Energie
5. September 2010

Polizei an der Castor-Schienenstrecke

Noch ist der Termin für den diesjährigen Castor-Transport nicht öffentlich bekannt und doch sind schon die ersten Polizei-Einheiten an der Schienenstrecke postiert. Einige Einheiten der Polizei sind an Brücken und wenigen Bahnübergängen stationiert und kontrollieren auch Ausweise von Spaziergänger_innen.

Polizei an einer Schienenbrücke der Strecke Lüneburg-Dannenberg

Polizei an einer Schienenbrücke der Strecke Lüneburg-Dannenberg

Bisher sind am Mittwoch letzter Woche Container angeliefert worden und Toiletten kamen am Freitag, Strom gibt es noch nicht. Dennoch ist die Polizei, auch mit Fahrradstreifen, schon entlang der Strecke unterwegs und das “Netz” wird von nun an immer enger gezogen. Die Polizei und der Innenminister Niedersachsen erwarten in diesem Jahr einen wachsenden Widerstand gegen den Castor-Transport und die derzeitige Atompolitik der Regierenden. Die Polizei rechnet wohl mit 25.000 Protestierenden während des Transports unter der Woche. Wahrscheinlich mehr, mit “Kind und Kegel” werden es zur Demonstration am Samstag vor dem Transport in Dannenberg hoffentlich sein.

Der nächste Castor-Transport wird von Seiten der Anti-AKW-Bewegung in der ersten oder zweiten Novemberwoche erwartet, ein genauer Termin ist allerdings noch nicht bekannt. Mit der Aktion des “Schotterns” sollen von der Schienenstrecke viele Schottersteine entfernt werden, damit der Castor-Zug seinen Endbahnhof nicht erreichen kann. Mit dieser Aktion wollen in diesem Jahr viele Menschen den Schritt vom Protest zum Widerstand wagen.

Aktion, Energie
25. Mai 2010

Bericht über eine Aktivistin

Im NDR gab es in der letzten Woche einen Bericht über Cécile Lecomte, die mit ROBIN WOOD gegen die Nutzung der Atomenergie protestiert. Der Bericht ist Teil einer Serie über die Anti-AKW-Bewegung. In diesem Beitrag kündigt der Polizeipräsident Niehörster quasi die nächste präventive Ingewahrsamnahme von Cécile vor dem nächsten Castor-Transport an.
Vor dem letzten Castor-Transport wurde Cécile 3 Tage lang in präventive Haft genommen, um Ordnungswiedrigkeiten zu verhindern. Dagegen ist eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig.

Der nächste Castor-Transport wird im November erwartet.

Aktion, Energie
17. April 2010

Nachbetrachtung zum Aktionsquartett

Protest von ContrAtom und ROBIN WOOD in Brunsbüttel

Protest von ContrAtom und ROBIN WOOD in Brunsbüttel

Atomkraftwerke gehören abgewrackt: dies war das Motto unserer gestrigen Proteste und sollte wieder in den Fokus nehmen, dass der sogenannte Atomkonsens ja schon ein fauler Kompromiss ist. In der politischen Debatte sind die beiden Extrempole eben nicht Laufzeitverlängerung für Milliarden-Gewinne der Energiekonzerne und der Atomkonsens. Sondern der Atomkonsens ist schon ein (unbefriedigender, fauler) Kompromiss zwischen der sofortigen Abschaltung der menschenfeindlichen Atomtechnologie und den Wirtschaftsinteressen der Atomkonzerne.

Bei überwiegend schönem Wetter und einzelnen Windböen (die für Kletternde nicht sonderlich nett sind) fanden an 4 Standorten von Atomkraftwerken Proteste statt. Der Protest sollte an den Ort zurückkehren, wo die Gefahr für die Menschen erzeugt wird. Sei dies in Form der Gefahr eines GAUs oder der Produktion von Atommüll. Und wie es bei einer Aktionsgemeinschaft oft vorkommt, setzten wir nicht auf Massenproteste, sondern effektiv auf spektakuläre Aktionen.

Bilder der Aktionen gibt es z.B. bei ContrAtom oder beim Abendblatt, wo Bilder eines dpa-Fotografen verwendet wurden.

Die Proteste in Neckarwestheim und in Brokdorf verliefen ohne größere Störungen, lediglich einige Windböen bereiteten hier Probleme. An beiden Standorten wurden so genannte Tripods, Dreibeine, aufgestellt, an den Transparente befestigt waren. Die Polizei hielt sich zurück und die Aktionen wurden planmäßig beendet.

Polizei und Aktive in Brunsbüttel nach der Aktion

Polizei und Aktive in Brunsbüttel nach der Aktion

In Brunsbüttel, bei dem störanfälligsten aller Atomkraftwerke, fanden gerade Bauarbeiten statt und so waren Zaun und Türen geöffnet. Die Aktiven von ROBIN WOOD und ContrAtom erklommen die Leitern zum vorgelagerten Gaskraftwerk und bestiegen die Türme.Als sie gerade das Transparent “Mit Sicherheit unsicher. Es reicht. Abwracken sofort!” aufspannen wollte, wurden sie von Vattenfall-Mitarbeitern gestört und diese zerschnitten das Transparent. Unsere Aktiven entrollten aber ein kleineres Transparent “Stopp Atom” an einem der Schornsteine. Ein Presse-Agentur-Vertreter war überrascht, er dachte, es handle sich “nur” um eine Sitzblockade. Aber eigentlich war es ja auch nichts anderes – nur in 50 Meter Höhe.

Der Schrottreaktor Krümmel (Foto: quartl)

Der Schrottreaktor Krümmel (Foto: quartl)

Im Atomkraftwerk Krümmel, ebenfalls von Vattenfall betrieben, waren die Aktiven von ROBIN WOOD schon auf dem Kraftwerksgelände, als sie von Bauarbeitern gestoppt wurden. Der Wachschutz des Atomkraftwerks griff erst später ein und kam somit zu spät. Vielleicht war dies der Grund, warum der Sicherheitschef Pape dann anfing ruppig bis brutal zu agieren. Er kündigte an, dass die Aktiven hart bestraft werden würden, drehte ihnen die Handgelenke um und riss einen Aktivisten von hinten zu Boden. Das war in einer bereits völlig entspannten Situation auch sehr mutig von ihm, zumal es scheinbar nicht das erste Mal war, dass der Herr zeigte, dass er mit gewaltfreiem Protest nicht umgehen kann. Nichts desto trotz spannten Aktive ein Transparent vor dem Atomkraftwerk “Für Ökostrom – Vattenfall abschalten”.

Am Protest gegen die Atomkraft können sich alle beteiligen, in dem sie zu einem Ökostromanbieter wechseln oder mitmachen bei der Aktions- und Menschenkette zwischen den AKW Brunsbüttel und Krümmel, dem Anti-Atom-Treck nach Krümmel, der Umzingelung des AKWs Biblis und der Demo am Zwischenlager Ahaus.

Die Aktiven von ROBIN WOOD werten das Aktionsquartett als Erfolg. In einer Pressemitteilung stellt Vattenfall fest, dass die nukleare Sicherheit durch die Aktionen nicht gefährdet wurde. Dies wollen wir ja aber auch nicht. Wir wollen vollständige nukleare Sicherheit – durch die sofortige Abschaltung und Abwrackung der Atomkraftwerke.

Aktion in Brokdorf

Aktion in Brokdorf

Energie
23. März 2010

Hüttenbau gegen das Endlager Gorleben

Am vergangenen Sonntag protestierten mehr als 300 Menschen gegen die Ankündigung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen, die Erkundungen im Salzstock Gorleben wieder aufzunehmen.

Sie errichteten einige Hütten in der Nähe des Bergwerks und im Verlaufe der Bauarbeiten kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Mittlerweile hat der Landkreis eine Schutzhütte anerkannt und den Unterhalt übernommen. So kann diese als Treff- und Infopunkt der bäuerlichen Notgemeinschaft dienen.

Friede den Hütten / Video: graswurzel.tv

Aktion, Energie, Welt retten
9. März 2010

Proteste zum Tschernobyl-Jahrestag

“Totale Sicherheit” war die Überschrift eines Artikels in der Zeitschrift Soviet Live im März 1986, der über das Atomkraftwerk Tschernobyl berichtete. Am 26. April 1986, kaum einen Monat später, kam es zum Super-Gau, dem größten anzunehmenden Unfall in dem Atomkraftwerk. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt, eine große unbekannte Menge von Menschen verstrahlt.

In Deutschland sollen nun, nach Jahren der Auseinandersetzungen, einige der ältesten Atomkraftwerke (AKWs) abgeschaltet werden. Doch die Bundesregierung verhandelt mit den Atomstromkonzernen über Laufzeitverlängerungen und möchte den Ausstieg vom Ausstieg einleiten.

Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt, die Regierungspolitiker daran zu erinnern, dass die Mehrheit der Gesellschaft einen Ausstieg aus der menschenverachtenden Atomenergie will.

Über ganz Deutschland verbreitet wird es deshalb zu verschiedenen Protesten kommen. So in Ahaus, Biblis, Krümmel und mit einer Menschenkette im Norden. An vielen sind ROBIN WOOD-Aktive beteiligt.

Aus der Region Gorleben, wo die Region zur Atommüllkippe werden soll, gibt es einen Trecker-Treck nach Krümmel, in dem in kurzer, aber kraftvoller Fahrt der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie gefordert wird. Der Treck wird sich am 21. April in Bewegung setzen und am 24. am Atomkraftwerk Krümmel zu einer Demonstration eintreffen.

In Ahaus wird am 24. April um 12.30 Uhr am Bahnhof die zentrale NRW-Atomausstiegs-Demo zum Zwischenlager Ahaus beginnen. Dort wird es einen bunten und lauten Demozug zum Atomlager in Ahaus-Ameln geben (ca. 4 km), wo eine Abschlußkundgebung stattfinden wird. In Kürze sollen in Ahaus mehr als 1.800 Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Müll “zwischengelagert” werden.

Die zentrale Aktion für den “südlichen Raum” findet beim Atomkraftwerk Biblis statt. In einer “Kettenreaktion” soll das Atomkraftwerk umzingelt werden.

Unter der gleichen Bezeichnung “KetteReAktion” findet zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette statt. Hier soll ein spektakuläres Signal an Bundesregierung und Stromkonzerne zu gerichtet werden: Auf Atomkraft setzen? Nicht mit uns!

Wir finden, dass für jeden und jede etwas dabei sein sollte, ein Zeichen zu setzen: Atomkraft abschalten, hier jetzt und überall!

Energie
9. Dezember 2009

Strahlendes Klima?

Atomgefahren statt Klimaschutz. Das kann nicht die Antwort sein. Im Atommülllager Morsleben sollen die radioaktiven Hinterlassenschaften der Atomindustrie für die Ewigkeit einbetoniert werden. Dagegen können noch bis zum 19. Dezember Einwendungen erhoben werden. Jede und Jeder kann mitmachen! Vordrucke für Sammeleinwendungen können unter www.robinwood.de/morsleben heruntergeladen werden. ROBIN WOOD empfiehlt: Leistet Widerstand! Macht mit!