Aktion, Allgemein, Blog, Energie
19. Juli 2016

Bure – Wiederbesetzung des Waldes und Aktionen gegen das Atomklo

Die Abstimmung über das französische Endlagergesetz, das für die erste, sechs Milliarden Euro teure Bauphase des Atommülltieflagers CIGÉO in Bure den Grundstein legt, erfolgte in der Assemblée Nationale ohne richtige Debatte in einer Sondersitzung am 11. Juli 2016 zwischen dem EM-Finale und dem Nationalfeiertag am 14. Juli. Die für das Gesetz zuständige Umweltministerin Ségolène Royal blieb der Abstimmung fern und zog ein Fotoshooting mit Fußballpromis der Debatte vor. Sie wurde durch den für die Frankophonie zuständigen Staatssekretär vertreten. An der Abstimmung nahmen lediglich ca. 20 Abgeordnete teil. Einzig vier Ökoabgeordneten stellten Anträge und stimmten gegen das Gesetz (siehe Bericht von Reporterre).

Die Gegner*innen des Atommüllendlagerprojektes sehen schon lange das Treiben der Politiker*innen als eine Farce und setzen auf Widerstand von unten. Der Widerstand wächst seit dem Beginn der Bauarbeiten für CIGÉO im Wald von Mandres-en-Barrois Anfang Juni. Der Wald wurde besetzt und nach 3 Wochen von der Polizei geräumt. Ca. 500 Menschen folgten dem Aufruf, den Wald wieder zu besetzen am 16. Juli. Ein buntes Treiben machte sich auf dem Weg und eroberte den Wald zurück. Ein Erfahrungsbericht von Robin Wood-Aktivistin Cécile Lecomte.

Demonstrant*innen und Polizei. Quelle: Reporterre

Demonstrant*innen und Polizei. Quelle: Reporterre

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7. Juli 2016

Bure – Nach der Räumung ist vor der Wiederbesetzung!

bure-stopBrutaler Polizeieinsatz im Frühtau im aus Protest gegen ein atomares Endlager besetzten Wald von Mandres-en-Barrois. Die Besetzer*innen kommen wieder!

Die Hinweise verdichteten sich in den letzten Tagen, die Aktivist*innen, die den Wald von Mandres-en-Barrois gegen das Atommüll-Endlagerprojekt Namens CIGÉO in Bure seit nun über zwei Wochen besetzten, hatten um Unterstützung gebeten. Gerüchte zu Folge waren zum Beispiel die wenigen Hotels in der äußerst dünn bevölkerten Gegend plötzlich ausgebucht – wohl für die Unterkunft der für die heutige Räumung eingesetzten Gardes Mobiles (militärische Polizei). ROBIN WOOD hatte sich in einer Mitteilung mit den Besetzer*innen solidarisch erklärt. (mehr …)

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29. Juni 2016

Bure – Aktivist*innen erhalten Waldbesetzung trotz Räumungsdrohung aufrecht

Baumplatform im Wald von Mandres-en-Barrois

Baumplatform im Wald von Mandres-en-Barrois

Aktivist*innen und Einwohner*innen blicken auf eine erfolgreiche erste Aktionswoche im besetzten Wald von Mandres-en-Barrois (Lothringen) gegen das Atommüllendlager Projekt  Namens CIGÉO zurück (Siehe Bericht auf Englisch) . Die erste Woche Besetzung wurde am vergangenen Wochenende mit leckerem Essen, Musik und Diskussionen gefeiert. Die Besetzung wird Stück für Stück mit gespendetem Material ausgebaut, die erste Baumplatform wurde neben der bereits eingerichteten Infrastruktur am Boden hoch gezogen. Einwohner*innen und Antiatom-Vereine klagen vor Gericht gegen die illegalen Rodungen – die ANDRA (Nationalagentur für die Entsorgung von radioaktivem Müll) hat mit Rodungen und Bauarbeiten begonnen, obwohl das Endlagergesetz (als industrielle Forschung getarnt)  noch nicht verabschiedet ist – dies soll – wie hier bereits geschildert – am 11. Juli in einer Sondersitzung der Assemblée Nationale geschehen.
Die Besetzung ist der ANDRA ein Dorn im Auge. Sie hat inzwischen zivilrechtliche Schritte eingeleitet und vor dem Verwaltungsgericht eine einstweilige Verfügung beantragt. Diese wurde am 28. Juni durch einen Gerichtsvollzieher an einer Barrikade am Eingang des Waldes hinterlassen. Darin werden die Besetzer*innen zur sofortigen Beendigung der Besetzung aufgefordert (Verfügung als PDF).  Die Räumungsdrohung wurde bislang nicht umgesetzt, es besteht jedoch jederzeit Räumungsgefahr. Aus diesem Grund freuen sich die Aktivist*innen auf tatkräftige Unterstützung.

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23. Juni 2016

coal & boat – Schippert mit bei der Bootstour gegen Kohle in Berlin!

Die Idee kam in Hamburg gut an und verfängt jetzt auch in der Hauptstadt: auf dem Wasser gegen Kohlekraft von Vattenfall demonstrieren.  Kohleausstieg Berlin organisiert eine Bootstour gegen das Vattenfall-Kraftwerk Klingenberg. Die Tour läuft am Sonntag, den 10. Juli 2016 in der Rummelsburger Bucht in Berlin. Auch Robin Wood-AktivistInnen werden auf dem Schiff Anarche mitschippern.

Die coal&boat-Tour richtet sich gegen das im Osten Berlins gelegene Kraftwerk Klingenberg, das noch auf Jahre mit extrem klimaschädlicher Braunkohle aus der Lausitz beheizt werden soll. Dabei hatten Vattenfall und Berliner Senat vereinbart, dass das Kraftwerk bis 2016 zu einem Gas- und Dampfkraftwerk umgebaut wird. Gehalten haben sie sich an ihre Klimavereinbarung nicht – sondern eine neue geschrieben, die vorsieht, dass bis 2020 Kohle und Klima in Klingenberg verheizt werden.

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Besetzter Hafenkran – Keine Kohle aus der Lausitz für Klingenberg, Königs Wusterhausen, 27.11.15

Robin Wood-Aktive hatten im vergangenen Jahr einen Hafenkran besetzt, um gegen Kohle aus der Lausitz für Klingenberg zu demonstrieren und sagen jetzt zusammen mit Kohleausstieg Berlin:

Wir lassen uns von Vattenfall nicht verkohlen!

Seid dabei, und nehmt gemeinsam mit uns mit Kanus, Flößen und (Schlauch-)Booten Kurs auf Klingenberg – Ahoi!

Die Treffpunkte für Boote sowie Menschen ohne Boote werden eine Woche vor der Demo auf folgender Seite zu finden sein: http://kohleausstieg-berlin.de/veranstaltungen/150-10-juli-coal-boat-bootstour-gegen-kohle

Geplant ist, sich um 12:00 Uhr zu treffen und gegen 14:00 Uhr loszufahren.
Infos zum ROBIN WOOD-Treffpunkt bei der Bootstour: berlin@robinwood.de

Hier gibt‘s Fotos und Infos von früheren Aktionen gegen Vattenfall in Hamburg auf der Elbe:

Aktion, Hamburg/Lüneburg, Klima, Köln, Verkehr
19. Juni 2016

Sternradeln für’s gute Leben in der Stadt

Fotos: Robin Wood Köln

Fotos: Robin Wood Köln

Über die Hamburger Köhlbrandbrücke und durch den Kölner Rheinufertunnel rollten heute Tausende Räder und kein einziger Auspuff. Seit 1995 in Hamburg, zum neunten Mal in Köln demonstrieren Mitte Juni Radfahrer_innen mit großen Sternfahrten am „Mobil ohne Auto“-Sonntag für klimafreundliche Mobilität ohne Lärm und Gestank.

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Mehr als 20.000 Fahradfahrerinnen und Fahrradfahrer haben bei der
Hamburger Sternfahrt für bessere Fahrradmobilität demonstriert. Dabei konnten Strecken erkundet werden, die sonst für RadfahrerInnen tabu sind: Mehrere Routen führten über die Köhlbrandbrücke und die A255 zum Rathausmarkt. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der u.a. der grüne Umweltsenator Jens Kerstan auf der Bühne stand. Er versprach den Teilnehmenden, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen. Der Radverkehrsanteil soll auf 25 % steigen, neue Fahrradspuren und Velorouten sind geplant. Bleibt zu hoffen, dass den schönen Worten möglichst schnell Taten folgen. Wir werden jedenfalls weiter für eine ökologische Verkehrspolitik auf die Straße gehen.

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Hamburger Wetter, Foto und Bericht: Robin Wood Hamburg/Lüneburg

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27. Mai 2016

Degrowth statt Greenwashing: Airbus und Böll-Stiftung über „nachhaltiges Fliegen“

EisbärDie grüne Heinrich-Böll-Stiftung und die Airbus Group werden auf der Internationalen Luftfahrtmesse in Berlin eine gemeinsame Broschüre zum „nachhaltigen Fliegen“ vorlegen. Ralf Fücks und Tom Enders präsentieren die Ergebnisse von Fachdiskussionen des letzten Jahres, bieten Einsichten in den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen und in die politische Debatte um eine nachhaltige Zukunft des Fliegens.

Wenn Airbus über „Nachhaltigkeit“ spricht, erwarte ich den Dreiklang aus Effizienzsteigerung, alternativen Kraftstoffen und Emissionsausgleich. Während Enders und Fücks voraussichtlich sehr, sehr viel über den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen reden, ist praktisch nur der Emissionsausgleich in der politischen Debatte um eine klimaverträgliche Zukunft des Fliegens von Bedeutung.

Im Abkommen der Weltklimakonferenz von Paris kommt Flugverkehr nicht wörtlich vor. Die Luftfahrtindustrie feierte das als Freiflugschein in die Verantwortungslosigkeit. Da sich aber alle Staaten verpflichten, ihre nationalen anthropogenen Treibhausgasemissionen soweit zu reduzieren, dass die Erderwärmung  deutlich unter („well below“) zwei Grad bleibt, ist die Luftfahrt natürlich de facto im Paris-Vertrag und in der Verantwortung. 

Die UN-Sonderorganisation für zivile Luftfahrt, ICAO, beauftragte das Kyoto-Protokoll (Vorgänger von Paris), Maßnahmen für Klimaschutz im Luftverkehr zu entwickeln. 16 Jahre passierte nichts, bis die EU den Flugverkehr in den Emissionshandel einbezog. Nun will die ICAO auf ihrer Vollversammlung vom 27.9. bis 7.10.2016 ein Konzept für ein „Carbon Neutral Growth“, also ein CO2-neutrales Wachstum der Luftfahrt verabschieden. Der Plan der ICAO stützt sich zum ganz überwiegenden Teil auf Offsets, auf CO2-Gutschriften in anderen Ländern und Sektoren. Es wird so gut wie NICHTS bei der am stärksten wachsenden Quelle von Treibhausgasen – das ist der Flugverkehr – reduziert. Statt dessen soll landbasiert „kompensiert“ werden. Wo will die ICAO diese gewaltigen Kompensationsflächen hernehmen, die bisher noch nicht für den Klimaschutz erschlossen sind? Es gibt sie nicht.

Um es zuzuspitzen: Die Klimabelastung aus Flugreisen – Teil einer maximal ressourcenintensiven Konsum- und Produktionsweise – würde durch Offsets verrechnet mit bäuerlicher Landwirtschaft oder gar Waldnomadenleben. Fliegen als maximale Ausserkraftsetzung räumlicher Grenzen – das ist der Machtfaktor bei Mobilität – würde verrechnet mit der größtmöglichen Bindung an die Scholle. Bäumchen pflanzen für´s Weiterfliegenist weder ökologisch noch sozial „nachhaltig“.

Um es klar zu sagen: Das Klima schützt, wer weniger fliegt. Alles andere ist Quark. Degrowth statt Greenwashing.

 

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1. Mai 2016

Lasst das Uran im Boden! Neuer Urantransport unterwegs

Heute  vor 3 Jahren kam es im Hamburger Hafen zu einer beinahe Katastrophe. Der Atomfrachter „Atlantic Cartier“  stand in Flammen. Heute ist Tag X in Kiel – weil der atomare Wahnsinn immer noch kein Ende genommen hat. Der Frachter ‘Kapitan Yakovlev’ der Reederei Northern Shipping Company (NSC) ist auf dem Weg von Russland nach Hamburg. Das Schiff wird am 02.05.16 gegen 11:00 Uhr (MESZ) am “CTB”(Containerterminal Burchardkai der HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG ) erwartet. Atomkraftgegner*innen rufen zu einer Mahnwache an dem Nord-Ostsee-Kanal am Tiessenkai ab 16 Uhr auf. Dort wird das Atomschiff in wenigen Stunden erwartet – achtet auf Informationen im Transport-Ticker. Die ‘Kapitan Yakovlev’ hat mit großer Wahrscheinlichkeit Uran an Bord, aus Transporten der Vergangenheit ist bekannt, dass sie öfter Uranpellets für die Brennelementefabrik in Lingen oder Brennelemente für AKW (u.a. in Deutschland und in der Schweiz) transportiert. Das Uran wird umgeschlagen und anschließend per LKW weiter transportiert.

Am Süd-West-Terminal der Atomumschlagfirma C.Steinweg im Hamburger Hafen hat darüber hinaus das Schiff „Red Cedar“ von der Reederei MACS angelegt. Die Schiffe der MACS befördern regelmäßig Uranerzkonzentrat von Namibia nach Hamburg – wie zuletzt Anfang April.
Passend zu den heutigen Atomtransporten veröffentlichen wir einen in der Maiausgabe der Zeitschrift GWR veröffentlichten Artikel zur jüngsten Uranzugblockade in Buchholz i.d.N – Sowie ein kurzes Update. An der Aktion waren ROBIN WOOD Aktivist*innen beteiligt.

April 2016, Kletteraktion gegen einen Uranzug in Buchholz

April 2016, Kletteraktion gegen einen Uranzug in Buchholz

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14. April 2016

Uranzug in Buchholz durch Kletteraktion gestoppt

Löschung der Bright Sky am 5.4.2016

Löschung der Bright Sky am 5.4.2016

Aktivist*innen der Hamburger Kampagne und bundesweiter Vernetzung gegen Atomtransporte hatten für den ersten Transport von Uranerzkonzentrat von Hamburg nach Frankreich ab dem 11. März zu Aktionstagen gegen Urantransporte aufgerufen. Es wurden Mahnwachen an diversen Orten entlang der Strecke angekündigt. Als das Schiff Bright Sky der Hamburger Reederei MACS den Hamburger Hafen am 5. April erreichte und Uranerzkonzentrat am Süd-West-Terminal der Firma C. Steinweg löschte, wurde „oranger Alarm“ ausgelöst. Die Container wurde anschließend auf einem Zug verladen. Der Zug hätte den Hamburger Hafen fahrplanmäßig gegen 18 Uhr verlassen müssen. Der Protest vor den Toren der Atomumschlagfirma C. Steinweg am Fukushima-Jahrestag war ihr jedoch offensichtlich zu viel. Unternehmen, die in Atomgeschäfte verstrickt sind, legen gerne Wert auf Diskretion. Die Abfahrt des Zuges wurde um ca. 6 Stunden vorverlegt. Die Mahnwachen im Hamburger Hafen konnten nicht stattfinden. Dafür aber eine spontane Mahnwache in Maschen, wo der Zug rangiert wurde. Und es dauerte nach seiner Abfahrt aus Maschen keine Viertelstunde, bis der Zug eine Zwangspause einlegen musste.

Kletteraktion gegen Uranzug in Buchholz am 8.4.2016

Kletteraktion gegen Uranzug in Buchholz am 8.4.2016

Zwei Kletteraktivistinnen seilten sich am Bahnhof in Buchholz von einer Fußgängerbrücke ab – unterstützt durch ca. 20 weitere Menschen. Die Demonstration über und an der Bahnanlage dauerte bis zur Räumung der Kletterinnen ca. 3,5 Stunden an und sorgte für große Aufmerksamkeit.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Versorgungstransporte der Atomindustrie – die den Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit ermöglichen – unbefristet trotz angeblichem Atomausstieg weiter fahren dürfen. Der in Buchholz angehaltene Transport hatte die Uranfabrik Narbonne Malvési (Süd-Frankreich) zum Ziel. Uranerzkonzentrat ist der Rohstoff, der zur Fertigung von Brennelementen – oder auch Atombomben – genutzt wird. Das Uran kam dieses mal aus Namibia  – zum Thema Uranabbau in Afrika ist der Doku-Film „Legacy Warnings“ zu empfehlen.

Es gibt über die Kletteraktion in Buchholz einen Film von Graswurzel.tv.

Und hier der Erfahrungsbericht einer beteiligten Kletterin von ROBIN WOOD: (mehr …)

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7. April 2016

Uranzug im Hamburger Hafen gestartet

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Rot-grüner Senat in Hamburg bleibt bislang untätig – Woche für Woche laufen Urantransporte über den Hamburger Hafen (Foto: ROBIN WOOD)

Ein Zug mit Uranerzkonzentrat ist zur Stunde auf dem Weg von Hamburg in die Atomfabrik Malvési in Südfrankreich. Anti-Atom-AktivistInnen der Kampagne „Atomtransporte durch Hamburg stoppen!“ und von ROBIN WOOD hatten Proteste dagegen angekündigt. Diese Ankündigung zeitigte offenbar Wirkung: Der Fahrplan wurde geändert. Der Zug startete bereits heute Mittag – und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich in den Abendstunden. Um kurz vor 14 Uhr wurde die Durchfahrt des Güterzuges mit neun Containern Uranerzkonzentrat in Hamburg-Wilhelmsburg beobachtet. Die beiden Mahnwachen am Süd-West-Terminal im Hafen ab 15 Uhr und anschließend in Hamburg-Veddel entfallen daher heute. Alle weiteren Mahnwachen und Proteste, die entlang der Transportroute bis nach Südfrankreich angekündigt sind, sollen hingegen stattfinden. Aktuelles gibt es hier: https://twitter.com/urantransport

Das Uranzerkonzentrat war mit dem Atomfrachtschiff ‘Bright Sky‘ der Hamburger Reederei MACS (Maritime Carrier Shipping) am vergangenen Dienstag (5. April) am Süd-West Terminal der Firma C. Steinweg angekommen. Uranerzkonzentrat wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet.

Woche für Woche laufen Atomtransporte über den Hamburger Hafen. Er ist das Nadelör für die Brennstoffversorgung von Atommeilern in aller Welt. Der Weiterbetrieb der Atommeiler birgt unverantwortliche Risiken – wie die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl auf grausame Weise zeigen. Deshalb setzt sich ROBIN WOOD für einen Stopp der Transporte und die Stilllegung aller Atomanlagen ein.

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16. März 2016

Schienenabbaukonzern Deutsche Bahn gerät unter Druck

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Pro Klimaschutz: Nachtzug statt Nachtflug, Bannerprotest vor dem Berliner Kongress Centrum, 16.3.16 (Fotos: Nick Jaussi)

Aktive von Bahn für Alle, ROBIN WOOD und dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 haben heute gemeinsam vor dem Berliner Congress Centrum mit Bannern, Schildern und Redebeiträgen für eine bessere Bahnpolitik demonstriert. Dort veranstaltete die Deutsche Bahn AG am Vormittag ihre Bilanzpressekonferenz. Die Bahn-Manager nahmen gleich den Hintereingang und drückten sich so vor der medienöffentlichen Konfrontation mit ihren KritikerInnen.

Die Auseinandersetzung um die Bahnpolitik wird sich weiter verschärfen. Denn die Bahn hat im vergangenen Jahr milliardenschwere Verluste eingefahren und steckt tief in der Krise. Die Politik von  Vorstandschef Rüdiger Grube wird zu einem weiteren Abbau von Schienenverkehr führen – und damit genau zum Gegenteil von dem, was für eine Wende hin zu einer fairen und ökologischen Mobilität für alle notwendig wäre.06-22_RoWo-Bahn-Protest_Nick-Jaussi_2016

So sollen bei der Güterbahn noch mehr Gleisanschlüsse abgebaut und noch mehr Leute entlassen werden. Der Bahn-Aufsichtsrat plant offenbar, 500 von insgesamt 1500 Güterbahnhöfen zu schließen.

Aus dem Betrieb der Nachtzüge (Schlaf- und Liegewagen) will sich die DB spätestens bis Dezember dieses Jahres komplett zurückziehen. Für Verbesserungen im Personenfernverkehr ist nicht genügend Geld eingeplant. In dem verkehrspolitisch unsinnigen Prestigeprojekt S21 aber werden weiterhin Milliarden versenkt.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Jahresbilanz der Deutschen Bahn liefert der Alternative Geschäftsbericht der DB AG 2015/16 (Alternativer Geschaeftsbericht der DB AG 2015/16). Er wird vom Bündnis Bahn für Alle herausgegeben und erscheint jetzt bereits zum neunten Mal. ROBIN WOOD ist engagiertes Mitglied in dem Bündnis aus insgesamt 21 Organisationen. Es setzt sich ein für eine verbesserte Bahn in öffentlicher Hand und wendet sich gegen jede Bahnprivatisierung.

ROBIN WOOD fordert, die Bahn wieder auf das Gemeinwohl zu verpflichten, also: Güter auf die Schiene, faire Preise auch für Tickets ohne Zugbindung, Nachtzüge, Taktfahrplan statt Prestigeprojekte und ein Ausstieg aus Stuttgart 21.

Der Alternative Geschäftsbericht der Deutschen Bahn AG 2015/16 kann gratis – auch in größeren Stückzahlen – im ROBIN WOOD-Shop bestellt werden.

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