Blog, Energie
28. April 2016

Yes! We expect Sweden to take responsibility for the consequences of its coal business

An answer to a mail (see below) to ROBIN WOOD:

Dear Writer,

Instead of initiating a controlled coal exit, Vattenvall and with it the Swedish government wants to evade responsibility for climate protection and the workers in the Lausitz coal mining region, leaving the field to the tough investor EPH.

A coal phaseout would not be (like you write) a „unilateraly“ one, forced by the  German government. It also is the consequence of the Swedish government’s committments.
Why? The Swedish government signed several national and international commitments for climate protection. Climate Protection is only possible when power plants and opencast mines are shut down. Selling plants and mines to EPH won’t in fact reduce any emissions. The emissions keep the same as before. By dumping responsibility for Vattenfall’s extremely climate-damaging lignite sector, the Swedish Government continues to the worsening of the climate crisis.

You write „don’t expect Sweden to pay for … closing the coal mines“.
Let’s say it like this: For decades Vattenfall has earned billions on the lignite.
It is totally unsecured, if the immense costs for the re-cultivation of the gigantic open pit holes and the pension funds of the workes will be covered with the 1,7 billion Euro Vattenfall gave to EPH. That is why we are saying: Yes! We expect Sweden to take responsibility. It is Vattenfall and therefore Sweden which has to take responsibility and with it also has to pay for the consequences of its business (the recultivation of the mining area and the pension funds of the workers). Up to now it seems that immense costs will be externalized to the general public – not a fair deal for climate and society!

In fact you are right: With its „current policy“ Germany won’t be able to achieve a fair and successful „Energiewende“, i.e. a change of its energy system towards renewables.
We are also demanding the German government: Stop the sellout of the Renewable Energy Law „EEG“. What is needed is a fair basis for the further success of the reorganisation of the energy system towards 100 % renewables. But what we also need is a closing of the Vattenfall lignite assets in Germany.

Best regards,
Philip Bedall

 

Mail to ROBIN WOOD, sent 2016-04-27:

 Dear Robin, 
 while I completely agree with you that coal should be phased out, 
 Germany is a rich country. If you want to phase out coal, lobby 
 your own government to take over and close the coal mines, don't 
 expect Sweden to pay for it or to decide your energy policy by 
 unilateraly closing mines and power plants. 
 
 Not closing your nuclear power plants would probably make getting 
 rid of coal easier, but that's your choice. Apparently EPH figure 
 you won't be able to wean yourself off coal with your current policy, 
 and that is more worrying than who owns the mines. 
 Sincerely, XY

Blog, Energie, Klima
18. April 2016

Schlechter Deal für Klima und Gesellschaft

Der tschechische Konzern EPH (Energetický a Průmyslový Holding) kauft die Braunkohlesparte des Energiekonzerns Vattenfall – eine Fehlkalkulation von beiden Seiten.

TagebauKraftwerk_SloganAm heutigen Montag, 18.4., unterzeichnete Vattenfall die Verkaufsvereinbarung für sein Braunkohlegeschäft in Deutschland. Damit trennt sich der Konzern – wie bereits 2014 angekündigt – von den Kohlekraftwerken Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, Boxberg und Block R der Anlage Lippendorf in Sachsen sowie den dazugehörigen Tagebauen in Jänschwalde, Nochten, Welzow-Süd, Reichwalde und dem kürzlich geschlossenen Tagebau Cottbus Nord.

Vattenfall verspricht sich damit eine deutliche Reduktion seiner Treibhausgasemissionen – laut Konzern von 80 Millionen Tonnen auf weniger als 25 Millionen Tonnen im Jahr. Zukünftig soll nur noch in erneuerbare Energien investiert werden. In Deutschland will der schwedische Staatskonzern aktiver Teil der Energiewende sein. Bislang nahm Strom aus erneuerbarer Energie hier nur einen Anteil von unter 4 Prozent der Stromerzeugung Vattenfalls ein.

Strom_Vattenfall_Dtl_2014

Richtiges Ziel, falsches Mittel

Wo sich die schwedische Regierung einen Beitrag zum Klimaschutz erhofft, trägt sie zur Verschärfung der Klimakatastrophe bei. Denn, das Klima wird nicht gerettet, wenn die Kohle weiter verbrannt wird, auf den Kraftwerken aber von nun an ein anders Logo prangt. Statt eines Verkauf trägt nur die Schließung von Kraftwerken und Tagebauen zu wirklichem Klimaschutz bei. Hierzu bedarf es jetzt den Strukturwandel in der Region einzuleiten. Schwedische Regierung und Parlament stehen in der Pflicht ihrem Bekenntnis zu Klimaschutz Taten folgen zu lassen.

EPH hingegen erhofft sich perspektivisch ein lukratives Geschäft mit der Kohle. Doch ob und wieviel Geld mit der Braunkohle noch erwirtschaftet werden kann, ist einerseits davon abhängig, wie lange noch gebaggert werden darf, andererseits davon, wie sich die Strompreise entwickeln. Gegenwärtig ist keineswegs sicher, ob die Braunkohlesparte sich für die Tschechen wirklich rechnen wird. Aktuell ist mit Kohle kaum Geld zu verdienen. EPH wurde deshalb von Vattenfall dazu verpflichtet, für die ersten drei Jahre keine Gewinne abzuschöpfen. Beobachter, wie Patrick Graichen vom Berliner Thinktank Agora Energiewende kommen zu der Einschätzung, es sei „schlicht unrealistisch, dass EPH jemals die Kosten für Rekultivierung und Betriebsrenten wieder einspielt“. Wie so oft, drohen die Kosten schlussendlich auf Gesellschaft und Beschäftigte übertragen zu werden.

Aktion, Allgemein, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Robin Wood regional
14. April 2016

Uranzug in Buchholz durch Kletteraktion gestoppt

Löschung der Bright Sky am 5.4.2016

Löschung der Bright Sky am 5.4.2016

Aktivist*innen der Hamburger Kampagne und bundesweiter Vernetzung gegen Atomtransporte hatten für den ersten Transport von Uranerzkonzentrat von Hamburg nach Frankreich ab dem 11. März zu Aktionstagen gegen Urantransporte aufgerufen. Es wurden Mahnwachen an diversen Orten entlang der Strecke angekündigt. Als das Schiff Bright Sky der Hamburger Reederei MACS den Hamburger Hafen am 5. April erreichte und Uranerzkonzentrat am Süd-West-Terminal der Firma C. Steinweg löschte, wurde „oranger Alarm“ ausgelöst. Die Container wurde anschließend auf einem Zug verladen. Der Zug hätte den Hamburger Hafen fahrplanmäßig gegen 18 Uhr verlassen müssen. Der Protest vor den Toren der Atomumschlagfirma C. Steinweg am Fukushima-Jahrestag war ihr jedoch offensichtlich zu viel. Unternehmen, die in Atomgeschäfte verstrickt sind, legen gerne Wert auf Diskretion. Die Abfahrt des Zuges wurde um ca. 6 Stunden vorverlegt. Die Mahnwachen im Hamburger Hafen konnten nicht stattfinden. Dafür aber eine spontane Mahnwache in Maschen, wo der Zug rangiert wurde. Und es dauerte nach seiner Abfahrt aus Maschen keine Viertelstunde, bis der Zug eine Zwangspause einlegen musste.

Kletteraktion gegen Uranzug in Buchholz am 8.4.2016

Kletteraktion gegen Uranzug in Buchholz am 8.4.2016

Zwei Kletteraktivistinnen seilten sich am Bahnhof in Buchholz von einer Fußgängerbrücke ab – unterstützt durch ca. 20 weitere Menschen. Die Demonstration über und an der Bahnanlage dauerte bis zur Räumung der Kletterinnen ca. 3,5 Stunden an und sorgte für große Aufmerksamkeit.

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Versorgungstransporte der Atomindustrie – die den Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit ermöglichen – unbefristet trotz angeblichem Atomausstieg weiter fahren dürfen. Der in Buchholz angehaltene Transport hatte die Uranfabrik Narbonne Malvési (Süd-Frankreich) zum Ziel. Uranerzkonzentrat ist der Rohstoff, der zur Fertigung von Brennelementen – oder auch Atombomben – genutzt wird. Das Uran kam dieses mal aus Namibia  – zum Thema Uranabbau in Afrika ist der Doku-Film „Legacy Warnings“ zu empfehlen.

Es gibt über die Kletteraktion in Buchholz einen Film von Graswurzel.tv.

Und hier der Erfahrungsbericht einer beteiligten Kletterin von ROBIN WOOD: Weiterlesen…

Allgemein, Energie, Prozess
14. April 2016

Anti-Atom: Risse-Reaktoren Tihange und Doel stoppen!

ROBIN WOOD unterstützt eine Klage für die endgültige Abschaltung der maroden AKW-Blöcke Tihange 2 und Doel 3 in Belgien. Die Klage von Privatpersonen zielt darauf ab, beide Reaktoren unverzüglich stillzulegen.

In den Reaktorbehältern beider AKW waren Tausende von Haarrissen gefunden worden. Sie waren daraufhin abgeschaltet worden, Ende Dezember 2015 aber hatte die belgische Nuklearaufsichtsbehörde – trotz der Risse – das Hochfahren der beiden AKW-Blöcke genehmigt. Die Kläger planen, dem Gericht neue Materialanalysen unabhängiger WissenschaftlerInnen vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass ein Weiterbetrieb der Blöcke unverantwortlich ist.

Gegen die Wiederaufnahme des Betriebs gibt es zudem eine Klage der Städteregion Aachen vor dem höchsten belgischen Verwaltungsgericht, der sich jetzt auch das Bundesland NRW angeschlossen hat.

Bundesumweltministerin Barabara Hendricks gab sich in der Öffentlichkeit sehr besorgt über die Zustände in Belgien, begnügte sich ansonsten aber mit der Einrichtung eines deutsch-belgischen Arbeitskreises zu Fragen der kerntechnischen Sicherheit.

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Protest vor der Brennelementefabrik Lingen, 31.1.2016 (Foto: Pay Numrich)

Dass die Risse-Reaktoren in Belgien noch immer laufen, daran ist auch die deutsche Atompolitik nicht ganz unschuldig. Alleine die belgischen Reaktoren Doel 1 und 2 wurden seit 2014 bereits zehnmal mit Brennstäben aus Deutschland beliefert. Darauf haben Antiatombündnisse aus Aachen und dem Münsterland sowie der BBU mit einem Offenen Brief aufmerksam gemacht.

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(Foto: Robin Wood)

Geliefert hat die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen – eine Atomanlage mit zeitlich unbegrenzter Betriebserlaubnis, gegen die auch Robin Wood wiederholt aktiv geworden ist. Bis Januar 2017 sind weitere fünf Transporte von Brennelementen nach Doel durch das Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt. Oberste Dienstherrin: Umweltministerin Barbara Hendricks.

Am kommenden Sonntag wird für die endgültige Stilllegung der Schrott-Reaktoren demonstriert:
Demo in Lüttich – Stop Doel und Tihange
am Sonntag, 17.04.16 um 14:00 Uhr

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Aktion, Allgemein, Energie
7. April 2016

Uranzug im Hamburger Hafen gestartet

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Rot-grüner Senat in Hamburg bleibt bislang untätig – Woche für Woche laufen Urantransporte über den Hamburger Hafen (Foto: ROBIN WOOD)

Ein Zug mit Uranerzkonzentrat ist zur Stunde auf dem Weg von Hamburg in die Atomfabrik Malvési in Südfrankreich. Anti-Atom-AktivistInnen der Kampagne „Atomtransporte durch Hamburg stoppen!“ und von ROBIN WOOD hatten Proteste dagegen angekündigt. Diese Ankündigung zeitigte offenbar Wirkung: Der Fahrplan wurde geändert. Der Zug startete bereits heute Mittag – und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich in den Abendstunden. Um kurz vor 14 Uhr wurde die Durchfahrt des Güterzuges mit neun Containern Uranerzkonzentrat in Hamburg-Wilhelmsburg beobachtet. Die beiden Mahnwachen am Süd-West-Terminal im Hafen ab 15 Uhr und anschließend in Hamburg-Veddel entfallen daher heute. Alle weiteren Mahnwachen und Proteste, die entlang der Transportroute bis nach Südfrankreich angekündigt sind, sollen hingegen stattfinden. Aktuelles gibt es hier: https://twitter.com/urantransport

Das Uranzerkonzentrat war mit dem Atomfrachtschiff ‘Bright Sky‘ der Hamburger Reederei MACS (Maritime Carrier Shipping) am vergangenen Dienstag (5. April) am Süd-West Terminal der Firma C. Steinweg angekommen. Uranerzkonzentrat wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet.

Woche für Woche laufen Atomtransporte über den Hamburger Hafen. Er ist das Nadelör für die Brennstoffversorgung von Atommeilern in aller Welt. Der Weiterbetrieb der Atommeiler birgt unverantwortliche Risiken – wie die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl auf grausame Weise zeigen. Deshalb setzt sich ROBIN WOOD für einen Stopp der Transporte und die Stilllegung aller Atomanlagen ein.

Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Veranstaltung
5. April 2016

Der Atomindustrie einen Strich durch die Rechnung machen! Film-Doku über Atompolitik in Afrika

GoldenMisabiko

Golden Misabiko aus dem Kongo zu Gast in Lüneburg (Foto: Georg-Gunkel-Schwaderer, www.mobile-medienarbeit.de)

Fünf Jahre nach der nuklearen Katastrophe in Fukushima und 30 Jahre nach Tschernobyl hat die Atomindustrie ihren Expansionskurs nicht aufgegeben. Die Hoffnungen der Atomlobby richten sich auf den afrikanischen Kontinent. Dort planen derzeit 22 Staaten den Einstieg in die Atomkraft!

Welche Auswirkungen hat dies für die Menschen vor Ort? Wie sieht ihr Widerstand aus? Welche Verknüpfungspunkte gibt es hier zu uns vor Ort?

Um Antworten zu finden, sind die Lüneburger FilmacherInnen Katja Becker und Jonathan Happ vom Verein moving media 2015 in Südafrika gewesen, wo der erste Vertrag zum Bau neuer Atomreaktoren unterzeichnet wurde und sich die verheerenden Folgen des jahrzehntelangen Uranabbaus zeigen. Ihr sehenswerter 60 Minuten-Dokumentarfilm „Legacy Warnings!“ lässt die Menschen vor Ort zu Wort kommen und zeigt Hoffnungen, Widersprüche und Herausforderungen bei dem Versuch, eine saubere Energiegewinnung für alle aufzubauen. Der Film ist in deutscher Sprache, englische Interviews sind mit deutschen Untertitel versehen.

Die FilmemacherInnen, der „Nuclear Free Future Award“-Preisträger Golden Misabiko aus dem Kongo und ROBIN WOOD zeigten den Film vergangene Woche in Lüneburg. Die Veranstaltung war gut besucht, der Film ist zu empfehlen. Vielleicht wollen andere Gruppen ihn zeigen? Meldet euch bei Interesse bei moving media oder bei ROBIN WOOD (presse(at)robinwood.de).

Wer schon mal reinschauen will, kann sich hier den Trailer anklicken.

Legacy Warnings – Trailer from Jonathan Happ on Vimeo.

Verknüpfungspunkte zu Protesten in Deutschland gibt es zahlreiche, schon allein dadurch, dass Uran aus afrikanischen Ländern über den Hamburger Hafen nach Deutschland transportiert und in Gronau und Lingen zu Brennelementen für Atomkraftwerke weltweit verarbeitet wird.

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4. April 2016

Vertuschte Atomunfälle – Steuergelder für das Restrisiko

Artikel von der französischen Robin Wood Aktivistin Cécile Lecomte, erschienen in der Zeitschrift Graswurzelrevolution (GWR) Nummer 408 von April 2016

Im März 2016 wurde bekannt, dass es im französischen Fessenheim bereits vor zwei Jahren einen vertuschten, schwerwiegenden Atomunfall gab. Trotzdem regt sich auch 30 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl und fünf Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe in Fukushima derzeit kaum Widerstand gegen die internationale Atomstaatspolitik. Eine Analyse von GWR-Mitherausgeberin Cécile Lecomte. (GWR-Red.)

Fünf Jahre nach Beginn der Katastrophe von Fukushima scheint das Thema Atomkraft die Massen nicht mehr zu bewegen. Die Kundgebungen und Demonstrationen zum Jahrestag der Katastrophe haben lediglich ein paar Tausend Menschen auf die Straße gebracht. Viele Menschen begnügen sich mit der Illusion eines deutschen Atomausstiegs, die PolitikerInnen glänzen mit NIMBY-Mentalität, indem sie gegen störanfällige AKW auf der anderen Seite der Grenze in Belgien und Frankreich schimpfen – ohne dabei die eigene Verantwortung beim Namen zu nennen. Mit der Förderung der Atomkraft unter dem Deckmantel der „Forschung“, mit unbefristet weiter laufenden Atomanlagen, wie die Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik Lingen, mit der Versorgung von Atomanlagen dienenden Atomtransporten trägt Deutschland zum weltweiten Bau und Betrieb von Atomanlagen bei. Die „heimischen“ AKW sind darüber hinaus nicht weniger gefährlich!

Vertuschter Zwischenfall im AKW Fessenheim

Als deutsche JournalistInnen vor wenigen Wochen die Vertuschung eines beinahe GAU aus dem Jahr 2014 im französischen AKW Fessenheim öffentlich machten, zeigten sich die Bundesumweltministerin und die verantwortlichen PolitikerInnen der Fessenheim nahen Bundesländer empört. Sie forderten die Abschaltung des Atomkraftwerks – ohne dabei zu erwähnen, dass Deutschland seit Jahren zu deren Weiterbetrieb beiträgt: das AKW Fessenheim wird – wie zahlreiche anderen AKW in Frankreich und Belgien – unter anderem mit Brennelementen aus der niedersächsischen Fabrik Lingen versorgt. Über den Hamburger Hafen verkehrt das Uranerzkonzentrat, das anschließend in Frankreich verarbeitet wird und als Rohstoff für die Versorgung der Atomanlagen dient. Doch weder der rot-grüne Hamburger Senat, noch die rot-grüne niedersächsische Regierung, noch die schwarz-rote Bundesregierung sind bereit, Atomanlagen und Transporte zu stoppen. Hinzu kommt der Verdacht, dass beim Ausstiegsgesetz nach Fukushima absichtlich gepfuscht wurde, um das Gesetz juristisch durch die Konzerne angreifbar zu machen.(1)

Das Ganze hört sich noch absurder an, wenn man sich den Diskurs der VertreterInnen der Regierung im aktuell laufenden Verfahren um die Schadenersatzforderung der Atomunternehmen vor dem Bundesverfassungsgericht anschaut. Man habe die acht Meiler nach Fukushima abschalten lassen müssen, weil Fukushima gezeigt habe, dass das Restrisiko Atomkraft nicht beherrschbar sei. Späte Einsicht – und da fragt man sich, weshalb nur acht Reaktoren abgeschaltet wurden und zahlreiche Atomanlagen vom Ausstiegsplan nicht betroffen sind. Mit der Alterung der Anlagen wächst die Gefahr ständig – auch in Deutschland.
Der Unfall im AKW Fessenheim ist nur ein weiterer Beweis dafür. Der Unfall ist tatsächlich besorgniserregend. Der Betreiber EDF verlor auf Grund einer Überschwemmung des Steuerungsraums die Kontrolle über das AKW. Es wurde einige Minuten „blind“ gesteuert. Die Kontrollstäbe ließen sich nicht mehr bedienen, die Kettenreaktion drohte vollständig außer Kontrolle zu geraten. Die Mannschaft rief den Krisenplan auf und entschied sich für den Einsatz von Borsäure zur Unterbrechung der Kettenreaktion. Eine Maßnahme, die nur im Katastrophenfall vorgesehen ist. Der Unfall wurde anschließend vertuscht und selbst von der zuständigen Atomaufsichtsbehörde ASN herunter gespielt. Dass er nun öffentlich wurde, ist der Arbeit von JournalistInnen zu verdanken. Behörden und Politik haben versagt. Die Gefahr, dass die Kontrolle über das AKW im Falle einer Überschwemmung verloren geht, besteht auf Grund eines Konzeptionsfehlers bei 16 französische Atomreaktoren. Weiterlesen…

Allgemein, Blog, Prozess, Veranstaltung
3. April 2016

Kletteraktivistin nach Atommüllschiffsblockade in Erzwingungshaft

Kletteraktion gegen das Atommüllschiff EDO 2012 in Münster

Kletteraktion gegen das Atommüllschiff EDO 2012 in Münster

* Schifffahrtsgericht Dortmund verhängt einen Tag Knast für 20 Euro Bußgeld

*Atomkraftgegnerin tritt Haft am 5. April 2016 um 10:00 Uhr in der JVA Hildesheim (Niedersachsen) an

*Anti-Knast-Lesung am 4. April 2016 um 19:30 Uhr in der Projektwerkstatt Hildesheim, Langer Garten 1, 31137 Hildesheim

Am 28. Mai 2012 blockierten Umweltaktivist*innen (u.a. von ROBIN WOOD) im Rahmen einer Anti- Atomkraft-Demonstration das Frachtschiff „MS EDO“ der Firma Nuclear Cargo Service, welches radioaktiven Müll geladen hatte.

Die Aktion fand an der Kanalbrücke der Wolbecker Straße in Münster statt, an der sich zwei Aktivist*innen aus Lüneburg von der Brücke abseilten und ein Transparent mit der Aufschrift „Vermeiden statt verschieben“ entfalteten.

Nach mehrtägiger Verhandlung vor dem Dortmunder Schifffahrtsgericht wurden beide Kletteraktivist*innen 2013 zu Bußgeldern in Höhe von 20 und 10 Euro wegen „Fehlbenutzung einer Schifffahrtsanlage“ verurteilt. Die Dortmunder Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin die Verhängung von Erzwingungshaft gegen die beiden Aktivist*innen, weil sie sich weigerten die Bußgelder zu zahlen. Weiterlesen…

Klima, Tropenwald, Wald
24. März 2016

Neue Poster: Mensch versus Natur

Die Posterreihe „Mensch versus Natur“ verdeutlicht mit beeindruckenden Bildern die Auswirkungen der menschengemachten Schäden an Umwelt und Tierwelt. Erhältlich sind drei Motive:

Das Poster „Eisbär“ zeigt Problematik der klimawandelbedingten Eisschmelze:

Poster Eisbär Robin Wood

Das Poster „Affe“ thematisiert die Tropenwaldzerstörung:

Poster Affe Robin Wood

Das Poster „Hirsch“ offenbart die Auswüchse der Urwaldabholzungen:

Poster Hirsch Robin Wood

Fotodrucke im Format DIN A 2 (ca. 60 mal 42 cm) auf hochwertigem Recyclingpapier.

Die Poster sind hier im ROBIN WOOD-Shop ab sofort bestellbar für nur 2,50 pro Poster, Lieferdatum ab 4. April.

 

Blog, Energie
22. März 2016

Neues ROBIN WOOD-Video: Atomtransporte – Wieso? Weshalb? Warum?

Wenn von Atomtransporten die Rede ist, denken viele zuerst an Atommüll, CASTOR-Züge, ein fehlendes Endlager… Weniger im Blick der Öffentlichkeit sind die vielen Versorgungstransporte per Schiff, Bahn und LKW, die am Anfang der hoch gefährlichen Brennstoffkette stehen. Sie haben den Zweck, Atomkraftwerke mit neuem Brennstoff zu beliefern – und den Atomausstieg zu torpedieren.
Ein neues ROBIN WOOD-Video erklärt kurz und anschaulich, warum diese Urantransporte Woche für Woche stattfinden und warum sie gestoppt werden müssen.

2016 jähren sich die Atom-Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl zum fünften bzw. 30. Mal. ROBIN WOOD will Atommüll verhindern, bevor er überhaupt erst entsteht. Das Uran muss in der Erde bleiben!

Mehr Infos:

www.robinwood.de/Atomenergie und www.atomtransporte-hamburg-stoppen.de