Blog, Cottbus, Energie, Klima
16. Oktober 2011

Einwendungen gegen neuen Braunkohletagebau

Der Vattenfall-Konzern will südlich von Cottbus weitere 1900 Hektar abbaggern, um Braunkohle für seine Kraftwerke zu gewinnen. Dort würden daraus 204 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 freigesetzt. 810 Menschen sind dieser Planung im Weg und müßten aus Proschim, Lindenfeld und Welzow umgesiedelt/vertrieben werden.

Doch die Einwohner_innen wehren sich und bitten um Unterstützung. “Wir rufen die Bürger auch außerhalb der Lausitz auf, uns mit einer Einwendung zu unterstützen. Wir Proschimer wollen unsere Heimat behalten.” erklärte Ortsvorsteherin Petra Rösch.

In einem Beteiligungsverfahren können sich alle einbringen und protestieren, denn das Klima geht alle an. Einen Musterbrief hierfür gibt es auf der Internetseite www.lausitzer-braunkohle.de.

Blog, Energie, Klima
23. September 2011

CCS-Gesetz gescheitert

Das Gesetz, welches CO2-”Endlagerung” in der Bundesrepublik ermöglichen sollte, ist heute im Bundesrat gescheitert. Weder Bundestag noch Bundesrat wollen den Vermittlungsausschuss anrufen.

Das sogenannte CCS-Gesetz scheiterte heute in der Länderkammer. Grund dafür war unter anderem der energische Widerstand zahlreicher Bürgerinitiativen. Formal kritisiert wurde unter anderem, dass die Haftung für die “Endlager” nach 30 Jahren auf die Länder übergehen sollte, obwohl die Risiken unkalkulierbar sind. Das Land Brandenburg lehnte das Gesetz ab, weil es anderen Bundesländern ermöglicht hätte, aus der Technologie auszusteigen. Damit ist es unwahrscheinlich, dass Unternehmen ein ökonomische Interesse haben, in den nächsten Jahren CO2-”Endlager” in der Bundesrepublik zu errichten und hierfür politischen Druck aufzubauen.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Seit drei Jahren leisten die engagierte Menschen überall in der Bundesrepublik Widerstand gegen eine übermächtig scheinende Energielobby. “Die Politik muss endlich begreifen, dass CCS in Deutschland keine Zukunft hat. Jetzt sei der Weg offen für ein Gesetz, dass die CO2-Verpressung in Deutschland untersagt, so die einstimmige Meinung der Bürger.” Diese Option lasse die EU-Richtlinie ausdrücklich, erklärt Udo Schulze, Vorsitzender der Bürgerinitiative CO2-Endlager stoppen aus dem Landkreis Oder-Spree.

Unterdessen bekräftigen die Bürgerinitiativen ihren Willen zum Widerstand: „Wir werden weitermachen, bis es ein unumkehrbares Nein zum Einsatz der CCS-Technologie gibt“, sagt Ulf Stumpe von der Bürgerinitiative „CO2ntra Endlager“ aus dem Oderbruch.

Weitere Informationen zur CCS-Technologie gibt es in dem gerade neu überarbeiteten ROBIN WOOD – Positionspapier.

Energie, Welt retten
6. September 2011

Plagiat bei Vattenfall

Im Internet wird nunmehr auch ein Plagiatsverdacht zur Doktorarbeit von Vattenfall-Manager Detlef Dähnert diskutiert – das berichten die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Dähnert ist “Umsiedlungsbeauftragter” bei Vattenfall und Honorarprofessor der FH Lausitz.

Detlev Dähnert / Foto: privat

Detlev Dähnert / Foto: privat

Es spricht viel dafür, dass Dähnert Ergebnisse von Vattenfall beauftragter Gutachterfirmen in seiner Doktorarbeit verwendete, ohne das kenntlich zu machen. Er hat seine Position als Auftraggeber damit möglicherweise ähnlich missbraucht, wie Karl-Theodor zu Guttenberg den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Zudem wurden Passagen aus einem Braunkohlenplan-Entwurf der Landesbehörden ohne Quellenangabe übernommen. Dies und eine Reihe weiterer Kritikpunkte rückt die ohnehin erstaunlich knapp gehaltene Arbeit (121 Seiten) in ein fragwürdiges Licht.

Die Arbeit “Bewältigung technischer und sozialer Probleme bei der Konzeption von Umsiedlungen” beschäftigt sich mit der Umsiedlung des Lausitzer Dorfes Haidemühl, für die D. Dähnert als Abteilungsleiter des Bergbaukonzerns zuständig war. Dähnerts Aufgabe bei Vattenfall ist es, die Umsiedlung von Dörfern für Braunkohletagebaue und die Verpressung von Kohlendioxid gegen alle Widerstände durchzusetzen.

Derzeit laufen verschiedene Verfahren, die Braunkohletagebaue in der Lausitz erweitern sollen. Am zeitnächsten ist unter anderem das Dorf Proschim betroffen. Hiergegen können bis Ende November Einwendungen gegen den Braunkohleplan “Welzow-Süd” gerichtet werden.

Im Internet gibt es weitere Informationen unter:
http://vattenplag.co.de/

Energie, Klima
31. August 2011

Braunkohle kann kein Staatsziel sein

Braunkohle kann kein Staatsziel sein“ erklärte gestern der Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) Hans Joachim Schellnhuber nach einem Gespräch mit der Brandenburgischen Landesregierung. Überraschend war auch die Äußerung des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, dass die Verstromung der Braunkohle Unternehmenssache von Vattenfall sei. Die Braunkohle scheint in Brandenburg also ein Auslaufmodell zu sein, zumindest wenn das umstritten Verfahren zur Abscheidung und Endlagerung von Kohlendioxid (CCS) nicht umgesetzt wird.

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! war unsere Forderung zu der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen. (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

Die Äußerung von Matthias Platzeck stellt in mehreren Hinsichten eine Zäsur da. Zunächst einmal macht sie deutlich, dass die Verstromung der Braunkohle in der Zukunft sehr wohl zur Disposition stehen könnte – dies wäre vor wenigen Monaten noch undenkbar gewesen.
Interessant ist dabei auch, dass in der Vergangenheit immer argumentiert wurde, dass die Verstromung der Braunkohle eine quasi-staatliche Aufgabe/Notwendigkeit darstelle, um die Sicherheit der Stromversorgung zu garantieren – eine Aussage, die nicht mehr haltbar ist in einem Bundesland, welches bereits 60% des eigenen Srombedarfs aus erneuerbaren Energien deckt. Bedenklich ist die Aussage aber auch – weil sich die Politik aus ihrer Gestaltungsaufgabe verabschiedet – z.B. endlich auch eine öffentliche Wende in der Energiepolitik zu vollziehen und die Tagebaue sozialverträglich zu beenden.

Interessant ist diese Zäsur aber auch für das Selbstverständnis der Niederlausitz – mit einer langen Bergbautradition. “Ich bin Bergmann – wer ist mehr?” dachten hier viele auch noch nach dem drastischen Rückgang der Braunkohleverstromung nach der Wende. Doch Umfragen sagen mittlerweile etwas anderes und bringen die Kohle-Partei SPD in Bedrängnis: In der Niederlausitz sehen nur noch 39% der Bevölkerung eine stärkere Zukunft in der Braunkohle – brandenburgweit sind es nur 18%.

Blog, Energie, Klima, Welt retten
10. August 2011

Klimacamp in der Lausitz

Am Sonntag startete das Klima- und Energiecamp in der Lausitz. Am Ort Jänschwalde (Janšojce) befindet sich das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik, für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und auch die CO2-Abscheidung und Endlagerung soll hier das erste Mal von Vattenfall getestet werden. Bis zum 14. August wird es dort Workshops und Raum für Vernetzungen geben.

Ausblick vom Klimacamp

Ausblick vom Klimacamp auf das Kraftwerk Jänschwalde

Das Klimacamp findet an einem entscheidenden Ort statt: in Jänschwalde, wo das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk der Republik steht.Für dieses Kraftwerk sollen neue Tagebaue aufgeschlossen werden und hier soll auch das Kohlendioxid abgeschieden werden, welches in “Endlager” in Ostbrandenburg verpresst wird, Das Verfahren wird kritisiert, weil es als hochriskant gilt, was Leckagen und die Grundwasserversalzung angeht.

Auch ROBIN WOOD ist mit dabei, mit verschiedenen Workshops und zum Beispiel einem Schnupperklettern. Am Samstag den 13. August ist eine Demonstration in Cottbus geplant: “Unsere Energie ist nicht eure Kohle! Für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS!”

Energie
30. Januar 2011

CCS-Protest vor der schwedischen Botschaft

Rund 140 Vertreter_innen von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden protestierten am Samstag vor der schwedischen Botschaft in Berlin gegen die CO2-Endlagerung. Konkreter Anlass war die Genehmigung, die Vattenfall für die Untersuchung potentieller Lagergebiete in Ostbrandenburg erhielt.

Die Bürgerinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet übergabe eine Petition an den schwedischen Botschafter, dass der Widerstand der Menschen in den betroffenen Gebieten respektiert und das Vorhaben gestoppt werden müsse.

Das Protestbündnis fordert vom schwedischen Staat einen schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Verbrennung von Braunkohle, keinen Neuaufschluss von Tagebauen, keinen Neubau von Kohlekraftwerken und CO2-Verpressung in Deutschland zuzulassen.  Hintergrund  sind die Pläne des Staatsunternehmens Vattenfall im Osten Brandenburgs und in der Altmark seinen CO2-Industriemüll aus Kohlekraftwerken unter besiedeltem Gebiet zu verklappen. Dafür sollen neue Tagebaue in der Lausitz aufgeschlossen und Dörfer abgebaggert werden.

Energie, Klima
22. September 2010

Vattenfall – alles weiter wie bisher und doch anders?

Es gab viele Gerüchte um die neue Strategie von Vattenfall – sollen die Braunkohletagebaue auslaufen? Das Kraftwerk Moorburg verkauft? Heute wurden die Entscheidungen in einer Pressekonferenz bekannt gegeben: Vattenfall wird Grüner und macht aber doch irgendwie alles wie bisher?

Vattenfall wird sich im Wesentlichen auf ein Kerngeschäft in Schweden, den Niederlanden und Deutschland konzentrieren. Die Gewinne sollen gesteigert werden, der Strom CO2-ärmer und “grüner”. Doch die Ziele sind widersprüchlich und in Deutschland ändert sich zunächst nichts.

Logo der Kampagne "Tschüß Vattenfall", die in Hamburg zum Stromwechsel aufrief

Logo der Kampagne "Tschüß Vattenfall", die in Hamburg zum Öko-Stromwechsel aufrief

Alte Kohlekraftwerke sollen u.a. in Polen und Belgien verkauft werden. Das senkt natürlich die CO2-Bilanz des Konzerns, wenn die Kohle nun von anderen verbrannt wird. “Potenzial für Expansion und Wachstum sieht Vattenfall vor allem in der Energie­erzeugung mit niedrigem CO2-Ausstoß, zum Beispiel mit Windkraft, Kernenergie, Biomasse, Wasserkraft sowie mit Gas.” heißt es in der heutigen Pressemitteilung von Vattenfall.

Und so wird zwar auch in erneuerbare Energien investiert, bei uns bleibt aber zunächst alles beim alten. Vattenfall hat die Chance zu einem nachhaltigen Umbau verpasst. Und so streiten wir weiter:

- gegen das Klimakillerkraftwerk Moorburg in Hamburg
- gegen neue Braunkohletagebaue in der Lausitz
- und gegen die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel, die 2011 wieder ans Netz sollen und gegen das AKW Brokdorf an dem Vattenfall beteiligt ist
- für die Rekommunalisierung des Stromnetzes in Hamburg

Doch eines hat die Unsicherheit über Vattenfalls Strategie gebracht. In der Lausitz und in ganz Brandenburg ist nun langsam auch den letzten klar geworden, dass die Braunkohle endlich ist. Die Diskussion über ein Leben nach der Kohle wird breit geführt.

Update:

Die Präsentation von Vattenfall gibt es hier…

Das Wort CCS, also die Abscheidung und Endlagerung von CO2 taucht nirgendwo in den Papieren auf, in der Pressekonferenz soll allerdings gesagt worden sein, dass sich Vattenfall hier auf einen Zeitraum nach 2020 konzentriert.

Insgesamt bleibt also viel Unsicherheit in der neuen, alten Strategie.

Energie, Klima
15. September 2010

Vattenfalls Ausstieg aus der Braunkohle?

Verschiedene Medien berichteten, dass Vattenfall sich aus der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz bis 2040 zurückziehen wolle. Heute erwies sich dies als Zeitungs-Ente, wirft aber doch interessante Fragen auf.

Aktion gegen neue Tagebaue, im Dezember 2008 am Wahrzeichen von Cottbus / Foto: Daniel Häfner

Aktion gegen neue Tagebaue, im Dezember 2008 am Wahrzeichen von Cottbus / Foto: Daniel Häfner

Verschiedene Medien, so RBB, Lausitzer Rundschau und PNN berichteten, dass Vattenfall sich aus der Braunkohleverstromung zurück ziehen wolle. In einem Gespräch zwischen Vattenfall Oberen und Ministerpräsident Platzeck und dem Wirtschaftsminister wäre das Thema zur Sprache gekommen. Anlass wären die Unwirtschaftlichkeit von CCS und die mögliche Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.

Die Umweltverbände und Betroffene hielten sich zunächst mit Reaktionen zurück, auch und gerade um den energiepolitischen Schwarzen Peter nicht den Betroffenen durch die Atomkraft zuzuschieben. Doch auch der Aufschrei von Seiten der Beschäftigten, der SPD etc. blieb aus. In den Kommentaren zu Artikeln der Zeitungen sind vor allem Stimmen zu finden, die sagen: “Na endlich!”.

Auch wenn die Berichte zumindest übertrieben waren, so haben sie aber doch einen wahren Kern: Sowohl bei Vattenfall selbst als auch im schwedischen Wahlkampf wird sehr wohl über ein Ende der Braunkohleverstromung diskutiert. Und auch der Zeitplan eines Ausstiegs entspricht ungefähr dem Szenario, welches im Volksbegehren “Keine neuen Tagebaue” gefordert wurde.

Dass die klimaschädliche Braunkohleverstromung, die Dörfer und ganze Landschaften vernichtet, enden wird und muss ist allen seit Jahren klar. Wenn wir eine kohlenstofffreie Energieversorgung anstreben, dann muss der Ausstieg aus der Braunkohle eben auch erfolgen.

Insgesamt zeigt der Vorfall, dass der Mythos der Stromlücke eben nicht stimmt und auch, dass CCS immer nur ein Feigenblatt war, die Braunkohleverstromung weiter zu führen – ein Ende der Braukohlevertromung ist aber möglich und nötig. Doch warten wir einmal ab, am Sonntag sind Wahlen in Schweden.

Update:

Auch einen Tag nach der “Zeitung-Ente” des Ausstiegs Vattenfalls aus der Braunkohleverstromung in 30 Jahren in der Lausitz raschelt es im Blätterwald und jeder (Hinterbank-)politiker hat dazu eine Meinung.

Klar ist jedoch, dass Vattenfall natürlich rechnet, wie lange die Braunkohle für sie profitabel ist. Und die Versteigerung von Emissionen ab 2013 wird eben teuer für den klimaschädlichsten aller Energieträger. So forderte der DIW den Ausstieg Brandenburgs aus der Braunkohle, da auch die Verpressung von CO2 zu teuer wäre. Vattenfall ist eben nicht das treusorgende Kombinat aus DDR-Zeiten, sondern ein profitorientiertes Unternehmen.

Politiker, wie der Wirtschaftsminister Christoffers (LINKE) verwenden immer das Wort der “Brückentechnologie” ins Zeitalter der erneuerbaren Energien, dies ist auf Grund des Drucks von Umweltverbänden und Betroffenen ja schon etwas. die zentrale Frage ist aber doch, wie lang die Brücke denn sein soll und da kommt die Brandenburgische Regierungspolitik und z.B. auch die CDU ins schwimmen.

Schon 30 Jahre sind viel zu lang und würden die Vertreibung von mehr als 2.000 Menschen aus den Dörfern bedeuten. Der Anlass der Debatte um den Ausstieg aus der Kohle überrascht. Dass Braunkohle kein Zukunft hat und die Regierungspolitik keinen Plan B ist schon lange bekannt.

Ein weiterer Punkt an der Debatte ist interessant: von nun an müssen nicht mehr Umweltschützer und Betroffene sich dafür einsetzen, das Klima geschont und Dörfer gerettet werden müssen. Von nun an müssen die Befürworter mobilisieren und wir können uns schon an den Ausstieg gewöhnen und konkret an Alternativen weiter arbeiten.

Aktion, Energie, Klima
5. September 2010

Proteste gegen CCS in Beeskow

Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Beeskow in Ostbrandenburg gegen die geplante Verpressung von CO2. ROBIN WOOD beteiligte sich mit einer Abseilaktion am Wahrzeichen der Stadt an den Protesten.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Mehrere Redner_innen wiesen bei der Kundgebung auf die Risiken der Technologie hin. Mit mehr als 1.000 Menschen war die Demonstration eine große Kundgebung in der dünn besiedelten Region und deutliches Zeichen des Protestes. “Keine CO2-Endlager. Weder hier noch anderswo.” stand auf vielen Transparenten und machte somit auch klar, dass die Proteste zwar lokal verankert sind, aber eben nicht nach dem St. Florians-Prinzip funktionieren. Die Initiativen sind bundesweit vernetzt und eben keine NIMBYs (Not in my Backyard / Nicht in meinem Hinterhof). Dies wurde auch durch Unterstützer_innen aus verschiedenen Regionen und Organisationen deutlich.

Das CO2 soll aus Braukohlekraftwerken abgeschieden und dann in Ostbrandenburg verpresst werden. Das Verfahren ist aber großtechnisch nicht erprobt, verbraucht selbst viel Energie und beschleunigt somit den Braunkohleabbau in der Lausitz. Dort sollen weitere Dörfer weichen, das Grundwasser abgesenkt und ganze Landschaften zerstört werden. Dies ein falscher Technologiepfad, die Zukunft gehört den erneuerbaren.

Unsere Aktiven unterstützten die Proteste durch eine Abseilaktion am “Dicken Turm”, dem Wahrzeichen der Stadt Beeskow. Etwas ungewohnt war es schon: alle hießen uns dort herzlich willkommen, der Bürgermeister ließ die Straße unter dem Turm absperren und wir wurden im “Bootshaus” freundlich einquartiert.

Der Turm war insofern als Kletterobjekt spannend, weil er sonst nicht zugänglich ist – den Schlüssel gab es von der Stadt. Der Zugang zum Turm selbst lag in 2,50 Meter Höhe und er ist eben nicht als Aussichtsplattform ausgebaut. Deshalb hatte der Turm auch keine Treppen, die einzelnen Etagen waren mit bis zu 8 Metern langen Leitern versehen, auf denen es von Etage zu Etage ging. Um 16.30 Uhr seilten wir uns pünktlich ab – nach einer halben Stunde war alles leider schon wieder vorbei, da die Kundgebung begann.

Einen filmischen Eindruck der Aktion gibt es in der rbb-Abendschau ab Minute 2:20.

Unser Fazit: Die Aktion war politisch richtig und wichtig – die Menschen der Stadt Beeskow sehr freundlich.