eingefroren und die bisher völlig vernachlässigten Indirekten Landnutzungsänderungen (ILUC) in die Berichterstattung aufgenommen werden. Gemeint ist damit die Verdrängung der Nahrungs- und Futtermittelproduktion durch den Anbau von Energiepflanzen, die dann wiederum auf andere Flächen z.B. Wald- und Moorgebiete ausweichen muss.
Gorilla KettensägeObwohl der Kommissionsvorschlag nur sehr halbherzig ist, wird er von den Mitgliedstaaten blockiert. Die EU-Energieminister wollen sich lediglich auf eine Obergrenze von 7 Prozent am gesamten Kraftstoffverbrauch festlegen. Eine Anrechnung der ILUC-Faktoren wollen die nationalen Regierungen auf jeden Fall verhindern. Das EU-Parlament wiederum sprach sich in der ersten Verhandlungsrunde für eine Obergrenze von 6 Prozent aus und für eine Anrechnung der ILUC-Faktoren. Da in der ersten Lesung keine Einigung erzielt wurde. Geht der Kommissionsvorschlag nun in die zweite Lesung.
Die Gespräche im EU-Parlament haben diese Woche wieder begonnen. Im Februar wird eine Entscheidung des Umweltausschusses erwartet. Lehnt das Parlament die Vorschläge des Rates ab, wird es vermutlich im April zu einem Trilog-Verfahren mit allen drei EU-Institutionen kommen.
Ein Kompromiss wird am Ende vermutlich irgendeine Zahl jenseits der 6 Prozent hervorbringen und damit keinen Durchbruch bringen, sondern den Anstieg der Biokraftstoffe aus Nahrungspflanzen am Gesamtkraftstoffverbrauch nur geringfügig bremsen können. Dennoch ist es ein wichtiger Schritt. Das EU-Parlament muss sich dafür einsetzen den Anteil so niedrig wie eben möglich zu halten. Es muss außerdem dafür Sorge trage, dass über die ILUC-Faktoren indirekte Landnutzungsänderungen verbindlich in die Berechnung der Klimabilanz von Biokraftstoffen einbezogen werden.