Blog, Energie
27. April 2015

Ökostromtarife mit zusätzlichem Umweltnutzen finden

Gastbeitrag von energieinitiative.org

In den vergangenen Jahren haben Ökostrom und Ökostromtarife stark an Beliebtheit gewonnen. Dafür verantwortlich sind die positiven Eigenschaften des Ökostroms, bei dessen Produktion beispielsweise kein CO2 entsteht, das die Umwelt belastet und den Klimawandel unterstützt. Sicher ist er auch, da beispielsweise keine Kernkraft zum Einsatz kommt, die bei einer Katastrophe wie in Fukushima fatale Folgen hätte. Auch preislich ist der Ökostrom mittlerweile auf einer Ebene mit konventionell hergestelltem Strom, meist sogar günstiger.

Wodurch ein Zusatznutzen für die Umwelt entsteht
Ein Zusatznutzen für die Umwelt entsteht nur dann, wenn neben der 100-prozentigen Produktion aus erneuerbaren Quellen der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland gefördert wird, wodurch konventionelle Stromarten aus dem Strom-Mix verdrängt werden und der Ökostromanteil gleichzeitig steigt. Das wird zum Teil durch die EEG-Umlage umgesetzt, die jeder Stromkunde bei seiner Stromrechnung zahlt. Zum Teil wird der Ausbau erneuerbarer Energien auch von Vergabestellen von Ökostromlabels angestrebt. Allerdings garantiert nicht jedes Label oder Zertifikat Investitionen, da der Begriff „Ökostrom“ in Deutschland gesetzlich nicht einheitlich definiert ist und jeder Stromanbieter seine Ökostromtarife mit seinem eigenen Label oder Zertifikat bewerben darf. Wer beim Stromanbieterwechsel einen Ökostromtarif ohne seriöses Label wählt, kann sogar Investitionen in konventionelle Energien bewirken, was kontraproduktiv ist.

Welche Labels garantieren einen zusätzlichen Umweltnutzen?
Von Verbraucherzentralen werden das OK-Power Label und das Grüner Strom Label besonders hervorgehoben, weil die Vergabestellen beider Labels von verschiedenen gemeinnützigen Organisationen getragen werden, die sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen. Dabei prüfen die Vergabestellen vor der Zertifizierung, ob der Ökostrom zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammt und verpflichten die zertifizierten Stromanbieter zu Investitionen in erneuerbare Energien. Die Höhe der Investition beträgt einen Cent pro verkaufter Kilowattstunde Ökostrom. Im Gegenzug kann jeder umweltbewusste Kunde durch das Label sofort sehen, dass er die Energiewende mit der Wahl des Stromanbieters unterstützen kann.

Etwas weniger Aussagekraft haben die Zertifikate des TÜV (Süd, Nord und Rheinland) und der LGA Bayern. Die Unternehmen vergeben auch Ökostromlabels, wobei die Stromanbieter ebenfalls strenge Auflagen erfüllen müssen. Der Ökostrom muss ebenfalls 100-prozentig aus erneuerbaren Quellen stammen, und es muss zu Investitionen in erneuerbare Projekte mit einer Mindesthöhe von einem Cent pro verkaufter Kilowattstunde Ökostrom kommen. Allerdings werden die Vergabestellen für die Zertifikate nicht von Umwelt- und Naturschutzverbänden getragen, wodurch Kooperationen erlaubt sind, die auf einer anderen Ebene den Ausbau konventioneller Energien unterstützen.

Robin Wood legt besonderen Wert darauf, dass die Ökostromanbieter wirtschaftlich nicht mit den Energie-Multis verflochten sind. Robin Wood empfiehlt daher insbesondere folgende Anbieter:

  • Elektrizitätswerke Schönau GmbH
  • Greenpeace Energy eG
  • LichtBlick GmbH
  • Naturstrom AG
  • Mann Naturenergie GmbH & Co KG
  • Polarstern GmbH
    Mehr dazu hier.

ÖkostromGute Ökostromtarife mit Zusatznutzen für die Umwelt finden
Gute Ökostromtarife kann man mit Vergleichsrechnern finden, die für den Stromanbieterwechsel benutzt werden. In den Suchoptionen sollten die Punkte „Ökostrom“ und „nachhaltig“ ausgewählt werden. Auf diese Weise werden ausschließlich Ökostromprodukte aufgelistet, die einen zusätzlichen Umweltnutzen haben. Des Weiteren sollten beim Vergleich auch niedrige Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen berücksichtigt werden, damit man im Falle einer Strompreiserhöhung flexibel und schnell den Stromanbieter wechseln kann.

Mehr zum Thema Ökostromlabels, Ökostrom und Stromanbieterwechsel gibt es auf Energieinitiative.org.

Energie
21. Januar 2014

Energiewende gedeckelt: Ausbau der Erneuerbaren soll gebremst werden

Erneuerbare Energien sollen gedeckelt werden, klimaschädlicher Braunkohlestrom erreicht Höchstwerte. Foto: Braunkohletagebau bei Cottbus.

Schon die Aussagen im Koalitionsvertrag zwischen SPD, CDU und CSU ließen nichts Gutes ahnen. Jetzt legt Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) ein erstes Eckpunkte-Papier zur angekündigten Novellierung des Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien vor. Während die besonders klima- und umweltschädlichen Braunkohlekraftwerke Rekordergebnisse bei der Stromerzeugung erzielen (siehe dazu z.B. hier), soll der Ausbau von Wind- und Solarenergie künftig gedeckelt und die Förderung massiv eingeschränkt werden. Bei den Klimarettern ist das Papier als PDF online zum Nachlesen. (mehr …)

Energie
19. September 2013

Naturstrom, LichtBlick, EWS Schönau und Greenpeace Energy – Ökostromer für JA beim Volksentscheid Hamburg

MichaelSladek12092013-Foto-DirkSeifert

Stromrebell Michael Sladek von der EWS Schönau (hier auf einer Veranstaltung von ROBIN WOOD in Hamburg) und die Ökostrom-Unternehmen LichtBlick, Naturstrom und Greenpeace Energy rufen zum JA beim Hamburger Volksentscheid auf. Foto: Dirk Seifert

Die vier Ökostrom-Unternehmen Naturstrom, LichtBlick, EWS Schönau und Greenpeace Energy rufen ihre KundInnen in Hamburg dazu auf, am kommenden Sonntag mit JA beim Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ zu stimmen. LichtBlick bezeichnet die Verträge, mit der sich die Stadt Hamburg als Minderheitsaktionär an den Vattenfall- und E.on-Gesellschaften für den Netzbetrieb gebunden hat, sogar als rechtswidrig und wird nach dem Volksentscheid am Sonntag unter Umständen Klage erheben. In einer Mail an alle Hamburger KundInnen ruft Michael Sladek von der EWS Schönau zum JA beim Volksentscheid auf und schreibt: “Lassen Sie sich durch die jetzt in der Öffentlichkeit diskutierten völlig überhöhten Kaufpreise nicht verwirren. Das war bei uns genauso – damals war die Kaufpreisforderung des damalige Schönauer Netzbetreiber mehr als doppelt so hoch, als wir dann letztlich für das Schönauer Netz bezahlt haben!” Auch die Naturstrom AG hat ihre Hamburger KundInnen in einem Brief angeschrieben und um Unterstützung beim Volksentscheid gebeten. Die vollständige Rekommunalisierung ist für die Energiewende von großer Bedeutung. Als viertes Ökostrom-Unternehmen hatte sich auch Greenpeace Energie hinter die Volksentscheids-Initiative gestellt und ist offizieller Bündnispartner. Bundesweit Tschüss Vattenfall sagen. Hier online mitmachen!  

Blog, Energie, Energienetze, Klima
13. August 2013

Wahlfreiheit beim Stromanbieter? Wer umzieht, landet bei den großen Energiekonzernen – Ökostromwechsel jetzt!

Kürzlich beim – man muss schon sagen wiederholten – Umziehen kam (eben auch zum wiederholten Mal) das Thema Stromwechsel auf. Zum Glück ließ sich in der neuen WG in Hamburg schnell ein Konsens herstellen, aber ich dachte mir doch: Warum muss man eigentlich jedes mal aufs Neue erst einmal selbst aktiv werden und einem der Atom- und Kohlestromanbieter – hier in Hamburg Vattenfall – die Rote Karte zeigen?! Es ist doch ein Unding, dass beim Neubezug einer Wohnung die Vorauswahl schon getroffen wurde, obwohl wir mündig genug sind, selbst zu entscheiden, woher wir unseren Strom beziehen möchten. Viele Menschen landen dann in der Bequemlichkeitsfalle und machen den erforderlichen Schritt nicht, obwohl der Wechsel des Stromanbieters einfach ist. Wäre es für eine schnellere Energiewende nicht sinnvoll und darüber hinaus Zeichen einer echten Wahlfreiheit und einer diskriminierungsfreien Gleichbehandlung durch die Ehemals-Monopolisten, wenn beim Bezug einer Wohnung der Stromanbieter selbst benannt oder aus einer langen Liste ausgewählt werden könnte?!

Der Jurist in mir lässt mich einen Blick ins Gesetz werfen: Geregelt ist dies für den Netzanschluss wohl in § 17 Abs. 1 bzw. § 18 Abs. 1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Hier ist in einer für Gesetze typischen (Un-)Verständlichkeit unter anderem vorgegeben, dass Letztverbraucher von Elektrizität (also wir Wechselwilligen) Verträge abzuschließen haben mit Betreibern von Energieversorgungsnetzen beziehungsweise Unternehmen, aus deren Netzen die Entnahme erfolgen soll (also hier in Hamburg zumindest bisher noch Vattenfall). Erst dann sollen wir – wie es beispielsweise in § 20 a EnWG geregelt ist – unseren Lieferanten nachträglich auch wechseln dürfen.

Angesichts der schon seit langem geführten Deregulierungs- und Entflechtungsdebatte bin ich der Meinung, dass man dies anders regeln könnte. Nur: Wem eine solche Regelung nützt, ist auch klar. Und als Begründung dürfte der Gesetzgeber – federführend ist das Bundeswirtschaftsministerium – wahrscheinlich darauf verweisen, dass eine ununterbrochene Stromversorgung doch zur Versorgungssicherheit dazugehöre.

Bis hier eine gesetzliche Änderung erfolgt, bleibt mir also nichts anderes übrig, als wieder einmal selbst aktiv zu werden und zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln. Denn dass Vattenfall kein Interesse an einer Energiewende hat, beweist die jüngst erfolgte (Probe-)Inbetriebnahme der CO2-Schleuder des Megakraftwerks in Moorburg oder auch der angebliche Klimapakt mit der SPD in Hamburg, der einen vollständigen Netzrückkauf verhindern soll. Zum Glück finden sich echte Alternativen in dem gerade von ROBIN WOOD vorgestellten, gründlich recherchierten Ökostrom-Recherchebericht.

Weitere Infos zum Bericht gibt es hier und auf der ROBIN WOOD-Stromwechselseite.

Mehr zum Bündnis UNSER HAMBURG – UNSER NETZ unter: http://unser-netz-hamburg.de/

Raphael Weyland

 

Energie
16. November 2012

ROBIN WOOD zum Ökostromwechsel und das Braunkohleprojekt der Verbund AG

Die taz meldet heute, dass die Verbund AG aus Österreich in den Neubau eines besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerks in der Türkei einsteigen will. Von der Verbund AG beziehen drei deutsche Ökostromunternehmen zu unterschiedlichen Anteilen derzeit Wasserstrom. Diese drei Unternehmen – Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy – werden seit Jahren von ROBIN WOOD und zahlreichen Umweltverbänden, die bei dem Bündnis „Atomausstieg selber machen“ (ASM) beteiligt sind, als Ökostromunternehmen empfohlen. Außerdem die in diesem Fall nicht betroffene EWS  aus Schönau. Über den Ökostromwechsel und die Kriterien für unsere Empfehlungen informiert ROBIN WOOD hier. Dort finden sie auch den umfangreichen Recherchebericht. ROBIN WOOD hat gestern auf die Planungen der Verbund AG deutlich und klar reagiert: Sollte die Verbund AG das Braunkohlekraft weiter vorantreiben und in Betrieb nehmen, werden wir Stromlieferungen der Verbund AG künftig nicht mehr akzeptieren. Unternehmen, die von der Verbund AG nach einer Fertigstellung des Braunkohlekraftwerks weiterhin Ökostrom beziehen, werden dann nicht mehr als Ökostromer empfohlen! Wir haben die betroffenen Ökostromunternehmen über diese Position in Kenntnis gesetzt und diese gebeten, sich bei der Verbund AG für eine Beendigung des Braunkohleprojekts in der Türkei einzusetzen. Auch das Bündnis ASM hat sich in einem Brief an die betroffenen Ökostromer entsprechend positioniert. Alle drei betroffenen Unternehmen haben erklärt, dass sie gegen den Neubau dieses Braunkohlekraftwerks durch die Verbund AG sind und sich dafür einsetzen werden, dass die Verbund AG aus dem Projekt aussteigt. Derzeit bestehen allerdings noch Lieferverträge, die z.T. bis zum Jahr 2016 reichen. Die Unternehmen haben uns erklärt, dass sie selbstverständlich jetzt prüfen werden, wie ggfls die Verträge beendet werden können, sollte die Verbund AG an den Plänen festhalten. Gemeinsam mit den Umweltverbänden und -Initiativen von ASM werden wir darüber in den nächsten Wochen Gespräche führen. Derzeit bleibt es bei unseren Empfehlungen für den Ökostromwechsel, denn noch ist das Braunkohlekraftwerk in der Türkei nicht in Betrieb. Keine Beeinflussung unser Recherche und Empfehlungen durch Wechselprämie Die taz schreibt in ihrem Artikel auch: „Allerdings verdient die Umweltorganisation Robin Wood Geld, wenn über ihre Webseite Stromkunden zu den empfohlenen Unternehmen wechseln. Anrüchig? Nein, sagt Seifert. Lediglich 0,35 Prozent des Umsatzes mache man mit Empfehlungen. „Davon lassen wir uns nicht beeinflussen.“ Robin Wood erhält in dem Fall, dass der Ökostromwechsel mit einem Formular auf der Homepage von ROBIN WOOD erfolgt, von dem jeweiligen Unternehmen eine Wechselprämie. Darauf verweisen wir auch auf unser Homepage hier. Im Jahr 2011 betrugen diese Einnahmen über eine Wechsel-Prämie 3.700 Euro. Bei einem Umsatz von rund 1,1 Millionen Euro entspricht dies dem genannten Anteil von 0,35 Prozent. Nur rund Drittel dieses Betrags stammt von den drei betroffenen Unternehmen. Unsere Recherchen und die wachsende internationale Verflechtung der Energiewirtschaft ROBIN WOOD prüft im Abstand von ca. 12 – 18 Monaten in einem Recherchebericht Ökostromunternehmen und ihre Lieferanten hinsichtlich einer Verflechtung mit der Atom- und Kohleindustrie. Die Kriterien unser Prüfung sind hier nachzulesen. Wir bemühen uns nach bestem Wissen und Gewissen dabei möglichst vielschichtig alle Verflechtungen zu entdecken. Allerdings nimmt die Komplexität und die Verflechtung der Unternehmen im Strommarkt nicht nur national, sondern auch international immer mehr zu. Wie komplex, zeigt sich sicherlich an dem Recherchebericht, in dem auf zahlreiche Verflechtungen hingewiesen werden, die wir im Rahmen der Recherche aufspüren. Leider, das zeigt sich an dem Bericht der Taz, entdecken wir nicht alle Fälle vonVerflechtungen. ROBIN WOOD wird daher in den nächsten Wochen prüfen, wie wir die Recherche weiter verbessern können. Auch der Taz-Autor räumt in seinem Kommentag ein: „Die genannten Anbieter sind mit dem Versprechen groß geworden, keinerlei Geschäftsbeziehungen mit einem Atomkonzern einzugehen, was bis heute funktioniert hat – im Rahmen der Möglichkeiten in einer Energiewirtschaft, in der ein unübersichtlicher Dschungel an Querbeteiligungen herrscht.“ Die Taz schreibt mit Bezug auf die Verbund AG: „Die hat die Naturschutzorganisation Robin Wood, die die Lieferanten der drei Ökostromer regelmäßig durchleuchtet, bisher ohne Einschränkung empfohlen.“ Richtig ist, wir haben Einschränkungen in unserem Recherchebericht gemacht, die allerdings nicht dazu geführt haben, Ökostromlieferungen der Verbund AG abzulehnen: Seit Jahren weisen wir in den Berichten darauf hin, dass es bei der Verbund AG eine indirekte Beteiligung des Atomkonzerns EnBW gibt. In dem Bericht heißt es ausdrücklich: „Durch den Strombezug über die Verbund AG verdient in geringem Umfang EnBW. Eine direkte oder indirekte Einflussnahme durch die Konzerne auf die Betreiber der Kraftwerke kann ausgeschlossen werden.“ Außerdem wird über die Verbund AG ausgesagt: Auch dem Mutterkonzern Verbund AG selbst ist, ohne eigentumsrechtlich mit Atomkonzernen verflochten zu sein, über ihre hundertprozentige Vertriebstochter Austrian Power Sales in den Handel mit Atomstrom involviert. Der Umweltdachverband vergab die „Atombirne 2009“ an die VERBUND?Austrian Power Sales GmbH. Sie stehe an der Spitze der „Atomstromverkäufer“ in Österreich, während die Muttergesellschaft Verbund mit Strom aus sauberer Wasserkraft werbe. Des Weiteren ist der Verbund selbst Eigentümer von 35,12 % der Aktien eines Kärntener Elektizitäts?Unternehmens (Kelag). An diesem wiederum ist die RWE Energy AG mit 49 % beteiligt.“  

Energie
18. November 2011

Infos zu den CASTOR Protesten

Zwischen dem 24. und wahrscheinlich 28. November soll ein weiterer CASTOR-Transport nach Gorleben rollen – zahlreiche Proteste sind angekündigt. In Frankreich wird bereits ab dem 19. November mobilisiert, weil die Castorbehälter zwischen den 19. und  23.November per LKW von der WAA La Hague zum Verladebahnhof Valognes befördert werden. Vom 22. bis zum 24. November wird es in Valognes einen Camp geben: http://valognesstopcastor.noblogs.org/ Nach jetzigem Stand der Dinge wird der Castor am 24. November 14:20 in Valognes starten. Schon in Frankreich wird mit Protesten gerechnet – im Jahr 2010 stoppten französischen Aktivist_innen den CASTOR-Transport bereits kurz nach dem Start in Caen für mehr als 3 Stunden. Einen Fahrplan des Transportes bis zur Grenzen gibt es bei sortir du nuclaire. Aktuelle Informationen zum Transport auf französisch gibt es hier… Der Castor soll die Grenze (geplant) zwischen 10 und 13 Uhr auf folgenden möglichen Strecken überqueren: Strecke 1: Grenzübergang Lauterbourg – Berg Strecke 2: Grenzübergang Forbach – Saarbrücken Strecke 3: Grenzübergang Straßbourg – Kehl Beim Grenzübergang in Berg wird es Proteste geben, der Protest ist aber mobil. Geplant ist eine weitere „Südblockade“, die im letzten Jahr sehr effektiv war, dort versammelten sich mehr als 1.000 Menschen. Eine Kundgebung findet in Berg am 25.11. ab 08:00 Uhr statt, das Motto ist: „Atomausstieg? Betrug!“ Im Wendland gibt es wieder verschiedene Camps: http://www.castor-camps.net/ Am 26. November findet ab 12.30 Uhr eine Demonstration im Wendland statt unter dem Motto „Gorleben soll leben – Stop Castor!“ – hierzu rufen verschiedenen Organisationen auf. In den darauf folgenden Stunden und Tagen wird es auch weitere Proteste und Aktionen geben. So ruft wieder ein breites Bündnis zum „Castor Schottern“ auf: http://www.castor-schottern.net. Ab Samstag um 0 Uhr gibt es ein Versammlungsverbot an der CASTOR-Strecke, hier ein Auszug aus der Begründung mit Aktionen des letzten Jahres: „Gegen 14.00 Uhr wurden Einsatzkräfte in Höhe BKM 190 (Bereich Leitstade/Gru?nhagen) von ca. 300 Personen u?berrannt. Diese Personen begannen den Gleisschotter abzutragen. […] Ebenfalls am 7.11. begann gegen 9.00 Uhr bei Harlingen (BKM 186/187) eine Gleisblockade, im Zuge derer sich ab 19.00 Uhr bis zu 3500 Personen an der Schienenbesetzung beteiligten. Im Umfeld kam es zu weiteren Gleisbesetzungen und Schotteraktionen. So wurde bei BKM 187,7 eine massive Entschotterung des Gleiskörpers u?ber 50 m festgestellt. Es wurden im Verlauf 1217 Personen in Gewahrsam genommen. Die Räumung der Strecke dauerte von ca. 1.00 Uhr bis 7.00 Uhr morgens. Es waren im Verlauf der Blockade z.B. 31 Bahnschwellen unterhöhlt und vom Schotter befreit worden.Den gesamten Text gibt es hier… Verschiedene Hinweise und Tipps, was auf keinen Fall vergessen werden sollte gibt es hier, oder bei „Ich packe meinen Koffer“. Aktuelle Informationen gibt es ab dem 23. November jeweils unter Castorticker.de An den zahlreichen Protesten werden sich auch ROBIN WOOD-AktivistInnen beteiligen. Als Info- und Anlaufstelle dient wieder unser Infomobil auf der ESSO-Wiese in Dannenberg. Weitere Informationen gibt es hier. Und ja, das alles kostet auch etwas, wer uns also unterstützen möchte ist genau hier richtig…

Energie, Klima
31. August 2011

Braunkohle kann kein Staatsziel sein

Braunkohle kann kein Staatsziel sein“ erklärte gestern der Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) Hans Joachim Schellnhuber nach einem Gespräch mit der Brandenburgischen Landesregierung. Überraschend war auch die Äußerung des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, dass die Verstromung der Braunkohle Unternehmenssache von Vattenfall sei. Die Braunkohle scheint in Brandenburg also ein Auslaufmodell zu sein, zumindest wenn das umstritten Verfahren zur Abscheidung und Endlagerung von Kohlendioxid (CCS) nicht umgesetzt wird.

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! war unsere Forderung zu der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen. (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

Die Äußerung von Matthias Platzeck stellt in mehreren Hinsichten eine Zäsur da. Zunächst einmal macht sie deutlich, dass die Verstromung der Braunkohle in der Zukunft sehr wohl zur Disposition stehen könnte – dies wäre vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen. Interessant ist dabei auch, dass in der Vergangenheit immer argumentiert wurde, dass die Verstromung der Braunkohle eine quasi-staatliche Aufgabe/Notwendigkeit darstelle, um die Sicherheit der Stromversorgung zu garantieren – eine Aussage, die nicht mehr haltbar ist in einem Bundesland, welches bereits 60% des eigenen Srombedarfs aus erneuerbaren Energien deckt. Bedenklich ist die Aussage aber auch – weil sich die Politik aus ihrer Gestaltungsaufgabe verabschiedet – z.B. endlich auch eine öffentliche Wende in der Energiepolitik zu vollziehen und die Tagebaue sozialverträglich zu beenden. Interessant ist diese Zäsur aber auch für das Selbstverständnis der Niederlausitz – mit einer langen Bergbautradition. „Ich bin Bergmann – wer ist mehr?“ dachten hier viele auch noch nach dem drastischen Rückgang der Braunkohleverstromung nach der Wende. Doch Umfragen sagen mittlerweile etwas anderes und bringen die Kohle-Partei SPD in Bedrängnis: In der Niederlausitz sehen nur noch 39% der Bevölkerung eine stärkere Zukunft in der Braunkohle – brandenburgweit sind es nur 18%.

Energie, Klima
30. August 2011

Klimaaktivist_innen blockieren Kohlebahn

Am Dienstag, den 30. August, blockierten mehr als 50 Aktive im Rahmen eines Klimacamps die Kohlebahn von RWE Power im Garzweiler-Gebiet. Die Blockade dauerte rund 11 Stunden an. Die Aktivist_innen spannten Transparente und jonglierten auf den Gleisen. Vor Ort wurden sie mit Essen versorgt und durch lokale Bürgerinitiativen unterstützt.

Klimacamp Garzweiler

Klimacamp Garzweiler

Mit einer gewaltfreien Sitzblockade unterbanden sie bis auf weiteres den Transport der Kohle vom Tagebau Hambach zu den Kraftwerken Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem. Mit der Blockade der Kohlebahn wendeten sich die Aktivist_innen gegen die Folgen des Braunkohleabbaus und dessen Verstromung durch RWE Power. Bei dem Garzweiler-Gebiet handelt es sich um das Gebiet mit dem größten CO2-Ausstoß in Europa.

Dort forderten die Aktivistinnen:

1. Schluss mit dem Abbau von Braunkohle und deren Verstromung 2. Schluss mit der Zerstörung von Ökosystemen und den Lebensgrundlagen der Menschen – in Nord und Süd 3. Hin zu einem veränderten Konsumverhalten und Kritik am Wachstumsgedanken 4. Aufbau von Energiesouveränität durch Demokratisierung und Dezentralisierung der Energiegewinnung auf Basis der Erneuerbaren

Das Klimacamp findet mit Workshops und weiteren Protesten noch bis zum 04. September in der Nähe von Köln statt. Ein Interview mit den Aktivist_innen gibt es hier…

Blog, Energie, Klima, Welt retten
10. August 2011

Klimacamp in der Lausitz

Am Sonntag startete das Klima- und Energiecamp in der Lausitz. Am Ort Jänschwalde (Janšojce) befindet sich das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik, für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und auch die CO2-Abscheidung und Endlagerung soll hier das erste Mal von Vattenfall getestet werden. Bis zum 14. August wird es dort Workshops und Raum für Vernetzungen geben.

Ausblick vom Klimacamp

Ausblick vom Klimacamp auf das Kraftwerk Jänschwalde

Das Klimacamp findet an einem entscheidenden Ort statt: in Jänschwalde, wo das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik steht.Für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und hier soll auch das Kohlendioxid abgeschieden werden, welches in „Endlager“ in Ostbrandenburg verpresst wird, Das Verfahren wird kritisiert, weil es als hochriskant gilt, was Leckagen und die Grundwasserversalzung angeht. Auch ROBIN WOOD ist mit dabei, mit verschiedenen Workshops und zum Beispiel einem Schnupperklettern. Am Samstag den 13. August ist eine Demonstration in Cottbus geplant: „Unsere Energie ist nicht eure Kohle! Für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS!“

Aktion, Energie
24. März 2011

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt

Im strahlenden Sonnenschein rauchte am Mittwoch ein Atomkraftwerk vor dem Kanzlerinnenamt. Damit protestierten wir für einen sofortigen Atomausstieg…und gegen weitere Arbeitskreise der Bundesregierung. Die Polizei vor Ort fand das Bild passend und es gab ein großes Interesse von Fotografen.

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt / Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt / Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD

Dass das Moratorium der Bundesregierung ein rein wahltaktisches ist, geben die Regierenden mittlerweile ja auch selbst zu. Wir wollen nicht – mit Protesten – auf die Einsicht der Regierenden hoffen, wir wollen den sofortigen und unumkehrbaren Atomausstieg. Das dies nicht leicht wird, das wissen wir – aber es gibt keine Alternative. Natürlich ist es wichtig zu mahnen und zu demonstrieren. Deshalb rufen wir auch zu den Großdemonstrationen am Samstag in Hamburg, Berlin, Köln und München auf. Doch Fukushima ist keine wirkliche neue Zäsur – Fukushima ist eine Folge der Risiken der Atomtechnologie – die uns schon vor 25 Jahren mit Tschernobyl vor Augen geführt wurde. Und die Atomlobby und die Regierenden wissen das. Aber wir müssen auch verstärkt darüber nachdenken, was wir selbst tun können… – zu einem Ökostromanbieter wechseln – Energiesparen – unsere Stadtwerke atomstromfrei machen – erneuerbare Energien fördern – z.B. durch die eigene Solaranlage Möglichkeiten gibt es viele und diese sind meist sehr individuell. Der Umstieg auf eine solare Vollversorgung ist möglich und nötig. Er wird ein kollektiver Kraftakt – eine Alternative dazu gibt es aber nicht. Am Samstag sind wir mit dem Atomkraftwerk auf der Demonstration in Berlin zu finden…vielleicht können wir da auch über konkreteres sprechen.