Aktion, Blog, Energie, Prozess, Welt retten
18. Mai 2012

Ausstellung: Protest im Betonblock

Am 17. Mai wurde im Rahmen der Kulturellen Landpartie im Wendland eine Ausstellung über Blockaden des Castrors eröffnet. Am Gasthof Meuchefiz bei Küsten im Wendland werden die Geschichten aller bisher erfolgreicher Ankettaktionen im Betonblock vorgestellt. Die Ausstellung will interaktiv zeigen, warum solche protestformen legitim und notwendig sind, aber auch technisches Hintergrundwissen darstellen.

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Das Ausstellungskollektiv BiG (Beton im Gleis) – ein Zusammenschluss einzelner selbstorganisierter junger Menschen aus Anti-Atom-Zusammenhängen, eröffnete die Wanderausstellung
“Ooops, da wurde wohl was übersehen – Beton im Gleisbett” am Mittwoch. Die interaktive Wanderausstellung informiert über die Geschichte, Hintergründe und Folgen gelungener Ankett-Aktionen in Betonblöcken – eine kreative Widerstandsform, die nicht nach dem Lösen aus dem Gleisbett gegessen und verdaut ist. Darüber hinaus soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Atomenergie angeregt werden.

Dazu das Kollektiv: “Wir wollen mit unserer Ausstellung die Motivation der Aktivist_innen, sich einer solchen Belastung auszusetzen aufzeigen, eine Gleisblockade für Besucher_innen physisch und psychisch mittels möglichst realistisch nachgebauter Attrappen erlebbar machen und das zähe juristische Nachspiel beleuchten. Ferner soll der vielseitige Protest gegen den atomaren Wahnsinn sichtbar gemacht werden. Nur durch die Vielfalt, das Zusammenspiel und die Solidarität der verschiedenen Aktionsformen konnte die Anti-Atom-Bewegung in den Jahrzehnten ihres Bestehens so stark werden.

Die Ausstellung ist in dieser Form einzigartig, weil sich hier Aktivistinnen und Aktivisten über eine spektakuläre Blockade-Technik – die zum Teil weltweite Aufmerksamkeit erreicht hat – zusammengefunden
haben, um einem Baustein des Anti-Atom-Widerstandes eine öffentliche Plattform zu bieten.

Das Anliegen ist aber nicht nur Aufklärung über eine Widerstandsform und ihre Gründe. Vor Ort sollen auch Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden für die Gruppen, die wegen Betonblock-Aktionen vor Gericht stehen (werden): Im Mai begann der Prozess gegen die Lubmin-Aktionsgruppe (Castor Karlsruhe-Lubmin 2010). Die nächste Verhandlung findet am 11. Juni in Greifswald statt (blockmin.blogsport.eu/).

Ein Unterstützer der Betonblock-Aktion in Berg/Pfalz (Castor La Hague – Gorleben 2008) ist derzeit vor dem Amtsgericht Potsdam angeklagt. Auch Strafbefehle gegen die Vastorf-Aktionsgruppe (Castor La Hague –
Gorleben 2011) sind demnächst zu erwarten.

Weitere Termine, Vorträge etc. werden im Rahmen der Kulturellen Landpartie (KLP) stattfinden und sind im Veranstaltungskalender der KLP veröffentlicht. Die Ausstellung soll im Anschluss komplett oder in Teilen in alle vier Himmelsrichtungen weiter ziehen – bisher geplant sind u.a. Stuttgart, Mainz, Rüsselsheim, Hildesheim, die Fusion. Kontakt zum Ausstellungskollektiv gibt es unter: big@notraces.net

Aktion, Energie
24. August 2011

Keine Feier im AKW Brokdorf

E.on hat die für den 1. September geplante Jubelfeier zum 25 jährigen Betriebsjubiliäum des AKW Brokdorf abgesagt. Als Begründung gab ein E.on-Sprecher an, dass die wirtschaftliche Lage des Konzerns kein Grund zum Feiern sei. E.on plant weltweit ca. 11.000 Stellen zu streichen, nachdem der Konzern insgesamt einen Schuldenberg von 30 Mrd. Euro in den letzten Jahren aufgebaut hat.

AtomkraftgegnerInnen, die für die geplante Feier Gegenaktivitäten angekündigt hatten, sehen in diesem Schritt einen kleinen Erfolg: “Widerstand lohnt sich”, stellte Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD fest. “Das E.on im Angesicht der Katastrophe von Fukushima überhaupt an eine Feier gedacht hat, ist schon unanständig gewesen.”

E.on plant außerdem, den Reaktor in Brokdorf möglichst schnell mit nur halber Leistung wieder in Betrieb zu nehmen. Ein entsprechender Antrag zum Wiederanfahren ist bei der Atomaufsicht in Kiel eingereicht. Kurz nach der letzten Revision im AKW Brokdorf musste die Anlage nach dem Totalcrash eines Transformators abgeschaltet werden. Jeder Tag Stillstand kostet E.on laut Pressemeldungen rund eine Million Euro Einnahmeverlust. Daher will E.on das AKW Brokdorf nun mit nur noch einem Transformator so schnell wie möglich wieder in Betrieb nehmen, notfalls eben mit nur halber Leistung.

“Wirtschaftliche Not bei E.on ist nicht gerade ein Hinweis, dass Sicherheit an höchster Stelle steht”, so Dirk Seifert. Auch das AKW Brokdorf ist nicht gegen Abstürze großer Verkehrsflugzeuge gesichert und sollte sofort stillgelegt werden.

Die geplanten Gegenaktivitäten am 1. September der Anti-Atom-Initiativen sind ABGESAGT! Heute Abend findet in Itzehoe eine Informationsveranstaltung zur Unsicherheit des AKW Brokdorf statt. Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit wird über die “Rechte von Nachbarn gegen Atomanlagen” referieren. Ort: „Himmel und Erde“, Kirchenstr. 5, 25576 Itzehoe, Beginn: 19.30 Uhr.

Dirk Seifert, Energiereferent ROBIN WOOD, 040-380892-21, energie@robinwood.de

Aktion
28. Juni 2011

Land unter am AKW Fort Calhoun in Nebraska

Das Hochwasser des Missouri im US-Bundesstaat Nebraska sorgt für weitere Schreckensnachrichten. Die Wassermassen haben das Atomkraftwerk Fort Calhoun bereits komplett umschlossen. Am vergangenen Wochenende platzte nun auch noch eine 600 Meter lange Behelfsbarriere, die das Kraftwerksgelände vor den Fluten schützen sollte. Ein Nebengebäude des Kraftwerks steht seitdem unter Wasser.

Letztes Jahr wurden erhebliche Mängel in Sachen Hochwasserschutz bei dem 40 Jahre alten AKW festgestellt. Dennoch wurde die Betriebsgenehmigung nicht entzogen. Das Kraftwerk wurde in dem maroden Zustand weiterbetrieben. Nun wird die Rechnung in Form eines realen Stresstests präsentiert – und die nächste Atomkatastrophe bahnt sich an. Ein Absinken des Pegels ist nicht in Sicht.

Der Betreiber Omaha Public Power District (OPPD) beschwichtigt, das AKW sei ausreichend geschützt und sicher heruntergefahren. Doch auch ein heruntergefahrenes AKW ist nicht sicher, da es bei einem Ausfall der Kühlpumpen trotzdem zu einer Kernschmelze kommen kann. In Fukushima (Block IV) ist dies deutlich demonstriert worden.

Die Nachrichtenlage der letzten Wochen ist Besorgnis erregend: So mussten aufgrund der festgestellten Sicherheitsmängel besonders viele Inspektionen durchgeführt werden. Am 16. Juni 2011 wurde ein Leck, durch das das Hochwasser hätte eindringen können, entdeckt. Nach einem Brand (!!) in der Schaltzentrale am o7.o6.2o11 mit Ausfall der Notkühlung musste die Mannschaft des AKW für vier Stunden evakuiert werden. Zu Recht wurde der Alarmzustand ausgerufen.

In den Nachrichten erfährt man wenig über diese besorgniserregenden Zustände. Dies ist ungewöhnlich. Soll die hiesige miserable Atompolitik noch schnell “in trockene Tücher” gebracht werden, bevor der Pegel weiter steigt und die Angst vor dem nächsten GAU um sich greift?

Alle Atomkraftwerke und die Uranwirtschaft sofort stilllegen! – Das ist die einzige Garantie, dass ein GAU wie in Fukushima nie wieder vorkommt!

Von Hans und

Aktion, Energie
26. März 2011

Rund 50.000 AKW-GegnerInnen in der Hamburger City

"Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten"" - Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt

"Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten"" - Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt (Foto: Malte Wittmershaus)

In Hamburg war die Stimmung heute energiegeladen. Wo sich sonst die Leute über die Einkaufsmeile schieben, trafen sich heute Zehntausende AtomkraftgegnerInnen.  Anti-AKW-Sonnen bis zum Horizont! ROBIN WOOD hatte zusammen mit Attac einen Lautsprecherwagen im Demozug. Als wir von der Moorweide aus am Rathausmarkt ankamen, war der Platz schon bald rappelvoll, und noch Tausende strömten über die Mönckebergstraße Richtung Rathaus. Vor dem Kundenzentrum von Vattenfall schallten die „Abschalten-„ und „Wir enteignen Vattenfall“-Rufe besonders laut.  Das Infomaterial, Buttons und Aufkleber gingen weg wie nix. Am Lautsprecherwagen füllten sich die Listen mit Namen von Leuten, die sich bereit erklärten, für das Volksbegehren „Unser Hamburg – unser Netz“ im Juni Unterschriften zu sammeln. Ziel des Volksbegehrens ist es, dem Dreckstrom-Konzern Vattenfall in der Hansestadt seine Verteilnetze für Strom, Gas und Fernwärme zu nehmen und sie zurück in die öffentliche Hand und unter demokratische Kontrolle zu holen.

Lautsprecherwagen von ROBIN WOOD und Attac im Demo-Zug (Foto: ROBIN WOOD, R. Fenner)

Lautsprecherwagen von ROBIN WOOD und Attac im Demo-Zug (Foto: ROBIN WOOD, R. Fenner)

Auf der Kundgebung vor rund 50.000 Menschen hatte auch ROBIN WOOD einen eigenen Redebeitrag. Uwe Zabel von der IG Metall, der zusammen mit Dirk Seifert von ROBIN WOOD, die Veranstaltung moderierte, kündigte Aglaia Abel an. Aglaia, 27, ROBIN WOOD-Aktivistin und heute die einzige Frau auf der Bühne, erzählte von ihren Gedanken zu Fukushima und den Konsequenzen, die diese Katastrophe für sie hat. „Ich habe einen Wunsch: Mit euch allen gemeinsam dort im Weg zu sein, wo der Atomstrom alltäglich produziert wird. Ich habe den Wunsch, mit euch gemeinsam den Ausschalter zu finden. Unser Spielraum ist größer geworden. Nutzen wir ihn!“, sagte Aglaia und kündigte an: „Zum Gedenken an Tschernobyl werden wir am 25. April zu den Kraftwerken gehen und als Warnung an den Zäunen rütteln. Abgeschaltete Atomanlagen müssen abgeschaltet bleiben. Und alle anderen Atomkraftwerke – egal, wie alt sie sind – müssen abgeschaltet werden.“

Ein öffentlicher Kommentar zur Atompolitik kam auch von zwei ROBIN WOOD-KletterInnen. Sie hatten zwischen zwei Masten über den Köpfen der Masssen auf dem Rathausmarkt Banner gespannt, eines mit einem Totenkopf und ein weiteres mit dem Slogan: “Wir lassen uns nicht an die Kette legen!Bürgerrechte statt Atomkraft.”

ROBIN WOOD-Kletteraktion auf dem Rathausmarkt (Foto: ROBIN WOOD, R. Fenner)

ROBIN WOOD-Kletteraktion auf dem Rathausmarkt (Foto: ROBIN WOOD, R. Fenner)

Rund eine Viertelmillion Menschen haben heute auf den Demonstrationen in Hamburg, Berlin, Köln und München die Abschaltung aller AKWs gefordert. Heute wurde – aus katastrophal, traurigem Anlass – wieder ein Stück Anti-AKW-Geschichte geschrieben. Weitere Kapitel werden folgen.

Aktion, Energie
26. März 2011

120.000 Menschen demonstrieren in Berlin

Bei wunderbarem Wetter demonstrierten heute mehr als 120.000 Menschen in Berlin für den Atomaustieg. Wir sind hier mit einem Infostand, unser Infomaterial ist ausgegangen, die Sonne scheint und wir schnacken darüber, wie es jetzt weiter geht.

Anti-Atom-Demo in Berlin / Foto: Daniel Häfner

Anti-Atom-Demo in Berlin / Foto: Daniel Häfner

Unsere AKW-Atrappe, die leider nicht rauchen konnte, war ein großer Hingucker und die Reparatur des Kraftwerks erregte großes Interesse. Zwei Aktive bemalten das AKW mit Strahlenschutzfarbe, nun ist es wieder ganz sicher stellten wir dann am Ende fest…und wieder viel schöner.

Auf der Bühne spielten bisher “Wir sind Helden” und sie forderten die Menschen auf, besonders auf die sub-legalen Botschaften zu hören, die in ihren Liedern vorkommen und zum Selbst-Handeln auffordern. Sicher ist eines: Wir wollen den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie!

Diese Demo ist ein deutliches Zeichen und macht Mut, weiter zu streiten.

Ohne Worte / Foto: Christine Reviol / ROBIN WOOD

Ohne Worte / Foto: Christine Reviol / ROBIN WOOD

Aktion, Energie
24. März 2011

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt

Im strahlenden Sonnenschein rauchte am Mittwoch ein Atomkraftwerk vor dem Kanzlerinnenamt. Damit protestierten wir für einen sofortigen Atomausstieg…und gegen weitere Arbeitskreise der Bundesregierung. Die Polizei vor Ort fand das Bild passend und es gab ein großes Interesse von Fotografen.

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt / Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD

Ein rauchendes AKW vor dem Kanzlerinnenamt / Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD

Dass das Moratorium der Bundesregierung ein rein wahltaktisches ist, geben die Regierenden mittlerweile ja auch selbst zu. Wir wollen nicht – mit Protesten – auf die Einsicht der Regierenden hoffen, wir wollen den sofortigen und unumkehrbaren Atomausstieg. Das dies nicht leicht wird, das wissen wir – aber es gibt keine Alternative. Natürlich ist es wichtig zu mahnen und zu demonstrieren. Deshalb rufen wir auch zu den Großdemonstrationen am Samstag in Hamburg, Berlin, Köln und München auf. Doch Fukushima ist keine wirkliche neue Zäsur – Fukushima ist eine Folge der Risiken der Atomtechnologie – die uns schon vor 25 Jahren mit Tschernobyl vor Augen geführt wurde. Und die Atomlobby und die Regierenden wissen das.

Aber wir müssen auch verstärkt darüber nachdenken, was wir selbst tun können…

- zu einem Ökostromanbieter wechseln
- Energiesparen
- unsere Stadtwerke atomstromfrei machen
- erneuerbare Energien fördern – z.B. durch die eigene Solaranlage

Möglichkeiten gibt es viele und diese sind meist sehr individuell. Der Umstieg auf eine solare Vollversorgung ist möglich und nötig. Er wird ein kollektiver Kraftakt – eine Alternative dazu gibt es aber nicht.

Am Samstag sind wir mit dem Atomkraftwerk auf der Demonstration in Berlin zu finden…vielleicht können wir da auch über konkreteres sprechen.

Energie
18. März 2011

26. März – Anti-Atom-Großdemonstrationen – weitere Informationen

Am 26. März wird es bundesweit große Demonstrationen für den Atomausstieg geben. Diese sollen in Hamburg, Berlin, Köln und München stattfinden (Update: die Demonstration in Stuttgart findet so nicht statt). Hier haben wir erste Informationen zusammen getragen, diese werden ständig ergänzt, derzeit entwickelt sich alles sehr dynamisch.

 

Anti-Atom-Kundgebung / Quelle: Andreas Conradt / PubliXviewinG

Anti-Atom-Kundgebung / Quelle: Andreas Conradt / PubliXviewinG

 

Hamburg:
BUND, attac, ROBIN WOOD und viele weitere Menschen und Organisationen rufen zu der Demonstration auf. Der Ablauf in Hamburg soll wie folgt aussehen:

12 Uhr – Moorweide / Bahnhof Dammtor – Auftaktkundgebung
14 Uhr – Rathausmarkt – Großkundgebung mit Livemusik und mehr

Ab Dienstag können Plakate und anderes Material u.a. hier abgeholt werden…

Berlin:
ab 11.00 Uhr Auftakt am Potsdamer Platz
12.00 Uhr Demonstrationsbeginn
14.00 Uhr Kundgebung in der Straße des 17. Juni

Bei Facebook gibt es hierzu die folgende Veranstaltung… für weitere Informationen.

Köln:
14.00 Uhr – Deutzer Werft, gegenüber Kölner Dom – Auftakt

Stuttgart: Update 18.03.: es gab die Vereinbarung, die Demonstration in Süddeutschland in München stattfinden zu lassen.

München:
hier haben wir noch keine weiteren Informationen.

Mehr zu allen Demonstrationen demnächst in diesem Blog, bei .ausgestrahlt oder Facebook

Update 18.03. 24.00 Uhr:

Als zentrale Seite für die Demonstrationen ist nun die Internetseite http://anti-atom-demo.de/ online…

Energie
18. März 2011

Schon mehr als 600 Mahnwachen am nächsten Montag

An mehr als 450 Orten gedachten am letzten Montag mehr als 110.000 Menschen den Opfern in Japan und forderten den Atomausstieg. Auch an diesem Montag, den 21. März wird es zahlreiche Mahnwachen geben – schon jetzt sind mehr als 600 Mahnwachen gemeldet. Doch es finden auch viele andere spontane Aktionen und Demonstrationen statt. (weiterlesen …)

Energie
16. März 2011

Massenhafte (weitere) Anti-Atom-Proteste

Die Lage in Japan spitzt sicher immer weiter zu, und wir schauen mit Besorgnis und Mitgefühl dorthin. Nichts desto trotz gilt es nun, zumindest bei uns eine solche Atomkatastrophe zu verhindern. Das wahltaktische sogenannte Moratorium der Regierung reicht hierfür nicht, zumal es keinerlei rechtliche Bindung hat und z.B. RWE bereits angekündigt hat, dagegen vorzugehen.

Neben den tagesaktuellen Protesten und Aktionen, die auch online stattfinden, kristallisieren sich verschiedene Termine für große gemeinsame Proteste heraus: der nächste Montag mit Mahnwachen, der 26. März mit Großdemonstrationen sowie Kundegbungen am 25. April anlässlich des 25. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe. Und sollte es zu einem Super-GAU kommen, dann wird an vielen Stellen schon jetzt zu Mahnwachen und Demonstrationen am selben Tag um 18.00 Uhr aufgerufen.

Wie hier in Heidelberg gab es an weit mehr als 400 Orten Mahnwachen (Foto: Michi/ROBIN WOOD)

Wie hier in Heidelberg gab es an weit mehr als 400 Orten Mahnwachen (Foto: Michi/ROBIN WOOD)

21. März: Nachdem sich am letzten Montag mehr als 100.000 Menschen an mehr als 450 Orten zu Mahnwachen zusammen gefunden haben, wird es auch am nächsten Montag wieder viele Mahnwachen geben. Ja, wir wollen den Atomausstieg, aber zunächst sollten unsere Gedanken den Menschen in Japan gelten. Deshalb werden viele Mahnwachen am Montag besser organisiert und größer werden…die Opfer in Japan sollten aber auch respektiert werden.

26. März: Großdemonstrationen werden in den Städten Hamburg, Berlin und Köln stattfinden – eine weitere Demonstration soll es in Süddeutschland geben. Dazu rufen verschiedene Umweltorganisationen, u.a. ROBIN WOOD auf. Und im Internet wird dieser Termin schon weit verbreitet.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es dauert, in so kurzer Zeit eine so gewaltige Logistikaufgabe zu stemmen. Plakate drucken, Orte, Bühnen, Ordner, Busse etc. zu organisieren, das dauert etwas. An den genannten Städten und dem Datum wird sich aber nichts mehr ändern. Spenden an die verschiedenen Organisationen können hier helfen.
Selbst handeln, ist hier wichtig. Also: Schon einmal mit den Nachbarn treffen und verabreden. Spätestens zu den Mahnwachen am nächsten Montag wird es genauere Informationen geben.

25. April: Ostern jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl zum 25. mal – mit trauriger Aktualität. Schon lang vorbereitet, wird es an 10 Atomkraftwerken und an 3 Atomstandorten größere Aktionen und Demonstrationen geben. Doch bis dahin ist es noch etwas, weitere Informationen gibt es dann hier oder unter http://www.tschernobyl25.de/

Super-GAU: Sollte es zu einem Super-GAU kommen, dann rufen verschiedene Initiativen schon jetzt zu jeweils kleinen Demonstrationen auf…dann am selben Tag um 18.00 Uhr, wahrscheinlich an den jeweiligen Stellen der Mahnwachen.

Bis dahin bleibt uns, auf die verschiedenen Newsseiten zu verweisen, die einfach aktueller sein können als unser Blog. Auch bei Facebook und Twitter sind wir mit News zu finden.

Energie
14. März 2011

Ankettaktion in Biblis

Seit 18.30 Uhr haben sich zwei freie Aktivist_innen an das Eingangstor des AKW Biblis angekettet, um für die sofortige Stilllegung der zwei Reaktoren in Biblis sowie aller Atomanlagen weltweit zu demonstrieren.

5 1/2 Stunden Ankettung freier Aktivistinnen in Biblis

5 1/2 Stunden Ankettung freier Aktivistinnen in Biblis

Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung: „Die Meldungen aus Japan machen mich betroffen aber auch wütend! Jetzt kommt es darauf an, aus Wut und Trauer Widerstand werden zu lassen und möglichst viel Druck auf die Straße zu tragen.“ so Hanna Poddig, eine der Angeketteten. Der Oberrheingraben zählt zu den seismisch aktivsten Zonen Deutschlands. Dort stehen die drei AKW Biblis (bei Darmstadt), Phillipsburg (bei Karlsruhe), sowie ein Meiler im französischen Fessenheim. Das letzte Erdbeben nahe Biblis ereignete sich im Dezember 2010. Die Aktivist_innen bezweifeln, dass die Reaktoren bzw. die Notkühlsysteme ein stärkeres Erdbeben intakt überstehen würden. Die Reaktoren in Biblis waren immer wieder durch Defizite an der Notstromversorgung, defekte Dübel, Kühlwasserprobleme und Kurzschlüsse in der Anlage aufgefallen. „Der nahende 25. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe und die Geschehnisse in Japan führen deutlich vor Augen: Es gibt keine Option außer der sofortigen Stilllegung.“, so ein Aktivist vor Ort. „Appelle an die Politik sind nutz- und hilflos. Jetzt kommt es darauf an, wach zu werden und Konsequenzen für den eigenen Alltag zu ziehen. Mit dem Wechsel zu garantiert atomstromfreien Energierversorgern wie EWS Schönau, naturstrom, greenpeace energy oder Lichtblick können alle individuell dafür sorgen, dass ihr Geld nicht der Atomlobby zufließt.

Die Unterstützer_innen wurden durch die Polizei weggeschickt und derzeit gibt es keinen Kontakt zu den Angeketteten. Gegen 22.00 Uhr dauerte die Aktion aber noch an. Eine technische Einheit der Polizei war aber auf dem Weg.

Update 1.30 Uhr:

Die Angeketteten wurden losgeschnitten und in Gewahrsam genommen.

Update 10.00 Uhr:

Die Aktivist_innen wurden gegen Mitternacht aus der Ankettung freigeschnitten, damit dauerte die Ankettung 5 1/2 Stunden.  Eine der Aktivist_innen ist wieder aus dem Gewahrsam entlassen.

Hier ein Auszug aus der letzten Pressemitteilung:
Während Hanna und ein Mitstreiter das Tor des Kraftwerks dicht machten, waren weitere Menschen mit Transparenten vor Ort. „Wir wollten die Angeketteten so gut es ging physisch und mental unterstützen. Doch die Polizei schickte uns unter Androhung von Sanktionen über 1,5 Kilometer weit weg. Damit war die Versorgung der Blockierer_innen gefährdet.“, berichtet der Unterstützer Pay nach der Aktion.
Hanna ergänzt: „Auch Telefone wurden uns abgenommen, so dass kein Kontakt zur Außenwelt mehr möglich war. Damit wurde nicht nur unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit behindert, sondern auch eine Bedrohungskulisse aufgebaut“ so Hanna.

„Biblis gehört zu den ältesten und störanfälligsten Kraftwerken in Deutschland. Seine beiden Reaktoren stehen ebenfalls in einem
Erdbebengebiet und gehören zu den am meisten überflogenen Reaktorblöcken in der Welt. Weder die Reaktorhülle noch die Anlage selbst sind gegen den Absturz eines Flugzeuges abgesichert. Kein Wunder das die Betreiber_innen hier keine Aktivist_innen mit Telefonen und Pressekontakten wollen – erst recht nicht an dem Tag, an dem die dritte Explosion in den Reaktorblöcken des AKW Fukushima bekannt wurde, die nun definitiv auch den inneren Druckbehälter beschädigt hat.“, bewertet Unterstützer Pay die Situation.