Aktion, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg
14. Februar 2017

Internationale Aktionsfahrt gegen Urantransporte – Mahnwache in HH

Aktivist*innen der Hamburger Kampagne gegen Urantransporte werden sich an der Aktionsfahrt gegen Urantransporte am 18.2. beteiligen.  ROBIN WOOD hat eine Mahnwache in Hamburg Harburg am Bahnhof angemeldet. Sie findet von 9:00 Uhr bis 9:30 Uhr statt.  Die Teilnehmer*innen treffen sich am Gleis 3 für ein Aktionsfoto (die Presse wird eingeladen) und zum Flyer-Verteilen.

Hier die Presseankündigung vom 14.2.2017
* Internationale Aktionsfahrt gegen Urantransporte
* Pressetermin am 18. Februar im Bahnhof Hamburg-Harburg

Am kommenden Wochenende protestieren AtomkraftgegnerInnen mit einer internationalen Aktionsfahrt gegen Urantransporte. Dazu wird es im Bahnhof Hamburg-Harburg einen Presse- und Aktionsfototermin geben, zu dem wir Sie herzlich einladen.

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Pressetermin in Hamburg:
Samstag, den 18. Februar 2017 um 9:00 Uhr, Bahnhof Hamburg-Harburg, Gleis 3
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An diesem Tag wird eine Gruppe von Anti-Atom-AktivistInnen der bundesweiten Koordination gegen Urantransporte, an der ROBIN WOOD beteiligt ist, symbolisch per Regionalbahn Uranerzkonzentrat („Yellow Cake“) von Kiel nach Trier transportieren. Dabei fahren sie – mit Infomaterial und Bannern ausgestattet – die Zugstrecke, die regelmäßig für die zahlreichen Atomtransporte zwischen Hamburg und Trier genutzt wird.

Während der Fahrt wollen sie die Reisenden über die radioaktiv strahlenden Transporte informieren, die bisher weitgehend unbekannt sind. Die AktivistInnen fordern den Stopp der Urantransporte, die dazu dienen, Atomkraftwerke weltweit mit neuem Brennstoff zu beliefern. Die Nutzung von Atomkraft ist unnötig, gefährlich und nicht zu verantworten. (mehr …)

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19. Juni 2016

Sternradeln für’s gute Leben in der Stadt

Fotos: Robin Wood Köln

Fotos: Robin Wood Köln

Über die Hamburger Köhlbrandbrücke und durch den Kölner Rheinufertunnel rollten heute Tausende Räder und kein einziger Auspuff. Seit 1995 in Hamburg, zum neunten Mal in Köln demonstrieren Mitte Juni Radfahrer_innen mit großen Sternfahrten am „Mobil ohne Auto“-Sonntag für klimafreundliche Mobilität ohne Lärm und Gestank.

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Mehr als 20.000 Fahradfahrerinnen und Fahrradfahrer haben bei der
Hamburger Sternfahrt für bessere Fahrradmobilität demonstriert. Dabei konnten Strecken erkundet werden, die sonst für RadfahrerInnen tabu sind: Mehrere Routen führten über die Köhlbrandbrücke und die A255 zum Rathausmarkt. Dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der u.a. der grüne Umweltsenator Jens Kerstan auf der Bühne stand. Er versprach den Teilnehmenden, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen. Der Radverkehrsanteil soll auf 25 % steigen, neue Fahrradspuren und Velorouten sind geplant. Bleibt zu hoffen, dass den schönen Worten möglichst schnell Taten folgen. Wir werden jedenfalls weiter für eine ökologische Verkehrspolitik auf die Straße gehen.

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Hamburger Wetter, Foto und Bericht: Robin Wood Hamburg/Lüneburg

Aktion, Allgemein, Energie
7. April 2016

Uranzug im Hamburger Hafen gestartet

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Rot-grüner Senat in Hamburg bleibt bislang untätig – Woche für Woche laufen Urantransporte über den Hamburger Hafen (Foto: ROBIN WOOD)

Ein Zug mit Uranerzkonzentrat ist zur Stunde auf dem Weg von Hamburg in die Atomfabrik Malvési in Südfrankreich. Anti-Atom-AktivistInnen der Kampagne „Atomtransporte durch Hamburg stoppen!“ und von ROBIN WOOD hatten Proteste dagegen angekündigt. Diese Ankündigung zeitigte offenbar Wirkung: Der Fahrplan wurde geändert. Der Zug startete bereits heute Mittag – und nicht wie in den vergangenen Jahren üblich in den Abendstunden. Um kurz vor 14 Uhr wurde die Durchfahrt des Güterzuges mit neun Containern Uranerzkonzentrat in Hamburg-Wilhelmsburg beobachtet. Die beiden Mahnwachen am Süd-West-Terminal im Hafen ab 15 Uhr und anschließend in Hamburg-Veddel entfallen daher heute. Alle weiteren Mahnwachen und Proteste, die entlang der Transportroute bis nach Südfrankreich angekündigt sind, sollen hingegen stattfinden. Aktuelles gibt es hier: https://twitter.com/urantransport

Das Uranzerkonzentrat war mit dem Atomfrachtschiff ‘Bright Sky‘ der Hamburger Reederei MACS (Maritime Carrier Shipping) am vergangenen Dienstag (5. April) am Süd-West Terminal der Firma C. Steinweg angekommen. Uranerzkonzentrat wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke verwendet.

Woche für Woche laufen Atomtransporte über den Hamburger Hafen. Er ist das Nadelör für die Brennstoffversorgung von Atommeilern in aller Welt. Der Weiterbetrieb der Atommeiler birgt unverantwortliche Risiken – wie die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl auf grausame Weise zeigen. Deshalb setzt sich ROBIN WOOD für einen Stopp der Transporte und die Stilllegung aller Atomanlagen ein.

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19. November 2015

Klimapolitisches Harakiri: Scholz feiert mit Vattenfall offizielle Einweihung des Kohlekraftwerks Moorburg

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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz Hand in Hand mit Vattenfall-Managern bei der offiziellen Einweihung des Kohlekraftwerks Moorburg (Foto: Vattenfall)

Symbolträchtiger kann man einen Termin zur „Einweihung“ eines Kohlekraftwerks, das eh schon seit Monaten am Netz ist, kaum wählen. Knapp zwei Wochen vor dem Klimagipfel in Paris gibt sich Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz dafür her, zusammen mit Vattenfall-Managern den symbolischen roten Knopf für die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu drücken.

Dazu verbreitet der Energiekonzern via Pressemitteilung das Öko-Märchen vom grünen Kraftwerk, das zu den „umweltverträglichsten und effizientesten Steinkohlekraftwerken in Europa“ gehöre. Es spare 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ein – verglichen mit älteren Steinkohlekraftwerken.

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Seit Jahren gibt es Proteste gegen das Kraftwerk, auch heute zur Eröffnung: ROBIN WOOD und BUND-Aktive demonstrieren in Moorburg (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)

Man könnte den Eindruck gewinnen, um den Klimawandel zu stoppen, bräuchten wir mehr tolle neue Kraftwerke von Vattenfall. Welch absurde Verdrehung!

Dringend notwendig für die Energiewende ist ein Ausstieg aus der Kohleverstromung und ein zügiger Rückbau der fossilen Kraftwerke. Doch Vattenfall hat – mit Unterstützung der Stadt Hamburg – wider alle Vernunft rund drei Milliarden Euro in ein neues 1.650 Megawatt-Steinkohlekraftwerk investiert, das für die Versorgung nicht gebraucht wird, Klima, Umwelt und Gesundheit unverantwortlich belastet und der Energiewende im Weg ist.

Mit rund 8,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich belastet das Kraftwerk die Atmosphäre zusätzlich. Hinzu kommen Schwermetalle, Staub und Luftschadstoffe.

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Gefährliches Zündeln – Hamburgs Bürgermeister Scholz und Vattenfall-Chef Hatakka heizen den Klimawandel an. BUND-Protest vor dem Kraftwerk Moorburg (Foto: Robin Wood, U. Bertrand)

Aktive von ROBIN WOOD und dem BUND protestierten daher heute gemeinsam vor dem Kraftwerk gegen die skurrile Einweihungsfeier. KletterInnen von ROBIN WOOD erklommen den Strommasten vor dem Kraftwerk und befestigten dort ein Banner mit dem Slogan: Klimaschutz statt Kohleschmutz“. UmweltschützerInnen vom BUND ließen Scholz und Vattenfall-Chef Hatakka symbolisch an einer Weltkugel zündeln.

ROBIN WOOD fordert für Hamburg als auch bundesweit den Ausstieg aus der Kohleverstromung und eine dezentrale Energieversorgung auf der Basis von 100 Prozent Erneuerbaren Energien.

Mehr dazu….

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20. Oktober 2015

HH – Atomkraftgegner wehrt sich vor Gericht

Drei Container Uranerzkonzentrat wurden am Süd-West-Terminal von C. Steinweg in Hamburg am 19. Oktober 2015 umgeschlagen und gegen 16:45 Uhr über den Schienenweg  Richtung Frankreich losgeschickt. Ziel des Uranzuges ist die AREVA Uranfabrik in Narbonne Malvési. Das ist der zweite Atomtransport aus dem Süd-West-Terminal innerhalb von wenigen Tagen (Transport von vergangenem Donnerstag). Die radioaktive Fracht stammt dieses mal aus Namibia. Über die Urantransporte gibt es einen Ticker.

Derweil sogt die Politik mit einem Atommüllgesetzentwurf „Nachhaftung für Rückbau- und Entsorgungskosten im Kernenergiebereich“ für Schlagzeilen und vermittelt den Eindruck, sie arbeite daran, das Atommüllentsorgungsproblem zu lösen.

Dies ist aber nur Schein und Trug, denn: Die Atomtransporte fahren weiterhin quer durchs Land, und Atommüll wird munter weiter produziert. Vom „Atomausstieg“ sind die Versorgungstransporte der Atomindustrie nicht betroffen. Befördert wird mit dem aktuellem Transport der Rohstoff für die Fertigung von Brennelementen und somit die Produktion von hochradioaktivem Atommüll. Hinzu kommt, dass bei jeder Etappe der Atomspirale, ob beim Uranabbau oder bei den weiteren Verarbeitungsschritten, jeweils eine große Menge Atommüll entsteht.

Aus diesem Grund setzten AktivistInnen mit kreativen Aktionen gegen Urantransporte am Anfang der Atomspirale an.  Unter dem Motto „Atomtransporte stoppen, bevor sie zu Atommüll werden!“

Dafür sollen sie aber durch einen Staat, der ansonsten vorgibt den Atomausstieg voranzutreiben, kriminalisiert werden. Am morgigen Mittwoch 21.10.2015 wird einem ROBIN WOOD-Aktivisten vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg der Prozess gemacht. [ACHTUNG: Update v. 20.10.15, 16:30 Uhr: Das Amtsgericht Harburg hat den Termin ausgesetzt. Die Verhandlung findet NICHT am 21.10.15 statt. Voraussichtlicher neuer Termin: 7.12.2015 um 11:30 Uhr. Wir halten euch auf dem Laufenden!]

Kletteraktion gegen Uranzug November 2014

Kletteraktion gegen Uranzug November 2014

 

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13. September 2015

Protest vor Hamburger Umweltbehörde: Urantransporte stoppen!

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Florian Kubitz von ROBIN WOOD eröffnete die Kundgebung für den Stopp der Atomtransporte über den Hamburger Hafen (Fotos: Robin Wood, U. Bertrand)

„Urantransporte – Stoppen! Sofort!“ – ein Banner mit diesem Slogan flatterte heute Nachmittag zwischen zwei Fahnenmasten vor der Hamburger Umweltbehörde. Daneben bauten Anti-Atom-AktivistInnen ein marodes AKW-Modell auf. Aus einem Lautsprecherwagen klang Musik über den Gertrud-von-Thaden-Platz. Rund 100 AtomkraftgegnerInnen waren heute zur Kundgebung gegen Atomtransporte gekommen. Dazu aufgerufen hatte die Kampagne „Atomtransporte durch Hamburg stoppen“, die von Hamburger Anti-Atomgruppen zusammen mit ROBIN WOOD getragen wird.

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Demozug am S-Bahnhof Wilhelmsburg

Der Ort war in zweifacher Hinsicht gut gewählt: Zum einen führt dort der Schienenweg lang, über den die Güterzüge mit Uranerz zur Weiterverarbeitung in die Atomfabrik Malvési in Südfrankreich rollen. Zum anderen sitzt dort ein wichtiger Adressat der Botschaft: Hamburgs Umwelt- und Energiesenator Jens Kerstan.

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ROBIN WOOD-Protest vor Hamburgs Umweltbehörde

Hamburgs rot-grüne Regierung hat bisher nichts unternommen, um Atomtransporte durch die Hansestadt zu unterbinden. Zwar steht im Koalitionsvertrag, Rot-Grün wolle relevante Hafenbetriebe dazu bewegen, „freiwillig“ auf Atomtransporte zu verzichten. De facto geändert hat sich aber bisher nichts. Selbst die Unternehmen HHLA und Hapag-Lloyd, die mehrheitlich oder anteilig der Stadt gehören, verdienen weiterhin am verantwortungslosen Atomgeschäft.

Der Hamburger Hafen ist das Nadelöhr für die Uranransporte. Das Uranerz wird zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke gebraucht: Ohne Nachschub an Uran, ginge den AKWs der Brennstoff aus.

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Über dieses Gleis rollen die Atomtransporte… Inspektion des Schienenwegs, der direkt an der Umweltbehörde entlang führt

Nach mehreren Redebeiträgen zogen die DemoteilnehmerInnen durch den Stadtteil Wilhelmsburg und inspizierten die Schienenstrecke.

Die heutige Demonstration war der Hamburger Auftakt zu Streckenaktionstagen, die von vielen Anti-Atom-Initiativen bundesweit getragen werden. Sie richten sich gegen den nächsten Urantransport, der ab sofort über den Hamburger Hafen fährt. Aktuelle Infos laufen über diesen Ticker: https://twitter.com/urantransport

Mehr Hintergrundwissen zu Atomtransporten steht im aktuellen ROBIN WOOD-Flyer „Atomtransporte stoppen!“.

Allgemein, Energie, Hamburg/Lüneburg
23. Juli 2015

Verschleppen Hamburger Hafenunternehmen Stopp der Atomtransporte?

Die rot-grüne Koalition in Hamburg mit Bürgermeister Olaf Scholz an der Spitze hat die ersten 100 Tage ihrer Regierungszeit rum. Da wird es Zeit, mal nachzufragen, was sich in Sachen Atomtransporte durch den Hamburger Hafen zwischenzeitlich bewegt hat.

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Hapag-Lloyd-Containerschiffe transportieren radioaktive Materialien, aus denen Brennstoff für Atomkraftwerke hergestellt wird (Foto: ROBIN WOOD)

Im Koalitionsvertrag hat Rot-Grün vereinbart: „Die neue Regierung wird bei relevanten Unternehmen darauf hinwirken, im Wege der Selbstbeschränkung auf den Umschlag und seeseitigen Transport derartiger Stoffe im und durch den Hamburger Hafen zu verzichten.“ Mit derartigen Stoffen sind „radioaktive Stoffe aus Zwecken oder für Zwecke als Kernbrennstoff“ gemeint.

Die Stadt Hamburg ist an zwei in Hamburg ansässigen „relevanten“ Unternehmen, die radioaktive Stoffe transportieren bzw. umschlagen, beteiligt: an der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) mit 69 Prozent und an der Reederei Hapag-Lloyd mit rund 23 Prozent.

ROBIN WOOD-Protest gegen Atomtransporte durch Hapag-Lloyd

ROBIN WOOD-Protest in Hamburg gegen Atomtransporte durch Hapag-Lloyd, 7.2.15 (Foto: ROBIN WOOD, U. Bertrand)

Über ihre Beteiligungen hat sie direkten Einfluss darauf, ob die Unternehmen entsprechende Selbstverpflichtungserklärungen abgeben.

Die städtischen Anteile hält das öffentliche Unternehmen HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement). Deren Geschäftsführer Dr. Rainer Klemmt-Nissen sitzt auch im Aufsichtsrat von Hapag-Lloyd.

Bereits im Mai 2015 hatte ROBIN WOOD Klemmt-Nissen angeschrieben mit der Bitte darüber zu informieren, welche Schritte die HGV bis wann bei Hapag-Lloyd und HHLA unternimmt, um den Koalitionsvertrag umzusetzen.

In dieser Woche trudelte bei ROBIN WOOD eine Antwort ein. Darin heißt es: „Die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) fühlt sich als öffentliches Unternehmen und Holdinggesellschaft der FHH den Vereinbarungen des Hamburger Koalitionsvertrages verpflichtet. Daher nehmen sich die Vertreter der HGV in den Aufsichtsgremien von HLAG und HHLA in geeigneter Weise der Frage des Umschlags und Transports radioaktiver Stoffe im Hamburger Hafen an.“

Welche Weise denn nun als „geeignet“ gilt, darüber schweigt sich die HGV – mit Verweis auf das Aktiengesetz – aus. Transparenz sieht anders aus.

AtomkraftgegnerInnen kündigen Proteste an

Damit der Hamburger Hafen für sämtliche Atomtransporte sämtlicher Reedereien und Umschlagbetriebe gesperrt wird, ist weiterhin politischer Druck nötig – und den wird es geben: Gemeinsam mit Anti-Atom-Initiativen werden sich ROBIN WOOD-Aktive an Protesten gegen den nächsten bekannten Urantransport (Ankunft eines Schiffes mit Uranerzkonzentrat in Hamburg) nach dem 12. September 2015 beteiligen.

Zum Auftakt laden sie für den 13. September ein zu Kundgebung und Schienenspaziergang unter dem Motto „Stoppt die Urantransporte, bevor sie zu Atommüll werden“. Start ist um 15 Uhr am Gertrud-von-Thaden-Platz vor der Umweltbehörde in Hamburg-Wilhelmsburg.

Mehr Wissen:

ROBIN WOOD-Infs zu Atomtransporten und Online-Protest

Hintergrundartikel zur Auseinandersetzung mit Hapag-Lloyd

 

Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Veranstaltung, Verkehr
24. April 2015

Termin-Tipp: Alternative Hafenkonferenz in Hamburg

„Geschäfte ohne Rücksicht auf Verluste?“ – mit dieser Frage wird sich am Wochenende 30.-31. Mai die alternative Hafenkonferenz in Hamburg beschäftigen. Die Konferenz fragt nach dem Preis, der für die Geschäfte rund um den Hafen zu zahlen ist. Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Mit Diskussionen, Vorträgen, einer Ausstellung, Filmen, einer Fahrradtour und einer Hafenrundfahrt nimmt die Konferenz verschiedene Aspekte rund um den Hafen in den Blick.

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Nach dem Brand des Atomfrachters Atlantic Cartier im Hamburger Hafen: Kletterprotest gegen Atomtransporte (Foto: Pay Numrich)

Ein energiepolitisches Panel, das von ROBIN WOOD-Aktiven mitgestaltet wird, befasst sich mit Urantransporten über den Hamburger Hafen.

Die Hafenrundfahrt der Hafengruppe Hamburg führt u.a. zu Deutschlands größtem Kohlehafen, zur größten Raffinerie von Agrosprit und auch zum neuen Klimakiller-Kohlekraftwerk von Vattenfall in Hamburg-Moorburg.

Das Floß auf der Elbblockade von gegenstrom13 / Foto: visual-rebellion.com

Das ROBIN WOOD-Floß beteiligte sich an der Elbblockade der Kampagne gegenstrom gegen das Kohlekraftwerk Moorburg (Foto: visual-rebellion.com)

Außerdem auf dem Programm: die Rüstungsexporte, die Rechte der Seeleute, die Abbau-, Arbeits- und Umwelt-Bedingungen in den Ländern des Globalen Südens sowie die vielfältigen Interventionsmöglichkeiten gegen gefährliche und menschenverachtende Praktiken an der Elbe und anderswo. Auch der Hafenentwicklungsplan und die geplante weitere Elbvertiefung werden Thema sein.

Anlass der alternativen Konferenz ist die Welthafenkonferenz der International Association of Ports and Harbors (IAPH), die anschließend vom 1. bis 5. Juni 2015 in Hamburg abgehalten wird und auf der sich das Who ist Who der Hafenwelt versammelt: aus der Politik, der Verwaltung, aus Verbänden und Unternehmen.

Veranstaltet wird die Alternative Hafenkonferenz vom Eine Welt Netzwerk Hamburg sowie deren Mitgliedsgruppen und Partnerorganisationen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht. Um Anmeldung bis zum 18.5.15  wird gebeten.

Die Konferenz findet am 30.-31. Mai 2015 in Hamburg-Altona statt. Alle weiteren Infos im Programm-Flyer zur Konferenz.

 

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22. April 2015

Greenwashing vom Feinsten: Hamburger Flughafen als „Luftgütepartner“ ausgezeichnet

Kein Scherz! Der Hamburger Flughafen wurde gestern Abend als „Luftgütepartner des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt „Unternehmen für ihr Engagement zur Verbesserung der Luftqualität in Hamburg“. Und wie verbessert ein Flughafen die Luftqualität?

Genannt werden hier die „Bereitstellung von überdachten Fahrradstellplätzen“ sowie die Teilnahme an Aktionen wie ‚Mit dem Rad zur Arbeit‘. Na dann, herzlichen Glückwunsch! Das lässt uns den ganzen Dreck, die Klimabelastung und den Fluglärm glatt vergessen.

Ausgelobt ist der Preis von der Hamburger Handelskammer, übergeben wurde er im Beisein des neuen grünen Umweltsenators Jens Kerstan.

Nur echte Ökos mäkeln da noch rum, dass Fliegen mehr Ressourcen verbraucht und das Klima stärker belastet als jede andere Fortbewegungsart. Ach, das bisschen C02… Wir radeln beim nächsten Mal einfach zum Flughafen, bevor wir in den Flieger steigen. Alles wird gut in der Fahrradhauptstadt Hamburg!

Preiswürdig: Flugbewegungen deckeln, um die Luftqualität zu verbessern

P.S.: Noch ein kleiner Tipp an Vattenfall: Jetzt ein paar funkelnagelneue, überdachte Fahrradstellplätze auf dem Geländes des Kohlekraftwerks Moorburg einrichten – und „Luftgütepartner 2016″ werden. Ausgezeichnet!

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4. März 2015

Kohlekraftwerk Moorburg: Ein fossiler Riese geht offiziell in Betrieb

Am Wochenende war es soweit: Vattenfalls Kohlekraftwerk in Moorburg ging offiziell in Betrieb. Sozial und ökologisch bleibt das Kraftwerk ein Desaster. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks konterkariert die klimapolitischen Ziele der Landesregierung. Fossile Großkraftwerke stehen in vollkommenem Widerspruch zum Beschluss der Energiewende auf Bundesebene.

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Kohlekraftwerk Hamburg Moorburg: Fossiler Riese aus seiner Zeit gefallen. Foto: Ajepbah / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 DE

Moorburg: Erhöhung der CO2-Emissionen Hamburgs um 50 %
Der klimaschädliche CO2-Ausstoss Hamburgs wird mit dem Kraftwerksneubau um 50 Prozent erhöht. Das Kraftwerk wird in etwa soviel CO2 emittieren, wie der gesamte Staat Bolivien.

Bewusst im Unklaren: Der Ursprung der verfeuerten Steinkohle
Die Energieversorgung der Stadt beruht mit Moorburg wesentlich auf Steinkohleimporten deren Herkunft der Betreiber Vattenfall im Unklaren belässt – und das obwohl die Abbaubedingungen in den Förderländern vielfach mit schwerwiegenden menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Problemen verbunden sind.

Kohle macht krank
Die Emissionen aus Kohlekraftwerke verursachen schwerwiegende Gesundheitsschäden, wie Asthma, Herzinfarkte und Lungenkrebs.

Aus der Zeit gefallen: Fossile Großkraftwerke vs. Energiewende
In einem Stromerzeugungssystem mit einem wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien sind Kraftwerke wie das in Moorburg zunehmend ungeeignet. Sie sind auf Dauerbetrieb ausgelegt. Die in Zeiten der Energiewende geforderte Rolle als schnellstartende und flexibel regelbare Kraftwerke können derartige Grundlastkraftwerke technisch nicht übernehmen. Die mittel- bis langfristig vollständige Unabhängigkeit des Energiesystems von fossilen Energieträgern, macht deshalb eine zunehmende Senkung des Anteils an konventionellen unflexiblen Kraftwerken (insb. der Kohlekraft) erforderlich – schlussendlich auf einen Bruchteil der heute installierten Kraftwerksleistung.

Kohlekraft: Bedrohung der Versorgungssicherheit
In Zeiten der Energiewende kann nur mit einer Senkung des Kohleanteils im Strommix auch die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Denn: Je mehr der Anteil erneuerbarer Energien wächst, desto unbeständiger ist auch die Nachfrage nach konventioneller (fossiler) Stromerzeugung. Ein flexibler Ausgleich des variablen Strombedarfs wird dabei immer kostspieliger, je stärker der Kraftwerkspark aus unflexiblen Anlagen besteht. Das bedeutet: Kohlekraftwerke können nur dann ökonomisch sinnvoll betrieben werden, wenn der Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix deutlich begrenzt wird.


In einem Interview mit Klimaretter.info (vom 28. Februar 2015) resümiert ROBIN WOOD-Vorstand Daniel Häfner die Proteste der letzten Jahre gegen das Kraftwerk, wagt eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks-Projekts und zeichnet Perspektiven für die Anti-Kohle-Bewegung.

„Wir müssen immer wieder zeigen, dass es Alternativen gibt. (…) Die Erfahrung zeigt: Man kann und soll sich nicht darauf verlassen, dass politische Parteien oder der Staat einem den Kampf gegen den Klimawandel abnehmen.“

Infos von ROBIN WOOD: Kohlekraftwerk Moorburg