Tropenwald, Wald
7. September 2010

ROBIN WOOD auf der Gartenmöbelmesse Spoga in Köln

„Mr., if you order more than one container, I can give you this folding chair for a very competitive price. Oh, I see, you need a certificate? No problem! What kind of certificate do you need?“ Der Verkäufer aus Indonesien hält mich für einen ernsthaften Kaufinteressenten. Ich hab mich als Inhaber eines Möbelgeschäfts ausgegeben. Seine Gartenmöbel – die er hier auf der internationalen Gartenmöbelmesse Spoga in Köln ausgestellt hat – sind aus dem Regenwaldholz Shorea gemacht. Woher es stammt, weiß er nicht und es scheint ihn auch nicht besonders zu interessieren. Aber er kann mir ein schönes Umwelt-Zertifikat dafür besorgen. Damit könnte ich dann die Öko-Bedenken meiner potentiellen Kunden zerstreuen.
Die traurige Wahrheit ist leider, dass die Hölzer der Gattung Shorea nur im Regenwald wachsen und dass für die angebotenen Klappstühle Tropenwälder geplündert wurden. Ein paar Stunden zuvor war ich noch in offizieller Mission – als ROBIN WOOD Aktivist – gemeinsam mit einem Kamerateam des NDR unterwegs. Vor der Kamera waren die Händler natürlich nicht so gesprächig. Von Schuldbewusstsein – die letzten Naturwälder Asiens zu Klappstühlchen gesägt zu haben – war aber auch hier keine Spur.

Jetzt muss ROBIN WOOD gemeinsam mit anderen Umweltverbänden daran arbeiten, dass die von der EU beschlossenen Importverbote für illegales Holz möglichst konsequent umgesetzt werden. Das Verbot tritt aber erst 2013 in Kraft und EU-einheitliche Strafen bei Zuwiderhandlung sind auch nicht geplant. Es bleibt also noch viel zu tun.

Tropenwald, Welt retten
21. Juli 2010

Ein Elefant als ROBIN WOOD

schreibt news.de über einen Elefanten, der in Liberia gegen die Holzindustrie vorging – nun ist er tot.

Der Elefant war von der lokalen Bevölkerung gefeiert und verehrt worden, weil er gegen die Holzindustrie vorging, welche die Wälder zerstört, dafür aber weder soziale noch Ausgleichsmaßnahmen einleitet. Der Elefant sollte von ein oder zwei Menschen besessen gewesen sein und ihm wurden übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Nun wurde er von 2 Holzmaschinen zerquetscht.

Die Behörden wiesen zurück, dass der Elefant besessen gewesen sei. Bei seinem Tod seien keine Menschen in seiner Nähe gestorben, was bei Besessenen der Fall wäre. Bei ROBIN WOOD in Deutschland gehört die Nutzung der Besessenheiten von Elefanten (noch) nicht zu den üblichen Aktionsformen.

Doch der Vorfall ist pikant. Zwar wurde am 10. Juni in Liberia ein Waldschutzgesetz erlassen, der Energiekonzern Vattenfall möchte aber 1 Mio. Tonnen Holz pro Jahr für sein Kraftwerk in Berlin importieren. Verschiedene Organisationen bezweifeln, dass dies nachhaltig geschieht, befinden sich die Baumplantagen doch auf dem Gebiet des ehemaligen Regenwaldes.
Mitte Juni erwarb Vattenfall Anteile am Holzlieferanten Buchanan in Liberia.

Tropenwald
2. Juni 2010

Erste Ergebnisse des Groundcheck in Indonesien

Endlich sind die lang ersehnten Bilder aus Indonesien da. Wir hatten mit Nordin, unserem Kollegen von Save our Borneo, Indonesien, vereinbart, dass er Luftaufnahmen und einen sogenannten Groundcheck von den 130 000 Hektar macht, die wir vor der Zerstörung durch den Palmölproduktionsgiganten Wilmar International gemeinsam mit ihm retten wollen.

Vernichteter Regenwald in Indonesien (Foto: Nordin / ROBIN WOOD)

Was wir auf den Bilder sehen können, ist schlimmer als dass, was wir erwartet hatten, und es zeigt uns, dass wir noch schneller handeln müssen. Die ersten Bilder zeigen weite Flächen, die überschwemmt sind, durchaus normal in Indonesien, doch die weiteren Bilder, die Nordin uns schickt, zeigen gerodete Flächen. Er hat sogar die Geo-Koordinaten mit auf die Bilder geschrieben, sodass es uns möglich ist, genau zu sagen, wo er die Aufnahmen gemacht hat.
Bei einem kurzen Telefonat sagt er uns, dass er noch weiter Aufnahmen hat. Da seine Internetverbidung aber nicht so gut ist, hat er sie uns auf eine CD gebrannt und sie per Post auf den Weg geschickt. Wir sind sehr gespannt, was wir auf diesen Bildern noch zu sehen bekommen, auf alle Fälle zeigen uns die Aufnahmen, dass es dringend nötig ist weiter aktiv zu sein für den Schutz der Natur Borneos. Palmölgiganten wie Wilmar International müssen in ihrem Expansionswahn gestoppt werden!

Tropenwald
28. Mai 2010

Indonesiens Abholzungsstopp – nur heiße Luft?

Aktuell in Indonesien: Wilmar, der Palmöllieferant von Rama-Hersteller Unilever zerstört Tropenwälder für neue Plantagen (Foto: Nordin / ROBIN WOOD)

Indonesiens Ministerpräsident Yudhoyono machte ordentlich tam tam mit seiner Ankündigung, einen Abholzungsstopp für Indonesiens Wälder in Kraft treten zu lassen. Norwegens Ministerpäsident Stoltenberg stand ihm dabei zu Seite, denn das nordeuropäische Land will Indonesien dafür eine Milliarde Dollar überweisen. Das Medienecho war gewaltig, von „Durchbruch für den Waldschutz“ war sogar die Rede.

Ich bin da wesentlich skeptischer. Zum einen ist unklar, wie Indonesien Zentralregierung eine solche Regelung umsetzen will und kann. Schon jetzt wird geltendes Umweltrecht häufig mit Füssen getreten. Zum anderen soll der Abholzungsstopp nicht geltende Verträge berühren und erst mal nur für 2 Jahre bei neuen Projekten angewendet werden. Es ist deshalb zu erwarten, dass Holzfällerbanden und Palmöl-Mafiosis auf Ihrem Vernichtungsfeldzug gegen Indonesiens Wälder erst mal nicht gestoppt werden. Eine gute Analyse in englischer Sprache findet Ihr dazu auf REDD-Monitor.

Aktion, Tropenwald
17. Mai 2010

Hattrick

Klima, Tropenwald
19. März 2010

Video-Spot(t): Rama – Urwald auf’s Brot!

ROBIN WOOD-Aktive haben im Rahmen der Palmölkampagne einen Anti-Werbe-Spot gemacht, der die aktuelle “Rama”-Werbung auf die Schippe nimmt. Hintergrund ist, dass in “Rama” nicht nur vielbeworbene Nährstoffe stecken, sondern auch viele Tausend Hektar gerodeter Tropenwald. Ach so gesund ist die Unilever-Margarine also weder für den Tropenwald noch für seine Bewohner_innen…

Mehr Infos auf unserer Webseite.