Blog, Papier, Veranstaltung
30. September 2014

Weniger ist mehr – ROBIN WOOD-Wanderausstellung zum Thema Papier

Papier – Was brauchen wir? Was ist überflüssig? (Foto: ROBIN WOOD)

Papierprodukte – Was brauchen wir wirklich? Was ist überflüssig? (Foto: ROBIN WOOD)

Ist Papier ein Vorrecht der Reichen? Klingt erstmal seltsam, denn Papier gilt bei uns nicht als Luxusgut, das sich nur Reiche leisten können. Wir verbrauchen jeden Tag einen Haufen davon – im Schnitt und aufs Jahr gerechnet rund 250 Kilogramm Papier pro Kopf. Damit sind die Deutschen Spitzenreiter auf der Welt – nur noch getoppt von Belgien und Luxemburg. Menschen in Ländern auf der anderen Seite der Erdkugel verbrauchen nicht mal ein Zehntel davon.

Über diese globalen Zusammenhänge informiert die ROBIN WOOD-Wanderausstellung „Papier – weniger ist mehr“. Sie macht darauf aufmerksam, welche Schäden der hohe Papierkonsum in den Herkunftsländern des Zellstoffs anrichtet und zeigt Ideen auf, wie wir davon wieder runter kommen.

Die Ausstellung umfasst sechs Tafeln und kann bundesweit ausgeliehen werden. Dazu gibt es eine CD mit weiteren Sachinformationen und Anregungen für alle, die selbst Veranstaltungen zu dem Thema anbieten möchten. Die CD kostet 5 Euro zzgl. Versandkosten. Das Ausleihen der Ausstellung ist gratis, lediglich die Transportkosten müssen getragen werden.

Mehr Einzelheiten zu Inhalten und Organisatorischem rund um die Ausstellung stehen in diesem Flyer.

Kontakt für Rückfragen zu der Ausstellung: papier(at)robinwood.de

Mehr Infos rund um das Thema Papier gibt es hier.

Aktion, Köln, Süd-West, Verkehr
30. September 2014

Mit dem Sonderzug nach Bonn: Besser Bahn fahren statt Stuttgart 21 bauen

KrokodilGestern kündigte die Deutsche Bahn AG die nächste Fahrpreiserhöhung an. In den letzten zehn Jahren sind die Ticketpreise bei der Deutschen Bahn AG doppelt so stark gestiegen wie das generelle Preisniveau. Gleichzeitig sinkt der Reisekomfort. 6,8 Milliarden Euro hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn für Stuttgart 21 bewilligt. Der unterirdische Neubau wird Kapazitäten auf der Schiene abbauen und frisst das Geld für notwendige Instandhaltung und Modernisierung in der Fläche auf.

Am Samstag, den 18. Oktober, fährt die Bewegung gegen S21 von Stuttgart nach Bonn zum Eisenbahnbundesamt (EBA). Der Zug ist ein historischer Sonderzug aus “Silberlingen”, die von einem “deutschen Krokodil” (E 94) gezogen werden. Mehr auf www.bonnfahrt.de

Kundgebung: Bonn, Marktplatz am Rathaus: 13.00 Uhr, mit Live-Musik von Klaus der Geiger und Gerd Schinkel
Demonstration: ab 14.00 Uhr vom Marktplatz durch die Bonner Innenstadt u.a. mit dem TunnelbohrKampagnen-Rad

 

Blog, Klima, Tropenwald
23. September 2014

Palmöl-Konzern Wilmar: Vollmundige Versprechen, miserable Praxis

Wilmars Palmöl-Wüste

Indonesien: Statt artenreicher Tropenwälder ziehen sich Palmöl-Plantagen bis zum Horizont

Der Palmöl-Konzern Wilmar arbeitet weiterhin mit Lieferanten zusammen, die Orang-Utan-Habitate, Torfwälder und sogenannte HCS-Wälder kahlschlagen (High Carbon Stock, Wälder mit hohem Kohlenstoffanteil). Das belegt eine in dieser Woche veröffentlichte Kurzstudie von Greenomics Indonesia.
Wilmar hatte am 5. Dezember 2013 eine neue Umwelt-Leitlinie veröffentlicht („No Deforestation, No Peat, No Exploitation Policy“). Damit versuchte der Palmöl-Multi, der wachsenden Kritik an seiner Raubbau-Praxis den Wind aus den Segeln zu nehmen und sich grün zu waschen. Massive Proteste von Opfern der Palmöl-Industrie in Indonesien und auch Protestaktionen von ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald hierzulande hatten zu diesem Druck auf Wilmar beigetragen. Wilmar ist der weltgrößte Palmöl-Händler und tief verstrickt in Tropenwaldzerstörung und Landraub.

Greenomics zeigt nun auf, dass auch seit Dezember 2013 der Raubbau weitergeht und Wilmar die Zusammenarbeit mit Lieferanten fortsetzt, die Torfwälder und andere, besonders schützenswerte Wälder kahlschlagen. Belegt wird dies anhand von öffentlich zugänglichem Kartenmaterial und Satellitenbildern.

Greenomics kritisiert darüberhinaus, dass Wilmar keinen detaillierten, verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung der Leitlinie offenlegt. Außerdem fehlten Mechanismen, mit denen Verstöße systematisch aufgedeckt und geahndet werden.

„Keine Entwaldung, keine Zerstörung von Torfwäldern und keine Ausbeutung der lokalen Bevölkerung“ – das sind die vollmundigen Versprechen von Wilmar. Sie kommen gut an –  solange niemand erfährt, wie hohl sie sind.

Eine Analyse zur “Metamorphose der Raubbaukonzerne” steht auf der Seite von denkhausbremen.

Berlin, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg
22. September 2014

Während die Atommüllkommission tagt, wird in Hamburg wieder Uran umgeschlagen

 

Während in Berlin im Bundestag die Atommüll-Kommission zum 4. Mal tagt, ist in Hamburg erneut ein Atomtransport unterwegs. Schon um 4 Uhr früh legt das aus Petersburg kommende Schiff VASILIY SHUKSHIN in Hamburg am Süd-West Terminal bei C.Steinweg an. 16 Container mit Urankonzentrat (Yellow Cake), vermutlich aus Usbekistan oder Kasastan, werden in drei Stunden aus dem Schif gehievt. Schon um 7 Uhr morgens verlässt das Schiff nach kurzem nächtlichen Aufenthalt Hamburg wieder.

10 Uhr: Düsseldorf: Der B.U.N.D.-NRW stellt zusammen mit Anti-Atom-Gruppen und Tom Clemens von der US-Umweltschutz-Organisation Savannah River Site Watch ein Rechtsgutachten vor, das aufzeigt, dass der Atommüll-Export von Jülich in die USA schon deshalb rechtswidrig ist, weil es auch in den USA keine schadlose Verwertung geben wird.

10.15 Uhr: .ausgestrahlt protestiert vor dem Bundestag gegen die Jülicher Export-Pläne.

11 Uhr: Der Kommissionvorsitzende Michael Müller  eröffnet die 4. Sitzung der Atommüllkommission. 

Während Bundesforschungsministerin Wanka am Nachmittag  in der Atommüllkommission die Fusionsforschung und den Atommüllexport in die USA verteidigt, werden  die Container am Hamburger Hafen auf Eisenbahnwaggons gehoben.

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Während Bundesforschungsministerin Wanka in der Atommüllkommission redet, werden im Hamburger Hafen Container mit Urankonzentrat auf Eisenbahn-Waggons gehievt.

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16.55 Uhr: Der Uran-Zug steht abfahrbereit in Hamburg-Grasbrook am Süd-West-Terminal

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Frau Wanka, ist die Fusionsforschung nicht doch ein Zug nach nirgendwo?

Der Uran-Zug verlässt um 17 Uhr den Süd-West-Terminal und wird knapp zwei Stunden auf dem Güterbahnhof Hamburg-Süd zwischengeparkt. Die Atommüllkommission beendet derweil für heute ihre Arbeit. Um 19.05 Uhr verlässt der Atomtransport den Güterbahnhof Hamburg-Süd und erreicht um 19.40 den Güterbahnhof Hamburg-Maschen. Vermutlich gegen Mitternacht geht es dann weiter Richtung Bremen, Osnabrück… Ein ganz normaler Tag in Deutschland?

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Für 1 3/4 Stunden von 17.20 bis 19.05 Uhr wird der Uran-Zug auf dem Güterbahnhof Hamburg-Süd zwischengeparkt

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18.50 Uhr: Eine E-Lok vom Güterbahnhof Hamburg-Maschen holt die Uran-Waggons ab

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Um 19.05 Uhr verlässt der Zug den Güterbahnhof Hamburg-Süd

Für Freitagfrüh wird der Transport in Frankreich in der weltweit größten Urankonversion-Anlage in Malvési bei Narbonne erwartet, wo der Urankonzentrat für die Fertigung von Brennelementen zum Einsatz in Atomkraftwerken weiterverarbeitet wird und das Eichhörnchen Leukämiefällen bei Arbeitern der Anlage auf der Spur ist.

Update: Am Dienstag 0.15 Uhr verlässt der Uranzug den Güterbahnhof Hamburg-Maschen, fährt über Buchholz (Nordheide), Bremen und um 2.53 Uhr durch den Osnabrücker Bahnhof.

Am Mittwochfrüh fährt der Zug nach Lokwechsel in Köln ca. 6.50 Uhr weiter, um 12.15 Uhr wird der Uran-Zug zwischen Mannheim und Ludwigshafen gesehen, er könnte den Grenzübergang bei Saarbrücken-Forbach nehmen.

Hier gibt es ein Video vom Anti_Atom_Plenum Köln von der Abfahrt in Köln:

Video-Abfahrt-Köln

 

Energie, Veranstaltung
19. September 2014

Veranstaltungs-Tipp: Uranium Film Festival startet am 29. September 2014 in Berlin

berlin_poster_2014_fotoDemnächst werden im Rahmen des Uranium Film Festivals Dutzende von Atom-Filmen aus aller Welt gezeigt. Das Festival startet am 29. September in Berlin und widmet sich der gesamten atomaren Kette: vom Uranabbau bis zum Atomkraftwerk – von Atombomben, atomaren Unfällen bis hin zum Einsatz von modernen Uran-Waffen – von Hiroshima bis Fukushima.

Gezeigt wird u.a. der preisgekrönte Dokumentarfilm „Fukushame – The Lost Japan“ des italienischen Regisseurs Alessandro Tesei. Er war einer der ersten ausländischen Filmemacher, die in der radioaktiv verseuchten Sperrzone von Fukushima drehten.

Das Uranium Film Festival ist ein Projekt der kulturellen Nichtregierungsorganisation Yellow Archives (Gelbes Archiv) mit Sitz in Rio de Janeiro. Es findet jedes Jahr zunächst in Rio de Janeiro statt und reist anschließend mit ausgewählten Filmen in andere Städte und Länder. Die Veranstalter geben Filmen, die sonst kaum im Fernsehen oder Kino gezeigt werden, eine Plattform und wollen verhindern, dass atomare Katastrophen in Vergessenheit geraten.

Das Programm in Berlin dauert bis zum 3. Oktober. Am 4. Oktober ist das Festival dann in Wunsiedel und vom 6. und 7. Oktober in Passau zu Gast.

Mit Unterstützung von ROBIN WOOD entstand im vergangenen Jahr ein Film zum Thema Uranabbau in Tanzania, der hier online zu sehen ist: „Uranium – are we ready? Uranium Mining in Tanzania“ (17 Minuten)

Blog, Düsseldorf, Energie
18. September 2014

Atommüll-Export von Jülich in die USA illegal!

Der vom Bundesforschungsministerium und dem Forschungszentrum Jülich geplante Export von 152 Castoren mit rund 290.000 abgebrannten Brennelementkugeln aus dem AVR-Reaktor Jülich in die USA ist illegal. Das bestätigt auch ein Gutachten des Rechtsanwalt Wollenteit, das Greenpeace heute veröffentlichte.

Nach dem deutschen Atomgesetz § 9a (1) ist die Abgabe von aus dem Betrieb von Reaktoren “zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität stammenden bestrahlten Kernbrennstoffen” zur Wiederaufarbeitung seit dem  1. Juli 2005 unzulässig.

Der Gesetzgeber hat das Verbot der Aufarbeitung im Gesetz “zur geordneten Beendigung der Kernenergienutzung zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität” auf Seite 14  explizit damit begründet, dass die Aufarbeitung von Kernbrennstoffen “zu radioaktiven Immissionen und zu einem zusätzlichen Anfall von Plutonium” führt.

GP-Gutachten zu Jülich

Werbegeschenk der AVR Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor zu 10 Jahre Stromerzeugung 1967-77. Aktuell sollen ca. 290.000 abgebrannte Brennelementkugeln illegal in die USA exportiert werden. (Foto: Andreas Conradt/PubliXviewinG)

Ausgenommen vom Verbot sind lediglich Forschungsreaktoren, damit die Forschungsfreiheit unberührt bleibt. Bei dem AVR-Reaktor handelt es sich aber um einen Leistungsreaktor, weil er von 1967 bis 1988  1,5 Mrd. Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz einspeiste. Bei Forschungsreaktoren wird hingegen nicht die Wärmeenergie, sondern die Neutronenstrahlung des Reaktors zu physikalischen, kern- und materialtechnischen Untersuchungen genutzt. Deshalb hat sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz als auch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) den AVR Reaktor als Atomkraftwerk klassifiziert.

Trotzdem haben im April dieses Jahres das Bundesforschungsministerium, das Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen und das US-Energieministerium ein “Statement of Intent” unterschrieben, dass das Graphit der Brennelementkugeln aus Deutschland in den Aufarbeitungsanlagen H-Canyon auf dem militärischem Atomkomplex Savannah River Site (South Carolina) chemisch abgetrennt werden soll.

Dabei gilt das  800 Quadratkilometer große Atomgelände mit 180 Millionen Liter hochradioaktiver Atomsuppe in zum Teil lecken Tanks nach offiziellen Angaben bereits heute als das größte Umweltproblem South Carolinas.

In einem Scoping-Termin am 24.Juni 2014 in Augusta (South Carolina) für die US-Umweltverträglichkeitsprüfung, die vom Jülicher Forschungszentrum mitfinanziert wird, sprach das US-Energieministerium von sogar ca. 455 Castoren mit 1 Mio. Brennelementkugeln aus Jülich (152 Castoren) und dem Zwischenlager Ahaus, in dem 305 weitere Castoren des Hochtemperatur-Reaktors Hamm-Uentrop lagern. Danach sollen die Castoren per LKW zu einem Hafen und dann per Schiff zum US-Hafen Charlston (S.C.) gebracht werden. In den USA werden die Kosten des Deals bereits heute auf 1 Mrd. US-Dollar beziffert.

Auf Einladung von Anti-Atom-Initiativen und Umweltorganisationen kommt Tom Clemens von der US-Bürgerinitiative Savanah River Site Watch vom 21.9 bis  26.9. zu einer Info-Tour nach Deutschland:

Tom-Clemens

Tom Clemens von der US-Bürgerinitiative Savanah River Site Watch kommt vom 21.9 bis 26.9. zu einer Info-Tour nach Deutschland

Sonntag, 21.9. in Jülich
Anti-Atom Spaziergang am FZJ, Rurtalbahn-Haltestelle „Forschungszentrum“, 14 Uhr

Montag, 22.9. in Düsseldorf
Infoveranstaltung: Townhouse (früher Kolping-Haus), Bilkerstraße 36, 19 Uhr

Dienstag, 23.9. in Jülich
Podiumsdiskussion: Bonhöfer-Haus der evangelischen Kirche,18.30 Uhr

Mittwoch, 24.9. in Hamburg
Infoveranstaltung: Werkstatt 3 (W3), Nernstweg 32 – 34, 19.30 Uhr

 

Allgemein, Klima, Tropenwald
16. September 2014

Palmöl-Protest: AktivistInnen wehren sich vor Gericht

Gegen Landraub und Regenwaldzerstörung für Palmöl – Protest vor der Palmölraffinerie von Wilmar in Brake, 17.9.2012 (Foto: visual rebellion, C. Grodotzki)

Die Aktion liegt schon länger zurück, die beteiligten UmweltschützerInnen aber müssen sich auch Jahre danach noch mit Repressionen und Gerichtsakten befassen. So geht es auch ROBIN WOOD-Aktiven, die am 17. September 2012 vor einer Fabrik von Wilmar in Brake bei Bremen gegen Raubbau-Palmöl und Menschenrechtsverletzungen demonstriert hatten. Acht von ihnen erhielten nach der Aktion Strafbefehle. Alle legten Widerspruch dagegen ein. Über einen dieser Widersprüche wird am 8. Oktober 2014 vor dem Amtsgericht Brake verhandelt.

Der Prozess hat eine Vorgeschichte. Das Amtsgericht Brake hatte sich am 30. Oktober vergangenen Jahres schon einmal mit der Sache beschäftigt. Nach siebenstündiger Verhandlung waren damals alle Vorwürfe gegen die beschuldigte ROBIN WOOD-Aktivistin entkräftet. Selbst der Strafantrag, den eine für Wilmar tätige und angeblich geschädigte Firma gestellt hatte, hatte sich in Luft aufgelöst: der Geschäftsführer der Firma hatte sich im Gerichtssaal eines Besseren besonnen und ihn zurückgezogen. Trotzdem gab es keinen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft beharrte vielmehr darauf, einen Polizeizeugen zu vernehmen, der unentschuldigt nicht zum Prozess erschienen war. Dieser Zeuge ist nun zum Termin am 8. Oktober erneut geladen.

Die Verfolgung der AktivistInnen hatte damals international Protest ausgelöst. Die AktivistInnen freuen sich auch weiterhin über Solidaritäts-Bekundungen – gern hier als Kommentar im Blog oder direkt per Mail an die Betroffenen: palmoelsoli@riseup.net

Es ist wichtig, dass solche Prozesse unter den Augen der Öffentlichkeit ablaufen und viele Leute den Prozess weiterhin verfolgen. Um auf den Termin aufmerksam zu machen, haben die AktivistInnen einen Soli-Flyer entworfen, den man runterladen und weiterverteilen kann (Vorder- und Rückseite des Flyers: pdf-Dateien Soliflyer_front1, Soliflyer_back_0810). Eine Anfahrtsbeschreibung zum Amtsgericht Brake gibt es hier.

Solidarität ist weiterhin nötig. Wer nicht zum Prozess kommen kann, kann die Betroffenen auch mit einer Rechtshilfe-Spende unterstützen. Für seine Rechte zu streiten, ist nicht umsonst.

Wer sich selbst einen Eindruck von der Aktion am 17.9.2012 machen möchte, kann den Filmbeitrag von graswurzel-tv anschauen: “Robin Wood-Aktion bei Wilmar – Raffinierte Zerstörung und Vertreibung” von Jonathan Happ und Kathy Becker; Länge: 3:45 Minuten.

Hintergrund-Informationen zum Thema Palmöl und die Machenschaften von Wilmar stehen auf der ROBIN WOOD-Tropenwald-Seite.

Weitere interessante Berichte:

“Palmöl tötet!” (ROBIN WOOD-Magazin 2/2014)

“Landraub für Margarine” (DER SPIEGEL 18/2014)

Allgemein, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Robin Wood regional
14. September 2014

Protest gegen E.ON in Lüneburg

Aktion EONDie Meldungen der letzten Tage zum AKW Stade waren Grund genug, heute gegen E.ON zu protestieren. Der Konzern ist nicht in der Lage, ein AKW zurück zu bauen, ohne dass Radioaktivität freigesetzt wird. Über den jüngsten Radioaktivitätsaustritt ungeklärter Herkunft wurde die Öffentlichkeit erst spät informiert (z.B. NDR-Bericht). Neben der Meldung zum Austritt von Radioaktivität wurde bekannt gegeben, dass der Rückbau vom E.ON-AKW Stade  mindestens 4 Jahre länger dauern wird als geplant (TAZ-Artikel dazu).

AktivistInnen von ROBIN WOOD nahmen dies zum Anlass für eine Protestaktion beim Lüneburger E.ON Tiergarten Volkslauf. E.ON fungiert als Hauptsponsor der sportlichen Veranstaltung.  Mehrere AktivistInnen kletterten auf Bäume direkt an der Strecke des Volkslaufs und zeigten Transparente mit den Slogans „Trainieren für den Super-Gau – Lauf um dein Leben”, “e.off” und “Scheiß Sponsor!“ Andere AktivistInnen verteilten Flugblätter. Es gab seitens der Läufer_innen sehr viel Beifall für die Aktion.

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Blog, Energie
11. September 2014

Immer mehr Atommüllprobleme…

Wohin mit dem Atommüll, fragt sich die Politik. Am Samstag startet die Herbstkampagne “Atommüll-Tatorte in Deutschland” mit einer 4-seitigen Taz-Beilage  und weist darauf hin, dass an über 100 Orten in Deutschland schwach-, mittel-, und hochradioaktiver Atommüll lagert. Während in Berlin die Atommüllkommission von “nationaler Verantwortung” spricht, sind die Probleme vor Ort ungelöst und es wird vom Bundesforschungsministerium der Export von 152 Castoren vom Forschungszentrum Jülich und 305 aus Ahaus mit Atommüll aus Hamm-Uentrop vorbereitet.

Atommüll bleibt länger in Frankreich

Die Politik kann sich noch nicht einmal darauf verständigen, wohin mit den letzten 26 Behältern, die von der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Großbritannien zurückgenommen werden sollen. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein haben sich dazu bereit erklärt, wenn sich auch ein drittes Bundesland findet. Aber sowohl Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern weigern sich. Eigentlich hatte das Bundesumweltministerium mit einer Weisung gedroht, wenn es bis Ostern keine Einigung gibt. Im Sommer scheint sich das Bundesumweltministerium  darauf beschränkt zu haben, den Rücktransport von fünf Behältern aus Frankreich nach Philippsburg zu organisieren, und nun ist es Herbst und auch dieser Plan scheitert. Zwar weist das Umweltministerium von Baden-Württemberg darauf hin, dass die AKW-Betreiber gesetzlich verpflichtet seien, den Atommüll nicht mehr nach Gorleben sondern in Zwischenlager an den Atomkraftwerken zu bringen. Doch die EnBW ist nicht bereit, einen Antrag zu stellen, weil ein Gesamtkonzept fehlt, sprich ein drittes Bundesland, das den Atommüll aufnimmt. Weiter ist neben genehmigungsrechtlichen und technischen Fragen auch die Frage der Kosten offen. Für das Bundesumweltministerium steht fest, dass die AKW-Betreiber die Kosten tragen müssen. Wegen der ungeklärten Fragen muss der Transport von 2015 auf 2016 oder später verschoben werden, berichtet die Frankfurter Rundschau in ihrer heutigen Ausgabe.

Radioaktives Wasser im AKW Stade ausgelaufen

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Das von E-On betriebene AKW Stade an der Unterelbe lief von 1972 bis 2003. Der Rückbau sollte bis 2015 erfolgen, wird nun aber 15 bis 16 Jahre bis 2018/19 dauern.

Währenddessen tauchen immer neue Atommüllprobleme auf: Ende April wurde bekannt, dass im Keller des AKW Brunsbüttel offenbar schon vor Jahren radioaktiver mit Cäsium-137 belasteter Brei ausgetreten ist. Nun muss das Niedersächsische Umweltministerium einräumen, dass E-On das Ministerium bereits im Februar 2014 darüber informiert hatte, dass “radioaktiv kontaminierte Kondensnässe” aus dem Primärwasserkreislauf ausgetreten ist und den Bodenbereich des AKW Stade kontaminiert hat. Dadurch wird sich der Abriss des AKW Stade um mindestens drei bis vier Jahre verzögern. Dabei sind Werte von bis zu 164.000 Becquerel pro Kilogramm gemessen worden, berichtet  die Taz-Nord. Gegen Pläne, strahlenden “Bauschutt” des AKW Stade nach Sachsen zur Deponie Grumbach zu transportieren, gibt es seit Jahren Proteste, so dass die Deponie nun nur noch  700 Tonnen leicht strahlenden Materials statt bisher 2000 Tonnen aufnehmen will. Am Dienstagabend erreichte der erste LKW die Deponie. Hier geht`s zur Online Petition gegen die Transporte vom AKW Stade zur Deponie Grumbach

Fußball-Fans wehren sich gegen die Annahme von Endlager-Schmiergeldern

Weiter regen sich Proteste gegen den schleichenden Versuch, in der Region Salzgitter mit dem “Konrad-Fond” Akzeptanz  zu schaffen für das geplante Endlager “Schacht Konrad” für schwach und mittelradioaktiven Atommüll, das frühestens 2022 in Betrieb gehen soll.  Der Fußballverein FC Germania Bleckenstedt wird auf die aus dem KONRAD- Fonds bewilligten 100.000,-€ verzichten. „Fakt ist, dass wir nicht glücklich werden, wenn wir dieses Geld annehmen“, so der Vereinskassierer Volker Krause laut Salzgitter-Zeitung vom 10.September. Die Abkehr vom KONRAD- Fonds kam auf Grund einer intensiven vereinsinternen Diskussion zustande. Zuvor hatte bereits die Kleinkunstbühne  in Salzgitter Bad und die Alevitische Gemeinde Anträge auf Förderung aus dem Fond aus moralischen Gründen zurückgezogen. In den nächsten 35 Jahren will der Bund und die Atomwirtschaft die Bewohner der Region Salzgitter mit 100 Mio. Euro “beglücken”.

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Der FC Germania (Salzgitter-)Bleckenstedt verzichtet auf Gelder aus der Konrad-Fond.

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Schacht Konrad 1 wurde von 1961 bis 1976 zur Förderung von Eisenerz genutzt. Nun soll Konrad bis 2022 oder später zum Atommüllendlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll umgebaut werden.

 

 

Blog, Energie
10. September 2014

Robin Wood fordert von der Bundesregierung Fracking grundsätzlich zu verbieten!

Robin Wood fordert, Fracking in Deutschland grundsätzlich gesetzlich zu verbieten. Die Bundesregierung plant Fracking auf Probe für die Forschung, unterhalb von 3000 Metern bis 2021 zuzulassen. Das erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in einem Interview in der heutigen Ausgabe der Rheinischen Post. Noch in diesem Monat soll der Gesetzentwurf zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium  abgestimmt werden. Das Gesetz soll noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen werden und 2015 in Kraft treten.

Beim Fracking wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und dann das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Robin Wood warnt vor einer Verseuchung des Grundwassers durch die Chemikalien. Außerdem kann Fracking zu Erdbeben führen.

Im Robin-Wood-Magazin sind weitere Artikel zum Thema Fracking erschienen:

Ausgabe 1/2014

Fracking: Die Große Koalition braucht öffentlichen Druck

Ausgabe 2/2014

Stopp Fracking – Risiko Erdgasförderung