Aktion, Energie
4. Februar 2011

Prozess wegen Trafo-Blockade des Pannenmeilers Krümmel

Am Montag, den 07. Februar um 9:00 Uhr steht der Lüneburger Anti-Atom-Aktivist Karsten Hilsen als Beschuldigter vor dem Amtsgericht Schwarzenbek. Ihm war es am 30. März 2010 gelungen, den 600 Tonnen schweren Trafotransport zum AKW Krümmel mit einer Ankettaktion kurz vor seinem Ziel zu stoppen. Der Protest richtete sich gegen das Wiederanfahren des Pannenmeilers, der seit mehr als zwei Jahren reparaturbedingt still steht.

Energie
25. Mai 2010

Krümmel-Chefin fehlt die Qualifikation!

AKW Krümmel bei Geesthacht (Foto: Rainer Zimmermann, Lizenz: cc:by-nc)

Keine ausreichende fachliche Qualifikation! Das ist das derzeitige Urteil der zuständigen Atomaufsicht über die von Vattenfall zur neuen Leiterin des AKW Krümmel benannten Frau Welte! Und wie es bei Vattenfall so üblich ist, hat das Unternehmen bei der Ankündigung dieser Personal­entscheidung schlicht vergessen, auf dieses Problem hinzuweisen.

Via taz.de

Aktion, Energie
17. April 2010

Nachbetrachtung zum Aktionsquartett

Protest von ContrAtom und ROBIN WOOD in Brunsbüttel

Protest von ContrAtom und ROBIN WOOD in Brunsbüttel

Atomkraftwerke gehören abgewrackt: dies war das Motto unserer gestrigen Proteste und sollte wieder in den Fokus nehmen, dass der sogenannte Atomkonsens ja schon ein fauler Kompromiss ist. In der politischen Debatte sind die beiden Extrempole eben nicht Laufzeitverlängerung für Milliarden-Gewinne der Energiekonzerne und der Atomkonsens. Sondern der Atomkonsens ist schon ein (unbefriedigender, fauler) Kompromiss zwischen der sofortigen Abschaltung der menschenfeindlichen Atomtechnologie und den Wirtschaftsinteressen der Atomkonzerne.

Bei überwiegend schönem Wetter und einzelnen Windböen (die für Kletternde nicht sonderlich nett sind) fanden an 4 Standorten von Atomkraftwerken Proteste statt. Der Protest sollte an den Ort zurückkehren, wo die Gefahr für die Menschen erzeugt wird. Sei dies in Form der Gefahr eines GAUs oder der Produktion von Atommüll. Und wie es bei einer Aktionsgemeinschaft oft vorkommt, setzten wir nicht auf Massenproteste, sondern effektiv auf spektakuläre Aktionen.

Bilder der Aktionen gibt es z.B. bei ContrAtom oder beim Abendblatt, wo Bilder eines dpa-Fotografen verwendet wurden.

Die Proteste in Neckarwestheim und in Brokdorf verliefen ohne größere Störungen, lediglich einige Windböen bereiteten hier Probleme. An beiden Standorten wurden so genannte Tripods, Dreibeine, aufgestellt, an den Transparente befestigt waren. Die Polizei hielt sich zurück und die Aktionen wurden planmäßig beendet.

Polizei und Aktive in Brunsbüttel nach der Aktion

Polizei und Aktive in Brunsbüttel nach der Aktion

In Brunsbüttel, bei dem störanfälligsten aller Atomkraftwerke, fanden gerade Bauarbeiten statt und so waren Zaun und Türen geöffnet. Die Aktiven von ROBIN WOOD und ContrAtom erklommen die Leitern zum vorgelagerten Gaskraftwerk und bestiegen die Türme.Als sie gerade das Transparent “Mit Sicherheit unsicher. Es reicht. Abwracken sofort!” aufspannen wollte, wurden sie von Vattenfall-Mitarbeitern gestört und diese zerschnitten das Transparent. Unsere Aktiven entrollten aber ein kleineres Transparent “Stopp Atom” an einem der Schornsteine. Ein Presse-Agentur-Vertreter war überrascht, er dachte, es handle sich “nur” um eine Sitzblockade. Aber eigentlich war es ja auch nichts anderes – nur in 50 Meter Höhe.

Der Schrottreaktor Krümmel (Foto: quartl)

Der Schrottreaktor Krümmel (Foto: quartl)

Im Atomkraftwerk Krümmel, ebenfalls von Vattenfall betrieben, waren die Aktiven von ROBIN WOOD schon auf dem Kraftwerksgelände, als sie von Bauarbeitern gestoppt wurden. Der Wachschutz des Atomkraftwerks griff erst später ein und kam somit zu spät. Vielleicht war dies der Grund, warum der Sicherheitschef Pape dann anfing ruppig bis brutal zu agieren. Er kündigte an, dass die Aktiven hart bestraft werden würden, drehte ihnen die Handgelenke um und riss einen Aktivisten von hinten zu Boden. Das war in einer bereits völlig entspannten Situation auch sehr mutig von ihm, zumal es scheinbar nicht das erste Mal war, dass der Herr zeigte, dass er mit gewaltfreiem Protest nicht umgehen kann. Nichts desto trotz spannten Aktive ein Transparent vor dem Atomkraftwerk “Für Ökostrom – Vattenfall abschalten”.

Am Protest gegen die Atomkraft können sich alle beteiligen, in dem sie zu einem Ökostromanbieter wechseln oder mitmachen bei der Aktions- und Menschenkette zwischen den AKW Brunsbüttel und Krümmel, dem Anti-Atom-Treck nach Krümmel, der Umzingelung des AKWs Biblis und der Demo am Zwischenlager Ahaus.

Die Aktiven von ROBIN WOOD werten das Aktionsquartett als Erfolg. In einer Pressemitteilung stellt Vattenfall fest, dass die nukleare Sicherheit durch die Aktionen nicht gefährdet wurde. Dies wollen wir ja aber auch nicht. Wir wollen vollständige nukleare Sicherheit – durch die sofortige Abschaltung und Abwrackung der Atomkraftwerke.

Aktion in Brokdorf

Aktion in Brokdorf

Aktion, Energie
16. April 2010

Es ist vier von zwölf. Zeit abzuwracken.

Vier von zwölf Kernkraftwerk-Standorte in Deutschland standen heute im Fokus von Aktionen durch die Aktivist_innen von Robin Wood und contrAtom. Obwohl Wachschützer_innen die Intervention beim Pannenreaktor Krümmel leider recht zügig gestoppt haben, konnten die Anti-Atom-Aktivist_innen in Brunsbüttel, Brokdorf und Neckarwestheim aufs Dach klettern und die Einfahrten mit Klettergerüsten und Transparenten verschönern.

Tripod-Aktion vor dem Kernkraftwerk Neckarwestheim (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

In Neckarwestheim blieb die herbeigeeilte Polizei gelassen und stellte zunächst nur die Personalien der Aktiven vor Ort fest. In Brunsbüttel, wo Vattenfall-Mitarbeiter den friedlichen Protest auf dem Dach durch die Zerstörung des Transparentes zu verhindern versuchten, wurde einfach ein zweites Transparent an einem der Schornsteine des Kraftwerks aufgehängt. Die Polizei beendete schließlich die Aktion und schickte die Kletternden anschließend weiter nach Brokdorf, wo direkt im Anschluss ebenfalls Dreibeine aufgestellt und Transparente daran befestigt wurden. Trotz des schnellen Eingreifens des Wachschutzes beim Katastrophen-Kernkraftwerk Krümmel gab es dort noch eine kleine Transparent-Aktion.

Heute haben wir unseren Protest lautstark kundgetan, und zwar bei einem Drittel aller Kernkraftwerk-Standorte in Deutschland.

Energie
25. März 2010

Der Transformator brennt – in Brunsbüttel

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wie dpa und verschiedene Medien melden, ist es heute zu einem kleineren Brand am Transformator des Atomkraftwerks (AKW) Brunsbüttel gekommen. An einem Überspannungsleiter außerhalb des Kraftwerks an einem Transformator brannte “kontrolliert” eine kleinere Menge Öl ab. Das Kraftwerk selbst ging 2007 nach Problemen vom Netz.

Mahnwache vor dem AKW Krümmel

Mahnwache vor dem AKW Krümmel

Bereits in den Jahre 2007 und 2009 kam es zu Problemen und Bränden an den Transformatoren des Pannenreaktors Krümmel, der ebenfalls von Vattenfall betrieben wird. Erst vor zwei Wochen war im still stehenden Krümmel ein Leck an einer Kühlwasserpumpe entdeckt worden.

Vattenfall spricht immer wieder von Defiziten in der Kommunikation der Zwischenfälle – wir sprechen von einer menschenverachtenden, unsicheren und gefährlichen Technologie.

Am 24. April wird es zu einer Menschenkette des Protestes zwischen den beiden Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel kommen. Und auch in anderen Regionen werden anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages Demonstrationen stattfinden.

Vattenfall beweist: Es gibt kein sicheres Atomkraftwerk! Brunsbüttel und Krümmel bleiben aus!