Aktion, Berlin, Energie, Klima, Veranstaltung
23. Juni 2016

coal & boat – Schippert mit bei der Bootstour gegen Kohle in Berlin!

Die Idee kam in Hamburg gut an und verfängt jetzt auch in der Hauptstadt: auf dem Wasser gegen Kohlekraft von Vattenfall demonstrieren.  Kohleausstieg Berlin organisiert eine Bootstour gegen das Vattenfall-Kraftwerk Klingenberg. Die Tour läuft am Sonntag, den 10. Juli 2016 in der Rummelsburger Bucht in Berlin. Auch Robin Wood-AktivistInnen werden auf dem Schiff Anarche mitschippern.

Die coal&boat-Tour richtet sich gegen das im Osten Berlins gelegene Kraftwerk Klingenberg, das noch auf Jahre mit extrem klimaschädlicher Braunkohle aus der Lausitz beheizt werden soll. Dabei hatten Vattenfall und Berliner Senat vereinbart, dass das Kraftwerk bis 2016 zu einem Gas- und Dampfkraftwerk umgebaut wird. Gehalten haben sie sich an ihre Klimavereinbarung nicht – sondern eine neue geschrieben, die vorsieht, dass bis 2020 Kohle und Klima in Klingenberg verheizt werden.

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Besetzter Hafenkran – Keine Kohle aus der Lausitz für Klingenberg, Königs Wusterhausen, 27.11.15

Robin Wood-Aktive hatten im vergangenen Jahr einen Hafenkran besetzt, um gegen Kohle aus der Lausitz für Klingenberg zu demonstrieren und sagen jetzt zusammen mit Kohleausstieg Berlin:

Wir lassen uns von Vattenfall nicht verkohlen!

Seid dabei, und nehmt gemeinsam mit uns mit Kanus, Flößen und (Schlauch-)Booten Kurs auf Klingenberg – Ahoi!

Die Treffpunkte für Boote sowie Menschen ohne Boote werden eine Woche vor der Demo auf folgender Seite zu finden sein: http://kohleausstieg-berlin.de/veranstaltungen/150-10-juli-coal-boat-bootstour-gegen-kohle

Geplant ist, sich um 12:00 Uhr zu treffen und gegen 14:00 Uhr loszufahren.
Infos zum ROBIN WOOD-Treffpunkt bei der Bootstour: berlin@robinwood.de

Hier gibt‘s Fotos und Infos von früheren Aktionen gegen Vattenfall in Hamburg auf der Elbe:

Blog, Papier, Wald
22. Juni 2016

Rächer der Becher – Neues im Shop

Infomaterial zum Wegwerfbecher-Wahn und ROBIN WOOD-Mehrwegbecher ab jetzt im Shop.

Wegwerfbecher_stoppenWegwerfbecher sind eine große Verschwendung – wie wir bereits im letzten Blogbeitrag und auf unserer Internetseite  deutlich gemacht haben. Sie belasten die Umwelt nicht nur durch den hohen Ressourcenverbrauch, sondern auch weil sie kaum recycelt werden können und nicht aus Altpapier hergestellt werden können. Die wichtigsten Informationen bekommen Sie nun auch kompakt über unseren Flyer „Wegwerfbecher stoppen! Wälder schützen“, den Sie kostenlos im Shop bestellen können. Verteilen Sie ihn gerne im Bekanntenkreis oder legen Sie ihn in Läden und Treffpunkten in Ihrer Umgebung aus.
Rächer der Becher

Zusätzlich haben wir unsere eigene Alternative: Den Rächer der Becher-Mehrwegbecher gibt es jetzt auch für 7,50 Euro im Shop. Mit jeder Wiederbefüllung wird seine Ökobilanz besser – im Gegensatz zu dem Müllhaufen, der mit jedem einzelnen Wegwerfbecher weiter wächst!

Waldschutz statt Wegwerfbecher – setzen Sie ein Zeichen gegen die Verschwendung!

Alle weiteren Informationen & Aktivitäten auf:
robinwood.de/wald
robinwood.de/papier
robinwood-shop.de/

Allgemein, Blog, Energie
20. Juni 2016

Bure – Waldbesetzung gegen den atomaren Kahlschlag

bure-stopDer Waldsparziergang gegen den atomaren Kahlschlag in Mandres-en-Barrois bei Bure (Lothringen, Meuse Département) an diesem 19. Juni 2016 endete mit der Neubesetzung des Waldes. Die ANDRA, Nationalagentur zur Entsorgung vom radioaktiven Atommüll, hatte  – obwohl für das Endlagerprojekt noch keine Baugenehmigung vorliegt – am 6. Mai 2016 mit dem Kahlschlag für das atomare Endlagerprojekt Namens CIGÉO begonnen, Stacheldrahtzäune und eine Plattform zur Koordination der Waldarbeiten errichtet.  CIGÉO steht für das „französische“ industrielle Tief-Endlager für hoch radioaktivem Müll. Es wird aber gemunkelt, dass hinter den Kulissen Atomindustrie und atom verfilzte Politiker*innen von einem internationalen Tieflager für hoch radioaktivem Atommüll träumen – günstig in Grenznähe gelegen – um den Widerstand zu erschweren.
Einwohner*innen und Atomkraftgegner*innen verschafften sich mit diversen Spaziergängen einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen und riefen für den 19. Juni zu einer großen Waldwanderung mit Picknick aus. 250 Menschen trafen sich im Wald zusammen. Die errichteten Zäune wurden heruntergerissen, die Plattform der ANDRA zerstört und eine Widerstandshütte errichtet. Es folgte die Erklärung, der Wald sei nun besetzt. Die Besetzer*innen freuen sich über Unterstützung, sei es durch Besuche vor Ort, dezentrale Aktionen oder Solierklärungen. Sie kündigen unter dem Stichwort #ETE D’URGENCE und #OCCUPYLAMEUSE einen Sommer des Widerstandes in Bure an.

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Aktion, Hamburg/Lüneburg, Klima, Köln, Verkehr
19. Juni 2016

Sternradeln für’s gute Leben in der Stadt

Fotos: Robin Wood Köln

Fotos: Robin Wood Köln

Über die Hamburger Köhlbrandbrücke und durch den Kölner Rheinufertunnel rollten heute Tausende Räder und kein einziger Auspuff. Seit 1995 in Hamburg, zum neunten Mal in Köln demonstrieren Mitte Juni Radfahrer_innen mit großen Sternfahrten am „Mobil ohne Auto“-Sonntag für klimafreundliche Mobilität ohne Lärm und Gestank.

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Mehr als 20.000 Fahradfahrerinnen und Fahrradfahrer haben bei der
Hamburger Sternfahrt für bessere Fahrradmobilität demonstriert. Dabei konnten Strecken erkundet werden, die sonst für RadfahrerInnen tabu sind: Mehrere Routen führten über die Köhlbrandbrücke und die A255 zum Rathausmarkt. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der u.a. der grüne Umweltsenator Jens Kerstan auf der Bühne stand. Er versprach den Teilnehmenden, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen. Der Radverkehrsanteil soll auf 25 % steigen, neue Fahrradspuren und Velorouten sind geplant. Bleibt zu hoffen, dass den schönen Worten möglichst schnell Taten folgen. Wir werden jedenfalls weiter für eine ökologische Verkehrspolitik auf die Straße gehen.

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Hamburger Wetter, Foto und Bericht: Robin Wood Hamburg/Lüneburg

Allgemein, Blog, Energie
15. Juni 2016

Auf nach Bure gegen den atomaren Kahlschlag!

Aufruf zum Waldspaziergang gegen den atomaren Kahlschalg am 19. Juni 2016 in Mandres-en-Barrois bei Bure.

Vor einem Monat wurde über das Vorhaben der französischen Regierung, die Entsorgung von hoch radioaktivem Müll in tiefen geologischen Schichten in Bure (Lothringen, ca. 120 Km von der deutschen Grenze entfernt) unter dem Deckmantel der „industriellen Forschung“ durchzusetzen. Das Gesetz hat den Senat passiert, die Abstimmung der Assemblée Nationale steht noch an. Damit wäre die erste industrielle Phase von CIGEO mit dem Bau von 40 Kilometern unterirdischen Stollen, wie das Entsorgungsprogramm heiß, im Kasten.

Baugenehmigung oder nicht: die ANDRA (Agentur für die Atommüllentsorgung), die für die Durchführung des Projektes vor Ort verantwortlich ist, schert sich wenig um die gesetzlichen Voraussetzungen. Die Bauarbeiten sind bereits zu Gange. Im Wald von Mandres-en-Barrois wird gerodet, Stacheldrahtzäune lang gezogen.

Dies geschieht nicht ohne Widerstand von EinwohnerInnen und AtomkraftgegnerInnen vor Ort. Dieser nimmt seit dem internationalen antikapitalistischen Antiatomcamp vom vergangenen Sommer fahrt auf. Der ehemalige Bahnhof von Luméville an der künftigen CASTOR-Strecke, hat sich neben dem Haus des Widerstandes in Bure (Bure Zone Libre) zu einem wichtigen Stützpunkt des Widerstandes etabliert. Der Widerstand organisiert sich.

Als Antwort auf den Start der Bauarbeiten wurde zum bäuerlichen Widerstand aufgerufen (Collectif Terres de Bure) und Felder der ANDRA mit Bio-Saatgut bestellt. 500 m² Kartoffel und 1 Hektar Gerste und Hafer wurde gepflanzt. Am 5. Juni versammelten sich 1 000 Menschen zur Marsch der 200 000 Schritten. Vergangene Woche wurden die Rodungsarbeiten durch Waldspaziergänge gestört. Und es soll nun weiter gehen. Mit einem großen Widerstandstag im Wald von Mandres-en-Barrois am 19. Juni 2016. Die Widerständigen rufen darüber hinaus zu einem „#été d’urgence“ auf. Auf Deutsch „#Sommer des Ausnahmezustandes“, in Anspielung auf den im Zuge der Anschlägen von November in Paris ausgerufenen Ausnahmezustandes und die dazugehörige willkürliche Repression von politischem Protest im ganzen Land.

Die Menschen vor Ort freuen sich auf tatkräftige Unterstützung und (auch dezentrale) Soliaktionen. Vor Ort ist Platz für Viele(s)! Weiterlesen…

Berlin, Blog, Papier, Tropenwald, Wald
3. Juni 2016

Wälder retten – Wegwerfbecher stoppen!

Alle reden über Nachhaltigkeit, Deutschland sieht sich als Klimaretter und die Unternehmen wollen jetzt reihenweise „grün“ werden – doch die Wahrheit hinter den Werbetafeln sieht oft anders aus. So stiegen in Deutschland auch im letzten Jahr die CO2 Emissionen wieder leicht an, und der Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Papier konnte seit 2010 nicht gesenkt werden. Alles nicht so glänzend also, doch in einigen Bereichen läuft es ganz offensichtlich falsch, wie zum Beispiel beim rasanten Anstieg der Nutzung sogenannter Einwegbecher in Deutschland.

Überall und zu jeder Zeit konsumiert der moderne Mensch nun Coffee-to-go und ähnliche Angebote. Was nützlich ist und auch beispielsweise in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit konsumierbar, hat aber große Auswirkungen auf Natur und Umwelt, und bringt nicht nur offensichtliche Probleme wie das Überquellen der städtischen Mülleimer. So sind die verschiedenen Becher zum Beispiel kaum recyclingfähig, verbrauchen in der Herstellung große Mengen Wasser & Rohstoffe, und Überreste der Beschichtungen gelangen als Mikroplastik in Boden und Abwasser.

Während Plastiktüten langsam als unnötige Umweltbelastung begriffen werden, und immer mehr Menschen eigene Jutebeutel oder ähnliches mit sich nehmen, ist das Thema Wegwerfbecher noch nicht im breiten Bewusstsein angekommen. Dabei ist die gesamte Müllmenge dieser mit geschätzten 106.000 Tonnen inzwischen deutlich höher als die der Plastiktüte. Und zumindest im Privaten ist die Lösung längst erkannt: Der eigene Mehrwegbecher kann hunderte Male wiederbenutzt werden, und ist somit eine fast saubere Alternative zum Wegwerfbecher. Politik und Unternehmen hätten diesen längst flächendeckend fördern müssen, und nicht wie immer die gesamte Verantwortung auf die einzelnen VerbraucherInnen abschieben.

Wer aber denkt, dass Papierbecher doch immerhin aus nachwachsenden Rohstoffen und somit umweltschonend seien, hat sich gleich mehrfach getäuscht. Zum einen stehen die Wälder weltweit unter Druck, auch weil die Nachfrage auf Holz und Papier immer weiter steigt. Hier muss dringend weniger konsumiert werden, und der zukünftige Verbrauch sollte vor allem aus langlebigen Holzprodukten bestehen – das Gegenteil von Wegwerfbechern!
Besonders verheerend aber sind die Papierbecher, weil sie kaum aus Recyclingpapier hergestellt werden können, weil sie außerdem selbst zum größten Teil nicht recycelt werden können und oft aus nicht-verantwortlicher Forstwirtschaft stammen, wie ROBIN WOOD hier ausführlicher beschreibt.

Übrig bleibt uns deshalb nur ein Schluss: Wegwerfbecher stoppen – weil Wald und natürliche Ressourcen begrenzt und knapp sind! Wir haben nur eine Welt!

Alle weiteren Informationen & Aktivitäten auf:
robinwood.de/wegwerfbecher

PS: Die ROBIN WOOD Gruppe Berlin widmet sich diesen Sonntag, den 05. Juni, zwischen 11 – 19 Uhr auf dem Umweltfestival Berlin auch dem Thema Wegwerfbecher. Schaut vorbei!

 

Blog, Vereinsmeierei
2. Juni 2016

Politisches Engagement gefährdet Ihre Gemeinnützigkeit / Attac wehrt sich vor Gericht – aus gutem Grund!

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Engagement statt Lobbymacht – Attac-Aktion in Wiesbaden, 2.7.15 (Foto: www.attac.de)

Wer sich für fairen Welthandel, die Regulierung der Finanzmärkte und eine gerechtere Verteilung des Reichtums einsetzt, engagiert sich politisch. Zu politisch, um noch gemeinnützig zu sein, meint das Finanzamt Frankfurt. Attac wehrt sich gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit vor Gericht und hat heute in einer 15seitigen Klagebegründung dargelegt, warum.

Attac argumentiert, dass gemeinnützigen Organisationen in dem entsprechenden Gesetz nicht die Mitwirkung an der politischen Willensbildung verboten werde, sondern lediglich die Unterstützung und Förderung politischer Parteien. Außerdem gehöre es zur gemeinnützigen politischen Bildung, die Öffentlichkeit über die Gefahren einer zu stark regulierten und globalisierten Wirtschaft zu informieren. Das geschehe etwa auch durch Demonstrationen oder andere öffentliche Aktionen.

„Die Förderung gemeinnütziger Zwecke im Sinne […] der Abgabenordnung ist, wie auch ein Blick auf andere unzweifelhaft gemeinnützige Organisationen zeigt, ohne politische Aktionen, ohne Einflussnahme auf die politische Willensbildung überhaupt nicht denkbar“, heißt es in der Klagebegründung. Sie listet etliche andere gemeinnützige Organisationen etwa Wohlfahrtsverbände, Umweltorganisationen oder Menschenrechtsvereine auf, die sich alle auch in die politische Debatte einmischen, indem sie z.B. Gesetzesänderungen verlangen.

Die Frage, was unter „Gemeinwohl“ zu verstehen ist, ist selbst ein Politikum. Wie sie beantwortet wird, könnte Auswirkungen auch für viele andere Vereine haben, die sich öffentlich in politische Debatten einmischen. Für eine lebendige Zivilgesellschaft ist es wichtig, Solidarität mit Attac zu zeigen und gemeinsam gegen Repressionen zu streiten.

ROBIN WOOD hat sich daher u.a. der Allianz „Rechtssicherheit für politische Willensbildung“ angeschlossen, die sich für eine Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts engagiert.

In die Debatte ist kürzlich Bewegung gekommen. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat im April 2016 eine Große Anfrage zum Gemeinnützigkeits- und Vereinsrecht an die Bundesregierung gestellt. Und am kommenden Montag (6. Juni) gibt es im Bundestag ein öffentliches Fachgespräch zum Reformbedarf im Gemeinnützigkeitsrecht. Die Veranstaltung findet von 13 bis 16 Uhr statt, eine Anmeldung ist erforderlich.

Blog, Prozess, Rhein-Main, Wald
31. Mai 2016

Bannwald statt Kiesabbau – Waldschützer wehrt sich vor Gericht

Von Aktiven der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Rhein-Main

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Aufmerksam machen auf den Gerichtsprozess bei der 177. Montagsdemo gegen Flughafenausbau, 30.5.16, Frankfurter Flughafen (Foto: Walter Keber)

Glimpflich ist heute am Amtsgericht Langen der Prozess gegen einen Robin Wood-Aktivisten ausgegangen. Peter Illert aus der Robin Wood-Regionalgruppe Rhein-Main war vorgeworfen worden, im Februar dieses Jahres vor Ort gegen Rodungsarbeiten für die Erweiterung der Kiesgrube Sehring protestiert und damit einen Hausfriedensbruch begangen zu haben. Gegen diesen Vorwurf wehrte er sich heute vor Gericht. Das Verfahren, das viel Beachtung in der Lokalpresse gefunden hat, endete mit einer Einstellung und der Auflage, 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen.

Zuvor hatte der Angeklagte vor einem mit einem guten Dutzend UnterstützerInnen, mehreren ReporterInnen und einer Schulklasse restlos gefüllten Zuschauersaal, umfangreich seine politischen Beweggründe geschildert. Er führte aus, wie durch Großprojekte wie die Startbahn West und Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen oder auch der hierfür nötigen Expansion der Kiesgruben, der Region im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Wald verloren ging. Die übrigen Waldstücke seien durch den erhöhten Nutzungsdruck als verbleibende Naherholungsgebiete, die Profitinteressen der Forstwirtschaft und dem Klimawandel einer immer höheren Belastung ausgesetzt. Ihren wichtigen Beitrag als Speicher von CO2 und Regulatoren des Lokalklimas könnten sie so immer weniger gerecht werden. Daher sei es im Interesse der AnwohnerInnen wie auch der Allgemeinheit, sich weiteren Waldverlusten entgegenzustellen.

In der folgenden Auseinandersetzung ging es nicht zuletzt darum, wer vor dem Publikum moralisch im Recht bleiben würde: Richter Michels, der grundsätzlich Verständnis für den Protest äußerte, aber verlangte, dass dieser nach staatlichen Spielregeln und weit weg von den Tatorten stattfindet; oder der Angeklagte sowie sein Laienverteidiger, die auf einen wirksamen Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, auch mit unbequemen und spektakulären Mitteln, beharrten.

Für Robin Wood ist klar, dass der Kampf gegen noch mehr Waldverluste in der Region weitergehen wird – sei es für die Kiesgrube Sehring, das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen oder aus welchem Profitinteresse auch immer.

…für die Regionalgruppe Rhein-Main

Allgemein, Tropenwald, Verkehr
31. Mai 2016

Gratisexemplar bestellen: Das neue ROBIN WOOD-Magazin ist da!

Schutz für den Regenwald! Nach jahrelangen Protesten von ROBIN WOOD und anderen Organisationen ist es gelungen: Der Great Bear Rainforest in Kanada wird dauerhaft vor Holzeinschlag geschützt. Das ist ein großer Erfolg für den Wald, durch den Wale schwimmen und in dem weiße Bären leben. Mehr dazu findet Ihr im aktuellen Magazin, das gerade erschienen ist.

Magazintitel 129

Schlechte Nachrichten hingegen gibt es wieder aus Indonesien: 2015 brannten die dortigen Tropenwälder so stark wie nie zuvor. Das heißt wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, die Brandrodung für Palmöl-Plantagen zu verhindern.

Als Beispiel für schlecht organisierten Nahverkehr dient Berlin, wo die Missstände zu immer mehr Blechlawinen auf den Straßen führen. Auch eine kleine Chronologie des Berliner S-Bahn-Verkehrs gibt darüber Aufschluss.

Und unter der Rubrik „Tatorte“ könnt Ihr Euch die letzten ROBIN WOOD-Aktionen kurz und bunt zusammengefasst anschauen.

Das ROBIN WOOD-Magazin informiert Euch viermal im Jahr fundiert, konkret und anschaulich über alle wichtigen Themen im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

Ein unverbindliches und kostenloses Probemagazin könnt Ihr gerne anfordern unter Tel. 0421-598288 oder per e-Mail unter info(at)robinwood.de.

 

Aktion, Berlin, Klima, Verkehr, Wald
27. Mai 2016

Degrowth statt Greenwashing: Airbus und Böll-Stiftung über „nachhaltiges Fliegen“

EisbärDie grüne Heinrich-Böll-Stiftung und die Airbus Group werden auf der Internationalen Luftfahrtmesse in Berlin eine gemeinsame Broschüre zum „nachhaltigen Fliegen“ vorlegen. Ralf Fücks und Tom Enders präsentieren die Ergebnisse von Fachdiskussionen des letzten Jahres, bieten Einsichten in den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen und in die politische Debatte um eine nachhaltige Zukunft des Fliegens.

Wenn Airbus über „Nachhaltigkeit“ spricht, erwarte ich den Dreiklang aus Effizienzsteigerung, alternativen Kraftstoffen und Emissionsausgleich. Während Enders und Fücks voraussichtlich sehr, sehr viel über den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen reden, ist praktisch nur der Emissionsausgleich in der politischen Debatte um eine klimaverträgliche Zukunft des Fliegens von Bedeutung.

Im Abkommen der Weltklimakonferenz von Paris kommt Flugverkehr nicht wörtlich vor. Die Luftfahrtindustrie feierte das als Freiflugschein in die Verantwortungslosigkeit. Da sich aber alle Staaten verpflichten, ihre nationalen anthropogenen Treibhausgasemissionen soweit zu reduzieren, dass die Erderwärmung  deutlich unter („well below“) zwei Grad bleibt, ist die Luftfahrt natürlich de facto im Paris-Vertrag und in der Verantwortung. 

Die UN-Sonderorganisation für zivile Luftfahrt, ICAO, beauftragte das Kyoto-Protokoll (Vorgänger von Paris), Maßnahmen für Klimaschutz im Luftverkehr zu entwickeln. 16 Jahre passierte nichts, bis die EU den Flugverkehr in den Emissionshandel einbezog. Nun will die ICAO auf ihrer Vollversammlung vom 27.9. bis 7.10.2016 ein Konzept für ein „Carbon Neutral Growth“, also ein CO2-neutrales Wachstum der Luftfahrt verabschieden. Der Plan der ICAO stützt sich zum ganz überwiegenden Teil auf Offsets, auf CO2-Gutschriften in anderen Ländern und Sektoren. Es wird so gut wie NICHTS bei der am stärksten wachsenden Quelle von Treibhausgasen – das ist der Flugverkehr – reduziert. Statt dessen soll landbasiert „kompensiert“ werden. Wo will die ICAO diese gewaltigen Kompensationsflächen hernehmen, die bisher noch nicht für den Klimaschutz erschlossen sind? Es gibt sie nicht.

Um es zuzuspitzen: Die Klimabelastung aus Flugreisen – Teil einer maximal ressourcenintensiven Konsum- und Produktionsweise – würde durch Offsets verrechnet mit bäuerlicher Landwirtschaft oder gar Waldnomadenleben. Fliegen als maximale Ausserkraftsetzung räumlicher Grenzen – das ist der Machtfaktor bei Mobilität – würde verrechnet mit der größtmöglichen Bindung an die Scholle. Bäumchen pflanzen für´s Weiterfliegenist weder ökologisch noch sozial „nachhaltig“.

Um es klar zu sagen: Das Klima schützt, wer weniger fliegt. Alles andere ist Quark. Degrowth statt Greenwashing.