Blog, Energie
22. August 2014

Über 750 Atommüllfässer mit Verdampferkonzentraten aus dem AKW Brunsbüttel auch in die Asse eingelagert

Wisch&Weg-Putzaktion à la Vattenfall, 22.8.14 vor dem Kundenzentrum in der Hamburger City (Foto: ROBIN WOOD)

Wisch&Weg-Putzaktion à la Vattenfall, 22.8.14 vor dem Kundenzentrum in der Hamburger City (Foto: ROBIN WOOD)

Vor der Einlagerung der Atommüllfässer in den Brunsbüttler AKW-Keller in den 80ziger Jahren hat die Vattenfall-Vorgängerin HEW (Hamburger Elektrizitätswerke) Verdampferkonzentrate aus dem Betrieb des AKW Brunsbüttel kurz vor Torschluss in das Salzbergwerk Asse II einlagern lassen.

Da zum Jahresende 1978 die Einlagerungsgenehmigung für die Asse auslief, ließ die HEW schnell noch in den letzten sechs Wochen über die Transportgesellschaft „Gesellschaft für Nuklearservice“ GNS bis zum 29. Dezember 1978 über 750 Fässer mit – in Beton verfestigte – Verdampferkonzentraten in die Asse einlagern (19780000_KKB»»GNS»»GSF_Begleitlisten_LAW). Dafür schickte der spendabele Dieter Rittscher von der GNS den Beschäftigten der Asse sechs Kartons Wein, denn die letzten Einlieferungstermine waren sehr begehrt. Rittscher sprach vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des Niedersächsischen Landtages von einem „Windhundrennen“ um die letzten Einlieferungstermine. Die in Norddeutschland in der Nacht zum 29. Dezember einsetzende Schneekatastrophe behinderte die weitere Einlagerung von Atommüll in die Asse; in dem Atommüll-Lager wurden in den letzten Tagen von 6 bis 21 Uhr Überstunden geschoben. In der Eile wurde Schnee, der sich auf den Atommüllfässern ablagerte, einfach mit eingelagert, wie ein Asse-Mitarbeiter vor dem Ausschuss erklärte.

Dabei sollte ein Endlager in Salz doch eigentlich trocken sein, damit sich das Salz nicht auflöst, keine Wegsamkeiten entstehen und die Salzlauge nicht schließlich in die Umwelt gelangt, was nach Auffassung kritischer Experten der Asse-II-Begleitgruppe innerhalb weniger Jahrzehnte passieren könnte. Wenn alles nicht „so dramatisch“ sei, wie Vattenfall behauptet, sollten die Leute von Vattenfall auch mal die Asse aufräumen – nur wird das nicht so leicht sein, wie Spinnenweben entfernen. (Text: Tobias Darge)

Aktion, Energie
21. August 2014

Von Getränkekästen und Spinnweben – Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth verharmlost undichte Atommüll-Fässer am AKW Brunsbüttel

„So dramatisch ist das alles nicht“ – mit diesen Worten hat Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth den gestern öffentlich bekannt gewordenen Fund weiterer undichter Atommüll-Fässer am AKW Brunsbüttel kommentiert. In einem NDR-Hörfunk-Interview führte er weiter aus: „Wir gehen davon aus, dass wir auch in den anderen Kavernen noch das ein oder andere problematische Fass finden. Aber bevor Sie ausziehen aus einem Gebäude, muss es besenrein sein und wenn Sie im Keller Spinnweben finden der letzten Jahre, dann ist das eben mehr Arbeit.“

Zuvor vergleicht Wasmuth die Atommüll-Fässer noch mit einem „Getränkekasten“, wo man die Flaschen am Deckel nicht mehr anheben kann.

Mehr Verharmlosung und Desinformation geht kaum. Das Interview ist hier online. (Länge: 2‘53‘‘)

ROBIN WOOD hat auch in früheren Jahren gegen Vattenfall bei den Cyclassics protestiert

ROBIN WOOD-Protest bei einem früheren Cyclassics-Rennen

Ausgerechnet diesem Atom- und Kohlekonzern, den die HamburgerInnen aus guten Gründen beim Volksentscheid schon abgewählt haben, bietet die Stadt Hamburg weiterhin die große Bühne. Am kommenden Sonntag findet das von Vattenfall gesponserte Radrennen Cyclassics statt. ROBIN WOOD-Aktive wollen sich zusammen mit der Kampagne gegenstrom an Protesten beteiligen.

Vattenfall-Chef Wasmuth und Sport-Senator NeumannCyclassics (1. bzw. 3. v. li.) bei der heutige PK (Foto: Vattenfall)

Dank an alle HamburgerInnen für “120 Jahre Vertrauen” – Vattenfall-Chef Wasmuth mit Sport-Senator Neumann (1. bzw. 3. v. li.) bei der heutigen Cyclassics-Pressekonferenz (Foto: Vattenfall)

Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, wie dramatisch die Atommüll-Situation nicht nur in Brunsbüttel ist, dem sei der “Sorgenbericht der Atommüllkonferenz” empfohlen, der 2013 mit Unterstützung von ROBIN WOOD erstellt wurde.

 

 

Aktion, Blog, Energie
20. August 2014

Atomtransporte mit Passagierschiffen: Stena Line unter Druck

Die Fährlinie Stena Line gerät wegen des Transports von radioaktivem Material auf ihren Passagierschiffen unter Druck. Nach einem gestern ausgestrahlten NDR-Beitrag (Panorama 3 “Atomtransporte auf Fähren: Insider packt aus
von Alexa Höber & Ingo Thöne) erklärte die Fährlinie, sie werde den Transport von Uranhexafluorid grundsätzlich überprüfen. ROBIN WOOD hält es für unverantwortlich, radioaktive Fracht auf Passagierschiffen zu transportieren und fordert von Stena Line – wie auch grundsätzlich – einen umgehenden Stopp sämtlicher Atomtransporte.

Die Fähre von Stena Line fährt zwischen Rostock und dem schwedischen Trelleborg. Die Passagiere an Bord ahnen nichts davon, dass regelmäßig auch radioaktive Fracht mitreist. Seit 2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz 70 Transporte mit Uranhexafluorid genehmigt. Der Stoff wird zur Produktion von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet.

Bei einem Unfall birgt das radioaktive, hochtoxische Uranhexafluorid an Bord erhebliche Gefahren für die Passagiere. Anders als Frachtschiffe sind die Fähren der Stena Line nicht einmal mit geeignete Löschanlagen ausgestattet, die einen Brand mit Kohlendioxid oder Stickstoff ersticken. Stattdessen gibt es Wassersprühanlagen. Wenn Uranhexafluorid jedoch mit Wasser in Berührung kommt, entsteht Flusssäure, die Haut, Augen und Atemwege verätzt – bis hin zum Tod der Betroffenen.

Protestbanner ein Jahr nach dem Brand auf der Atlantic Cartier (Foto: ROBIN WOOD)

ROBIN WOOD-Protestbanner ein Jahr nach dem Brand auf der Atlantic Cartier (Foto: ROBIN WOOD)


Wie brandgefährlich Atomtransporte sind und wie aufwändig die Löscharbeiten, hat das Großfeuer auf dem Frachter Atlantic Cartier im Hamburger Hafen am 1. Mai 2013 gezeigt. Das Schiff hatte ebenfalls Uranhexafluorid geladen – außerdem Ethanol und Munition. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn auch noch Hunderte nichts ahnender Passagiere an Bord gewesen wären – wie auf einer Fähre der Stena Line.

Der Widerstand gegen Atomtransporte wächst. Diese Woche stoppten Anti-Atom-AktivistInnen einen Uranzug in Hamburg. Mehr dazu…

Verkehr
20. August 2014

Luftverkehrsteuer – ver.di verbreitet Lüge der Luftfahrtindustrie

Klartext statt Lobbylügen - jetzt bestellen

Das Handelsblatt zitiert Christine Behle, für Verkehr zuständiges Mitglied im Bundesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di: “Die Luftverkehrssteuer hat zu massiven Wettbewerbsverzerrungen geführt.” Das ist schlicht falsch. Umwelt- und Entwicklungsverbände, darunter ROBIN WOOD, haben in einer Studie, die dem ver.di-Vorstand vorliegt und zur Kenntnis genommen wurde, nachgewiesen, dass die Luftverkehrssteuer weder einen Rückgang der Passagierzahlen noch eine Abwanderung zu ausländischen Flughäfen verursacht. Auch stellt die Steuer keine Bedrohung von Arbeitsplätzen dar. Vielmehr genießt die Luftverkehrswirtschaft Privilegien, die keinem anderen Verkehrsträger gewährt werden. Die Befreiung von der Energiesteuer beim Kerosin und Mehrwertsteuer bei internationalen Flügen addieren sich auf über zehn Milliarden Euro im Jahr. Nach eigenen Angaben vom Lobbyverband der Luftverkehrswirtschaft, BDL, führen die deutschen Flugliniengerade gerade mal  514 Millionen Euro im Jahr Luftverkehrssteuer ab – Peanuts verglichen mit den Steuerbefreiungen.

 

Allgemein, Süd-West, Tropenwald, Verkehr
19. August 2014

“Wutbürger” – wie aus einem wahnsinnigen Projekt wahnsinnige Gegner werden. Jetzt im ROBIN WOOD-Magazin

“Wutbürger” war das Wort des Jahres 2010. Die Bilder vom brutalen Polizeieinsatz im Stuttgarter Schlossgarten gingen um die Welt. Heute spricht außerhalb Baden-Württemberg niemand mehr über Stuttgart 21, obwohl der Wahnsinn weitergeht: Die Kosten haben offiziell die “Sollbruchstelle” von 4,5 Milliarden Euro um fünfzig Prozent überschritten. 6,8 Milliarden Euro hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn bewilligt, dem persönlichen Einsatz des ehemaligen obersten Staatsdieners an der Seite Angela Merkels, Ronald Pofalla, sei´s gedankt. Verkehrsminister Dobrindt teilte den Baden-Württembergischen Bürgermeistern gerade mit, dass es auch in diesem Jahr kein Geld für die Elektrifizierung der Südbahn von Ulm über FMag3_2014riedrichshafen nach Lindau gibt. Es geht “nur” um ein paar Millionen. Aber S 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm fressen das Geld für Instandhaltung und Modernisierung in der Fläche auf. Die Liste des Wahnsinns ließe sich beliebig fortsetzen: eine beispiellose Gleisneigung im Bahnhof – ob´s funktioniert, wird man sehen wenn´s fertig ist. Der Kapazitätsabbau, den kein Stresstest wegrechnen konnte und und und.

Wie passiert so etwas: Der Wahnsinn geht weiter, aber keine Sau scheint sich mehr dafür zu interessieren? Das ist das Titelthema des neuen ROBIN WOOD-Magazins, dass Sie ab sofort bei uns bestellen oder im Bahnhofsbuchhandel kaufen können. Außerdem im Heft: Die Metamorphosen der Raubbaukonzerne, der weltweite Flächenhunger des Agrobusiness und vieles mehr.

 

Aktion, Energie
18. August 2014

Anti-Atom-AktivistInnen stoppen Uranzug in Hamburg

Heute früh haben unabhängige Anti-Atom-AktivistInnen mit einer Ankettaktion in Hamburg für den Stopp von Atomtransporten und die Stillegung von Atomanlagen demonstriert. Die Aktion lenkt die öffentliche Aufmerksamkeit darauf, dass Hamburg eine Drehscheibe im internationalen Atomgeschäft ist. Im Schnitt jeden zweiten Tag werden radioaktive und hochtoxische Güter durch die Hafenstadt transportiert – damit Atomanlagen weltweit weiter laufen können. Geheimniskrämerei und Desinformation der Bevölkerung gehen mit den Transporten einher. Wer den Atomausstieg will, muss auch die Transporte stoppen. Es ist wichtig, dass der öffentliche Druck auf den Hamburger Senat steigt, den Hafen für Atomtransporte zu sperren.

Protestaktion gegen Urantransport, Hmaburg, 18.8.2014 (Foto: Pay Numrich)

Protestaktion gegen Urantransport, Hamburg, 18.8.2014 (Foto: Pay Numrich)

Im folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung der Aktionsgruppe:

“Aktivist_innen haben in den frühen Morgenstunden einen Zug mit mehr als 50 Containern Uranerzkonzentrat gestoppt.
Am Güterbahnhof Hamburg-Süd ketteten sich Personen vor und hinter dem Zug an. Über den Umschlag der Uranerzkonzentrat-Container durch die Firma C. Steinweg am Süd-West-Terminal hatte es zuletzt Diskussionen gegeben, die Bürgerschaft hatte falsche Auskünfte dazu gegeben und das Uran stand einen Monat lang im Hamburger Hafen.

Das Uran stammt aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan. Dort wird der Brennstoff für Atomkraftwerke unter Verursachung großer Umweltschäden abgebaut. Für eine Tonne Uran müssen bis zu 100.000 Tonnen Gestein abgebaut werden, die Reste strahlen radioaktiv und der Staub wird von Menschen eingeatmet, gravierende Krankheiten sind die Folge. Der große Wasserverbrauch in trinkwasserarmen Regionen führt zudem zur Absenkung des Grundwasserspiegels. “Schon der Abbau von Uran verursacht so viel Schäden, dass allein deshalb die Atomkraft abgelehnt werden muss. Um darauf aufmerksam zu machen, blockieren wir genau diesen Zug am Anfang der Atomspirale”, erklärt Johannes die Aktion.

Angeliefert wurde ein Großteil des Uranerzkonzentrat mit der “Sheksna” und der “Green Mountain” über das Süd-West-Terminal in der vergangenen Woche. Bestimmt ist das auch als “Yellow Cake” bekannte Material für die Konversionsanlage in Malvesi (nahe Narbonne in Frankreich). In weiteren Schritten werden daraus Brennelemente für Atomkraftwerke in aller Welt produziert.

Die ebenfalls beteiligte Aktivistin Hanna führt aus: “Wir blockieren Atomtransporte, weil sie die Archillesferse der Atomindustrie sind. Wir wollen die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit und sofort. Außerdem kämpfen wir für eine Welt, in dem eine solche menschenverachtende Technologie überhaupt nicht möglich ist.”

Erst am Wochenende war ein Camp gegen Atomtransporte am Nord-Ostsee-Kanal zu Ende gegangen.

Weitere Informationen unter contratom.de”

* * *
Die Aktion wurde gegen 11.30 Uhr durch die Polizei beendet.

Mehr Infos zum Camp gegen Atomtransporte gibt es hier.

Einige ausgewählte Medienberichte zu der Aktion:
ndr.de
Neue Osnabrücker Zeitung, 19.8.14
taz, 18.8.14

Einen aktuellen und informativen Hintergrundtext hat das anti-atom-büro Hamburg veröffentlicht: “Hamburg – Drehscheibe im internationalen Atomgeschäft” (pdf-Datei, 2MB)

Aktion, Blog, Klima, Rhein-Main, Verkehr
14. August 2014

„Grünes“ Licht für Flughafenausbau und Klimakollaps: Fraport darf drittes Terminal bauen

Diese Woche, mitten im Sommerloch, hat die Stadt Frankfurt die Genehmigung für den Bau eines dritten Terminals am Frankfurter Flughafen erteilt. Damit darf der Flughafen-Betreiber Fraport – ab sofort – die Bagger rollen lassen. Den Zorn der Menschen in der Region, die seit Jahrzehnten für eine Begrenzung der Flugbewegungen streiten, wird diese Entscheidung weiter anfachen und ihren Widerstand herausfordern.

Verantwortlich für die Genehmigung ist Olaf Cunitz, grüner Bürgermeister und Planungsdezernent der Stadt Frankfurt. Hessens Verkehrsminister Tarek Al Wazir (Grüne) verwies erneut auf den Koalitionsvertrag, in dem eine „Bedarfsprüfung des Bauvorhabens“ vereinbart wurde. Grünen-Sprecher und Fraport-Aufsichtsratsmitglied Frank Kaufmann sagte, aus dem Baurecht leite sich keine Baupflicht ab – als sei trotz grünem Licht für Terminal 3 noch alles offen.

Was soll eine Bedarfsprüfung nach erteilter und sofort vollziehbarer Genehmigung? Was soll so eine Prüfung, wenn Fraport längst verkündet, die vorhandenen Kapazitäten der Terminals 1 und 2 seien spätestens im Jahr 2020 erschöpft? Auch so ist klar, dass die Menschen in der Region das berechtigte Bedürfnis haben, ohne krankmachenden Fluglärm zu leben. Ihre Gesundheit, Umwelt und Klima müssen geschützt werden. Das ist der Gestaltungsauftrag an die Politik.

Die Zu- oder Abnahme der Flugverkehrszahlen ist das Ergebnis politischer Entscheidungen – und kein Naturereignis. Eine Verkehrs- und Umweltpolitik, die diesen Gestaltungsanspruch aufgegeben hat, macht sich selbst zum Erfüllungsgehilfen wirtschaftlicher Partikularinteressen. Und sie verdeckt, worum es im Kern geht: ein lukratives Immobiliengeschäft samt Edel-Shoppingmeile und Vorteile für Fraport in der Konkurrenz mit anderen internationalen Drehkreuzen.

Mit dem Terminal wird bei Vollausbau eine gewaltige Steigerung der Flugbewegungen möglich: von jetzt 473.000 auf über 700.000 im Jahr. Genehmigt ist die erste Bauphase. Dazu zählen laut Fraport: ein Terminalgebäude mit zwei Flugsteigen für zusätzliche 14 Millionen Passagiere im Jahr, ein neuer Autobahnanschluss, für den erneut Wald gerodet werden soll, die Verlängerung der flughafeninternen Bahn SkyLine sowie eine erweiterte Gepäckförderanlage. Fraport will nach eigenen Angaben mit dem Bau des 2,5 Milliarden Euro teuren Projekts im kommenden Jahr beginnen.

Protestbanner beim Aktionscamp gegen Terminal 3 am Frankfurter Flughafen (Foto: B. Reynolds)

Protestbanner beim Aktionscamp gegen Terminal 3 am Frankfurter Flughafen (Foto: B. Reynolds)

Der Widerstand dagegen hat längst begonnen: ROBIN WOOD beteiligte sich im Juni dieses Jahres an einem Aktionscamp gegen Terminal 3 im Treburer Oberwald: für die Deckelung der Flugbewegungen, ein echtes Nachtflugverbot und den Rückbau des Flughafens.

Camp gegen Flughafenausbau im Treburer Oberwald Juni 2014

Camp gegen Flughafenausbau im Treburer Oberwald Juni 2014

Blog, Klima, Rhein-Main, Verkehr
5. August 2014

Immer wieder Montags – Kein Terminal 3 in Frankfurt

Montags, 18 Uhr im Rhein-Main-Gebiet – das bedeutet seit der Eröffnung der Landebahn Nord-West vor zweieinhalb Jahren, Montagsdemo im Terminal des Frankfurter Flughafens. Mit inzwischen 108 Montagsdemos protestieren die Menschen im Rhein-Main-Gebiet hartnäckig gegen die vom Flugverkehr
ausgehenden Belastungen, gegen Lärm, Schadstoffemmissionen und Klimaveränderung. Sie fordern: Kein Terminal 3, Rückbau des Flughafens, Nachtflugverbot von 22-6Uhr und Deckelung der Flugbewegungen auf maximal 380 000.

Mahnwache / Foto: Andreas Ihl

Mahnwache / Foto: Andreas Ihl

In den Schulferien finden die Montagsdemos als Mahnwachen statt. Die Mahnwache am 4. August gestaltete die Robin Wood-Regionalgruppe Rhein-Main mit Informationen über die Arbeit von Robin Wood und einem Film von Willfried Jaspers (QuerTV) über die Robin Wood Baumbesetzung gegen die Rodung von Bannwald für die A380-Halle im Herbst 2005. Intention der Robin Wood Mahnwache war auch, die Montagsdemonstranten zum Durchführen von Aktionen in den Städten rund um den Flughafen zu ermutigen. Um das im Terminal auszuprobieren, hatten wir eine kleine Aktion vorbereitet: Ein
Tourist zieht nicht nur sein Gepäck, sondern auch Schadstoffwolken hinter sich her. Spontan fanden sich Freiwillige, die die Aktion im Terminal gleich durchführten und die Idee mitnahmen, um sie demnächst auch andernorts umzusetzen und damit auf die Schadstoffemmissionen durch Flugverkehr und die schädlichen Auswirkungen auf das Klima aufmerksam zu machen.

Aktion auf der Mahnwache / Foto: Andreas Ihl

Aktion auf der Mahnwache / Foto: Andreas Ihl

weitere Bilder: http://www.flughafen-bi.de/Archiv/2014/2014_08_04_mahnwache.htm

Text: Anne Mühlemeier

Blog, Rhein-Main, Wald
1. August 2014

Alleenschutz in Wiesbaden

Am Donnerstag, 31. Juli unterstützten Robin Wood Aktivisten die Initiative „Rettet unsere Kastanien“ auf der Wiesbadener Maaraue mit Transparent und „Baumschmuck“. Die Initiative hatte an diesem Tag zu einer Demonstration vor der von der Fällung bedrohten Allee aufgerufen, um Öffentlichkeit für eine nicht öffentlichen Begehung der Lesselallee von Mitgliedern des Magistrats und des Umweltausschusses zu schaffen.

aufbäumen / Foto: Willfried Jaspers

aufbäumen / Foto: Willfried Jaspers

Während die Kommunalpolitiker ohne Schutzhelme durch die Allee spazieren konnten, wachte die Polizei den ganzen Tag streng darüber, dass sich sonst niemand dieser „Gefahr“ aussetzte. So wurde ein junger Mann, der die Nacht in einer Hängematte in einer der „kranken“ Kastanien verbracht hatte, genauso von der Polizei „hinausbegleitet“, wie Robin Wood Aktivisten, die sich erlaubt hatten, durch den an einigen Stellen offenen Bauzaun zu spazieren, um die Bäume auf die Begehung vorzubereiten und zu „schmücken“.

Auf der Maaraue, einer Insel im Bereich der Mainmündung, die für das gesamte Rhein-Maingebiet ein wichtiges Naherholungsgebiet darstellt, will die Stadt Wiesbaden im Herbst eine über hundert Jahre alte Kastanienallee, die Lesselallee, mit über 75 Bäumen fällen lassen, weil die Kastanien laut einem Gutachten krank seien. Inzwischen gibt es andere Gutachten, die diesen Befund nicht bestätigen. Die Untere Naturschutzbehörde und die Stadt Wiesbaden, allen voran Baudezernent Franz beharren aber darauf, dass die Kastanien eine Gefahr darstellen und gefällt werden müssen. An anderen baumbestandenen Straßen auf der Maaraue warnen Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht, Astbruchgefahr“ Spaziergänger und Fahrradfahrer. Es stellt sich die Frage, warum dies bei der Lesselalle nicht möglich ist. Ein Unwetter im letzten Monat führte zu erheblichem Astbruch auf der Maaraue, nicht allerdings bei den als „krank“ und „gefährlich“ diagnostizierten Kastanien in der Lesselalle. Bereits im März wurde die Allee mit einem Bauzaun mehr oder weniger abgeriegelt.
Da es Ideen gibt, die Maaraue zu bebauen („Wohnen am Fluss“), vermuten Anwohner, dass die Fällung der Allee eher mit diesen Vorhaben als mit der „Krankheit“ der Bäume zu tun hat.
Weitere Informationen unter: http://lesselallee.de/ oder: facebook.com/lesselallee

Text: Anne Mühlemeier

Allgemein, Blog, Hamburg/Lüneburg, Prozess, Robin Wood regional
31. Juli 2014

Wieder mal rechtswidrig: Polizei gegen Kletteraktivistin

Im Verwaltungsgerichtsstreit zwischen der Lüneburger Kletteraktivistin Cécile Lecomte und der Polizeidirektion wurde gestern nach einer 8-stündigen mündlichen Verhandlung mit 5 Zeugenbefragungen ein Urteil gesprochen. Das Gericht stellte die Rechtswidrigkeit von polizeilichen Maßnahmen gegen die ROBIN-WOOD-Aktivistin anlässlich einer Kletteraktion am Streckenaktionstag gegen den Castortransport im Jahre 2011 fest. Rund 10 AktivistInnen hatten sich im Wald in Höhe Tiergarten zusammen getroffen, um ihre Meinung mittels gelben Xen (Widerstandssymbol) und Transparenten an Waldwege an der Castorstrecke kund zu tun. Die Polizei ging aber dazwischen und beschlagnahmte die Kletterausrüstungen der sich bei ihrer Ankunft am Boden befindlichen VersammlungsteilnehmerInnen.
Im Einzelnen rügte die Kammer die Rechtswidrigkeit von Filmaufnahmen durch die Polizei sowie die Sicherstellung von Kletterausrüstungen. Ein mit Gründen versehenes schriftliches Urteil wird in den kommenden Wochen folgen. Weiterlesen…