Aktion, Klima, Verkehr
24. Oktober 2011

Ruhestörer – Klimakiller: Fraport kielholen

„Wer jetzt noch schläft, kann bald nicht mehr schlafen“ war der Slogan, mit dem die Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung Ende der 90er Jahre angetreten waren, um die Leute in der Region wachzurütteln und über den geplanten Bau der Landebahn zu informieren. Allein, die Leute ließen sich lieber von Fraport, Jobversprechen, Vereinszuschüssen und „Happenings“ in den Schlaf lullen.

Seit Freitag ist die Landebahn eingeweiht – und die Leute werden seit dem Bekanntwerden der Flugroutenänderung im Frühjahr langsam, aber zu spät wach. Am Samstag zogen etwa 15.000 Menschen vom Mainzer Hauptbahnhof aus über den Rhein nach Mainz-Kastel um gegen den Lärm in ihrer Region und gegen die derzeitigen Flugrouten zu protestieren. Darunter auch große Abordnungen von -man höre und staune!!!! – CDU und SPD, denen jetzt einfällt, dass sie den Ausbau so auch nicht wollen. (Was sie wollen ist klar, nämlich von ihren lärmgeplagten Untertanen wiedergewählt werden und dazu müssen diese vergessen, dass jene den Ausbau mit vorangetrieben haben.)

Dass Robin Wood mehr will, als eine Veränderung der Flugrouten, hatten wir bereits am Freitag im Terminal 2 deutlich gemacht. Am Samstag nutzten Robin AktivistInnen die Theodor-Heuss-Brücke um darauf aufmerksam zu machen, wer der Ruhestörer in der Region ist, dass es aber um mehr als regionalen Lärm geht: „Ruhestörer – Klimakiller – Fraport kielholen“ stand auf dem Transparent, das von den Demonstranten bejubelt wurde, während sich unsere „Freunde und Helfer“, die angerückt waren, um die Ordnung wieder herzustellen, und dabei feststellten, dass sie einige der AktvistInnen ja bereits von der Räumung in Kelsterbach kannten, weniger begeistert zeigten. Gleichzeitig verteilten ROWO-AktivistInnen Infos, die über die Klimaschädigung durch Fliegen aufklären und Flugblätter, die für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept und damit mehr Lebensqualität durch weniger Fliegen werben. Damit haben wir bei vielen, die erkannt haben, dass es nicht nur um Ruhe in der Region geht, den Nerv getroffen und vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken gebracht. Die Freude über zwei gelungene Aktionen ist durch die Inbetriebnahme der Landebahn und die Propaganda und Feierlaune bei Merkel & Co. trotzdem erheblich getrübt. Was bleibt: dran bleiben, weitermachen!

Aglaia Abel und Anne Mühlemeier, posted by

Aktion, Rhein-Main, Verkehr
21. Oktober 2011

Flugverkehr deckeln statt Flughafenausbau bejubeln / ROBIN WOOD-Protest bei Inbetriebnahme der vierten Landebahn am Frankfurter Flughafen

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute am Vormittag im Terminal 2 des Flughafens ein 40 Quadratmeter großes Transparent entrollt mit der Aufschrift: „Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Flugbewegungen deckeln!“ Sie demonstrierten damit gegen die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen, die heute im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Betrieb genommen wurde. „Fliegen ist der Klimakiller Nummer eins, wenn es um das Verhalten des Einzelnen geht. Deshalb brauchen wir nicht mehr, sondern weniger Flugverkehr. Merkel und Ramsauer weihen hier ein Dinosaurierprojekt ohne Zukunft ein“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Aglaia Abel.

Gut eine Stunde protestierten die RobinWood Aktivist_inen gegen die erneute Expansion des Flughafens und wachsenden Flugverkehr weltweit. Während drei Aktivist_innen das Deckengerüst des Terminals nutzen, um ihr Transparent zu hängen (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Flughafen von Cecile für das “coole Klettergerüst”), verteilten andere Aktivist_innen am Boden Flugblätter und warben damit für mehr Lebensqualität durch weniger Fliegen. Unangenehm empfanden die Kletter_innen die Staubwolke durch die sie sich kämpfen mussten und meinten, die Fraport könne sich bei Robin Wood für die Reinigung bedanken. Die Aktivist_innen sind zufrieden mit der gelungenen Aktion. Sie hatten Monate im nun für die Landebahn gerodeten Wald gelebt und trauern um das verlorene Gelände. Resigniert haben sie nicht. “Wir haben nicht verloren, auch wenn die Landebahn nun gebaut wurde, wir werden weiter dafür kämpfen, dass sie irgendwann auch wieder wiederbewaldet wird.”

Für den Bau der vierten Landebahn hat der Flughafenbetreiber, die Fraport AG, rund 300 Hektar Bannwald kahl schlagen lassen. Damit wurden ein wichtiger Klimaregulator, der Lebensraum vieler, teilweise bedrohter Tierarten, ein wertvolles Naherholungsgebiet und natürlicher Schallschutz zerstört. ROBIN WOOD hatte von Anfang an den Widerstand gegen den Bau der neuen Landebahn u.a. mit Baumbesetzungen gestärkt und das Widerstandsdorf im Kelsterbacher Wald unterstützt.

Fraport will mit der Landebahn Nord-West die jährlichen Flugbewegungen von 500.000 auf 800.000 steigern, technisch möglich wären bis zu eine Million Flugbewegungen. Mit der neuen Bahn kann Frankfurt – statt wie bisher 82 – künftig 90 Flüge pro Stunde abfertigen, also alle vierzig Sekunden ein An- bzw. Abflug. Nach Fertigstellung des neuen Terminals 3 soll sogar eine Abfertigung von 126 Flügen pro Stunde möglich sein.

Fliegen schadet dem Klima immens. Bereits heute trägt der Flugverkehr bis zu vierzehn Prozent zur globalen Erwärmung bei. Um einen Klimakollaps noch abzuwenden, ist eine radikale Reduktion der Treibhausgas-Emissionen notwendig. In Deutschland müssten sie laut Umweltbundesamt bis 2050 um neunzig Prozent sinken gegenüber dem Vergleichsjahr 1990. Im Verkehrssektor geht dies nur durch eine Beschränkung des bislang noch stetig wachsenden Flugverkehrs. Bundes- und hessische Landesregierung sorgen jedoch für das Gegenteil und feiern es – wie heute in Frankfurt – noch als Fortschritt, wenn die Infrastruktur für den klimaschädlichsten aller Verkehrsträger ausgebaut wird. „300 Hektar Wald kahl geschlagen und 300.000 Flugbewegungen mehr pro Jahr – das ist eine Bankrotterklärung für eine klimaverträgliche Verkehrspolitik“, sagt Abel. „Klimaschutz in unserem Mobilitätsverhalten fängt mit weniger Fliegen an.“

ROBIN WOOD will bessere Mobilität für alle statt mehr Verkehr. ‚Mehr Verkehr’ bedeutet mehr Lärm, mehr Beton, mehr Abgase, mehr Treibhausgase und mehr Stress. Deswegen brauchen wir keinen Ausbau von Flughäfen, sondern grundlegend neue Ziele in der Verkehrspolitik. Sie geht von der Frage aus: Warum sind Menschen und ihre Sachen unterwegs? Wie können wir unseren Mobilitätsbedürfnissen auch in Zukunft sicher nachkommen – gerecht, umwelt- und klimaverträglich?

Aglaia Abel und Anne Mühlemeier, posted by

Aktion, Energie
29. August 2011

Steigt Vattenfall aus?

Die Gerüchte darüber, dass der schwedische Stromkonzern Vattenfall sich möglicherweise aus dem deutschen Energiemarkt zurückzieht, häufen sich. Anlaß für diese “Spekulationen” ist die laufende Umstrukturierung des Konzerns, aber auch viele wirtschaftliche Probleme. Die Tagesschau zitiert den Energieexperten Prof. Dr. Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, der den Ausstieg von Vattenfall für wahrscheinlich hält: “Vattenfall wird wahrscheinlich über kurz oder lang Deutschland den Rücken kehren.” (siehe hier) Und die Wirtschaftswoche berichtet: “Aber Brancheinsider spekulieren seit langem, dass auch Deutschland bei Vattenfall auf dem Verkaufszettel steht. Zu hart und unwirtlich sind die Rahmenbedingungen hier für die Schweden geworden” (hier)

Nachdem Vattenfall sich vor kurzem aus Belgien verabschiedet hat, zieht sich der Konzern jetzt auch aus dem besonders CO2-Intensiven Engagement in Polen zurück. “Rückzug auf das Kerngeschäft”, nennt sich diese Schrumpfung des Konzerns. Die überaus schlechte CO2-Bilanz sorgt seit Jahren für Ärger beim Vattenfall-Eigentümer, dem schwedischen Staat.

Aber auch im deutschen Markt gilt Vattenfall als “angeschlagen”. Durch die Begrenzung der Atomenergie in Folge der Katastrophe von Fukushima bleiben die beiden AKWs in Brunsbüttel und Krümmel endgültig abgeschaltet und müssen zurück gebaut werden.

Nach der Pannenserie in diesen AKWs und einer katastrophal kommunizierten Preiserhöhung im Jahr 2007 war das Image von Vattenfall schwer angeschlagen, über 250.000 StromkundInnen kündigten ihre Stromverträge.

Baumbesetzung gegen die Vattenfall-Moorburgtrasse im Dezember 2009

Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall

Ärger und höhere Kosten auch beim Bau des Kohlekraftwerks in Hamburg Moorburg. Dort verzögern Materialprobleme die Fertigstellung des umstrittenen Kraftwerks um viele Monate. Außerdem haben Genehmigungsauflagen für den Umweltschutz die Kosten der Anlage deutlich erhöht, z.B. durch die Auflage, einen bislang nicht vorgesehen Kühlturm zu errichten. Und eine geplante Anbindung des Kohlekraftwerks an das Fernwärmenetz stößt auf heftigen Widerstand zahlreicher Initiativen.

Als wäre das nicht schon schwierig genug: Ein Volksbegehren/Volksentscheid könnte dazu führen, dass die Energienetze für Strom und Fernwärme (bisheriger Eigentümer Vattenfall) sowie Gas  (bisher E.on) künftig wieder zu 100 Prozent von der Stadt übernommen werden. Das wäre ein herber Verlust von Infrastruktur für Vattenfall. Auch in Berlin könnten sich die Netze zum Problem entwickeln, denn auch dort wird immer intensiver über eine Rekommunalisierung debattiert.

Last but not Least: Seit Anfang 2011 ist Vattenfall auch das Geschäft mit der Versorgung der öffentlichen Gebäude der Hansestadt los. Die werden inzwischen von RWE Innogy und Dong beliefert. Für Vattenfall nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein Imageschaden.

Schließlich macht auch das ostdeutsche Engagement dem Konzern nur begrenzt Freude. In großen Tagebauen fördert Vattenfall dort die besonders klimaschädliche Braunkohle und verstromt diese mit extrem hohen CO2-Emissionen. Rund 80 Prozent des Vattenfall-Stroms basiert auf dieser Energiequelle.   “Das schlägt ab 2013 teuer zu Buche, denn ab dann werden die Verschmutzungszertifikate, so will es eine EU-Richtlinie, voll berechnet. Fazit. Für Vattenfall rechnet sich das Deutschland-Geschäft dann nicht mehr”, so die Wirtschaftswoche.  (Quelle siehe oben). Um das CO”-Problem in den Griff zu bekommen, macht Vattenfall extrem Druck bei der Entwicklung von Verfahren zur Abtrennung des CO2 und dessen unterirdischer Lagerung. Aber auch hier stehen die Perspektiven schlecht: Zum einen gibt es erheblichem Widerstand der betroffenen Bevölkerung, zum anderen führen diese Technologien, wenn sie denn überhaupt irgendwann funktionieren,  zu höheren Stromkosten.

Diese Anzahl von gravierenden Problemen geben den Spekulationen über einen möglichen Rückzug von Vattenfall aus dem Deutschland-Geschäft Nahrung.

Vattenfall ist Ende der 90er Jahre infolge der Liberalisierung der Strommärkte in das Geschäft eingestiegen. Mit der schrittweisen Übernahme der Hamburgischen Elektrizitäts Werke (HEW), der Bewag in Berlin und den ostdeutschen Tagebauen und Kraftwerken wurde Vattenfall zur Nummer drei im Strommarkt, nach E.on und RWE und vor der EnBW. Dieser Einstieg in Deutschland fand damals vor dem Hintergrund der geplanten Fusionen von E.on und RWE statt. Um diese zu ermöglichen, forderte das Kartellamt damals aus Wettbewerbsgründen, dass ein weiterer Aktuer auf den deutschen Strommarkt mitmischen sollte.

Die Strategie von Vattenfall, sich rund um die Ostsee-Anrainerstatten auszubreiten, ist schon gescheitert. Wie lange Vattenfall sich noch im hart umkämpften deutschen Energiemarkt halten kann, ist offenbar nur noch eine Frage der Zeit.

Hinweis zum Wandel im Energiemarkt: Nach der Wende: Energieversorger ratlos 

Energie
3. Februar 2011

Antrag auf neue Moorburgtrasse gestellt – Protest angekündigt

Am Dienstag reichte Vattenfall in Hamburg einen neuen Antrag für eine Fernwärmetrasse (Moorburgtrasse) ein. Mit dieser soll die Wärme aus dem im Bau befindlichen Klimakillerkraftwerk Moorburg in die Stadt transportiert werden. Wärme ist gut, aber nicht aus einem fossilen Großkraftwerk argumentieren die Bürgerinitiativen und Umweltverbände und wenden sich gegen Kraftwerk und Projekt.

Mit dem Antrag nimmt Vattenfall einen neuen Anlauf für das Projekt, welches zuletzt an Protesten, einer Baumbesetzung von ROBIN WOOD und vor Gericht scheiterte. Der Ort der letzten Baumbesetzung, der Gählerpark soll nach den neuen Plänen nun verschont werden. Dennoch soll ein Großteil der Trasse im Grünzug Altonas verlaufen.

Baumbesetzung gegen die Vattenfall-Moorburgtrasse im Dezember 2009

Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall im Dezember 2009 - März 2010

Zu dem erneuten Anlauf von Vattenfall erklärte die BI Moorburgtrasse-stoppen:

Sollte Vattenfall sich der Haltung der Hamburger Bürger widersetzen, wird unsere Antwort laut und energisch sein. Die BI Moorburgtrasse-stoppen ist aktiv und mischt sich ein. Moorburgtrasse-stoppen versteht sich als Teil von Recht-auf-Stadt, und unser Recht auf unsere Stadt werden wir uns nicht mehr von Kungeleien einiger weniger Konzern- und Politikvertreter nehmen lassen.

Egal, wo Vattenfall sie bauen möchte, wir werden die Moorburgtrasse stoppen!

Energie
21. Dezember 2010

Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft zum Boykott der Vattenfall Lesetage in Hamburg auf. Unter dem Motto “Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen” haben sich Umweltaktive und Kulturschaffende zusammengeschlossen, um gegen den Konzern und seine Klima- und Atompolitik zu protestieren. Hier der Aufruf der verschiedenen Organisationen, unter anderem der Initiative “Moorburgtrasse-stoppen“:

Der Energiekonzern Vattenfall veranstaltet das nach seinen Angaben ´größte privatwirtschaftlich finanzierte Literaturfestival in Norddeutschland´. Die „Vattenfall Lesetage“ finden im kommenden Jahr vom 7. – 14. April statt.

Ein Grund zur Vorfreude, könnte man meinen.

Doch immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger sehen das anders. Denn beim Stichwort „Vattenfall“ denken sie weniger an ein Literaturfestival, sondern eher an Störfälle in den Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel und an Vattenfalls Vertuschungsversuche, sie denken an Klimakatastrophen, an den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg, an die jährlich 9 Millionen Tonnen CO2 und an die vielen gesundheitsschädlichen Stoffe, die der Meiler in die Umwelt entlässt, sollte er in Betrieb gehen.

Vattenfalls Lesetage, und seien sie auch noch so unterhaltsam und interessant, sie können nichts daran ändern: Das Kerngeschäft des Energiekonzerns Vattenfall ist dreckig, unverantwortlich und unfair gegenüber den Menschen, die seine Energiepolitik zu spüren bekommen. Wir fragen: Wie soll man ein Lesevergnügen oder literarische Leckerbissen genießen, wenn man sie von einem Klimakiller serviert bekommt? Das geht gar nicht, meinen wir und möchten Ihnen deswegen die Aktion vorstellen: “Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen”.

Klima, Tropenwald, Verkehr
2. Dezember 2010

Kranich im Blindflug

Lufthansa klopft sich für Agro-Sprit-Pläne selbst auf die Schulter und täuscht damit die Öffentlichkeit

Die Lufthansa will ab 2011 ein Agro-Spritmix versuchsweise als Flugzeugtreibstoff einsetzen. Dafür feiert sich das Unternehmen als Klimaschützer. In der sechsmonatigen Versuchsphase sollen dadurch rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, teilte das Unternehmen mit. Um etwaige Ökobedenken gegen den Pflanzensaft gleich im Keim zu ersticken, setzte Lufhansa Vorstand Mayrhuber noch einen drauf: „Unser Treibstoff ist nachhaltig. Fest steht, dass für Lufthansa-Biotreibstoff kein Regenwald gerodet wird.“

Das ist natürlich Quatsch mit Soße, denn die Geschichte vom klimaschonenden und umweltfreundlichen Agro-Sprit ist längst als Ökomärchen entlarvt. Fliegen mit Pflanzen – Robin Wood Magazin 1/2010 Dabei ist es unerheblich, woher der Rohstoff für die angeblich grüne Fliegerei auch stammen mag. Sei es Raps aus Europa, Palmöl aus Indonesien, oder Jatropha aus Afrika – die Nachfrage von Konzernen wie Lufthansa führt am Ende dazu, dass sich weitere Agrarflächen in die vorhandenen Naturräume dieser Erde hineinfressen. Fachleute nennen diesen Effekt indirekte Landnutzungsänderungen. Dabei können riesige Mengen des Klimagases Kohlenstoffdioxid in die Luft gepustet werden.

In keinem guten Licht steht auch Nesteoil da – der Brennstoff-Lieferant für Lufthansas Agro-Abenteuer. Bei unseren Kollegen von Greenpeace Finnland steht der Konzern wegen Regenwaldzerstörung bereits am Pranger.

Das für diesen Unsinn auch noch Steuergelder aus dem Fenster geworfen werden, ist ein weiterer Skandal. Das Bundesforschungsministerium subventioniert Lufthansa bei diesem Projekt mit zweieinhalb Millionen Euro. Ausgerechnet der notorische Klimakiller Lufthansa bekommt so mit öffentlichem Geld ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Klima, Tropenwald
30. November 2010

Beginn des UN-Weltklimagipfels in Cancún/Mexico

Gestern, am 29. November, hat der UN-Weltklimagipfel (COP 16) in Canún (Mexico) begonnen. Dort beraten VertreterInnen aus mehr als 190 Nationen wie gegen die Folgen des weltweiten Klimawandels vorgegangen werden kann. Ging es Ende der 1990er Jahre noch darum, den Klimawandel zu verhindern, geht es nun darum, die Folgen abzumildern. Auf dem Gipfel wird wieder nur von Nationalstaaten verhandelt – z.B. Indigene bleiben außen vor. Die Hoffnungen auf erforderliche durchgreifende Beschlüsse sind nach den Erfahrungen des Weltklimagipfels in Kopenhagen gering – das Medieninteresse auch.

Stark in der Kritik stehen vor allem der Clean-Development-Mechanism (CDM) und der REDD. Durch diese beiden CO2-Schlupflöcher ist es Industriekonzernen möglich, billig an CO2-Zertifikate zu gelangen um die eigene CO2-Bilanz zu schönen. Konzerne erhalten diese Zertifikate, indem sie entsprechende CDM oder REDD Projekte in Entwicklungsländern finanziell Unterstützen. Der Klimaschutz fällt bei beiden Modellen eher gering aus, viel mehr wird dadurch ein effektiver und nachhaltiger Klimaschutz in den Entwicklungsländern verzögert oder sogar behindert. Deshalb hat sich ROBIN WOOD in einer Resolution gegen diese Intrumente ausgesprochen.

Wir dürfen gespannt sein, ob und was für Beschlüsse in den kommenden zwei Wochen von der Staatengemeinschaft getroffen werden. Die Erwartungen sind gering, die Herrausforderungen denkbar groß.  Zu bekämpfen gilt der weltweite
Temperaturanstieg, die Versauerung der Ozeane, das Abschmelzen der Polkappen und Gletscher und die durch den Klimawandel hervorgerufen soziale Ungerechtigkeit und das Artensterben.

Von Michi und

Aktion, Energie, Klima
5. Oktober 2010

Bäume statt CO2-Endlager – Aufruf zu gemeinsamen Pflanzaktionen

Zu einer gemeinsamen Pflanzaktion von mehr als 10.000 Bäumen vom 12.-14. November rufen verschiedene Umweltorganisationen auf, darunter ROBIN WOOD:

Während der Klimawandel weiter voranschreitet werden in Deutschland neue Kohlekraftwerke geplant und gebaut. Diese Kohlekraftwerke werden Millionen Tonnen zusätzliches CO2 jährlich freisetzen. Legitimiert werden sie mit der Aussicht auf eine mögliche Nachrüstung in 10 bis 20 Jahren mit der sogenannten CCS-Technologie durch die großflächige, unterirdische CO2-Endlager entstehen sollen. Diese teure, ineffiziente und riskante Technik ist höchst umstritten. Durch das Pflanzen von 10.000 Bäumen wollen wir ein Zeichen setzen!

Machen sie mit, ob 1 Baum im Garten oder 10 im Park, oder 100 vor dem Kohlekraftwerk…

Weitere Informationen gibt es unter: www.baeume-statt-co2-endlager.de und demnächst hier bei uns.

Aktion, Energie, Floßtour, Klima
22. August 2010

Flosstour Film Teil 2 – Weiterfahrt bis Mannheim

Nun ist auch der zweite Teil der Floßtour-Dokumentation von Quer-TV online.

Es gibt Einblicke in das Floßleben, in Heilbronn nehmen einige FlößerInnen an einer kleinen „Atom-Alarm”-Demo teil. Wir beobachten das nervöse Verhalten der Wasserschutzpolizei beim Vorbeifahren an Kohlekraftwerken und AKWs.
Und als Höhepunkt wird ein Kran von Robin Wood Aktiven auf dem Gelände des Mannheimer Kohlekraftwerks besetzt.

den ersten Teil gibt es hier……

Energie, Floßtour, Klima, Verkehr
7. August 2010

Floßlogbuch Teil 3 Mannheim – Mainz

Das Floß hat nun beinahe die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht und irgendwie verwechselten wir wohl Heidelberg und Mannheim, weil das Floß in Heidelberg lag und es eine Aktion gegen das Kohlekraftwerk in Mannheim gab. Nun ja, vielleicht wollten wir ja auch nur unseren taktischen Gegner verwirren.
Und so treibt das Floß weiter… nun noch über den Neckar und dann ab Mannheim den Rhein hinab, der die meistbefahrene Schifffahrtsstraße in Europa ist und deshalb auch nicht ganz ungefährlich.

Heidelberg – Mannheim 04.08.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir schon um neun Uhr morgens auf, da wir gut 20 km Fahrt und zwei Schleusen vor uns haben. Nach der Kranbesetzung am Dienstag in Mannheim ist die WaSchPo offensichtlich recht nervös und begleitet uns. An der Feudenheimer Schleuse haben sie wohl Sorge, dass sie nicht mitkommen und wollen bei Rotlicht noch vor uns und einem Schubverband in die Schleuse einfahren. Dafür handeln sie sich einen Anpfiff des Schleusenwärters ein: “Ja macht nur mit eurer Nußschale, wenn der Schuber nicht bremsen kann, seid ihr platt wie ne Flunder!”. (weiterlesen …)