Blog, Energie, Klima, Welt retten
10. August 2011

Klimacamp in der Lausitz

Am Sonntag startete das Klima- und Energiecamp in der Lausitz. Am Ort Jänschwalde (Janšojce) befindet sich das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik, für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und auch die CO2-Abscheidung und Endlagerung soll hier das erste Mal von Vattenfall getestet werden. Bis zum 14. August wird es dort Workshops und Raum für Vernetzungen geben.

Ausblick vom Klimacamp

Ausblick vom Klimacamp auf das Kraftwerk Jänschwalde

Das Klimacamp findet an einem entscheidenden Ort statt: in Jänschwalde, wo das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik steht.Für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und hier soll auch das Kohlendioxid abgeschieden werden, welches in “Endlager” in Ostbrandenburg verpresst wird, Das Verfahren wird kritisiert, weil es als hochriskant gilt, was Leckagen und die Grundwasserversalzung angeht.

Auch ROBIN WOOD ist mit dabei, mit verschiedenen Workshops und zum Beispiel einem Schnupperklettern. Am Samstag den 13. August ist eine Demonstration in Cottbus geplant: “Unsere Energie ist nicht eure Kohle! Für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS!”

Energie, Klima
15. April 2011

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Ende Januar haben sich verschiedene Gruppen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um vom 7. bis 14. August 2011 ein Klima- und Energiecamp in der Lausitz (Jänschwalde bei Cottbus/Brandenburg) zu veranstalten. Das Camp nimmt nun langsam Gestalt an, es gibt aber auch noch viel Raum für eigene Ideen.

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Hier ein erster Text aus dem Aufruf: “Das Klimachaos scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein: Mit extremen Wetterverhältnissen, der Versteppung ganzer Regionen, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Bedrohung der Lebensgrundlagen vieler Menschen schreitet  der Klimawandel voran. Dass die Antwort nicht Atomkraft heißen kann, ist spätestens seit Fukushima klar. Aber anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen und die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen, werden Kohlekraftwerke und die Risikotechnologie CCS als Alternativen zur Atomkraft propagiert.

Wir nehmen das nicht hin! Wir wollen an Auseinandersetzungen um Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität anknüpfen und mit einem Camp Alternativen zum „business as usual“ denken, leben und erstreiten.

Weitere Informationen gibt es unter: www.lausitzcamp.info

Klima, Tropenwald
30. November 2010

Beginn des UN-Weltklimagipfels in Cancún/Mexico

Gestern, am 29. November, hat der UN-Weltklimagipfel (COP 16) in Canún (Mexico) begonnen. Dort beraten VertreterInnen aus mehr als 190 Nationen wie gegen die Folgen des weltweiten Klimawandels vorgegangen werden kann. Ging es Ende der 1990er Jahre noch darum, den Klimawandel zu verhindern, geht es nun darum, die Folgen abzumildern. Auf dem Gipfel wird wieder nur von Nationalstaaten verhandelt – z.B. Indigene bleiben außen vor. Die Hoffnungen auf erforderliche durchgreifende Beschlüsse sind nach den Erfahrungen des Weltklimagipfels in Kopenhagen gering – das Medieninteresse auch.

Stark in der Kritik stehen vor allem der Clean-Development-Mechanism (CDM) und der REDD. Durch diese beiden CO2-Schlupflöcher ist es Industriekonzernen möglich, billig an CO2-Zertifikate zu gelangen um die eigene CO2-Bilanz zu schönen. Konzerne erhalten diese Zertifikate, indem sie entsprechende CDM oder REDD Projekte in Entwicklungsländern finanziell Unterstützen. Der Klimaschutz fällt bei beiden Modellen eher gering aus, viel mehr wird dadurch ein effektiver und nachhaltiger Klimaschutz in den Entwicklungsländern verzögert oder sogar behindert. Deshalb hat sich ROBIN WOOD in einer Resolution gegen diese Intrumente ausgesprochen.

Wir dürfen gespannt sein, ob und was für Beschlüsse in den kommenden zwei Wochen von der Staatengemeinschaft getroffen werden. Die Erwartungen sind gering, die Herrausforderungen denkbar groß.  Zu bekämpfen gilt der weltweite
Temperaturanstieg, die Versauerung der Ozeane, das Abschmelzen der Polkappen und Gletscher und die durch den Klimawandel hervorgerufen soziale Ungerechtigkeit und das Artensterben.

Von Michi und

Klima
1. September 2010

KlimaaktivistInnen in Kopenhagen freigesprochen

Das Gericht der Stadt Kopenhagen hat gestern Natasha Verco und Noah Weiss freigesprochen. Den zwei KlimaaktivistInnen wurde vorgeworfen, illegale Aktivitäten während des UN-Klimagipfels in Kopenhagen organisiert zu haben, die nie stattgefunden haben. Doch diese Anklagepunkte konnten sich im Gericht nicht behaupten.

Das Gerichtsurteil diskreditiert hingegen die gewaltsamen Methoden der Polizei während des Gipfels. Klimapolitisch engagierten Menschen wurde ihr demokratisches Recht verweigert, die Klimaverhandlungen zu kritisieren.

Tash und Noah vor dem Tatwerkzeug Bolzenschneider / Foto: Climate Kollektiv

Tash und Noah vor dem Tatwerkzeug Bolzenschneider / Foto: Climate Kollektiv

Die Vorwürfe gegen die beiden waren absurd, sie waren aber von einer Höchststrafe von sechseinhalb Jahren bedroht. So war in einem abgehörten Telefongespräch von einem Bolzenschneider die Rede, welcher sich allerdings als ein Papp-Bolzenschneider für eine Demonstration von 3 Meter Höhe entpuppte.

Des Weiteren sollten auch ganz normale Aktivitäten als Beweis herhalten. Dazu zählte der Druck von Postern, die Suche nach Parkplätzen für Musikanlagen und die Teilnahme an öffentlichen Informationsveranstaltungen für Hunderte von Menschen.

Im Oktober stehen die beiden Pressesprecherinnen von Climate Justice Action (CJA) wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht.

Aktion, Klima
26. Mai 2010

Endspurt zu den Protesten in Bonn

Am 31. Mai beginnen in Bonn die Zwischenverhandlungen für die nächste UN-Klimakonferenz COP 16. Die Erwartungen sind gering.

Auch wenn diesmal das Medieninteresse und der Erwartungsdruck geringer sind, sind Proteste erforderlich. Im Bündnis der Klimawelle haben sich BUND, attac, ROBIN WOOD und verschiedene Organisationen und Einzelpersonen zusammengefunden, um diesen Gipfel zu begleiten. Ein zentraler Begriff wird der der Klimagerechtigkeit sein, dazu haben wir auch einen Artikel im ROBIN WOOD-Magazin veröffentlicht.  Aus dem Umfeld von attac gibt es dazu folgendes Mobilisierungsvideo:

Am 29. Mai wird es bereits einen dezentralen Aktionstag geben. Parallel zu den Protesten wird es in Bonn ein Klimacamp geben, die Attac Aktionsakademie findet statt, auf dem Klimaforum wird es verschiedene Workshops geben, und am 5. Juni wird es eine Demonstration geben. An allen Aktivitäten sind Menschen von ROBIN WOOD beteiligt und für jeden und jede ist etwas dabei. Auf der Aktionsakademie organisieren wir z.B. ein Schnupperklettern für Freitag nachmittag.

Klima
22. April 2010

Alternativer Klimagipfel in Bolivien

In Cochabamba in Bolivien findet derzeit ein alternativer Klimagipfel »Weltkonferenz der Völker über Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde« statt. Nach dem Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen lud der bolivianische Präsident Evo Morales zu einem alternativen Klimagipfel, nicht der Regierungen aber der Menschen.

Der Klimagipfel startete am 19. April und mehr als 10.000 Menschen, vor Allem Indigene folgten der Einladung.

Der Gipfel kann unter anderem live oder per blog nachverfolgt werden.

Auch dort steht der Begriff der Klimagerechtigkeit (siehe unten im Blog) im Mittelpunkt. In der dortigen Debatte zeichnet sich scheinbar auch ab, dass es keine große globale Mobilisierung des Protestes und der Forderungen zur nächsten UN-Klima-Konferenz nach Mexiko geben soll. Es scheint logischer, die Kräfteverhältnisse in den eigenen Regionen zu verschieben, als mit viel Aufwand und falschen Hoffnungen nach Cancun zu reisen.

Doch warten wir die Ergebnisse des Gipfels einmal ab. Die bolivianische Regierung hat dem Forum die Durchführung eines weltweiten Referendums am 12. Oktober sowie die Gründung eines Internationalen Klimagerichtshofes vorgeschlagen.

Der Begriff der Mutter Erde ist für die Lateinamerikaner im Übrigen kein esotherisch besetzter Begriff, sondern alltäglich. Wer die Gletscher vor seinen Augen schwinden sieht, stellt die Frage nach der Klimagerechtigkeit eben anders, als die meisten Regierungs-Vertreter, die um einzelne Formulierungen im UN-Prozess feilschen und scheiterten.

Energie, Klima, Verkehr
14. April 2010

Klimawelle – Was ist Klimaschutz von unten?

Vom 31. Mai bis 11. Juni wird in Bonn die Klima-Zwischenkonferenz nach Kopenhagen und vor dem nächsten COP-Treffen in Mexiko stattfinden. Am 5. Juni soll dort eine große Demonstration für mehr Klimaschutz stattfinden und in den Tagen vorher wird es verschiedene Aktionen in Bonn und im Umfeld geben.

Doch was heißt das eigentlich: Mehr Klimaschutz? Zunächst ist dies ja ziemlich allgemein, fast so, als würde mehr Umweltschutz gefordert. Und genau dies war sicher das Problem der (legitimen) Proteste in Kopenhagen: Aus dem Gemurmel nach mehr Klimaschutz waren nur wenige konkrete Forderungen zu hören.

Brauchen wir mehr Führer statt schwatzende Politiker, wie eine große Umweltorganisation forderte? Mir bleibt da ein fahler Beigeschmack bei dieser Forderung, Umweltschutz und Teilhabe vieler am politischen Prozess gehören doch zusammen.
Müssen wir öfter mal das Licht für eine Stunde ausschalten? Hm, vielleicht sollten wir unsere Energiesparlampen lieber mit Ökostrom betreiben.
Oder sollten wir mehr Eisbären in unseren Zoos Asyl gewähren, wenn ihre Eisschollen wegschmelzen? Na das scheint doch eher etwas für die Spendenabteilung einiger Umweltorganisationen, wenn süße Eisbärenbabys traurig in die Kamera schauen und wenn ich nur x Euro spende, dann kann ich ganz bestimmt dieses süße Eisbärenbaby retten.

In den Klimakonferenzen der 90er Jahre wurde noch von der Vermeidung des Klimawandels gesprochen, heute nur noch von Anpassung. Somit haben wir schon viel Handlungsspielraum verschenkt.

Die Proteste in Kopenhagen haben deshalb eines gezeigt: ein zentrales Thema der Umweltbewegung wird die Klimagerechtigkeit. Nicht knuffige Eisbären werden in Zukunft wichtiges Thema sein, sondern Millionen Klimaflüchtlinge. Das Nicht-Handeln der Regierungspolitik hat uns dahin gebracht. Wir werden nicht mehr darüber sprechen, ob sich die Areale einzelner Arten verschieben, sondern wie das Überleben von Millionen Menschen im globalen Süden gesichert werden kann.

Eine Möglichkeit des Handelns ist eine Abgabe auf Bunker Fuels, die für internationale Transporte genutzt werden sollen. Hier kann Geld gesammelt werden, welches für Klimaschutz und -anpassungsmassnahmen im globalen Süden eingesetzt wird. Hier würde wirklich Geld oder Technologie transferiert, welches nicht mit den Geldern der Enwicklungszusammenarbeit verrechnet wird, wie es die Bundesregierung vor hat. Darüber hinaus muss die Expansion des Flugverkehrs gestoppt werden und wir müssen verstärkt an der Energiewende arbeiten. Klimaschutz findet auf vielen Baustellen auch des klassischen Umweltschutzes statt.

Mit auf der Demo in Kopenhagen: Das wieder freigelassene Transparent

Viele der Probleme und Konflikte können von “unten” auf lokaler Ebene thematisiert werden. Zum Beispiel ist jedes verhinderte Kohlekraftwerk ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und mittlerweile sind dies ja schon einige in Deutschland.

ROBIN WOOD wird sich an den Protesten in Bonn beteiligen, um politischen Druck auszuüben, da sind Medienbilder von Demonstrationen notwendig.
ABER das reicht eben nicht und so müssen die Forderungen konkreter werden und  die Menschen müssen für ein Handlen in ihren lokalen Zusammenhängen befähigt werden – von unten eben. Und so wird es z.B. in einem Klimacamp vor Ort und auf einer alternativen Klimakonferenz die Möglichkeit geben, sich direkt und persönlich auszutauschen und zu diskutieren.

Die Möglichkeit eines solchen Austausches wird es auch auf einem Klimatreffen von ROBIN WOOD am 8. und 9. Mai in Köln geben. Hier wollen wir diskutieren, was Klimaschutz von unten heißt, was Klimagerechtigkeit bedeutet und in welche lokalen Konflikte wir uns einbringen sollten. Hierzu sind alle herzlich eingeladen.

Auf der Internetseite wir-klimaretter.de gibt es einige interessante Diskussionsbeiträge zum Thema Mobilisierung zu den Protesten in Kopenhagen, der angeblichen Blockadehaltung Chinas und Klimaschutz von unten.

Klima
18. März 2010

Proteste und Aktionen zur Bonner Klimakonferenz 2010

Vom 31. Mai bis zum 11. Juni findet in Bonn die nächste UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen statt.

Der Klimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Statt einem verbindlichen,
ausreichenden und fairen Abkommen haben die politischen Repräsentanten eine unverbindliche Erklärung abgegeben.

Gegen die regierungspolitische Tatenlosigkeit hat sich ein Bündnis mit dem Namen “Klimawelle” zusammengeschlossen.  Dies ist ein Zusammenschluss von regionalen und überregionalen Gruppen und Einzelpersonen. Die Erwartungen der EU-Kommission an den in Bonn vorbereiteten Gipfel in Cancun sind gering.

Zu der UN Klimakonferenz  in Bonn wird es bunte und kreative Proteste geben und es werden dezentrale Aktionen zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels auf die Straße gebracht. Ebenfalls wird ein Camp mit Klimaforum organisiert!

Wie viele andere Organisationen werden auch wir von ROBIN WOOD im Umfeld der Vorbereitungskonferenz zum nächsten COP aktiv werden. Wir wollen die Konferenz aber lediglich zum Anlass nehmen, dezentrale Aktionen in der ganzen Republik auf die Straße zu bringen. Sich selbst lediglich an der Konferenz abzuarbeiten ist uns zu wenig und in den Medien wird sicher wieder nur ein Gemurmel von “Mehr Klimaschutz” wahrzunehmen sein.

Die COP-Vorbereitungs-Konferenz, in der die Lobbyverbände der Industrie wieder arbeiten werden, wirksamen Klimaschutz zu verhindern können wir aber eben auch nicht einfach geschehen lassen.

Wir bleiben bei einer unserer konkreten und leicht umzusetzenden Forderung, internationale Treibstoffe für Flugzeuge und Schiffe, so genannte Bunker-Fuels zu besteuern und davon wirksamen Klimaschutz im globalen Süden zu finanzieren. Das reicht natürlich nicht aus, aber Klimaschutz setzt sich eben aus vielen kleinen Mosaiksteinen zusammen.

Bisher stehen folgende der Proteste in Bonn Termine fest:

Samstag, 5. Juni: zentrale Demonstration

Samstag, 30. Mai: dezentraler Aktionstag

in der Woche vom 31. Mai — 6. Juni:  direkte Aktionen

3. und 4. Juni:  Klimaforum mit Vorträgen und Workshops

29. Mai – 6. Juni: Durchführung eines Klimacamps für Übernachtungen, Workshops, Kultur und Aktionsplanung

Energie, Klima, Verkehr
19. Dezember 2009

Alles für die Weltrettung

In Kopenhagen haben unsere Politiker alles getan, um die Welt vor dem Klimawandel zu bewahren. Selbst nach ihren eigenen Ansprüchen haben sie es nicht geschafft.

China will Wirtschaftswachstum, in den USA blockieren die Kohlelobbyisten wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Aber warum immer auf die anderen schauen?

40% Reduktionen der Treibhausgasemissionen bis 2020 wären notwendig, um das 2 Grad-Ziel zu erreichen, bevor sich selbst verstärkende Klimaveränderungen eintreten. Angeboten hat die EU 20% und 30%, wenn die anderen auch stärkere Verpflichtungen eingehen.

Das würde also schon mal nicht reichen. Bei uns werden mehr als 20 neue Kohlekraftwerke geplant oder gebaut, neue Braunkohle-Tagebaue sollen aufgeschlossen werden und im Rahmen des Konjunkturpakets wurden Milliarden für Klimaschädliche Infrastruktur und Produkte (Autobahnen, Straßen, Opel) ausgegeben.

Dass die Verhandlungen in Kopenhagen scheitern werden, selbst vor dem geringen Anspruch der Politiker, haben viele geahnt. Es ist also nicht der Zeitpunkt, diesem Versagen nachzutrauern.

Das Scheitern ermöglicht auch einen neuen politischen Spielraum für eine globale Klimabewegung von unten. Dafür müssen wir handeln – nicht hätte, haben, können und noch Ideen, was alle anderen Menschen und Staaten tun könnten.

Einige Tipps, hatten wir ja schon in einem Flyer zusammengefasst, wie ohne Verlust von Lebensqualität von Lebensqualität jeder und jede etwas für das Klima tun kann. Aber! das ist nicht genug und es wäre falsch, diese kollektive Aufgabe immer nur auf Individuen abzuwälzen. Ja, jeder und jede kann etwas tun, aber es ist auch an der Zeit, kollektiv etwas zu ändern.

Vier große gewinnorientierte Energiekonzerne helfen uns da wenig. Und so haben Aktive von ROBIN WOOD und Anwohner_innen Bäume im Gählerpark in Hamburg besetzt, um gegen das Kohlekraftwerk Moorburg zu protestieren.

Ich schicke meiner Familie heute noch einmal die dringende Aufforderung, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Und dann arbeite ich in und an der neuen globalen Klimabewegung, die eines ihrer Erweckungserlebnisse unter den Polizeiknüppeln vor dem Verhandlungsgebäude hatte, in dem die Politiker die Welt retteten – äh, retten wollten.

Klima
18. Dezember 2009

Neues vom Klimachaos

Eine genaue Einschätzung der Ergebnisse in Kopenhagen ist noch nicht möglich, aber, sollte es zu einer Einigung kommen, stehen einige Outlines schon so gut wie fest. Insgesamt sind die Themen aber sehr komplex und auch kompliziert. Das 2 Grad Ziel der globalen Erwärmung scheint derzeit aber außer Reichweite, gestern lagen die Schätzungen bei 3 Grad:

Gerade dies ist das Problem, viele NGOs und auch Delegierte wurden heute vom Gipfel ausgeschlossen und so ist es schwer Informationen zu bekommen. Die Verhandlungen liefen aber zum Teil wie folgt:

  • Die Solidarität der afrikanischen Länder bei der Forderung nach Ausgleichszahlungen wurde schnell gebrochen
  • Die Schwellenländer (z.B. Indien und China) wurden gegen die Entwicklungsländer ausgespielt. Schuld am Untergang von Tuvalu bei Anstieg des Meeresspiegels sind nicht die Emissionen der Industriestaaten seit 200 Jahren, sondern die Emissionen der Schwellenländer.
  • Die letzten Entscheidungen treffen die Regierungschefs, weil das Thema Klimawandel immer mehr auch als Wirtschafts- und Sicherheitpolitik verstanden wird
  • Der Technologietransfer in den globalen Süden wird fast nur noch als Exportmöglichkeit verstanden

Die Sprecherinnen und Sprecher des Aktionsbündnisses CJA bleiben weiterhin in Haft. Obwohl die Aktionen des Bündnisses offiziell beendet sind, argumentierte der Richter, dass von diesen weiterhin eine Gefahr ausginge — scheinbar die Gefahr des zivilen Ungehorsams. Dies ist auch eine unbekannte Qualität -gerade die Spokespersons des Bündnisses wurden verhaftet. Es gibt nun eine Petition, diese politisch Inhaftierten freizulassen.

Insgesamt gibt es noch 13 Inhaftierte, nach mehr als 2.000 Ingewahrsamnahmen.

Ach ja, nicht wundern, in den Medien wird heute abend von den Politikern sicher alles was herauskommt als Erfolg gefeiert. Eine genaue Einschätzung der Ergebnisse kann es aber erst in den nächsten Tagen geben. Morgen gibt es dazu hier noch einmal ein Treffen von CJN.