Energie, Klima
18. April 2011

Endlager-Propaganda in Schulen

Die “Endlagerung” von Kohlendioxid ist eine umstrittene und hochriskante Technologie – in mehr als 25.000 Schulen soll sie nun als Umweltschutz verkauft werden – finanziert durch die Energiekonzerne.

Um Interessen durchzusetzen gründen Konzerne gern Lobbyverbände und so wurde zum Thema CO2-”Endlagerung” (CCS, Carbon Capture and Storage) das Informationszentrum (IZ) Klima gegründet. Das IZ Klima hieß lange Zeit im Untertitel auch: Informationszentrum für klimafreundliche Kohlekraftwerke, da dies aber zu offensichtlich war, nennt es sich jetzt Informationszentrum für CO2-Technologien. Finanziert wird es im Wesentlichen von den großen Energiekonzernen. Auf den Kongressen treten dann auch schon einmal EU-Kommissar für Energie Oettinger etc. auf und stellen natürlich Forderungen im Sinne der Konzerne…auch wenn sie damit ihre politischen Befugnisse überschreiten.

Aber die Konzerne haben auch dazu gelernt, dass es eben nicht reicht, Lobbyismus in Richtung der Politik zu betreiben – für die Technologie muss auch Akzeptanz geschaffen werden. Genug Geld gibt es, Akzeptanz kaum. Und anstatt zu akzeptieren, dass die Bevölkerung nicht auf einer Gas-Blase leben möchte, wird immer wieder versucht, Akzeptanz zu schaffen – natürlich angeblich ergebnisoffen. Dabei gehen die PR-Spezialisten nun einen Schritt weiter und verteilen Broschüren “Klimaschutz und CCS” an Schulen – natürlich uneigennützig. Herausgeber ist Zeitbild, eine PR-Agentur mit Verlag, deren Hefte laut Eigenwerbung an 25.000 Schulen gehen. Die Strategie ist perfide, denn die jungen Menschen sollen sich schon einmal an die Endlager gewöhnen – oder besser sogar noch ihre Eltern überzeugen.

Protest regt sich, aber klar ist auch, dass nicht vor jeder Schule Umweltschützer mit Transparent und Infobroschüre stehen können, um dem etwas entgegen zu halten. Die betroffenen Bürgerinitiativen fordern, die Verteilung der Broschüren einzustellen.

Energie
30. Januar 2011

CCS-Protest vor der schwedischen Botschaft

Rund 140 Vertreter_innen von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden protestierten am Samstag vor der schwedischen Botschaft in Berlin gegen die CO2-Endlagerung. Konkreter Anlass war die Genehmigung, die Vattenfall für die Untersuchung potentieller Lagergebiete in Ostbrandenburg erhielt.

Die Bürgerinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet übergabe eine Petition an den schwedischen Botschafter, dass der Widerstand der Menschen in den betroffenen Gebieten respektiert und das Vorhaben gestoppt werden müsse.

Das Protestbündnis fordert vom schwedischen Staat einen schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Verbrennung von Braunkohle, keinen Neuaufschluss von Tagebauen, keinen Neubau von Kohlekraftwerken und CO2-Verpressung in Deutschland zuzulassen.  Hintergrund  sind die Pläne des Staatsunternehmens Vattenfall im Osten Brandenburgs und in der Altmark seinen CO2-Industriemüll aus Kohlekraftwerken unter besiedeltem Gebiet zu verklappen. Dafür sollen neue Tagebaue in der Lausitz aufgeschlossen und Dörfer abgebaggert werden.

Energie
28. Januar 2011

CCS-Untersuchung in Brandenburg genehmigt

In Brandenburg wurde heute die Untersuchung von potentiellen CO2-”Endlagern” (CCS) genehmigt. Der CCS-Beirat der Region hatte sich in seiner Sitzung zuvor dagegen ausgesprochen.

In Ostbrandenburg will Vattenfall in zumindest zwei Gebieten, bei Beeskow und Neutrebbin, die Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund testen. Dafür soll nun zunächst der Untergrund geologisch untersucht werden. In den Regionen regt sich breiter Widerstand. „Mit brachialer Gewalt setzt Christoffers die Pläne Vattenfalls durch und Ministerpräsident Platzeck steht stillschweigend hinter ihm“, kritisierte Udo Schulze, Vorstand der Bürgerinitiative „CO2- Endlager stoppen“. Die Ankündigung der rotroten Regierung in Potsdam bezeichnete Schulze als Kampfansage gegen die Bürger in Ostbrandenburg. Ein Bundesgesetz für CCS existiert – zum Glück – noch nicht.

Insbesondere die Rolle des Vattenfall-hörigen Wirtschaftsministers Ralf Christophers (Linke) wurde immer wieder stark kritisiert, hatte sich doch die Partei im Wahlkampf gegen CCS ausgesprochen. In der Lausitzer Rundschau wurde die Genehmigung mit einer regelrechten Kampagne gegen Tagebaugegner_innen, insbesondere den Linken Bundestagsabgeordneten Neskovic vorbereitet.

Am Samstag wird es in Berlin Proteste vor der schwedischen Botschaft gegen die CCS-Pläne von Vattenfall geben. Die Bewohner_innen der Regionen in Ostbrandenburg mobilisieren für einen Tag X, um sich mit zivilem Ungehorsam den Untersuchungen von Vattenfall entgegen zu stellen.

Aktion, Energie, Klima
5. September 2010

Proteste gegen CCS in Beeskow

Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Beeskow in Ostbrandenburg gegen die geplante Verpressung von CO2. ROBIN WOOD beteiligte sich mit einer Abseilaktion am Wahrzeichen der Stadt an den Protesten.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Mehrere Redner_innen wiesen bei der Kundgebung auf die Risiken der Technologie hin. Mit mehr als 1.000 Menschen war die Demonstration eine große Kundgebung in der dünn besiedelten Region und deutliches Zeichen des Protestes. “Keine CO2-Endlager. Weder hier noch anderswo.” stand auf vielen Transparenten und machte somit auch klar, dass die Proteste zwar lokal verankert sind, aber eben nicht nach dem St. Florians-Prinzip funktionieren. Die Initiativen sind bundesweit vernetzt und eben keine NIMBYs (Not in my Backyard / Nicht in meinem Hinterhof). Dies wurde auch durch Unterstützer_innen aus verschiedenen Regionen und Organisationen deutlich.

Das CO2 soll aus Braukohlekraftwerken abgeschieden und dann in Ostbrandenburg verpresst werden. Das Verfahren ist aber großtechnisch nicht erprobt, verbraucht selbst viel Energie und beschleunigt somit den Braunkohleabbau in der Lausitz. Dort sollen weitere Dörfer weichen, das Grundwasser abgesenkt und ganze Landschaften zerstört werden. Dies ein falscher Technologiepfad, die Zukunft gehört den erneuerbaren.

Unsere Aktiven unterstützten die Proteste durch eine Abseilaktion am “Dicken Turm”, dem Wahrzeichen der Stadt Beeskow. Etwas ungewohnt war es schon: alle hießen uns dort herzlich willkommen, der Bürgermeister ließ die Straße unter dem Turm absperren und wir wurden im “Bootshaus” freundlich einquartiert.

Der Turm war insofern als Kletterobjekt spannend, weil er sonst nicht zugänglich ist – den Schlüssel gab es von der Stadt. Der Zugang zum Turm selbst lag in 2,50 Meter Höhe und er ist eben nicht als Aussichtsplattform ausgebaut. Deshalb hatte der Turm auch keine Treppen, die einzelnen Etagen waren mit bis zu 8 Metern langen Leitern versehen, auf denen es von Etage zu Etage ging. Um 16.30 Uhr seilten wir uns pünktlich ab – nach einer halben Stunde war alles leider schon wieder vorbei, da die Kundgebung begann.

Einen filmischen Eindruck der Aktion gibt es in der rbb-Abendschau ab Minute 2:20.

Unser Fazit: Die Aktion war politisch richtig und wichtig – die Menschen der Stadt Beeskow sehr freundlich.

Energie, Klima
29. August 2010

Demo gegen CO2-Endlager

Am Samstag, den 4.September, ab 17 Uhr findet in Beeskow eine große Kundgebung mit Redebeiträgen, Musik und Modenschau gegen CCS statt. CCS (Carbon Capture and Storage), ist die Abscheidung und Einlagerung von CO2 im Boden, in der Region um Beeskow ist ein Demonstartionsprojekt von Vattenfall geplant.
Erwartet werden hunderte Unterstützer_innen aus Berlin, Brandenburg und anderen betroffenen Gebieten wie Sachsen-Anhalt und  Schleswig-Holstein. Hier einige Argumente der Demonstration:

* CCS ist ein Feigenblatt für neue Kohlekraftwerke. In Deutschland werden zurzeit massiv neue Kohlekraftwerke gebaut, deren CO2-Bilanz eine einzige Katastrophe ist. Die Ausrede der Kohlelobby: CCS, “saubere Kohlekraft”. Doch das ist eine Lüge. Ob die Technologie jemals
funktioniert, ob sie sicher ist, das weiß heute noch kein Mensch. Zerstörerische Tagebaue werden durch CCS nicht überflüssig.

* Es ist unklar, ob CCS wirklich sicher ist. In der Region um Beeskow soll ausprobiert werden, ob das CO2 im Boden bleibt und ob das Trinkwasser (durch das CO2 oder durch die anderen enthaltenen Chemikalien) gefährdet wird. Die Menschen in der Region werden als Versuchskaninchen missbraucht. Nichts ausgeschlossen ist, dass auch das Berliner Trinkwasser gefährdet wird.

* Ein speziell auf Vattenfalls Pläne abgestimmtes Gesetz soll nach den Plänen der Bundesregierung noch dieses Jahr durchgewunken werden.

Weitere Infos zur Kundgebung gibt es hier…..