Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Klima
4. März 2015

Kohlekraftwerk Moorburg: Ein fossiler Riese geht offiziell in Betrieb

Am Wochenende war es soweit: Vattenfalls Kohlekraftwerk in Moorburg ging offiziell in Betrieb. Sozial und ökologisch bleibt das Kraftwerk ein Desaster. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks konterkariert die klimapolitischen Ziele der Landesregierung. Fossile Großkraftwerke stehen in vollkommenem Widerspruch zum Beschluss der Energiewende auf Bundesebene.

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Kohlekraftwerk Hamburg Moorburg: Fossiler Riese aus seiner Zeit gefallen. Foto: Ajepbah / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 DE

Moorburg: Erhöhung der CO2-Emissionen Hamburgs um 50 %
Der klimaschädliche CO2-Ausstoss Hamburgs wird mit dem Kraftwerksneubau um 50 Prozent erhöht. Das Kraftwerk wird in etwa soviel CO2 emittieren, wie der gesamte Staat Bolivien.

Bewusst im Unklaren: Der Ursprung der verfeuerten Steinkohle
Die Energieversorgung der Stadt beruht mit Moorburg wesentlich auf Steinkohleimporten deren Herkunft der Betreiber Vattenfall im Unklaren belässt – und das obwohl die Abbaubedingungen in den Förderländern vielfach mit schwerwiegenden menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Problemen verbunden sind.

Kohle macht krank
Die Emissionen aus Kohlekraftwerke verursachen schwerwiegende Gesundheitsschäden, wie Asthma, Herzinfarkte und Lungenkrebs.

Aus der Zeit gefallen: Fossile Großkraftwerke vs. Energiewende
In einem Stromerzeugungssystem mit einem wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien sind Kraftwerke wie das in Moorburg zunehmend ungeeignet. Sie sind auf Dauerbetrieb ausgelegt. Die in Zeiten der Energiewende geforderte Rolle als schnellstartende und flexibel regelbare Kraftwerke können derartige Grundlastkraftwerke technisch nicht übernehmen. Die mittel- bis langfristig vollständige Unabhängigkeit des Energiesystems von fossilen Energieträgern, macht deshalb eine zunehmende Senkung des Anteils an konventionellen unflexiblen Kraftwerken (insb. der Kohlekraft) erforderlich – schlussendlich auf einen Bruchteil der heute installierten Kraftwerksleistung.

Kohlekraft: Bedrohung der Versorgungssicherheit
In Zeiten der Energiewende kann nur mit einer Senkung des Kohleanteils im Strommix auch die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Denn: Je mehr der Anteil erneuerbarer Energien wächst, desto unbeständiger ist auch die Nachfrage nach konventioneller (fossiler) Stromerzeugung. Ein flexibler Ausgleich des variablen Strombedarfs wird dabei immer kostspieliger, je stärker der Kraftwerkspark aus unflexiblen Anlagen besteht. Das bedeutet: Kohlekraftwerke können nur dann ökonomisch sinnvoll betrieben werden, wenn der Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix deutlich begrenzt wird.


In einem Interview mit Klimaretter.info (vom 28. Februar 2015) resümiert ROBIN WOOD-Vorstand Daniel Häfner die Proteste der letzten Jahre gegen das Kraftwerk, wagt eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks-Projekts und zeichnet Perspektiven für die Anti-Kohle-Bewegung.

“Wir müssen immer wieder zeigen, dass es Alternativen gibt. (…) Die Erfahrung zeigt: Man kann und soll sich nicht darauf verlassen, dass politische Parteien oder der Staat einem den Kampf gegen den Klimawandel abnehmen.”

Infos von ROBIN WOOD: Kohlekraftwerk Moorburg

Allgemein, Blog, Papier, Tropenwald, Wald
4. März 2015

Papiergigant APP: Brutaler Mord an Dorfaktivisten in Indonesien

bmf-foto031In Indonesien wurde erneut ein Dorfbewohner von Mitgliedern einer Sicherheitsfirma des größten asiatischen Papier- und Zellstoffproduzenten APP (Asia Pulp and Paper) getötet. Bereits 2010 und 2012 wurden unabhängig voneinander zwei Bauern während sozialer Ausschreitungen von Dienstleistern der APP ermordet.

Das Opfer war Teil eines durch die EU unterstützten Netzwerks zum Monitoring von Rechtswidrigkeiten im Forst- und Agrarsektor. Seinen Einsatz für den Schutz des Regenwaldes hat er nun mit seinem Leben bezahlt. Ein Augenzeuge berichtete, dass der Mann von mindestens sieben Sicherheitsleuten geschlagen wurde, als er versuchte einen Checkpoint zu überqueren. Einen Tag später wurde dann seine Leiche in einem Waldstück gefunden.

Die Morde sind nur die Spitze des Eisbergs. Immer wieder kommt es in Indonesien zu Konflikte zwischen der indigenen Bevölkerung und den die Rodungen beauftragenden Firmen. Die Landrechte der dort ansässigen Menschen werden regelmäßig ignoriert, Menschen vertrieben, eingeschüchtert und verprügelt. Wer sich gegen die allgegenwärtige Korruption und oft illegalen Enteignungen zur Wehr setzt, lebt gefährlich.

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APP-Plantage

Die indonesische Firma APP ist der Umweltbewegung seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge und war immer wieder Ziel von Kampagnen. Der größte Papier- und Zellstoffproduzent Asiens war lange Zeit auch einer der größten Tropenwaldvernichter. Nach Angaben der Organisation Eyes on the Forest ist APP verantwortlich für die Abholzung von etwa zwei Millionen Hektar Tropenwald zwischen den 80er Jahren und 2011. 2013 ließ APP nach Verhandlungen mit Greenpeace verkünden, keine neuen Flächen mehr roden zu wollen und das Holz für die Papierproduktion nur noch von Plantagen zu beziehen.

Doch wie ROBIN WOOD bereits berichtete, kam dieser Deal für APP genau zur rechten Zeit. Der Konzern hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits genug Landfläche angeeignet und gerodet, um in ausreichender Größe Monokulturen für seine Zellstoffproduktion anlegen zu können. Dementsprechend fiel es APP leicht auf weitere Regenwaldzerstörungen zu verzichten. Und finanziell hat sich der Deal für das Unternehmen erst recht gelohnt. Denn nach der Selbstverpflichtung nahm zum Beispiel der US-Büroriese Staples seine Geschäfte mit APP wieder auf. 2008 hatte Staples die Zusammenarbeit mit APP auf Druck von Umweltverbänden gestoppt.

Aktion, Hamburg/Lüneburg, Klima, Tropenwald
23. Februar 2015

Nach ROBIN WOOD-Protest: Kaufhof und Metro zu Gesprächen über Tropenholz-Einkauf bereit

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Schluss mit Raubbauholz bei Galeria Kaufhof! – ROBIN WOOD-AktivistInnen hängen Protestbanner an die Kaufhausfassade, Hamburg, 23.2.15 (Foto: ROBIN WOOD, U. Bertrand)

Der heutige Protest zeitigt prompt Wirkung: Galeria Kaufhof und der Mutterkonzern Metro sind zu Gesprächen mit ROBIN WOOD über die Verbesserung ihrer Einkaufspolitik und einen Verzicht auf Raubbau-Tropenholz bereit. Diese Zusage machten Tino Zeiske, Leiter Corporate Responsibility der Metro-Gruppe und Marion Sollbach, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit bei Kaufhof heute Mittag gegenüber ROBIN WOOD. Ein Termin für die Gespräche ist noch nicht vereinbart, sie sollen aber innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden.

Außerdem hat Kaufhof nach eigenen Angaben alle von ROBIN WOOD getesteten und kritisierten Tropenholzprodukte vorsorglich aus dem Sortiment genommen.

Zuvor hatten sich zwei Kletter-AktivistInnen von ROBIN WOOD am Vormittag an der Fassade von Galeria Kaufhof in der Hamburger City abgeseilt und dort ein Banner aufgehängt. „Schluss mit Raubbauholz bei Galeria Kaufhof!“ stand darauf gut sichtbar für die PassantInnen in der wie immer gut besuchten Mönckebergstraße zu lesen.

ROBIN WOOD fordert, dass der Metro-Konzern künftig auf Holzprodukte aus den Tropen verzichtet, sofern die Rohstoffe nicht nachweislich aus legaler sowie ökologisch und sozial akzeptabler Forstwirtschaft stammen. Eine solche Selbstverpflichtung hatte der Konzern bereits vor etlichen Jahren gegenüber ROBIN WOOD abgegeben. Durch einen Marktcheck und Laboruntersuchungen von holzhaltigen Gegenständen wie Besteck, Schachbrettern, Pfeffermühlen und Tischtennisschlägern konnte die Umweltorganisation jetzt aber nachweisen, dass der Konzern sich nicht an seine eigene Zusage hält. Auch DER SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, wie Metro und Kaufhof beim ROBIN WOOD-Marktcheck durchfielen.

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Hier gibt es Infos gegen den Ausverkauf des Regenwaldes bei Galeria Kaufhof (Foto: ROBIN WOOD)

Bei den KundInnen von Kaufhof kommt es nicht gut an, dass die letzten Urwaldriesen dieser Erde für Alltags- und Spielgegenstände zersägt werden, die genauso gut auch aus regionalem Holz gefertigt werden könnten. Schon gar nicht, wenn der Verkäufer nicht einmal sicherstellen kann, dass das Holz aus legalen Quellen stammt!

Viele PassantInnen bewunderten heute den Mut der KletterInnen und ermutigten die Aktiven von ROBIN WOOD zu weiteren Protesten.

 

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Protestbanner und Infostand vor Galeria Kaufhof in der Mönckebergstraße (Foto: ROBIN WOOD)

Allgemein
18. Februar 2015

Das neue ROBIN WOOD-Magazin ist da: Probeexemplar bestellen!

Dem Tropenholz auf der Spur: Mit einem Marktcheck in Hamburger Kaufhäusern konnte ROBIN WOOD zeigen, dass noch immer viele Produkte aus Tropenholz ohne Legalitätsnachweis in den Kaufhausregalen landen. Alle Infos über diese ganz besondere Shopping-Tour bekommen Sie im ROBIN WOOD-Magazin Nr. 124/1.2015, das gerade erschienen ist. Und Sie können lesen, wie die neue Kennzeichnungspflicht von Palmöl auf der Verpackung von Lebensmitteln ein Beitrag zum Schutz der Regenwälder sein kann und wie Sie selbst aktiv werden können.

Im neuen Magazin erfahren Sie mehr über unseren Aktionen für Nachtzüge statt Nachtflüge und über unsere Proteste gegen Atomtransporte quer durch die ganze Republik. Wir machen im Titel dieser Ausgabe klar, warum der Schutz des Bodens dringend auf die politische Agenda gehört. Unter der Rubrik „Forum“ kommen wieder die Förderinnen und Förderer von ROBIN WOOD zu Wort. Buch- und aktuelle Filmtipps – mit Gewinnspiel! – runden unser Magazin ab.

ROBIN WOOD-Magazin 01-2015

Das ROBIN WOOD-Magazin informiert Sie viermal im Jahr fundiert, konkret und anschaulich über alle wichtigen Themen im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

Ein unverbindliches und kostenloses Probemagazinkönnen Sie anfordern unter Tel. 0421-598288 oder per e-Mail unter info(at)robinwood.de.

Christiane Weitzel, Magazinredakteurin

Aktion, Berlin, Verkehr
18. Februar 2015

Stadtautobahn 100 Berlin: Eine Milliarde für den Verkehrskollaps

26078928,24948167,highRes,maxh,480,maxw,480,3gmd5742Bis kommenden Montag müssen die letzten Mieter_innen zwei Wohnhäuser in Berlin-Treptow räumen. Insgesamt sollen 250 Wohnungen in Asphalt umgewandelt werden: Vier Häuser in der Beermannstraße sollen für die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn 100 abgerissen werden. Vom Dreieck Neukölln bis Treptow wird seit Mai 2013 an drei Kilometern Autobahn gebaut, drei weitere Kilometer sollen bis zur Frankfurter Allee führen. Etwas mehr als eine Milliarde Euro kosten diese sechs Kilometer nach Senatsangaben. Das ist ein Vielfaches der bisher teuersten Straßen oder die Elbphilharmonie unter den Autobahnen. Nach sechs Kilometern wird der Verkehr kollabieren, denn die Bundesautobahn endet an der U- und S-Bahn-Station Frankfurter Allee, mitten in Friedrichshain und Lichtenberg.

Hintergrund

Aktion, Energie, Süd-West
13. Februar 2015

Anti-AKW: Gelungene Kletteraktion vor dem Umweltministerium in Stuttgart

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Atommüll im Kochtopf? Das geht gar nicht! Banneraktion vor dem Umweltministerium in Stuttgart (Foto: Jens Volle, ROBIN WOOD)

Um 11 Uhr ist es soweit. Das Transparent mit der Aufschrift „Kein Atommüll in Kochtöpfe und Gehwege – Einwendungen jetzt!“ hängt vor dem Umweltministerium in Stuttgart. Die AktivistInnen freuen sich, auch wenn der Minister nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung steht.

Worum geht es? Aktuell liegen die Planungsunterlagen für den Rückbau vom AKW Neckarwestheim 1 öffentlich aus. Verschiedene Initiativen haben Einwendungskampagnen gestartet, weil das geplante Konzept viel zu sehr auf schnellen und billigen Rückbau statt auf Risikominimierung für die Bevölkerung abzielt. „Die EnBW plant, riesige Mengen schwach belasteten Materials in den ganz normalen Wirtschaftskreislauf abzuschieben. So kann der Atommüll z.B. als Kochtopf auf dem Tisch landen”, sagt Christina Albrecht von ROBIN WOOD Stuttgart. “Das  geht gar nicht!“

Die AktivistInnen ließen es sich nicht nehmen, die im Ministerium ausgelegten Unterlagen in Augenschein zu nehmen. Schon der Umfang, gerade einmal ein Papierstapel von vier Zentimeter, wird der Bedeutung der geplanten Arbeiten kaum gerecht.

Die Presse war reichlich vertreten, obwohl es sich um ein sperriges Thema handelt. Die Kontext Wochenzeitung hatte sogar schon vorab ausführlich berichtet.

Mal reinschauen: Video von fluegel-tv über die Aktion.

ROBIN WOOD Stuttgart

Allgemein, Prozess, Tropenwald
12. Februar 2015

Letzter Akt im Palmöl-Prozess

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Maskierte Polizeikräfte räumen ein Tripod auf der Zufahrt zur Palmöl-Raffinerie von Wilmar. Brake, 17.9.2012 (Foto: c. Grodotzki)

Es ist geschafft: Der Palmöl-Prozess ist abgeschlossen, die Verfahren gegen alle Aktiven sind gewonnen oder eingestellt.

Nach einer Protestaktion in Brake gegen den weltweit größten Palmöl-Händler Wilmar waren acht AktivistInnen strafrechtlich verfolgt worden. Ihre Widersprüche dagegen waren inzwischen auf ganzer Linie erfolgreich. Im Oktober 2014 hatte das Amtsgericht Brake eine der AktivistInnen freigesprochen. Das Landgericht Oldenburg hatte diesen Freispruch bestätigt. Daraufhin haben jetzt nach und nach die übrigen Aktiven die Nachricht erhalten, dass ihr Verfahren eingestellt wurde. Weitere Gerichtsprozesse in dieser Sache wird es also nicht geben müssen. (Hintergründe dazu im ROBIN WOOD-Magazin: Sieg_für_die_Demonstrationsfreiheit)

Der Protest gegen Raubbau und Menschenrechtsverletzungen für Palmöl geht weiter. Erreicht wurde, dass Palmöl inzwischen als Zutat auf der Verpackung genannt werden muss. Deshalb lassen sich nun Lebensmittelhersteller, die Palmöl verwenden, besser in die Pflicht nehmen. Um das zu erleichtern, hat ROBIN WOOD Musterbriefe entworfen – sowohl an konventionelle als auch an Bio-Lebensmittel-Produzenten.

Macht mit uns Druck! Teilt den Herstellern die Kritik an diesem Billigfett aus Landraub und Tropenwaldzerstörung mit und fordert sie auf, auf Palmfett zu verzichten!

Aktion, Berlin, Bremen, Energie, Hamburg/Lüneburg, Köln, Rhein-Main
7. Februar 2015

Berichte vom Aktionstag gegen Atomtransporte von Hapag-Lloyd

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Mit einem zwei Meter langen Schiffsmodel voller Atomfässer demonstrierte die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main vor dem Frankfurter Reisebüro von Hapag-Lloyd (Foto: ROBIN WOOD)

Heute haben in zehn Städten Anti-Atom-AktivistInnen gegen die Atomtransporte von Hapag-Lloyd demonstriert. In Frankfurt tauchte die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main mit einem zwei Meter langen Hapag-Lloyd-Papierschiff auf, in Göttingen die Anti-Atom-Initiative mit einem Schlauchboot und Atommüllfässern, in Kiel brachten Kletterer ein Transparent zwischen Bäumen vor dem Hapag-Lloyd-Reisebüro an. In Berlin, Aachen und Rostock wurden Flyer verteilt und Unterschriften gesammelt. In Köln kam die ROBIN WOOD-Regionalgruppe mit einem Reise-Trolli mit Strahlenzeichen. In Hamburg berichten NDR-Fernsehen und das Hamburger Abendblatt von der Aktion, in Göttingen das Göttinger Tageblatt, der NDR, das Göttinger Stadtradio sowie die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine. In Rostock kündigten NDR-MV und das Rostocker Lokalradio  und extrem-News  und die Taz Nord die Aktion an. Hier Bilder von den Aktionsorten:

 

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Auch in Kiel wurde ein Transparent gegen Atomtransporte von zwei Kletternden zwischen zwei Bäumen vor einem Hapag-Lloyd-Reisebüro befestigt und Flyer verteilt: Foto: Kieler BI gegen Atomanlagen

 

Das Anti-Atom-Bündnis “Atomreaktor Wannsee dichtmachen!” vor dem Hapag-Lloyd-Büro in der Königstraße in Berlin-Wannsee (Foto: Anti-Atom-Bündnis)

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Die ROBIN WOOD-Regionalgruppe Bremen mit bunten Transparenten vor der HL-Reisebüro in der Marktstraße

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Die Kölner Regionalgruppe von ROBIN WOOD kam mit Reisetrolli mit Strahlenzeichen zu Hapag-Lloyd-Reisebüro am Neumarkt Foto: ROBIN WOOD

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Die Göttinger Anti-Atom-Initiative tauchte mit einem Schlauchboot mit Atommüllfässern in der Barfüserstraße vor dem Hapag-Lloyd-Büro auf. Foto: Anti-Atom-Initiative Göttingen

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In Hamburg am Eppendorfer Baum demonstrierten die Hamburger Regionalgrupen von ROBIN WOOD und x-1000malquer zusammen gegen Hapag-Lloyd Foto: ROBIN WOOD

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Die Berliner ROBIN WOOD-Regionalgruppe und Anti-Atom-Berlin demonstrieren zusammen in der Rheinstraße in Berlin-Friedenau gegen Atomtransporte von Hapag-Lloyd

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Protest in Frankfurt (Foto: ROBIN WOOD)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

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Protest in Frankfurt (Foto: Philip Eichler)

 

Allgemein, Blog, Tropenwald, Wald
4. Februar 2015

Illegales Tropenholz gelangt weiterhin unkontrolliert nach Europa

HolzverladeplatzDer Raubbau an den Wäldern ist eines der drängendsten globalen Umweltprobleme. Nach Schätzungen von INTERPOL werden zwischen 50 und 90 Prozent der Holzernte im, Amazonas, in Zentralafrika und in Südostasien, illegal geschlagen. Die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR), die vor zwei Jahren in Kraft trat, sollte eigentlich sicherstellen, dass kein illegales Holz in der EU auf den Markt kommt. Tatsächlich hat diese Verordnung jedoch große Schlupflöcher, so dass nach wie vor illegales Holz nach Europa gelangt. Die EUTR soll dieses Jahr revidiert werden. Alle EU-Mitgliedstaaten müssen daher bis zum 30. April einen Bericht über die Umsetzung dieser Verordnung in Brüssel abgeben. ROBIN WOOD hat nun das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium aufgefordert, die Verordnung zu verschärfen (siehe).
Mit einem Marktcheck in Hamburger Kaufhäusern hat ROBIN WOOD erst kürzlich belegt, dass noch immer zahlreiche Produkte aus Tropenholz ohne Legalitätsnachweis in den Kaufhausregalen landen (siehe). Denn viele Holzprodukte fallen gar nicht unter die Verordnung. Die Liste der „vergessenen“ Holzprodukte ist lang: Musikinstrumente, Sitzmöbel, Holzkohle, Sportgeräte, Spiele, Werkzeuge, Waren aus dem Küchenbereich sowie Bücher und andere verarbeitete Papierprodukte. Für all diese Produkte müssen die Hersteller/innen und Händler/innen noch immer keinerlei Nachweise für deren legalen Ursprung erbringen.
WALD_3Illegales Tropenholz kann aber auch über verschiedene EU-Länder unkontrolliert eingeführt werden. Denn selbst zwei Jahre nach Inkrafttreten haben noch nicht alle Länder die EU-Verordnung vollständig umgesetzt. Dazu gehören z.B. Italien, Spanien, Polen, Ungarn und Griechenland. Die dortigen Behörden haben bislang keinerlei rechtliche Handhabe für Kontrollen, Beschlagnahmung und Verfolgung.
In Deutschland ist die EU-Verordnung mit dem Holzhandels-Sicherungsgesetz in deutsches Recht umgesetzt. Aber auch hier sind die Regelungen insbesondere zur Strafbarkeit von Verstößen viel zu lasch. So ist selbst der vorsätzliche Import von illegalem Holz lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Erst wenn jemand seine Verstöße „beharrlich wiederholt“, kann dies als Straftat geahndet werden. Abschreckung sieht anders aus. Die Vorgaben sind auch häufig zu ungenau, so dass Hinweise von Umweltverbänden oft nicht weiterverfolgt wurden.
Gerodete FlächeDiese EU-Holzhandelsverordnung ist damit nur ein erster und bislang leider noch sehr enttäuschender Schritt auf dem Weg zum Schutz der noch vorhandenen intakten Wälder. In der öffentlichen Diskussion um die EUTR geht leider auch viel zu oft unter, dass die Wälder in vielen Ländern auch ganz legal durch Rodung und Umwandlung in Plantagen zerstört werden. Auch der Handel mit bedrohten Holzarten ist, sofern sie nicht auf der CITES-Liste stehen, weiterhin legal. Wir brauchen deshalb zusätzlich verbindliche Regelungen, die den Import von Hölzern und Holzprodukten an ökologische Mindeststandards binden. Auch bleibt nach wie vor offen wie zuverlässig sichergestellt werden kann, dass das Holz tatsächlich aus legalen Quellen stammt. Die EU will mit den Herkunftsländern Partnerschaftsabkommen abschließen. Solange aber in vielen dieser Staaten keine Rechtsstaatlichkeit herrscht, sind solche Vereinbarungen und daraus resultierende Legalitätsnachweise kritisch zu sehen.
Die meisten Verbraucher/innen wollen keine illegalen oder bedrohten Hölzer kaufen. Durch die Beteuerungen der Bundesregierung und der Holzwirtschaft wiegen sich viele von ihnen in der falschen Sicherheit, dass solche Hölzer nicht mehr im nennenswerten Umfang nach Deutschland importiert und hier gehandelt werden dürfen. Erkennen und damit vermeiden können sie brisantes Holz beim Einkauf nicht. Eine Kennzeichnungspflicht für die Art und Herkunft des Holzes, wie es die Schweiz bereits praktiziert, ist daher ebenfalls längst überfällig.

Blog, Energie, Klima
1. Februar 2015

Keine neuen Tagebaue – unterschreiben gegen Nochten II

Die Lage zur Braunkohle in der Lausitz bleibt unübersichtlich, doch für uns ist zunächst eines klar: Keine neuen Tagebaue! Gegen den sächsischen Tagebau Nochten II können noch bis zum 18. Februar Einwendungen abgegeben werden.

Sternmarsch im benachbarten Nochten April 2014 / Foto: Daniel Häfner

Sternmarsch im benachbarten Nochten April 2014 / Foto: Daniel Häfner

Vattenfall hat angekündigt, die Braunkohlesparte zu verkaufen und darauf hin auch die verhandlungen mit Menschen abgebrochen, die ihre Dörfer für die Tagebaue verlassen sollen. Doch auf der anderen Seite treibt Vattenfall die Pläne weiterer neuer Tagebaue voran. Im potentiellen Tagebau Welzow Süd II (wir waren hier an der Kampagne kein-weiteres-dorf.de beteiligt) hat nun die lokale SPD gerade den Beschluß aufgehoben, das Dorf Proschim nicht dem Tagebau zu opfern – gegen mehr als 120.000 Unterschriften.

Die Linie ist klar: Die Vattenfall-Tagebaue sollen noch einmal für den Verkauf aufgehübscht werden indem neue Genehmigungen beantragt werden und alte fortgesetzt. Doch die Betroffenen sollen warten – auf einen neuen Eigentümer. Das Vorgehen ist perfide und gerade deshalb ist es notwendig, die Betroffenen zu unterstützen

Die Erkenntnis, dass das Braunkohlezeitalter vorbei ist, muss sich auch in der Lausitz verbreiten, denn schließlich ist die Braunkoheverstromung die klimaschädlichste Art, Energie zu erzeugen, vernichtet weite Landschaften und Dörfer und führt auch zu zahlreichen Spätfogen, wie der Versauerung und Verockerung der Gewässer (braune Spree).

Keine neuen Tagebaue!

Auftakt der Beteilgung für das Dorf Proschim / Foto: Daniel Häfner, Robin Wood

Klimakiller Vattenfall – und Tschüss? / Foto: Daniel Häfner

Bei der Initiative strukturwandel-jetzt.de können Muster-Einwendungen gegen den Tagebau Nochten II herunter geladen werden.