Aktion, Verkehr
6. September 2010

Traktoren blockieren S21

Seit heute 7.00 Uhr blockieren drei Traktoren die Zufahrt zum Nordflügel des Stuttgarter Bahnhofs. Sie fordern einen Stopp der Abrissarbeiten am Bahnhof.

Schwäbische Bauern gegen S21 / Foto: Parkschützer/Internet

Schwäbische Bauern gegen S21 / Foto: www.bei-abriss-aufstand.de

Drei Traktoren und ein Hänger blockieren die Zufahrt zur Baustelle und mehrere Aktivist_innen haben sich an diesen angekettet.  Die schwäbischen Bauern und Parkschützer-Aktivisten auf den Traktoren halten zwei Banner mit den Aufschriften „Bauern gegen Stuttgart 21“ und „Keine Gespräche ohne Abriss-Stopp!“. Mit dieser Blockade setzen die Landwirte nach eigenen Angaben einen Abriss-Stopp durch, da offensichtlich weder Bahn noch Politik dazu in der Lage sind.

Unter http://www.fluegel.tv/ kann die Blockade live mitverfolgt werden.

Die Polizei forderte die schwäbischen Bauern auf, den Zugang frei zu machen und drohte sonst mit Räumung.

Aus dem Baumhaus wurden solidarische Grüße gesendet.

Update 9.15 Uhr:

Die Polizei fängt gerade an, die Blockade zu räumen.

Update 9.35 Uhr:

Die Polizei hat die Aktion beendet. Von ca. 180 Menschen wurden die Personalien festgestellt.

Energie
5. September 2010

Polizei an der Castor-Schienenstrecke

Noch ist der Termin für den diesjährigen Castor-Transport nicht öffentlich bekannt und doch sind schon die ersten Polizei-Einheiten an der Schienenstrecke postiert. Einige Einheiten der Polizei sind an Brücken und wenigen Bahnübergängen stationiert und kontrollieren auch Ausweise von Spaziergänger_innen.

Polizei an einer Schienenbrücke der Strecke Lüneburg-Dannenberg

Polizei an einer Schienenbrücke der Strecke Lüneburg-Dannenberg

Bisher sind am Mittwoch letzter Woche Container angeliefert worden und Toiletten kamen am Freitag, Strom gibt es noch nicht. Dennoch ist die Polizei, auch mit Fahrradstreifen, schon entlang der Strecke unterwegs und das “Netz” wird von nun an immer enger gezogen. Die Polizei und der Innenminister Niedersachsen erwarten in diesem Jahr einen wachsenden Widerstand gegen den Castor-Transport und die derzeitige Atompolitik der Regierenden. Die Polizei rechnet wohl mit 25.000 Protestierenden während des Transports unter der Woche. Wahrscheinlich mehr, mit “Kind und Kegel” werden es zur Demonstration am Samstag vor dem Transport in Dannenberg hoffentlich sein.

Der nächste Castor-Transport wird von Seiten der Anti-AKW-Bewegung in der ersten oder zweiten Novemberwoche erwartet, ein genauer Termin ist allerdings noch nicht bekannt. Mit der Aktion des “Schotterns” sollen von der Schienenstrecke viele Schottersteine entfernt werden, damit der Castor-Zug seinen Endbahnhof nicht erreichen kann. Mit dieser Aktion wollen in diesem Jahr viele Menschen den Schritt vom Protest zum Widerstand wagen.

Aktion, Energie, Klima
5. September 2010

Proteste gegen CCS in Beeskow

Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Beeskow in Ostbrandenburg gegen die geplante Verpressung von CO2. ROBIN WOOD beteiligte sich mit einer Abseilaktion am Wahrzeichen der Stadt an den Protesten.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Mehrere Redner_innen wiesen bei der Kundgebung auf die Risiken der Technologie hin. Mit mehr als 1.000 Menschen war die Demonstration eine große Kundgebung in der dünn besiedelten Region und deutliches Zeichen des Protestes. “Keine CO2-Endlager. Weder hier noch anderswo.” stand auf vielen Transparenten und machte somit auch klar, dass die Proteste zwar lokal verankert sind, aber eben nicht nach dem St. Florians-Prinzip funktionieren. Die Initiativen sind bundesweit vernetzt und eben keine NIMBYs (Not in my Backyard / Nicht in meinem Hinterhof). Dies wurde auch durch Unterstützer_innen aus verschiedenen Regionen und Organisationen deutlich.

Das CO2 soll aus Braukohlekraftwerken abgeschieden und dann in Ostbrandenburg verpresst werden. Das Verfahren ist aber großtechnisch nicht erprobt, verbraucht selbst viel Energie und beschleunigt somit den Braunkohleabbau in der Lausitz. Dort sollen weitere Dörfer weichen, das Grundwasser abgesenkt und ganze Landschaften zerstört werden. Dies ein falscher Technologiepfad, die Zukunft gehört den erneuerbaren.

Unsere Aktiven unterstützten die Proteste durch eine Abseilaktion am “Dicken Turm”, dem Wahrzeichen der Stadt Beeskow. Etwas ungewohnt war es schon: alle hießen uns dort herzlich willkommen, der Bürgermeister ließ die Straße unter dem Turm absperren und wir wurden im “Bootshaus” freundlich einquartiert.

Der Turm war insofern als Kletterobjekt spannend, weil er sonst nicht zugänglich ist – den Schlüssel gab es von der Stadt. Der Zugang zum Turm selbst lag in 2,50 Meter Höhe und er ist eben nicht als Aussichtsplattform ausgebaut. Deshalb hatte der Turm auch keine Treppen, die einzelnen Etagen waren mit bis zu 8 Metern langen Leitern versehen, auf denen es von Etage zu Etage ging. Um 16.30 Uhr seilten wir uns pünktlich ab – nach einer halben Stunde war alles leider schon wieder vorbei, da die Kundgebung begann.

Einen filmischen Eindruck der Aktion gibt es in der rbb-Abendschau ab Minute 2:20.

Unser Fazit: Die Aktion war politisch richtig und wichtig – die Menschen der Stadt Beeskow sehr freundlich.

Aktion, Blog, Verkehr
8. August 2010

Gleisbesetzung und Demonstration in Stuttgart

Gegen den Bau des Milliarden-Prestige-Bahnhof Stuttgart21 demonstrierten heute mehr als 16.000 Menschen. Einige hundert Protestierende besetzten für ca. 20 Minuten die Gleise des Bahnhofs.

Über 16.000 Menschen versammelten sich am 07.08.10 um gegen Stuttgart 21 und den geplanten Abriss des Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofes zu protestieren - eine der größten Demos bisher. (Schimpfen auf Schwäbisch: Lugabeitel = Lügenbeutel) (Foto: C.Grodotzki/ROBIN WOOD)

In der Zwischenzeit rufen Befürworter und Gegener des Projekts zu einem Moratorium des Abriss und einen Bürgerentscheid auf. Unterzeichner sind unter anderen Roland Baisch (Entertainer), Gabriele Frenzel (Varieté-Chefin), Peter Grohmann (Kabarettist), Vincent Klink (Sternekoch), Werner Schretzmeier (Theaterhaus-Chef), Johannes Strachwitz (Musik- und Sportmanager), Edzard Reuter (Ex-Daimler-Manager).

Die Veranstalter der Demonstration zählten mit Zählgeräten 16.382 Teilnehmende, die Polizei gab erst 10.000 später 5.000 Teilnehmende an, die Bild-Zeitung meldete einige hundert.

Die Anzeichen eines nahenden Abrisses mehren sich. Der Bauzaun um den Nordflügel des Bahnhofs, der abgerissen werden soll, wurde derzeit erhöht. Der Abriss soll vor der Planung vorgenommen werden, um Tatsachen gegen ein Alternativkonzept zu schaffen. Der CDU-Oberbürgermeister ist derzeit im Urlaub.

Mehr Infos gibts wie immer auf bei-abriss-aufstand.de. Einen ausführlichen und eher unromantischen TV-Bericht, der das gesamte Projekt nocheinmal erklärt und die Argumente, sowohl dafür als auch dagegen, aufführt gibts im SWR bei Eisenbahnromantik. Auch im Kölner Stadtanzeiger findet sich ein ausführlicher Artikel zu S21. Und die Demo hat’s sogar wieder in die Tagesschau geschafft.

Aktion, Klima, Verkehr
30. Juli 2010

Proteste gegen Abriss für S21

In Stuttgart hat ein großes Polizeiaufgebot gestern gegen 21.00 Uhr begonnen den Bahnhof abzuriegeln und den abrissbedrohten Nordflügel des Hauptbahnhofes einzuzäunen, um in den nächsten Tagen mit dem Abriss beginnen zu können. Die Polizei nutzte die Einsatzkräfte, die schon in Stuttgart vor Ort waren und vorher ein öffentliches Gelöbniss der Bundeswehr beschützt hatten um in einer Nacht-und-Nebel Aktion den Zaun und die ersten Baumaschinen am Nordflügel zu postieren.

Straßenblockade in Stuttgart gegen den Abriss des Nordflügels des Stuttgarter Hauptbahnhofs. (Foto: C.Grodotzki/ROBIN WOOD)

Nach kürzester Zeit waren jedoch, dank SMS-Ketten, E-Mail und Twitter, schon Tausende auf den Straßen Stuttgarts unterwegs und blockierten zuerst den Zaunbau am Nordflügel mit einer Sitzblockade, danach mehrere große Kreuzungen in der Innenstadt. Der Verkehr kam teilweise komplett zum erliegen. Die Polizei räumte erst einige Sitzblockaden, beschränkte sich dann aber darauf den Bauzaun zu bewachen. Die Proteste zogen sich noch bis gegen vier Uhr morgens hin und wurden heute fortgesetzt.

Neues im Twitter: @abrissaufstand

Presseberichte: StZ, Stern/dpa, SWR

Update (01.08.10): Die Proteste gegen den die Vorbereitungen des Abrisses halten unvermindert an. Jeden Abend treffen sich gegen 19:00 Uhr tausende zum “Schwabenstreich” – Sie protestieren vor dem Nordflügel gegen den Abriss und das gesamte Projekt Stuttgart 21, veranstalten für einige Minuten einen ohrenbetäubenden Lärm und ziehen danach spontan quer durch die Innenstadt, blockieren Straßenkreuzungen und marschierten heute sogar zum zweiten mal, trotz Bannmeile, direkt vor’s Landesparlament.

Jeden Abend Schwabenstreich (Foto: Grodotzki/ROBIN WOOD)

Zudem hat das Bündnis gegen S21 Strafanzeige, wegen Betrugs und Missbrauch von Steuergeldern, gegen die Bauherren des Projektes gestellt und ruft nun dazu auf diese Anzeige mitzuzeichnen. Die Anzeige kann auf der Bündnis-Seite heruntergeladen werden. (direkter Download)

Morgen ab 06:00 Uhr geht der Protest vor’m Nordflügel weiter. Es wird befürchtet, dass die Abriss-Bagger dann, in den Morgenstunden, anrollen könnten. Dann wollen die Parkschützer und S21-GegnerInnen blockieren. Abends um 18:00 Uhr beginnt dann wieder die allwöchentliche Montagsdemo und danach ist wieder “Schwabenstreich” und Stadtblockade angekündigt. (^cg)

Aktion, Klima
26. Mai 2010

Endspurt zu den Protesten in Bonn

Am 31. Mai beginnen in Bonn die Zwischenverhandlungen für die nächste UN-Klimakonferenz COP 16. Die Erwartungen sind gering.

Auch wenn diesmal das Medieninteresse und der Erwartungsdruck geringer sind, sind Proteste erforderlich. Im Bündnis der Klimawelle haben sich BUND, attac, ROBIN WOOD und verschiedene Organisationen und Einzelpersonen zusammengefunden, um diesen Gipfel zu begleiten. Ein zentraler Begriff wird der der Klimagerechtigkeit sein, dazu haben wir auch einen Artikel im ROBIN WOOD-Magazin veröffentlicht.  Aus dem Umfeld von attac gibt es dazu folgendes Mobilisierungsvideo:

Am 29. Mai wird es bereits einen dezentralen Aktionstag geben. Parallel zu den Protesten wird es in Bonn ein Klimacamp geben, die Attac Aktionsakademie findet statt, auf dem Klimaforum wird es verschiedene Workshops geben, und am 5. Juni wird es eine Demonstration geben. An allen Aktivitäten sind Menschen von ROBIN WOOD beteiligt und für jeden und jede ist etwas dabei. Auf der Aktionsakademie organisieren wir z.B. ein Schnupperklettern für Freitag nachmittag.

Aktion, Energie, Klima
15. März 2010

Feier und Abschied im Gählerpark

Am Samstag feierten wir gemeinsam mit der BI “Moorburgtrasse-stoppen” und hunderten Anwohner_innen unseren Teilerfolg gegen die Moorburgtrasse und das Kohlekraftwerk in Hamburg.

Mit Schnupperklettern, Lagerfeuer, Musik und vegetarischem Essen der VoKü verbrachten wir einen regnerischen und dennoch schönen Nachmittag im Gählerpark.

Die Plattformen, auf denen die Baumbesetzer_innen monatelang lebten, wurden von 10m Höhe auf einen Meter herabgelassen, so dass alle einen Einblick in unsere zwei Quadratmeter Privatsphäre bekommen konnten.

Am Abend spielten verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne, begleitet von Redebeiträgen einiger Beteiligten.

Die Freude war groß, können wir doch nun unseren Protest auf den Bäumen im Park aussetzen und diesen auf andere Ebenen verlagern. Die Wochen und Monate der Kälte und Entbehrungen haben sich also gelohnt und auch etwas Wehmut lag in der Luft, haben wir doch den Ort und die Menschen lieb gewonnen, die uns hier so unterstützten.

Heute, am Sonntag, haben wir begonnen, unsere Baumbesetzung abzubauen. Hunderte Meter Seil, verschiedene Transparente und die letzte Plattform mussten wieder auf den Boden gebracht werden. Unser Transparent “Trassenstopp heißt Moorburgstopp” wird bleiben.

Auch die AnwohnerInnen Jürgen, Kay und Olivia haben angefangen, ihre Sachen zu packen, ihre Bäume langsam zu räumen (das klingt für die meisten Baumbesetzer_innen von uns irgendwie merkwürdig).

Die Frage ist nun, was als Zeichen des Widerstandes hier vor Ort bleiben soll. Das Widerstands-X, ein großer Baumstumpf, weitere Transparente?

An der Stelle der Feuertonne, die 105 Tage eine Anlaufstelle für Interessierte und Unterstützer_innen war, soll ein öffentlicher Grillplatz entstehen. Und auch dies ist ein Effekt der Baumbesetzung: Es ist klar, dass es mehr Mitbestimmung für die AnwohnerInnen in den Parks des Grünzuges Altona geben wird.

Auch auf anderer Ebene gibt es Bewegung: Vattenfall und der Senat verhandeln scheinbar gerade über die zukünftige Wärmepolitik. Dezentrale erneuerbare Kraftwerke stehen gegen ein einziges Großkraftwerk zur Debatte.

Wir haben also für Bewegung gesorgt, für Mehr Recht auf Stadt, für weniger Klimachaos – gemeinsam mit den Leuten der BI und allen anderen, die uns hier unterstützten und die wir mit unserer Aktionsform unterstützen konnten. An all diese noch ein paar Worte:

“Das war toll, vielen Dank, dass es Euch gibt! Tschüss Vattenfall!”

UPDATE:

Auch wenn die Bildzeitung scheinbar anderes behauptet, unsere Baumbesetzung ist abgeräumt und Jürgen und Olivia bauen weiter ab. Unser Transparent hat sich heute nacht leider vertüddelt (Bildmitte) und so wird es erst nachher wieder “ordentlich” aufgehangen.

Der Park nach der Baumbesetzung, das Transparent wird demnächst wieder "ordentlich" aufgehangen. Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Energie, Klima
4. März 2010

Plangenehmigung für Bau der Vattenfall-Trasse war rechtswidrig

Die Begründung des Oberverwaltungsgerichts, warum Vattenfall vorerst nicht, wie geplant, in Hamburg seine Fernwärmetrasse bauen darf, ist jetzt öffentlich – und ein Schuss vor den Bug der grün geführten Umweltbehörde und von Vattenfall.

Demnach hätte die Umweltbehörde ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung machen müssen. Umweltsenatorin Anja Hajduk hatte stattdessen aber versucht, die Sache auf die Schnelle in einem vereinfachten Planverfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuziehen, und das – zuletzt in einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft zu dem Thema – auch noch so dargestellt, als wäre dies aus juristischen Gründen der einzig mögliche Weg. Damit ist sie jetzt richtig auf die Nase gefallen.

Das Gericht stellte auch klar, dass es unrealistisch sei, dass die Fernwärmeleitung zur Heizperiode 2012/13 betriebsbereit wäre.

Hier die heutige Stellungnahme von BUND Hamburg und ROBIN WOOD dazu:

http://www.robinwood.de/Newsdetails.13+M51b3529387b.0.html

Und die Pressemitteilung des OVG:
http://justiz.hamburg.de/presseerklaerungen/2134970/pressemeldung-2010-03-03-ovg01.html

Und hier findet sich der OVG-Beschluss samt Begründung:

http://justiz.hamburg.de/contentblob/2134812/data/5bs24-10.pdf

Aktion, Energie, Klima
12. Dezember 2009

Kop15 – Don’t nuke the climate und Polizeiwillkür

Cécile Lecomte ist bei ROBIN WOOD in Deutschland aktiv. Nach Kopenhagen fuhr die junge Französin aber nicht mit ROBIN WOOD AktivistInnen, sondern mit dem Ziel, Aktionen vom Französischen Netzwerk Atomausstieg zu unterstützen. Sie berichtet kurz über ihre Eindrücke. (weiterlesen…)

Aktion, Energie, Welt retten
10. Dezember 2009

Aktionen gegen die Morsleben-Stillegung

Seit heute Mittag protestieren mehrere ROBIN WOOD Kletter_innen auf auf Fahnenmasten und auf dem Vordach des Sachsen-Anhaltinischen Umweltministerums gegen die Stilllegung des Atom-Endlagers Morsleben.

Morsleben-Kletteraktion in Magdeburg

Morsleben-Kletteraktion in Magdeburg (Foto: ROBIN WOOD)

Bereits am Montag hatten Aktive des das Anti-Atom-Netzwerks ContrAtom das Fördergerüst von Schacht Marie, einem der Schächte, die ins Endlager-Bergwerk führen, erklettert (Video).

Contratom-Aktion am Schacht Marie (Foto: Hanna Poddig, ContrAtom)

Contratom-Aktion am Schacht Marie (Foto: Hanna Poddig, ContrAtom)

Obwohl das Salzbergwerk auf keinen Fall für die nur halbwegs sichere Endlagerung von Atommüll geeignet ist, und es nur eine Frage von Jahren ist, bis das radioaktive Inventar in die Biosphäre gelangt, soll es nun endgültig verschlossen werden.

Das ERAM liegt nahe dem ehemaligen Grenzübergang Marienborn. Während der Nazi-Diktatur wurde das Salzbergwerk als Arbeitslager zur Waffenproduktion genutzt, in der DDR diente es als Lagerstätte für Radioaktive Abfälle aus verschiedenen DDR-Atomkraftwerken. Nach der Wende wurde hier Atommüll aus dem Westen eingelagert — zu Schleuderpreisen. Die Lagerungszustände sind ebenso gravierend wie in der Asse: Verkippte, aufgeplatze Atommüllfässer, mehrere Wasserzutrittsstellen und keinerlei geologische Eignung des Salzstocks für ein Endlager.

Noch bis zum 21. Dezember können Einwende gegen die geplante Schließung des Atommülllager Morsleben erhoben werden.