Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
28. August 2015

Sommercamp am Frankfurter Flughafen: Wald statt Beton – Protest beim Kieswerk Sehring

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Banneraktion vor dem Werkstor der Sehring AG gegen Waldzerstörung für den Flughafenausbau (Foto: M. Flörsheimer)

Aus Protest gegen den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens haben heute Mittag ROBIN WOOD-Aktivisten vor dem Kieswerk Sehring am Langener Waldsee demonstriert. Zwei AktivistInnen sind auf Bäume vor dem Werkstor geklettert und haben dort ein Transparent aufgehängt mit dem Slogan: „Wir kennen kein Pardon bei Wald für Beton“.

Kletterprotest bei Sehring

Protest-Botschaft an Sehring, 28.8.15 (Foto: ROBIN WOOD)

Der Beton- und Kieslieferant Sehring ist ein Profiteur des sozial und ökologisch unverträglichen Flughafenausbaus. Das Unternehmen will im Bannwald am Langener Waldsee 60 Hektar für die weitere Auskiesung roden. Dagegen gibt es seit Jahren Widerstand, u.a. auch vor Gericht. So versucht der hessische Landesverband des BUND, auf dem Klageweg die Rodung zu stoppen.

Wald statt Beton fordert auch das Klimacamp im Treburer Oberwald, das heute begonnen hat. Es liegt in einer Waldfläche, die im Zuge des Neubaus eines dritten Terminals am Frankfurter Flughafen gerodet werden soll. Das neue Terminal macht eine gigantische Kapazitäterweiterung möglich. Mehr Flugverkehr heißt: mehr Lärm, Dreck, Gesundheits- und Klimaschäden.

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(Foto: ROBIN WOOD)

ROBIN WOOD fordert: Bannwald erhalten – Kein Terminal 3 – Rückbau statt Ausbau des Frankfurter Flughafens!

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
27. August 2015

Jetzt geht´s los – Camp gegen Flughafenausbau in Rhein-Main an diesem Wochenende

Zum zweiten Mal lädt die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD an diesem Wochenende zum Sommercamp gegen den Bau von Terminal 3 am Frankfurter Flughafen in den Treburer Oberwald ein. Zurzeit bauen Umweltschützer_innen ihr Camp in dem vom Kahlschlag bedrohten Waldstück südlich von Zeppelinheim auf. Am Abend versammeln sich die Delegierten des Bündnisses der Bürgerinitiativen „Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot“ vor Ort im Camp.

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Zeppelinheim stand vor genau achtzig Jahren am Anfang der Rodung von inzwischen mehr als 2000 Hektar Wald für den Rhein-Main-Flughafen. Sechs Hektar Mischwald mehr sollen dort, wo das Camp ist, für den Bau eines eigenen Autobahnanschlusses und die Baustellenzufahrt zum dritten Terminal fallen. Weitere 60 Hektar Wald frisst das Projekt durch Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee. Den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 hat Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport, für den Spätherbst angekündigt.

Umwelt- und Entwicklungsverbände, darunter ROBIN WOOD, haben Anfang August in einem alternativen Luftverkehrskonzept nachgewiesen, dass es deutschlandweit keinen Bedarf für noch mehr Flughafenkapazitäten gibt. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr mindestens fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. „Der Schutz des Waldes ist der wirksamste Weg, Kohlendioxid zu binden. Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen. Wir sind hier, um den doppelten Klimaschaden durch das T3-Projekt aufzuzeigen“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD.

Am Freitag, 28. August 2015, findet um 11 Uhr ein Pressegespräch im Camp statt. Am Samstag, 29. August, stehen eine botanische Führung (10 Uhr), Schnupperklettern (ab 12 Uhr), Workshops zu Atomtransporten (14 Uhr), Lärm- und Grundwasserbelastung (17 Uhr) sowie ein Konzert des Liedermachers Siggie Liersch (20 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag, 30. August, erwartet Besucher_innen ab 11 Uhr ein Streifzug durch die Geschichte des Widerstandes gegen den Flughafenausbau – und natürlich der traditionelle Kuchenstand der Bürgerinitiativen (14 Uhr).

Eine Karte mit dem Weg zum Camp ist hier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es am besten vom S-Bahnhof Zeppelinheim zu erreichen, ab da 1,6 km mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

ROBIN WOOD vor Ort: Tel. 0176-94 92 09 56.

Aktion, Energie, Hamburg/Lüneburg, Robin Wood regional
26. August 2015

Cyclassics 2015: Tschüss Vattenfall! Kletteraktion auf der Köhlbrandbrücke

Kletteraktion auf der Köhlbrandbrücke gegen Vattenfall Quelle: Robin Wood U. Betrand

Kletteraktion auf der Köhlbrandbrücke gegen Vattenfall
Quelle: Robin Wood U. Bertrand

Am Sonntag „feierte“ der Stromkonzern Vattenfall mit den 20. Vattenfall Cyclassics ein „Jubiläum“. Zugleich waren dies auch die letzten Cyclassics mit Vattenfall als Sponsor. AktivistInnen von ROBIN WOOD haben den Konzern wie es sich gehört verabschiedet: mit zwei großen Bannern an der Köhlbrandbrücke oberhalb der Rennstrecke. Es handelte sich dabei um ein Kunstwerk des Künstlers Dan und ein Banner mit der Aufschrift „Umsatteln, Ökostrom statt Kohle und Atom“. Damit machten die Beteiligten klar, was sie von den Greenwashing-Veranstaltungen von Vattenfall halten: Der Konzern, der Strom überwiegend aus Kohle (80%) und Atom produziert, will sich durch das Sponsoring solcher Veranstaltungen ein grünes Image geben. Dagegen gibt es schon seit Jahren Widerstand. Weiterlesen…

Energie, Klima
16. August 2015

Zahlen und Fakten über Kohle

Jetzt bestellen oder als PDF-Download beziehen:
Neu erschienene Hintergrundpapiere bieten umfangreiches Wissen über den Status Quo der Kohlekraft in der Bundesrepublik

Den wenigsten ist bekannt: Auch im Jahr 2014 lag der Anteil der Kohle am Strommix der Bundesrepublik noch bei 43,6 Prozent – und das, obwohl eine vollständige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien laut Fachexpertisen realisierbar ist. Der Großteil der verfeuerten Kohle ist Braunkohle (57 Prozent) – der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und Klimawandel« (PDF)
    Das Papier gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Kohleverstromung und Klimawandel und geht dabei auf Fragen ein wie:
    Welchen Klima-Zielen hat sich die Bundesregierung verschrieben? Wie hat sich in der Bundesrepublik die Kohleverstromung seit 1990 entwickelt, was ist ihr Status Quo und wie steht es um ihre Zukunft?

Gefördert wird Braunkohle in Tagebauen, mit erheblichen Folgen für Gesellschaft und Natur. Die Tagebaue zerstören Natur- und Kulturlandschaften und bewirken eine Vielzahl weiträumiger und oft irreversibler Folgeschäden für Natur, Gesellschaft und Klima. In der Bundesrepublik ist die Menge der Braunkohleförderung seit den 1990ern nahezu unverändert groß. 12 Braunkohle-Tagebaue sind aktuell aktiv. In ihnen werden rund 20 Prozent der weltweit geförderten Braunkohle abgebaut. 2014 waren dies 178.178.000 Tonnen.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und Tagebaue« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Wie ist die Braunkohle entstanden? Wo wird sie in der Bundesrepublik gefördert und von wem? Welche Folgen haben Braunkohletagebaue für Gesellschaft und Natur? Wie steht es um den Rechtsschutz und diee Entschädigung von der von Umsiedlung Betroffenen? Und: Welche Zukunftsperspektiven gibt es für die Tagebauregionen?

Im Falle eines Kohleausstiegs drohen in der Bundesrepublik regelmäßig die Lichter auszugehen, so die von der Kohlelobby verbreitete Legende. Doch für das Energiesystem ist Braunkohle zunehmend nicht mehr systemrelevant. Der wachsende Anteil an erneuerbaren Energien macht die alten Grundlastkraftwerke mehr und mehr überflüssig, denn sie sind extrem unflexibel. Notwendig sind schnellstartende und flexibel regelbare Energiequellen – beispielsweise Gaskraftwerke. In einem auf erneuerbare Energien setzenden Energiesystem kann Versorgungssicherheit nur dann gewährleistet werden, wenn der Anteil an konventionellen, unflexiblen Kraftwerken gesenkt wird.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und Versorgungssicherheit« (PDF)
    Das Hintergrundpapier „Kohle und Versorgungssicherheit“ gibt Antworten auf Fragen wie:
    Warum war Kohle in der Vergangenheit ein essentieller Bestandteil des Energiesystems und warum sind Kohlekraftwerke unvereinbar mit einem Energiesystem, dass auf einen zunehmenden Anteil an erneuerbaren Energien setzt? Warum ist die Versorgungssicherheit keineswegs bedroht, wenn auf Kohlekraft verzichtet wird?

Die Verstromung der Kohle wird im Wesentlichen von einer Hand voll Unternehmen vorangetrieben: von EnBW, E.ON, RWE, der STEAG und – bis zum angekündigten Verkauf der Kohlesparte – von Vattenfall. Trotz der erheblichen Folgen der Kohleverstromung für Gesellschaft und Natur halten die Konzerne an der Kohleverstromung fest.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und die großen Energieversorger« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Welche Rolle spielen die Konzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall bei der Kohleverstromung in der Bundesrepublik? Welche Anteile nehmen Kohlekraftwerke in ihrem Kraftwerkspark bzw. bei ihrer Stromerzeugung ein? Wem gehören eigentlich die Konzerne? Und: Wie steht es bei den Konzernen um einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien?
Bezug der Hintergrundpapiere von Robin Wood in Kooperation mit PowerShift und Rosa-Luxemburg-Stiftung:

Klima statt Kohle! Mach mit!

Aktion, Rhein-Main, Verkehr, Wald
23. Juli 2015

Frankfurter Flughafen: Spatenstich im Spätherbst – Wir sind schon da

Beim „Dämmerschoppen“ mit geladenen Journalist_innen ließ der Chef des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, eine kleine Katze aus dem Sack. Im „Spätherbst“ soll es den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 geben. Mit einem dritten Terminal will die Fraport die zusätzlichen Kapazitäten, die sie sich mit der Nordwestbahn 2011 geschaffen hat, in der Passagierabfertigung ausschöpfen. Wenn die Passagierabfertigung um ein Drittel leistungsstärker ist, bedarf es für die volle Auslastung vermutlich einer fünften Bahn – Salamischeibe für Salamischeibe hat der Flughafenausbau kein Ende.

Während der Schutz des Waldes der „einfachste, billigste und schnellste Weg ist, die Atmosphäre zu entlasteRowo-Logo-mit-Kletterinn“ (Nick Reimer in „Schlusskonferenz“), ist Fliegen die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen.

Diesmal ist es der Treburer Oberwald, mit dem für einen zusätzlichen Autobahnanschluss noch mehr Bäume fallen sollen. Deswegen treffen sich dort am letzten Wochenende im August Aktive von Robin Wood. Am Sonntag, den 30. August, laden sie gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Bürgerinitiativen gegen Flughafenausbau ein zum traditionellen Kuchenstand, Schnupperklettern und Infos rund um Flughafen, Wald und Klimaschutz. Ihre Botschaft an die Fraport: Wald statt Asphalt – Wir hängen an den Bäumen!

Wegbeschreibung und Flyer zum Sommercamp sind hier.

Allgemein, Energie, Hamburg/Lüneburg
23. Juli 2015

Verschleppen Hamburger Hafenunternehmen Stopp der Atomtransporte?

Die rot-grüne Koalition in Hamburg mit Bürgermeister Olaf Scholz an der Spitze hat die ersten 100 Tage ihrer Regierungszeit rum. Da wird es Zeit, mal nachzufragen, was sich in Sachen Atomtransporte durch den Hamburger Hafen zwischenzeitlich bewegt hat.

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Hapag-Lloyd-Containerschiffe transportieren radioaktive Materialien, aus denen Brennstoff für Atomkraftwerke hergestellt wird (Foto: ROBIN WOOD)

Im Koalitionsvertrag hat Rot-Grün vereinbart: „Die neue Regierung wird bei relevanten Unternehmen darauf hinwirken, im Wege der Selbstbeschränkung auf den Umschlag und seeseitigen Transport derartiger Stoffe im und durch den Hamburger Hafen zu verzichten.“ Mit derartigen Stoffen sind „radioaktive Stoffe aus Zwecken oder für Zwecke als Kernbrennstoff“ gemeint.

Die Stadt Hamburg ist an zwei in Hamburg ansässigen „relevanten“ Unternehmen, die radioaktive Stoffe transportieren bzw. umschlagen, beteiligt: an der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) mit 69 Prozent und an der Reederei Hapag-Lloyd mit rund 23 Prozent.

ROBIN WOOD-Protest gegen Atomtransporte durch Hapag-Lloyd

ROBIN WOOD-Protest in Hamburg gegen Atomtransporte durch Hapag-Lloyd, 7.2.15 (Foto: ROBIN WOOD, U. Bertrand)

Über ihre Beteiligungen hat sie direkten Einfluss darauf, ob die Unternehmen entsprechende Selbstverpflichtungserklärungen abgeben.

Die städtischen Anteile hält das öffentliche Unternehmen HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement). Deren Geschäftsführer Dr. Rainer Klemmt-Nissen sitzt auch im Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd.

Bereits im Mai 2015 hatte ROBIN WOOD Klemmt-Nissen angeschrieben mit der Bitte darüber zu informieren, welche Schritte die HGV bis wann bei Hapag-Lloyd und HHLA unternimmt, um den Koalitionsvertrag umzusetzen.

In dieser Woche trudelte bei ROBIN WOOD eine Antwort ein. Darin heißt es: „Die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) fühlt sich als öffentliches Unternehmen und Holdinggesellschaft der FHH den Vereinbarungen des Hamburger Koalitionsvertrages verpflichtet. Daher nehmen sich die Vertreter der HGV in den Aufsichtsgremien von HLAG und HHLA in geeigneter Weise der Frage des Umschlags und Transports radioaktiver Stoffe im Hamburger Hafen an.“

Welche Weise denn nun als „geeignet“ gilt, darüber schweigt sich die HGV – mit Verweis auf das Aktiengesetz – aus. Transparenz sieht anders aus.

AtomkraftgegnerInnen kündigen Proteste an

Damit der Hamburger Hafen für sämtliche Atomtransporte sämtlicher Reedereien und Umschlagbetriebe gesperrt wird, ist weiterhin politischer Druck nötig – und den wird es geben: Gemeinsam mit Anti-Atom-Initiativen werden sich ROBIN WOOD-Aktive an Protesten gegen den nächsten bekannten Urantransport (Ankunft eines Schiffes mit Uranerzkonzentrat in Hamburg) nach dem 12. September 2015 beteiligen.

Zum Auftakt laden sie für den 13. September ein zu Kundgebung und Schienenspaziergang unter dem Motto „Stoppt die Urantransporte, bevor sie zu Atommüll werden“. Start ist um 15 Uhr am Gertrud-von-Thaden-Platz vor der Umweltbehörde in Hamburg-Wilhelmsburg.

Mehr Wissen:

ROBIN WOOD-Infs zu Atomtransporten und Online-Protest

Hintergrundartikel zur Auseinandersetzung mit Hapag-Lloyd

 

Allgemein, Blog, Veranstaltung, Welt retten
21. Juli 2015

Graswurzelbewegung oder Kunstrasen? Einladung zur Debatte an die Humboldt-Uni nach Berlin

LiMA_Konzernprotest-logo-01Ein Investor will ein Großprojekt realisieren, etwa eine neue Stromtrasse, Startbahn oder einen milliardenteuren Bahnhof. Dagegen regt sich Protest. Was tun?

Ignorieren? Unterdrücken? – Das klappt so einfach nicht mehr. Vorhabenträger und die von ihnen beauftragte PR-Agenturen setzen immer häufiger auf Protestmanagement.

Welche Methoden dabei angewendet werden, damit wird sich eine Tagung beschäftigen, zu der Robin Wood, LobbyControl, Linke Medienakademie und klimaretter.info für den 26. September 2015 an die Humboldt-Universität nach Berlin einladen. Auf dem Programm stehen rund 30 Workshops und Vorträge zum Thema „Wenn Konzerne den Protest managen“.

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Graswurzelprotest oder Kunstrasen? Debatte am 26.9.15 in Berlin über aktuelle Methoden des Protestmanagements

Die Tagung bringt Leute aus unterschiedlichen Protestbewegungen, aus Wissenschaft, Medien und Kommunikationsguerilla zusammen. Sie beschäftigen sich mit dem Phänomen, dass Unternehmen zivilgesellschaftliche Aktionsformen nachahmen – Kunstrasen statt Graswurzelbewegung. Anhand von Fallbeispielen werden aktuelle Werkzeuge aus dem Baukasten der Unternehmens-PR analysiert und wirkungsvolle Gegenmittel diskutiert.

Warum setzen Projektträger verstärkt auf Pro-Kampagnen wie „Ja zu Fra“ oder „I love S21“? Wie gelingt es Kommunikations-Profis den Eindruck einer spontanen Graswurzelbewegung vorzutäuschen? Wann schnappt die Dialogfalle zu? Was hilft gegen unfaire Methoden der Akzeptanzbeschaffung?

Gemeinsam werden wir uns am 26. September mit diesen Fragen beschäftigen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen vorbei zu kommen. Der Eintritt ist frei. Mehr Infos zum Konzept der Tagung, Programm und Anmeldung unter: www.konzernprotest.de. Mehr zu den Hintergründen steht im aktuellen ROBIN WOOD-Magazin.

Wir freuen uns, wenn Sie und Ihr die Tagung bekannter macht. Hier gibt es eine Postkarte zur Ansicht, die man bei Robin Wood und Linker Medienakademie bestellen und verteilen kann: De-Frag2_Konzernprotest-Postkarte_WEB_s1, De-Frag2_Konzernprotest-Postkarte_WEB_s2. Webbanner und ähnliches folgen in Kürze.

Aktion, Allgemein, Tropenwald
15. Juli 2015

Schmutziges Palmöl im Langnese-Eis! Unilever-Lieferant Wilmar tritt Sozialstandards mit Füßen

Foto: Heinrich Schultze

Foto: Heinrich Schultze

Eis essen ohne schlechtes Gewissen? Der Lebensmittelgigant Unilever möchte uns das gerne weismachen. In vielen Eisprodukten steckt Palmöl, und damit ein kleines Stückchen gerodeter Regenwald. Seit letztem Dezember muss dies nun auch auf den Verpackungen angegeben werden und darf nicht mehr hinter allgemeinen Bezeichnungen wie „pflanzliche Fette“ versteckt werden. Laut Unilever, dem die hier wohl bekannteste Eismarke ‚Langnese’ gehört, sollten die VerbraucherInnen ihr Eis aber trotz enthaltenen Palmöl ohne Gewissensbisse essen. Denn seit 2012 verwendet Unilever nach eigenen Angaben nur noch Palmöl aus zertifizierten Quellen wie dem RSPO, dem Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl.

Doch wer den Beteuerungen von Unilever glaubt damit ein nachhaltiges Produkt erstanden zu haben, wird schnell enttäuscht, wenn er sich den RSPO und die Unternehmenspraxis des Unilever-Lieferanten Wilmar einmal genauer ansieht: RSPO-zertifiziertes Palmöl ist keinesfalls so grün ist wie es tut. ROBIN WOOD und viele andere NGOs bewerten den RSPO als ‚Greenwashing’. Denn der RSPO verhindert weder Regenwaldzerstörung noch Zwangsenteignungen. Durch das unübersichtliche Handelssystem fließt fortlaufend auch Palmöl von illegal gerodeten Flächen in RSPO-zertifizierte Produkte und wird somit „reingewaschen“. Seit Jahren häufen sich zudem die Hinweise, dass die ohnehin schwachen Vorgaben von Mitgliedern wiederholt nicht eingehalten werden. In den letzten Wochen hat z.B. die Verletzung von Sozialstandards durch RSPO-Mitglieder wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Theoretisch schreibt der RSPO zum Beispiel vor, dass die beteiligten Kommunen über den Verkauf ihres Landes im Rahmen einer freien, frühzeitigen und informierten Konsultation entscheiden. In der Praxis wird dieses Recht auf Selbstbestimmung von RSPO-Mitgliedern jedoch regelmäßig untergraben.

Insbesondere der Name Wilmar International fällt in diesem Zusammenhang immer wieder. Und das, obwohl sich Wilmar zumindest auf dem Papier wiederholt zur Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards verpflichtete. Wilmar ist seit 2005 RSPO-Mitglied und kontrolliert rund 45 Prozent des weltweiten Palmöl-Handels. ROBIN WOOD hat in den letzten Jahren mehrfach über Menschenrechtsverletzungen und Landraub durch Wilmar berichtet. So zum Beispiel über die gewaltsame Räumung des auf der indonesischen Insel Sumatra gelegene Dorfes Sungai Beruang durch Sicherheitskräfte von Wilmar im August 2011.

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Foto: Jonathan Happ/ Katja Becker

Nun zeigen Berichte der NGO Forest People Program, dass Wilmar auch in West Sumatra Gemeinden mit unfairen Mitteln um ihr Land gebracht hat. 2014 gab es dort eine Beschwerde gegen ein Zweigunternehmen des Palmölkonzerns. Der PT Permata Hijau Pasaman 1 wird von der Minangkabau Gemeinde vorgeworfen hinter ihren Rücken und ohne Zustimmung deren Land angeeignet und darauffolgende Proteste mit Hilfe einer vermutlich bestochenen oder beeinflussten lokalen Polizei kriminalisiert und somit unterdrückt zu haben. Ein Dorfvorsteher wurde ohne offizielle Anklage für mehrere Monate inhaftiert. Etliche andere wurden verhört und unter Druck gesetzt.

Ein ähnlicher Landrechtskonflikt ereignete sich im letzten Jahr auf Kalimantan (Borneo) zwischen DorfbewohnerInnen und einem Zulieferer von Wilmar (PT.SMP). PT.SMP hatte dort widerrechtlich und ohne Zustimmung der Gemeinde Gemeindeflächen gerodet und in Besitz genommen. Außerdem wurden Brandrodungen durchgeführt, die sowohl gegen RSPO-Standards als auch das indonesische Recht verstoßen. Proteste der Gemeinde wurden mit Hilfe der Polizei aufgelöst. Einige DorfbewohnerInnen wurden verhaftet. Obwohl nun auch die Konzessionen für die übrigen Landflächen ausgelaufen sind, führt PM.SMP seine Umwandlungen in Palmölplantagen fort. Örtliche NGOs haben jetzt eine Beschwerde beim RSPO eingereicht. Dass da schnell Konsequenzen gezogen werden, ist aber eher fraglich. Beschwerdeverfahren werden bei RSPO meist lange verschleppt. Bisher sind abschreckende Konsequenzen für RSPO-Mitglieder stets ausgeblieben.

Langnese-Eis aus Wilmar-Palmöl? Nein Danke!

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr
14. Juli 2015

„Fliegen als gäbe es kein Morgen“ – Klimaschützer_innen blockieren Start- und Landebahns

Aus Protest gegen Flughafenausbau hat ein Dutzend Aktive des Netzwerks Plane Stupid gestern in den frühen Morgenstunden die Nordbahn des Londoner Flughafens Heathrow blockiert. Sie durchschnitten den Absperrzaun und legten sich zusammengekettet auf die Piste des viertgrößten Flughafens der Welt, um friedlich gegen neuerdings wieder aktuelle Pläne zum Bau einer dritten Bahn zu protestieren.

Klimaschutz durch weniger Luftverkehr ist eine Kernforderung für globale Gerechtigkeit: Weltweit fliegt nur eine kleine Minderheit von drei bis sieben Prozent regelmäßig. Über neunzig Prozent aller Menschen fliegen nie. Fliegen ist die energieintensivste Form der Mobilität. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr nach UN-Schätzungen bereits heute mehr als fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. Trotzdem werden die Transportunternehmen bisher von allen nationalen und internationalen Klimaschutzverpflichtungen verschont.

Aus der Presseerklärung: „(…) eine dritte Bahn in Heathrow wird es für Groß Britannien unmöglich machen, seine Klimaschutzziele zu erreichen. (…) Wenn die Luftverkehrsindustrie mehr von ihren Umweltkosten zu zahlen hätte, würde sie nicht mehr auf Bau einer neuen Bahn drängen. Neun der zehn meistgenutzten Routen ab Heathrow sind Kurzstrecken(…), für die es Alternativen auf der Schiene gibt. Ella Gilbert, eine Plane-Stupid-Aktivistin auf der Start- und Landebahn, sagt: „Flughafenausbau verstößt gegen alles, was uns von Wissenschaftler_innen und Expert_innen über den Klimawandel erzählt wird. Er würde die Treibhausgasemissionen massiv ansteigen lassen, gerade dann, wenn wir sie massiv reduzieren müssten. Deswegen sind wir hier. Wir entschuldigen uns bei allen, denen wir den Tag ruiniert haben, und wir sagen nicht, dass jede_r, der vorhat zu fliegen, ein schlechter Mensch ist. Es sind die, die häufig und unnötig fliegen, die den Bedarf für einen Ausbau schaffen. Wir können nicht länger die Augen vor den schrecklichen Konsequenzen verschließen, die es hat, zu fliegen als gäbe es kein morgen“.

Den ROBIN WOOD-FliegenFlyer finden Sie hier. Mehr über Flughafenausbau in Deutschland erfahren Sie beim Sommercamp in der Rhein-Main-Region.

Aktion, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg
11. Juli 2015

Zu Wasser und zu Lande gegen das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg

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12.000 Tonnen Kohle pro Tag wird das Kohlekraftwerk Moorburg bei Volllastbetrieb verbrennen – ROBIN WOOD sagt: „Tschüss Vattenfall“ (Fotos: ROBIN WOOD, U. Bertrand)

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„Ende Gelände! Kohle stoppen“ – fordern die AktivistInnen vor dem Steinkohlekraftwerk Hamburg-Moorburg (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)

(Fot: Pay Numrich)

Kundgebung auf dem Wasser vor dem Kohlemeiler Moorburg (Foto: Pay Numrich)

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Kohle tötet – Ende Gelände – Der Werkschutz beobachtet, wie Transparente an die Spundwände unterhalb des Kraftwerks Moorburg angebracht werden (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)

Zu Wasser und zu Lande demonstrierten heute Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein AktivistInnen vom Bündnis Gegenstrom und von ROBIN WOOD gegen das Klimakiller-Kohlekraftwerk von Vattenfall in Hamburg-Moorburg.

Rund 20 Kanadier, Kajaks und ein ROBIN WOOD-Schlauchboot blockierten symbolisch den Anleger, über den das Kraftwerk mit Kohle versorgt wird. An die Spundwand brachten die AktivistInnen mit Magneten zwei Banner an mit den Slogans „Kohle tötet“ und „Ende Gelände“. Von Land her wurden sie dabei lautstark von etwa 50 Leuten unterstützt. Sie hatten quer über die Kattwykbrücke in Sichtweite des Kraftwerks ein Transparent gespannt mit der Aufschrift: „Coal kills – Reclaim Power!“ Mit der Kundgebung machen die Klimaschutz-AktivistInnen Druck für einen Kohleausstieg und den Stopp des Steinkohlekraftwerks Moorburg.

Außerdem mobilisieren sie mit der Aktion zu weiteren Anti-Kohle-Protesten, die für den August im Rheinischen Kohlerevier geplant sind.

Vattenfall hat rund drei Milliarden Euro in sein neues Steinkohlekraftwerk an der Elbe investiert – eine krasse Fehlinvestition in eine Technik, deren Ende aus Klimaschutzgründen eingeläutet ist!

Mehr zu den Hintergründen steht in der ROBIN WOOD-Pressemitteilung zur Aktion.

Einige Online-Medienberichte zur Aktion:

„Kohlekraftwerk Moorburg: „Coal Kills“: Protest mit Paddelbooten und Transparenten“, Hamburger Morgenpost (mit kurzem Video)

„Umweltschützer protestieren vor Moorburg“, klimaretter.info

„Aktivisten blockieren Anleger am Kraftwerk Moorburg“, Hamburger Abendblatt

„Gegen den (Kohle)Strom“, Greenpeace-Magazin

„Robin Wood demonstriert gegen das Kraftwerk Moorburg“, Blog Aktuelles aus Süderelbe

„Frühes Moorburg-Ende in Sicht. Ein Meiler als Mahnmal“, taz v. 13.7.15

Symbolische Elbblockade vor Kohlekraftwerk Moorburg

Demo auf Kattwykbrücke (Foto: Pay Numrich)

Symbolische Elbblockade vor Kohlekraftwerk Moorburg

„Ende Gelände – Kohle stoppen“ in Hamburg genauso wie im Rheinischen Kohlerevier (Foto: Pay Numrich)

Symbolische Elbblockade vor Kohlekraftwerk Moorburg

(Foto: Pay Numrich)

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Ein voll beladener Kohlefrachter passiert die Kattwykbrücke (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)

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Vattenfall-Eigenwerbung: „Wirkungsgrad 46,5 %“ – Der größte Teil der Energie bleibt ungenutzt (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)