Aktion, Rhein-Main, Verkehr
26. September 2016

188. Montagsdemo im Frankfurter Flughafen: Das Klima schützt, wer weniger fliegt

Über 200 Menschen demonstrierten heute im Frankfurter Flughafen für weniger Flieger. ROBIN WOOD war eingeladen, am Vorabend der ICAO über Klimawandel und Flugverkehr zu sprechen.

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Foto: Walter Keber

Die Rede zum Nachlesen finden Sie hier:

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Aktion, Allgemein, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Robin Wood regional, Veranstaltung
25. September 2016

Atomtransporte im Norden: Ereignisreiche Woche

Uranzug am Rangierbahnhof Maschen am 22.9. - Quelle Tim Christensen

Uranzug am Rangierbahnhof Maschen am 22.9. 16 – Quelle Tim Christensen / Robin Wood

Aktivist*innen der Hamburger Kampagne gegen Atomtransporte haben eine ereignisreiche Woche hinter sich.
Los ging es am vergangenen Sonntag mit dem Stadtfest in Buchholz i.d.N. Auf der Bio-Oase verteilte der Runde Tisch für Natur- Umwelt- und Tierschutz Informationen über Atomtransporte. ROBIN WOOD war mit einem Infostand und Schnupperklettern für Großen und Kleinen dabei.
Am Mittwoch 21.9. folgte dann eine gut besuchte Lesung gegen Atomtransporte in der Stadtbücherei. Ein Aktivist erzählte über Aktivitäten im Rahmen der Kampagne gegen Atomtransporte und über die Kletteraktion von vergangenem April gegen einen Uranzug am Buchholzer Bahnhof ( Zum Bericht).
Anschließend lass Autorin und ROBIN WOOD Aktivistin Cécile Lecomte Kurzgeschichten über Aktionen gegen Atomtransporte aus ihrem Buch „Kommen Sie da runter“ und beantwortete die Fragen aus dem Publikum.
Passend zu dem Thema wurde am Donnerstag 22.9. die Abfahrt eines Urantransportes aus dem Hamburger Hafen durch Aktivist*innen beobachtet und dokumentiert. (mehr …)

Aktion, Klima, Verkehr
22. September 2016

Warum weniger Fliegen? – Klimaschutz kurz und gut erklärt

Am kommenden Dienstag beginnt die Vollversammlung der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt, ICAO. Die Mitgliedsstaaten wollen dort gemäß ihres Auftrags im Kyoto-Protokoll und den Zielen des Paris-Abkommens Klimaschutzmaßnahmen im internationalen Luftverkehr beschließen. Das ist dringend notwendig. Warum? Das erklärt in zwei Minuten der neue Robin Wood-Videoclip „Weniger Fliegen – wieso, weshalb, warum?“

Aktion, Süd-West, Verkehr
19. September 2016

S 21: Grundsteinlegung oder Grabsteinlegung? – Heiner Monheim zu Umstieg 21 und Verkehrswende

Screenshot SWR 16.9.2016

Screenshot SWR 16.9.2016

Sehen Sie das Transparent im Hintergrund? Während vorne augenscheinlich eine Beerdigungsgesellschaft gute Mine zum Trauerspiel macht, haben Kletternde von ROBIN WOOD Stuttgart eine positive Parole über die Szene gehängt: „Umstieg 21 – Raus aus der Grube!“ fordern sie am vergangenen Freitag von den Projektverantwortlichen für das Milliardengrab Stuttgart 21. Für die Deutsche Bahn kommt es grade dicke: Das Gutachten des Bundesrechnungshofes (BRH) liegt nach langer Verzögerung  nun dem Haushaltsausschuss des Bundestages vor. Unmissverständlich prangern die obersten Finanzkontrolleure die mangelnde Projektaufsicht durch den Eigentümer der Deutschen Bahn, vertreten durch das Bundesverkehrsministerium, an. Und obwohl vieles als Betriebsgeheimnis des öffentlichen Unternehmens DB AG behandelt wird, wird es nicht überraschen, wenn auch der BRH inzwischen auf 10 Milliarden € Kosten für den verbuddelten und in seiner Kapazität auf zwei Drittel verkleinerten Schienenverkehrsknoten kommt.

Auf der 339. Montagsdemo wird der Verkehrsexperte Heiner Monheim heute erklären, warum es noch lange nicht zu spät für den Umstieg 21 ist. In Stuttgart liegt die Zukunft der Mobilität in einem modernisierten  Kopfbahnhof für den Schienenverkehr und einem grünen Stadtzentrum auf der umgenutzten Baustelle. Über Stuttgart hinaus bringt der Umstieg 21 die Verkehrswende voran: Besser mobil statt mehr Verkehr.

Rede Heiner Monheim 19-9-16 als pdf zum Download

Aktion
16. September 2016

Rächer der Becher: Neue Aktion gegen Backwerk

Ein Zeichen gegen Wegwerfbecher haben ROBIN WOOD-Aktive heute in Bremen gesetzt. Um gegen die gigantische Verschwendung zu protestieren, versammelten sie sich vor der Backwerk-Filiale in der Innenstadt. Sie informierten die Kund*innen und vorbeikommende Passant*innen über die rasant steigende Menge an Papier- und Plastikmüll durch Wegwerfbecher und diskutierten mit dem Franchisenehmer der Backwerk-Filiale über die Notwendigkeit eines Mehrwegbecher-Systems.

Backwerk-Aktion von Robin Wood in Bremen am 16.09.2016

Backwerk bietet noch nicht einmal innerhalb der eigenen Filialen Mehrweggeschirr an und verweigert sich bisher Verbesserungsvorschlägen von ROBIN WOOD. Dabei sind sie durch ihre Wegwerfbecherökonomie nicht nur für Müllberge, sondern auch für Waldabholzung und Ressourcenverschwendung mitverantwortlich.

Unterschreibe den Onlineprotest gegen Wegwerfbecher und für Waldschutz:

Onlineprotest Becher

Bestelle Dir den kostenlosen Infoflyer auch gerne zum Weiterreichen!

Mehr Infos:

http://robinwood.de/Wegwerfbecher-stoppen.wegwerfbecher.0.html

Aktion, Verkehr
13. September 2016

Greenwashing unter dem Gütesiegel der UN – Luftfahrt versus Klimaschutz

„Die kommenden Wochen sind entscheidend für den Klimaschutz im Luftverkehr“. Mit diesen Worten beginnt eine Email

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Wo Natur verschwindet, verschwindet Leben: Plakat-Ausschnitt

von Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Luftfahrtindustrie (BDL) und vormals Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, das ihn im blühenden Alter von 49 Jahren in den einstweiligen Ruhestand versetzte. Der BDL stimmt Fachöffentlichkeit und Medien auf die ICAO-Vollversammlung ein, die vom 27.9. bis 7.10. in Montréal stattfindet.

Die ICAO ist die UN-Sonderorganisation für zivile Luftfahrt. Sie wird in diesem Herbst – fast 20 Jahre nach dem Kyotoprotokoll – einen Beschluss zum globalen Klimaschutz zu fassen. Der Rat wird der Assembly ein Konzept für ein CO2-neutrales Wachstum (carbon neutral growth) der Luftfahrt vorlegen. Airliner sollen die aus dem Kerosinverbrauch abgeleiteten CO2-Emissionen durch Klimaschutzzertifikate in anderen Sektoren als der Luftfahrt und in anderen Ländern kompensieren.

Das Offsetting genannte Verfahren soll die CO2-Emissionen auf dem Level von 2020 deckeln und dennoch Wachstum ermöglichen: Ab 2021 auf freiwilliger Basis, erst ab 2027 verpflichtend. Eine ökologisch und sozial sinnvolle Qualität von Projekten oder Zertifikaten für einen Emissionsausgleich ist auch bei konservativer Rechung angesichts der Mengen nicht möglich. Zertifikate auf Wald und landwirtschaftliche Flächen als Treibhausgas-Einsparung würden darüber hinaus den Kampf um Flächen auf Kosten von Ernährung, Energie, bäuerlicher Landwirtschaft, naturnaher Waldnutzung und Wildnis weiter anheizen.

Das ICAO-Konzept wird keine Treibhausgase reduzieren, aber den Fluggesellschaften Greenwashing unter dem Gütesiegel der UN ermöglichen. Der BDL fordert mit Verweis auf den ICAO-Plan schon jetzt, die Luftverkehrsteuer abzuschaffen und vollständige und dauerhafte Ausnahme der Branche vom europäischen Emissionshandel. Das globale Regime mache „nationale Alleingänge bei der Luftverkehrsteuer“ und den“europäischen Alleingang“ Emissionshandel überflüssig.

Der vorliegende ICAO-Plan wird kein Gramm Treibhaus aus dem Flugverkehr reduzieren. Er wird weitres Wachstumermöglichen und von der einfachen Tatsache ablenken, dass Flugreisen das Klima in minimaler Zeit maximal schädigen.

Bitte unterzeichnen Sie die internationale Petition „Nein zum Ausbau des Flugverkehrs – Keine Klima-Scheinlösungen„.

Aktion, Klima, Verkehr, Wald
18. August 2016

Hand in Hand zur ICAO: Ministerium und Luftfahrtlobby

Die Bundesregierung hat auf eine kleine Anfrage der Grünen zu Klimaschutz im Flugverkehr geantwortet. Ende September muss die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) – 19 (!) Jahre nach dem Kyotoprotokoll  – ihren Beitrag zum internationalen Klimaschutz beschließen. Seit drei Jahren arbeitet deshalb der ICAO-Rat an einem Konzept für ein CO2-neutrales Wachstum („carbon neutral growth“) des Flugverkehrs ab 2020. Es basiert auf Ausgleich („offsetting“) der aus dem Kerosinverbrauch abgeleiteten CO2-Emissionen durch Klimaschutzzertifikate aus anderen Ländern und Wirtschaftssektoren. In der Antwort auf die Grüne Anfrage heißt es: „Die Bundesregierung sieht einen Offsetting-Mechanismus als ein geeignetes, markbasiertes Instrument an, um die CO2-Emissionen des Luftverkehrs zu begrenzen.“

Beim letzten High Level Meeting der ICAO vor der Hauptversammlung war eine Vertreterin der Luftfahrtlobby-Organisation BDL Teil der deutschen Delegation. Umwelt- und Klimaschutzorganisationen sind nicht eingebunden. Nach Meinung von ROBIN WOOD macht sich das federführende Verkehrsministerium zum Sprachrohr der Luftfahrtlobby. Das ICAO-Konzept will eine Licence to Grow für Flugreisen auf Kosten ländlich geprägter Lebensweisen. Dem Klimaziel von Paris – eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad bis 2050 – wird es nicht gerecht, denn

+ 2020 als Basisjahr für eine Deckelung der Treibhausgas-Emissionen aus dem Luftverkehr würde auf viel zu hohen Niveau ansetzen.

+ Klimaschutz im Flugverkehr muss mit Kohlendioxid-Äquivalenten (CO2e) rechnen. State of the Art ist mindestens ein Faktor 2 für die CO2-Emissionen.

+ Die Erfahrung mit Klimaschutzzertifikaten zeigt, dass die Projekte Treibhausgase nicht langfristig binden und bäuerliche Landwirtschaft zerstören.

Bitte unterschreiben Sie unsere internationale Petition für Klimaschutz durch weniger Flugverkehr und gegen die ICAO-Pläne.ButtonohneText

Aktion
18. August 2016

Onlineprotest: Stoppt den müllBERG bei backWERK!

An einem ruhigen Sommersamstag, dem 23.Juli, wurde das Großbackunternehmen BackWERK überrascht: In drei Städten – Hamburg, Leipzig und Stuttgart – bauten Aktivist*innen von ROBIN WOOD ihre Stände auf und erklärten den Kund*innen und Passant*innen welche Verschwendung natürlicher Ressourcen BackWerk mit seinen Wegwerfbechern betreibt. In den Wochen zuvor hatte BackWerk nicht auf unsere Anfragen reagiert, doch nach den Aktionen kam wenige Tage später eine Nachricht. Schnell war aber klar: Hier werden nur Ausflüchte gesucht.

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Foto: Robin Wood

In unserem Schreiben an BackWerk haben wir klare und einfache Forderungen erhoben: Die Erlaubnis mitgebrachte Mehrwegbecher zu befüllen (wie es beispielsweise Tchibo und die meisten Bäckereien tun), einen Preisnachlass auf die Befüllung von Mehrwegbechern zu geben (wie es Starbucks und Balzac Coffee tun) und normales Geschirr für sitzende Gäste zu haben (wie es selbst McCafé hat). Darüber hinaus fordern wir Pfandsysteme mit Mehrwegbechern zu etablieren, damit Kund*innen einen wiederverwendbaren Becher gegen Kaution mitnehmen und wieder abgeben können.

BackWerk behauptet, dass es Hygieneschwierigkeiten mit mitgebrachten Bechern gebe – dabei zeigen nicht nur die vielen Ketten bei denen eine solche Befüllung Alltag ist, sondern auch rechtliche Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe, dass es dabei keine Probleme gibt. Hier werden Schwierigkeiten erfunden, die es gar nicht gibt, um einfach weitermachen zu können wie gehabt.
Im Allgemeinen gibt BackWerk an vieles zu „prüfen“, zu „eruieren“,  in „Langzeit-Tests“  und „in Gesprächen“ zu stehen – konkret wird das Unternehmen aber nicht. Auch auf unsere Forderungen wird nicht eingegangen.

Deshalb setzen wir den Protest nun fort: Wir sammeln Unterschriften an die Geschäftsführung von BackWerk. Denn 10 Milliarden Wegwerfbecher pro Jahr sind zu viel. Mit Papier, bei dem kein Altpapier genutzt wird, das nur zu kleinen Teilen wieder recycelt werden kann und das nicht ausreichend auf nachhaltige Forstwirtschaft zertifiziert ist.

Wir wissen, dass BackWerk auch anders kann, wenn es genug Druck bekommt. Bitte unterschreibt mit uns!

Hier die Forderungen an BackWerk unterschreiben.

Hier alle Informationen zur Rächer der Becher-Kampagne.

Aktion, Allgemein, Blog, Energie
17. August 2016

Bure – Die Mauer ist gefallen!

Erklärung von Sortir du Nucléaire zum Widerstandswochenende vom 13. – 15. August 2016 in Bure

Im Wald Lejuc ist die von der ANDRA illegal errichtete Mauer gefallen!

Die Mauer der Endlager-Baustelle wird eingerissen und redekoriert

Die Mauer der Endlager-Baustelle wird eingerissen und redekoriert

Ein Gerichtsbeschluss vom 1. August schreibt der ANDRA vor, in den kommenden sechs Monaten  nachträglich die Genehmigungen für die illegal im Wald ausgeführten Bauarbeiten von CIGÉO einzuholen (was in diesem Zeitraum nicht möglich ist). Andernfalls muss die ANDRA den alten Wald der Gemeinde Mandres-en-Barrois wieder in den vorigen Zustand zurückversetzen. Da die ANDRA sich jedoch taub stellt, sind am Sonntag, dem 14. August, mehrere Hundert Menschen zusammengekommen, um den Wald selbst wieder Instand zu setzen.

Ein Demonstrationszug mit fast 500 Menschen verschiedenen Alters und aus allen Richtungen verließ das Dorf Mandres-en-Barrois in Richtung Wald Lejuc. Die Bereitschaftspolizei und die Security-Männer der ANDRA hatten den Wald am Tag zuvor verlassen. (Die vom privaten Sicherheitsdienst der ANDRA ausgeübte Gewalt bei der letzten Demonstration hatte ihr offenbar einen zu schlechten Ruf eingebracht. (Siehe Artikel auf Französisch hier)

Im Wald angekommen, machten sich die DemonstrantInnen sofort auf unterschiedlichste Art und Weise an die Wiederinstandsetzung: die einen haben Bäume und Setzlinge eingepflanzt, während sich andere mit der durch die ANDRA illegal errichteten Mauer beschäftigten: diese wurde mit Sprüchen versehen, bemalt oder niedergerissen. Innerhalb weniger Stunden wurden beinahe alle Mauerelemente umgestürzt.

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Aktion, Verkehr
15. August 2016

My own private Greenwashing? Das Tofuschnitzel und die Flugreise

Bestimmt das Sein das Bewußtsein oder andersrum? Das Umweltbundesamt hat die tatsächliche Ökobilanz und das gefühlte Umweltbewußtsein von 1000 repräsentativ Befragten ins Verhältnis gesetzt und kommt zu dem Ergebnis: Ausschlaggebend für die persönliche Ökobilanz ist in erster Linie das Einkommen, nicht die Überzeugung. Am Einkommen hängt die Größe der Wohnung mit entsprechenden Heizkosten und meistens auch die Größe des Autos. Je höher das Einkommen, desto häufiger sind private Flugreisen. Wohnen und Mobilität sind die beiden dicken Brocken für die individuelle Ökobilanz.

Arme Leute, die sich selbst nicht „Ökos“ nennen, haben in der Studie die beste Ökobilanz. Wohlhabende unterschätzen meist die Relevanz ihrer Wohnverhältnisse und Mobilitätsgewohnheiten für die Umwelt und nehmen sich selbst als Saubermänner und -frauen wahr. Überzeugung und Konsum der Befragten klaffen also auseinander. Signifikant ist lediglich der Zusammenhang der Ernährung mit der Umwelteinstellung: Wer sich selbst als umweltbewußt bezeichnet, isst häufiger aus ökologischer Landwirtschaft und weniger Fleisch als der Durchschnitt.

Weniger fliegen bereinigt die persönliche Ökobilanz am schnellsten. Wem individuelle Lösungen nicht reichen, unterstützt die internationale Petition für Klimaschutz durch weniger Luftverkehr.