Aktion, Bremen, Tropenwald, Welt retten
18. April 2012

„Rama-Mädchen“ mit Maschinengewehr unterwegs: Protest gegen Landraub für Magarine!

Blutiges Palmöl für Rama-Margarine

"Rama-Mädchen" setzt Gewalt gegen Affen und Menschen ein

Am 17.4. beteiligten sich ROBIN WOOD-Aktive in Bremen an den Protesten gegen Landraub und Umweltzerstörung. Aufgerufen hatte ein buntes Bündnis um das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact, das auch 24 Stunden die Deutsche Bank besetzte.

Grund für die Besetzung ist die weltweite Beteiligung und Finanzierung des Unternehmens an skrupellosen Landspekulationen, welche zur Verdrängung der ansässigen lokalen Bevölkerung und einem weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise führt.

Nicht nur die inakzeptablen Finanzierungs- und Kreditgeschäfte der Deutschen Bank, sondern auch die verantwortungslose Einkaufspolitik multinationaler Lebensmittelkonzerne wie Unilever fördert das Leid und Elend der Menschen im globalen Süden! Unilever ist mit führenden Marken wie Rama, Langnese und Lipton weltweit einer der größten Palmölabnehmer. Für die Expansion von Palmölplantagen werden Urwaldflächen zerstört, wodurch der Klimawandel angeheizt wird und zahlreiche Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch Menschen werden unter Anwendung von Gewalt vertrieben und ganze Dörfer müssen den Palmölplantagen weichen.

Video “Rama-Mädchen” erschießt Affen und Menschen:

Bewaffnet mit einer Gewehrattrappe zog daher unser „Rama-Mädchen“ mit goldener Haarpracht über den Domshof, um symbolisch Platz für weitere Palmölplantagen zu schaffen. Etliche Tiere und Menschen, die versuchten sich ihm in den Weg zu stellen, fielen dem Rama-Mädchen zum „Opfer“.

Unterstützend zu dieser Aktion wurden Flyer verteilt, um den Passanten die schmutzigen Geschäfte Unilevers näher zu bringen. Da Unilever trotz etlicher ROBIN WOOD Proteste nichts an seiner Unternehmenspolitik geändert hat, werden wir weiterhin mit Aktionen wie dieser auf die bestehenden Missstände hinweisen!

Aktion, Blog, Cottbus, Süd-West, Tropenwald, Wald
19. Februar 2012

Unterstützung gegen die Zerstörung Tasmanischer Urwälder

Seit nunmehr 30 Jahren toben die Auseinandersetzungen um die noch aus “Gondwana” (dem Urkontinent) stammenden Urwälder in Tasmanien (Australien). Mittlerweile die dritte Generation von UmweltschützerInnen stellt sich der abstrusen Logik des Abholzens von einzigartigen Regenwäldern für Toilettenpapier und Parkett-Fußboden entgegen. Doch die intakten Waldflächen werden kleiner und kleiner.

Der weltweit bekannte – gerade im Aussterben befindliche – Tasmanische Teufel hat genau in diesem Gebieten sein zu Hause. Doch darauf wird, wie immer wenn es um Profitinteressen von internationalen Konzernen geht, keine Rücksicht genommen.

Vor nun 6 Monaten gab es ein Hoffnungszeichen – 430.000 Hektar Wald wurden unter Schutz gestellt. Doch das nun die Fällarbeiten in den per sofortiger Wirkung geschützten einmaligen Biotopien gestoppt würden – weit gefehlt. Es wird weder von der Regierung noch von der Polizei etwas unternommen um dies durch zu setzen.

Ein weltweiter Aktionstag am 14. und 15. Februar war der Beweis der globalen Bedeutung der Wälder Tasmaniens. Hunderte von Menschen organisierten mehr als 70 Aktionen in 15 Ländern.

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Solidarität in Stuttgart - noch kurz vor der Räumung in Stuttgart beteiligen sich die Aktiven mit einem Banner am Baumhaus am internationalen Aktionstag für Tasmanien. (Foto: Chris Grodotzki/ visual-rebellion.com)

Mit Straßentheater, Transparenten, Demonstrationen und Projektion der Bildern von Tasmaniens Wälder auf Gebäude zeugen von arbeitsreichen 24 Stunden mit kreativen und inspirierenden Aktionen. Bei einer gewagten Aktion seilten sich AktivistInnen vom Black Mountain Tower in Canberra (Australien) ab, um die Botschaft der Unterstützung zu zeigen.

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

Solidarität mit Tasmanien vor dem Wahrzeichen von Cottbus (Foto: Daniel Häfner)

In Solidarität mit den UmweltschützerInnen in Tasmanien haben sich Aktive von ROBIN WOOD in Cottbus und Stuttgart am Dienstag, den 14. Februar an einer Solidaritätsaktion beteiligt. Mit dieser Unterstützung ging es darum zu zeigen, dass uns der Klimawandel alle angeht und das wir die Abholzung von  intakten, einmaligen Wäldern mit einer sehr großen Artenvielfalt nicht hinnehmen – weder hier noch in Tasmanien – am sogenannten anderen Ende der Welt!

Hintergrundinformationen gibt es hier, Informationen zum Aktionscamp vor Ort hier und Fotos des Aktionstages hier.

Blog, Tropenwald
10. November 2011

Greenwashing – made by Unilever

….oder wie der Konzern sein unverantwortliches Palmölgeschäft schönredet

Anfang dieser Woche waren einige Leute von ROBIN WOOD und ‚Rettet den Regenwald’ zu einem Gespräch mit Konzern-Verantwortlichen von Unilever. Unilever steht in der Kritik. Denn der Konsumgüter-Riese kauft in großen Mengen Palmöl aus unverantwortlicher Produktion und verwendet es für Markenprodukte wie Rama-Margarine. Das Öl stammt aus industriellen Palmöl-Monokulturen. In Indonesien werden dafür Tropenwälder kahl geschlagen und Menschen von ihrem Land vertrieben. Das ruiniert die Artenvielfalt und das Weltklima, und es erzeugt ein enormes soziales Elend.

Die Menschen vor Ort wehren sich gegen den Landraub. Einer der zahlreichen Landkonflikte bei Wilmar, einem wichtigen Lieferanten von Unilever, war im August dieses Jahres eskaliert. Polizeieinheiten hatten zusammen mit Einsatzkräften von Wilmar das Dorf Sungai Beruang auf Sumatra verwüstet und nach Augenzeugenberichten mit scharfer Munition auf Menschen geschossen. Ein Team von ROBIN WOOD war vor Ort und fand die Vorwürfe gegen Wilmar bestätigt. Unilever kennt die Fakten, unternimmt aber seit rund drei Monaten nichts gegen die unhaltbaren Zustände bei seinem Lieferanten.

06.10.2011, Sungai Beruang, Seit der Zerstörung ihres Dorfes leben die Menschen unter Plastikplanen

06.10.2011, Sungai Beruang - Seit der Zerstörung ihres Dorfes leben die Menschen unter Plastikplanen (Foto: Hinrich Schultze)

Kommunikationsstrategie des Konzerns war es auch bei dem Gespräch in dieser Woche, sich dialogbereit, verständnisvoll und in kleiner Runde selbstkritisch zu geben – aber in der Sache rein gar nichts zu ändern.

Frappierend ist – das konnte mensch aus dem Gespräch lernen – wie weit Realität und Selbstdarstellung des Konzerns auseinanderklaffen. Wer schon mal auf die Seiten von Unilever geklickt hat (z.B. auf die Nachhaltigkeitsziele Deutschland, Österreich und Schweiz), könnte fast den Eindruck gewinnen, es mit einem ökologischen Vorzeigeunternehmen zu tun zu haben. „Wir helfen, den Klimawandel aufzuhalten“, wird da etwa behauptet und wir sind „Anwalt für positiven Wandel“. Versprochen wird auch: „Weltweit werden wir ab 2015 nur noch nachhaltig zertifiziertes Palmöl einsetzen.“ In Deutschland, Österreich und Schweiz werde bereits jetzt schon ausschließlich zertifiziertes Palmöl verwendet. Dabei ist bei Unilever nichts in Butter – und das wissen die Manager natürlich ganz genau.

Um von den Problemen abzulenken, setzen sie in ihrer Kommunikationsstrategie voll auf das RSPO-Siegel. Die Abkürzung steht für „Roundtable on Sustainable Palm Oil“. An diesem so genannten „Runden Tisch“ sitzen nicht die betroffenen Indigenen und Kleinbauern, sondern das Palmölbusiness, also überwiegend Plantagenbetreiber, Händler und Banken. RSPO-Präsident ist der Unilever-Mann Jan-Kees Vis. Die Prinzipien und Kriterien für das Siegel sind so lasch, dass selbst Skandal-Konzerne wie Wilmar dort Mitglied sein dürfen.

Das Palmöl von Unilever kann jetzt und in Zukunft also als „nachhaltig“ zertifiziert von Wilmar stammen – trotz Landkonflikten und Tropenwaldzerstörung. Der RSPO verlangt nicht einmal, dass das angeblich nachhaltige von dem nicht-nachhaltigen Palmöl in der Lieferkette getrennt bleibt. Der Trick ist ein Zertifikate-Handel, den sich die Palmöl-Lobby bei den Stromhändlern abgeguckt hat. Unternehmen können ihr Palmöl aus Raubbau einfach in gutes verwandeln, indem sie billig Zertifikate von Greenpalm dafür kaufen. Die KonsumentInnen, die sich hier die Margarine aufs Brot schmieren, essen also die Rohstoffe aus der Raubbau-Plantage und werden damit abgespeist, dass dafür an anderer Stelle angeblich nachhaltiges  Palmöl in den Markt kommt. So einfach und billig gelangt Unilever an große Mengen zertifizierten Palmöls.

 

Tropenwald
3. September 2011

Der Tritt in den Fettnapf

Eigentlich hätte alles so schön werden sollen: Der Lebensmittelkonzern Unilever und die „Umwelthauptstadt“ Hamburg hätten sich im Glanze der berühmten Affenforscherin und engagierten Umweltschützerin Jane Goodall gesonnt, auf dass etwas von ihrem guten Image auf sie abstrahle.

Jane Goodall

Jane Goodall (Fotos: Michael Deininger)

Doch es kam anders. Ohne jeden Glamour und auch ohne jede Beteiligung von Unilever wurde Goodall heute nicht im Unilever-Haus in der Hamburger HafenCity, sondern bei einer Pressekonferenz im nüchternen Sitzungssaal 151 des Rathauses zur internationalen Botschafterin der europäischen „Umwelthauptstadt“ erklärt.

Bei der PK waren vor allem viele Fotografen, die Jane Goodall mit ihrem kleinen Stofftieraffen ablichteten. Kinder aus einer Hamburger Schule durften Frau Goodall vorbereitete Fragen stellen. Umweltsenatorin Jutta Blankau sprach von Mut, Vorbildcharakter und unserer besonderen Verantwortung für den Klimaschutz und wirkte dabei genau wie das Gegenteil – mutlos und angeschlagen.

Jane Goodall und Jutta Blankau

Lächeln für die Kameras -Jane Goodall und Umweltsenatorin Blankau im Innenhof des Hamburger Rathauses, 3.9.2011

Interessant war vor allem, was nicht gesagt wurde. Nichts zu den verfehlten Klimaschutzzielen der Stadt Hamburg, nichts zur Vorgeschichte der Veranstaltung, der Ortsverlegung und zu Unilever. Dabei hatte die Kritik von ROBIN WOOD an der Tropenwaldzerstörung für das Palmöl von Unilever in den Tagen zuvor eine Debatte in Hamburger Medien ausgelöst und zur Verlegung der Veranstaltung geführt.

Am Rande der PK darauf angesprochen, sagte Frau Blankau, sie fände es gut, dass der Ort gewechselt wurde. Das Rathaus sei ja schließlich auch ein würdiger Ort.

Warum dann nicht gleich so? Politiker, so Blankau, zerbrächen sich nicht immer den Kopf, wo denn Veranstaltungen stattfänden. Außerdem sei das Unilever-Haus aufgrund seiner Bauweise  eines der nachhaltigsten in der ganzen Stadt. Unilever sei offizieller Sponsor der Umwelthauptstadt. Der Zusammenhang mit den Affen sei ihnen erst durch die Kritik aufgegangen.

Wen kann das überzeugen? Der Ort ist angeblich gedankenlos gewählt. Ein nachhaltiges Gebäude zählt mehr als das natur- und klimaschädliche Kerngeschäft des darin wirkenden Konzerns. Wer Sponsor ist, darf Greenwashing betreiben und ansonsten muss die “Umwelthauptstad”t erst von Umweltorganisationen darauf hingewiesen werden, dass für Plantagen Wald und damit Lebensraum von Affen zerstört wird.

Wie ernst nimmt sich die Umwelthauptstadt  eigentlich selbst? Ganz so einfach ist ein grünes Image hoffentlich nicht zu haben – weder für die Stadt, noch für Unilever.

Blog, Energie, Klima, Verkehr, Welt retten
3. Mai 2011

Jenseits des Wachstums

Dass ein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten nicht möglich ist, dürfte mittlerweile ja keine Weisheit mehr sondern ein Allgemeinplatz sein. Unser Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum und eine einfache Rücknahme würde zu Rezession, Arbeitslosigkeit und sozialen Verwerfungen führen … und gut für die Umwelt wäre dies auch nicht automatisch. Der Ausbau von Flughäfen, der Raubbau am Regenwald und der ständig weitergehende Klimawandel sind aber beständige Symptome des ständigen Wachstums, mit dem wir zu kämpfen haben.

Wo liegen also Ansätze jenseits des Wachstums? In öffentlichem statt privatem Konsum, im Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs, in energieautarken Regionen, in selbst verwalteten Gemeingütern? Diese und weitere Ansätze und Antworten werden auf dem Kongress “Jenseits des Wachstums” gesucht und vorgestellt. Dieser findet vom 20. bis 22. Mai in Berlin statt, ROBIN WOOD beteiligt sich z.B. mit einem Workshop über energieautarke Dörfer.

Der Kongress dürfte einer der spannendsten in diesem Jahr werden. Hier gibt es weitere Informationen: www.jenseits-des-wachstums.de

Klima, Tropenwald, Verkehr
2. Dezember 2010

Kranich im Blindflug

Lufthansa klopft sich für Agro-Sprit-Pläne selbst auf die Schulter und täuscht damit die Öffentlichkeit

Die Lufthansa will ab 2011 ein Agro-Spritmix versuchsweise als Flugzeugtreibstoff einsetzen. Dafür feiert sich das Unternehmen als Klimaschützer. In der sechsmonatigen Versuchsphase sollen dadurch rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, teilte das Unternehmen mit. Um etwaige Ökobedenken gegen den Pflanzensaft gleich im Keim zu ersticken, setzte Lufhansa Vorstand Mayrhuber noch einen drauf: „Unser Treibstoff ist nachhaltig. Fest steht, dass für Lufthansa-Biotreibstoff kein Regenwald gerodet wird.“

Das ist natürlich Quatsch mit Soße, denn die Geschichte vom klimaschonenden und umweltfreundlichen Agro-Sprit ist längst als Ökomärchen entlarvt. Fliegen mit Pflanzen – Robin Wood Magazin 1/2010 Dabei ist es unerheblich, woher der Rohstoff für die angeblich grüne Fliegerei auch stammen mag. Sei es Raps aus Europa, Palmöl aus Indonesien, oder Jatropha aus Afrika – die Nachfrage von Konzernen wie Lufthansa führt am Ende dazu, dass sich weitere Agrarflächen in die vorhandenen Naturräume dieser Erde hineinfressen. Fachleute nennen diesen Effekt indirekte Landnutzungsänderungen. Dabei können riesige Mengen des Klimagases Kohlenstoffdioxid in die Luft gepustet werden.

In keinem guten Licht steht auch Nesteoil da – der Brennstoff-Lieferant für Lufthansas Agro-Abenteuer. Bei unseren Kollegen von Greenpeace Finnland steht der Konzern wegen Regenwaldzerstörung bereits am Pranger.

Das für diesen Unsinn auch noch Steuergelder aus dem Fenster geworfen werden, ist ein weiterer Skandal. Das Bundesforschungsministerium subventioniert Lufthansa bei diesem Projekt mit zweieinhalb Millionen Euro. Ausgerechnet der notorische Klimakiller Lufthansa bekommt so mit öffentlichem Geld ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Tropenwald, Wald
7. September 2010

ROBIN WOOD auf der Gartenmöbelmesse Spoga in Köln

„Mr., if you order more than one container, I can give you this folding chair for a very competitive price. Oh, I see, you need a certificate? No problem! What kind of certificate do you need?“ Der Verkäufer aus Indonesien hält mich für einen ernsthaften Kaufinteressenten. Ich hab mich als Inhaber eines Möbelgeschäfts ausgegeben. Seine Gartenmöbel – die er hier auf der internationalen Gartenmöbelmesse Spoga in Köln ausgestellt hat – sind aus dem Regenwaldholz Shorea gemacht. Woher es stammt, weiß er nicht und es scheint ihn auch nicht besonders zu interessieren. Aber er kann mir ein schönes Umwelt-Zertifikat dafür besorgen. Damit könnte ich dann die Öko-Bedenken meiner potentiellen Kunden zerstreuen.
Die traurige Wahrheit ist leider, dass die Hölzer der Gattung Shorea nur im Regenwald wachsen und dass für die angebotenen Klappstühle Tropenwälder geplündert wurden. Ein paar Stunden zuvor war ich noch in offizieller Mission – als ROBIN WOOD Aktivist – gemeinsam mit einem Kamerateam des NDR unterwegs. Vor der Kamera waren die Händler natürlich nicht so gesprächig. Von Schuldbewusstsein – die letzten Naturwälder Asiens zu Klappstühlchen gesägt zu haben – war aber auch hier keine Spur.

Jetzt muss ROBIN WOOD gemeinsam mit anderen Umweltverbänden daran arbeiten, dass die von der EU beschlossenen Importverbote für illegales Holz möglichst konsequent umgesetzt werden. Das Verbot tritt aber erst 2013 in Kraft und EU-einheitliche Strafen bei Zuwiderhandlung sind auch nicht geplant. Es bleibt also noch viel zu tun.

Tropenwald
13. August 2010

Indonesien: Landkonflikt mit Palmöl-Multi Wilmar eskaliert

Aus Indonesien erreichte uns ein Hilferuf unserer Partnerorganisation Walhi aus Jambi. Der Landkonflikt mit dem Palmölkonzern Wilmar endete für einige Menschen im Gefängnis. 16 BewohnerInnen des Dorfes Bungku auf Sumatra wurden nach Angaben des Umweltaktivisten Feri Irawan von der Polizei in Haft genommen. Offizieller Vorwurf: Diebstahl von Palmöl.

Walhi-Jambi Dorfbewohner werden auf der Polizeistation inhaftiert

Dieser Anschuldigung ist aber abwegig, denn dieser so genannte Diebstahl hat sich auf einem Landstück ereignet, dass seit Generationen von den DorfbewohnerInnen bewirtschaftet wird. Wilmar wird von den Menschen vor Ort beschuldigt, sich das Gebiet für seine Palmölplantagen illegal unter den Nagel gerissen zu haben. Jetzt haben die Menschen das Recht in die eigene Hand genommen und geerntet, was nach Ihrer Ansicht auf Ihrem eigenen Grund und Boden wächst.

Dass die Polizei mit Wilmar unter einer Decke steckt, ist nach Ansicht von Feri ausgemachte Sache. Wilmar verfolgt mit diesen Verhaftungen das Ziel, die Menschen im Widerstand zu kriminalisieren. Feri und seine Kollegen von Whali haben den Inhaftierten mittlerweile einen Anwalt besorgt und bitten jetzt um internationale Unterstützung. ROBIN WOOD wird sich gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen für die Freilassung der Menschen einsetzen.

Zur Erinnerung: Große Konzerne wie Unilever kaufen trotz der Warnungen von ROBIN WOOD weiter Palmöl beim Skandalkonzern Wilmar. Unilever versucht die Probleme bei Wilmar auszusitzen und weigert sich bis lang, Wilmar als Lieferanten für seine Produkte (Rama, Becell, Sanella etc.) zu streichen.

Wenn Ihr selbst aktiv werden wollt: Die Fax-Nummer der Polizeistation lautet +62 74323112. Ein kurzes Protestfax wie „The arrest of people in Bungku is a scandal. I urge their prompt release“ sollte seine Wirkung nicht verfehlen.

Tropenwald, Welt retten
21. Juli 2010

Ein Elefant als ROBIN WOOD

schreibt news.de über einen Elefanten, der in Liberia gegen die Holzindustrie vorging – nun ist er tot.

Der Elefant war von der lokalen Bevölkerung gefeiert und verehrt worden, weil er gegen die Holzindustrie vorging, welche die Wälder zerstört, dafür aber weder soziale noch Ausgleichsmaßnahmen einleitet. Der Elefant sollte von ein oder zwei Menschen besessen gewesen sein und ihm wurden übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Nun wurde er von 2 Holzmaschinen zerquetscht.

Die Behörden wiesen zurück, dass der Elefant besessen gewesen sei. Bei seinem Tod seien keine Menschen in seiner Nähe gestorben, was bei Besessenen der Fall wäre. Bei ROBIN WOOD in Deutschland gehört die Nutzung der Besessenheiten von Elefanten (noch) nicht zu den üblichen Aktionsformen.

Doch der Vorfall ist pikant. Zwar wurde am 10. Juni in Liberia ein Waldschutzgesetz erlassen, der Energiekonzern Vattenfall möchte aber 1 Mio. Tonnen Holz pro Jahr für sein Kraftwerk in Berlin importieren. Verschiedene Organisationen bezweifeln, dass dies nachhaltig geschieht, befinden sich die Baumplantagen doch auf dem Gebiet des ehemaligen Regenwaldes.
Mitte Juni erwarb Vattenfall Anteile am Holzlieferanten Buchanan in Liberia.

Tropenwald
2. Juni 2010

Erste Ergebnisse des Groundcheck in Indonesien

Endlich sind die lang ersehnten Bilder aus Indonesien da. Wir hatten mit Nordin, unserem Kollegen von Save our Borneo, Indonesien, vereinbart, dass er Luftaufnahmen und einen sogenannten Groundcheck von den 130 000 Hektar macht, die wir vor der Zerstörung durch den Palmölproduktionsgiganten Wilmar International gemeinsam mit ihm retten wollen.

Vernichteter Regenwald in Indonesien (Foto: Nordin / ROBIN WOOD)

Was wir auf den Bilder sehen können, ist schlimmer als dass, was wir erwartet hatten, und es zeigt uns, dass wir noch schneller handeln müssen. Die ersten Bilder zeigen weite Flächen, die überschwemmt sind, durchaus normal in Indonesien, doch die weiteren Bilder, die Nordin uns schickt, zeigen gerodete Flächen. Er hat sogar die Geo-Koordinaten mit auf die Bilder geschrieben, sodass es uns möglich ist, genau zu sagen, wo er die Aufnahmen gemacht hat.
Bei einem kurzen Telefonat sagt er uns, dass er noch weiter Aufnahmen hat. Da seine Internetverbidung aber nicht so gut ist, hat er sie uns auf eine CD gebrannt und sie per Post auf den Weg geschickt. Wir sind sehr gespannt, was wir auf diesen Bildern noch zu sehen bekommen, auf alle Fälle zeigen uns die Aufnahmen, dass es dringend nötig ist weiter aktiv zu sein für den Schutz der Natur Borneos. Palmölgiganten wie Wilmar International müssen in ihrem Expansionswahn gestoppt werden!