Aktion, Blog, Energie, Prozess, Welt retten
18. Mai 2012

Ausstellung: Protest im Betonblock

Am 17. Mai wurde im Rahmen der Kulturellen Landpartie im Wendland eine Ausstellung über Blockaden des Castrors eröffnet. Am Gasthof Meuchefiz bei Küsten im Wendland werden die Geschichten aller bisher erfolgreicher Ankettaktionen im Betonblock vorgestellt. Die Ausstellung will interaktiv zeigen, warum solche protestformen legitim und notwendig sind, aber auch technisches Hintergrundwissen darstellen.

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Modell eines Betonblocks in der Ausstellung

Das Ausstellungskollektiv BiG (Beton im Gleis) – ein Zusammenschluss einzelner selbstorganisierter junger Menschen aus Anti-Atom-Zusammenhängen, eröffnete die Wanderausstellung
“Ooops, da wurde wohl was übersehen – Beton im Gleisbett” am Mittwoch. Die interaktive Wanderausstellung informiert über die Geschichte, Hintergründe und Folgen gelungener Ankett-Aktionen in Betonblöcken – eine kreative Widerstandsform, die nicht nach dem Lösen aus dem Gleisbett gegessen und verdaut ist. Darüber hinaus soll eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Atomenergie angeregt werden.

Dazu das Kollektiv: “Wir wollen mit unserer Ausstellung die Motivation der Aktivist_innen, sich einer solchen Belastung auszusetzen aufzeigen, eine Gleisblockade für Besucher_innen physisch und psychisch mittels möglichst realistisch nachgebauter Attrappen erlebbar machen und das zähe juristische Nachspiel beleuchten. Ferner soll der vielseitige Protest gegen den atomaren Wahnsinn sichtbar gemacht werden. Nur durch die Vielfalt, das Zusammenspiel und die Solidarität der verschiedenen Aktionsformen konnte die Anti-Atom-Bewegung in den Jahrzehnten ihres Bestehens so stark werden.

Die Ausstellung ist in dieser Form einzigartig, weil sich hier Aktivistinnen und Aktivisten über eine spektakuläre Blockade-Technik – die zum Teil weltweite Aufmerksamkeit erreicht hat – zusammengefunden
haben, um einem Baustein des Anti-Atom-Widerstandes eine öffentliche Plattform zu bieten.

Das Anliegen ist aber nicht nur Aufklärung über eine Widerstandsform und ihre Gründe. Vor Ort sollen auch Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden für die Gruppen, die wegen Betonblock-Aktionen vor Gericht stehen (werden): Im Mai begann der Prozess gegen die Lubmin-Aktionsgruppe (Castor Karlsruhe-Lubmin 2010). Die nächste Verhandlung findet am 11. Juni in Greifswald statt (blockmin.blogsport.eu/).

Ein Unterstützer der Betonblock-Aktion in Berg/Pfalz (Castor La Hague – Gorleben 2008) ist derzeit vor dem Amtsgericht Potsdam angeklagt. Auch Strafbefehle gegen die Vastorf-Aktionsgruppe (Castor La Hague –
Gorleben 2011) sind demnächst zu erwarten.

Weitere Termine, Vorträge etc. werden im Rahmen der Kulturellen Landpartie (KLP) stattfinden und sind im Veranstaltungskalender der KLP veröffentlicht. Die Ausstellung soll im Anschluss komplett oder in Teilen in alle vier Himmelsrichtungen weiter ziehen – bisher geplant sind u.a. Stuttgart, Mainz, Rüsselsheim, Hildesheim, die Fusion. Kontakt zum Ausstellungskollektiv gibt es unter: big@notraces.net

Aktion, Energie
13. Mai 2012

Aktionstour “Uranfabrik Gronau abschalten” in Düsseldorf

Die Robin Wood Aktionstour für die Abschaltung der Uranfabrik in Gronau ging gestern in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf zu Ende. Bei fast schon winterlichen Temperaturen waren wir zum Tourfinale mit dem Kletterberg auf dem Burgplatz, gemeinsam mit der BUND-Gruppe aus Duisburg. Während sich viele Kinder und Jugendliche beim “Aufsteigen für den Atomausstieg” übten, informierten wir PassantInnen über die Risiken der Uranfabrik in Gronau und sammelten Unterschriften für deren Abschaltung. Fotos hier.

Fünf Tage lang waren wir in Bonn, Köln, Bielefeld, Münster und Düsseldorf mit einem Aktionsteam, vielen helfenden Händen und lokalen Unterstützer-Initiativen unterwegs, um über die Uranfabrik Gronau zu informieren. Die Anlage unterliegt bis heute nicht dem im letzten Jahr beschlossenen Atomausstiegsgesetz. Während der Betrieb von AKWs befristet wurde, darf die Anlage in Gronau völlig unbefristet weiter betrieben werden und Brennstoff herstellen. Jedes zehnte AKW auf der Welt wird mit Uranbrennstoff aus Gronau betrieben! Statt Ausstieg und Abschaltung wird die Uranfabrik sogar weiter ausgebaut. Ende des Jahres 2012 soll eine Jahreskapaziät von 4.500 Tonnen Uran erreicht werden. Derzeit sind es noch 4.200 Tonnen. Deshalb wollen wir auch nach Abschluss der Tour weiter Druck machen und sammeln auch Online Unterschriften. www.robinwood.de/uran

Aktion, Energie
11. Mai 2012

Uranfabrik Gronau abschalten – Aktionstour heute in Münster

Die Aktionstour ist in Münster angekommen. Gemeinsam mit SOFA Münster, dem AKU Gronau und der AG Schacht Konrad war der Kletterberg heute in der Stubengasse in Münster aufgebaut: Uranfabrik Gronau abschalten – sonst steigen wir euch aus Dach. Um 14 Uhr startete die Aktion mit einer Pressekonferenz, bevor über Redebeiträge und mit Interviews die Menschen in Münster über die Risiken der Uranfabrik Gronau informiert wurden. Zahlreiche Aktive sprachen mit den MünsteranerInnen, sammelten Unterschriften für die Abschaltung der Uranfabrik. Für musikalischen Gegenwind sorgte das deutsch-chilenische Duo “Contraviento” mit vielen schönen Songs! Während dessen erprobten sich vor allem Kinder und Jugendliche an dem fast 10 Meter hohen Kletterberg unter dem Motto: Aufsteigen für den Atomausstieg!

Aktion, Düsseldorf, Energie, Köln
7. Mai 2012

Uranzug blockiert – Aktionstour “Uranfabrik Gronau abschalten” startet

Urantransport bei Gronau blockiert! Anti-Atom-AktivistInnen haben sich heute über der Bahnstrecke bei Münster abgeseilt, um auf die gefährlichen Atomtransporte von und zur Uranfabrik in Gronau aufmerksam zu machen. Ein Zug mit dem radioaktiven Uran konnte daher stundenlang die Strecke nicht passieren. In der Anlage in Gronau wird Uranbrennstoff für Atomkraftwerke in aller Welt hergestellt.  Infos zu dieser Aktion auf www.muensterschezeitung.de und bei SOFA Münster. Die Aktion war auch eine Solidaridätserklärung für AktivistInnen, die heute in Greifswald vor Gericht standen, weil sie im Dezember 2010 einen Castortransport in das Zwischenlager Nord bei Lubmin blockiert haben. (Info hier)

Auch ROBIN WOOD fordert die endgültige Abschaltung dieser Uranfabrik und geht deshalb ab morgen, 8. Mai für fünf Tage auf eine Aktionstour durch NRW. Abschalten, sonst steigen wir euch aufs Dach! Start ist um 14 Uhr in Bonn, dann geht es über Köln, Bielefeld, Münster nach Düsseldorf. Anlass sind die Wahlen in NRW.  Du kannst die Tour unterstützen: Unterschreibe den Online-Protest auf www.robinwood.de/uran. Dort findet du auch weitere Informationen zur Tour und warum die Uranfabrik Gronau sofort abgeschaltet werden muss.

Aktion, Energie, Greifswald
7. Mai 2012

Prozessauftakt zum Protest im Betonblock gegen den Lubmin-CASTOR

Heute morgen hat um 9.00 Uhr in Greifswald ein Gerichtsprozess gegen Aktivisten von ROBIN WOOD begonnen, die im Dezember 2010 im Betonblock stundenlang gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin protestiert hatten. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Nötigung und Beschädigung der Gleisanlagen.

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Transparent zur Unterstützung der Angeklagten im Lubmin-CASTOR-Prozess (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Ab 8.00 Uhr waren ca. 60 Menschen zu einem frühstück vor dem Amtsgericht unter dem Motto: “gerichte sind zum essen da” zusammengekommen. Auch Transparente wurden in Bäume und an Fahnemasten gehangen. Allerdings wurde zumindest eines wieder von der Feuerwehr entfernt.

Solidarisch erklärte sich auch die Organisation contrAtom und forderte den Freispruch der Aktivist*innen: “Wir verurteilen aufs Schärfste den Versuch, den friedlichen Protest der beiden gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken und die damit verbundenen Atommülltransporte zu kriminalisieren und sagen deutlich: Ihr Protest ist auch unser Protest!”, so Bernd Ebeling von contrAtom. “Vor dem Hintergrund der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima, der noch immer ungeklärten Atommüll-Endlagerfrage und der zahllosen Störfälle, die auch in Deutschland den ‘Normalbetrieb’ von AKWs begleiten, betrachten wir den Weiterbetrieb von Atomkraftanlagen als einen permanenten und gewissenlosen Angriff auf Mensch und Natur. Den zivilen Ungehorsam gegen die Atomindustrie betrachten wir darum nicht nur als legitim, sondern auch als unsere demokratische Pflicht. Wir erklären ausdrücklich, dass gewaltlose Protesaktionen wie die, die den beiden Robin-Wood-Aktivisten zur Last gelegt werden, Teil dieses legitimen und unumgänglichen Widerstands sind und sehen daher jeden Versuch, diesen Widerstand zu kriminalisieren auch als einen Angriff auf unsere demokratischen Freiheitsrechte”, so Ebeling weiter.

Der Prozess begann unter großem Medieninteresse. Zwei Anwälte wurden als Pflichtverteidiger zugelassen, weil es in dem Gerichtsverfahren um komplizierte Fragen u.a. des Versammlungsrechts geht.

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Solidarität im Prozess wegen des Lubmin-CASTORs 2010 (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Aktuelle Meldungen gibt es bei Twitter unter dem Hashtag #blockmin

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu

Einen Bericht zum ersten Verhandlungstag finden Sie hier.

 

Blog, Energie, Greifswald
5. Mai 2012

Protest im Betonblock: CASTOR-GegnerInnen in Greifswald vor Gericht

Am kommenden Montag, den 7. Mai, werden zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen in Greifswald vor Gericht stehen. Sie hatten am 16. Dezember 2010 mit einer Protestaktion für den sofortigen Atomausstieg und gegen den Atommüll-Transport nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert. Wegen dieser Aktion sollen sie pro Kopf 3.600 Euro Geldstrafe zahlen. Das entspricht 120 Tagessätzen à 30 Euro. Gegen diesen Strafbefehl haben sie Einspruch eingelegt. Daher kommt es nun zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Zwei RobinWood-Aktive ketteten sich im Gleisbett des Lubmin-Castors an (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

Am 16. Dezember 2010 rollte ein Zug mit ursprünglich aus der Bundesrepublik stammendem, hochradioaktivem Atommüll von der sogenannten Wiederaufbereitungsanlage im französischen Cadarache Richtung Lubmin. Unterwegs wurde er immer wieder von Protestaktionen gestoppt, auch kurz vor seinem Ziel. Dort hatten sich auf Höhe der Ortschaft Friedrichshagen bei Schneetreiben und eisigen Temperaturen zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen an einem im Gleisbett liegenden Betonblock fest geschlossen. Die Weiterfahrt des Atommüllzuges verzögerte sich um mehrere Stunden. Mit ihrer Aktion wollten die beiden ein unmissverständliches und öffentlichkeitswirksames Zeichen gegen Atomkraft setzen. „Endstation Atom, sofort alle aussteigen!“ stand auf ihrem Transparent. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun Zerstörung fremden Eigentums, Störung öffentlicher Betriebe und Nötigung vor.

Die Proteste gegen den CASTOR-Transport lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf das völlig ungelöste Atommüll-Problem. Der hochradioaktive Müll wird über Tausende von Kilometern hin und her transportiert, weil es kein Endlager dafür gibt. Auch Lubmin ist kein geeigneter Lagerort. Trotzdem die „Atomsuppe“ aus Salpetersäure, Plutonium und Uran dort hinzubringen, ist verantwortungslos. Tausende Menschen gingen dagegen auf die Straße, unter ihnen auch der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD). Er hatte auch über Medien und persönliche Emails zum Protest gegen den CASTOR-Transport nach Lubmin aufgerufen.

Damit der Prozess unter öffentlicher Beobachtung stattfindet, sind alle Interessierten und UnterstützerInnen sowie MedienvertreterInnen eingeladen, am kommenden Montag daran teilzunehmen: 9:00 Uhr, Amtsgericht Greifswald, Lange Straße 2a, Saal 10. Ab 8.00 Uhr wird es ein gemeinsames Frühstück vor dem Amtsgericht geben unter dem Motto: “Gerichte sind zum Essen da!”, ab 9.00 Uhr beginnt der Prozess, wird aber durch ein Mahnwache vor dem Amtsgericht begleitet.

Mehr Informationen und Fotos der Aktion gibt es auf dem Blog der AktivistInnen unter: http://blockmin.blogsport.eu

Aktion, Düsseldorf, Energie, Köln
14. April 2012

Aktionstour NRW – URANFABRIK GRONAU ABSCHALTEN

URANFABRIK GRONAU ABSCHALTEN – SONST STEIGEN WIR EUCH AUFS DACH!
ROBIN WOOD startet Aktionstour vom 8. – 12. Mai 2012 durch
Bonn, Köln, Bielefeld, Münster und Düsseldorf

Der Atomausstieg kommt und die Energiewende läuft? Schön wär’s! Immer noch sind neun AKWs in Betrieb und die letzten sechs Risiko-Meiler sollen erst 2021/22 stillgelegt werden. Bis dahin besteht das Risiko schwerster Unfälle. Außerdem wird weiter hochradioaktiver Atommüll erzeugt.

Im westfälischen Gronau steht eine Uranfabrik (Urananreicherungsanlage), in der unbefristet auch nach 2022 Kernbrennstoff für den weltweiten Einsatz in Atomkraftwerken hergestellt wird. Uranbrennstoff – Made in NRW! Schlimmer noch: Trotz Fukushima und dem angeblichen Atomausstieg ist die Uranfabrik in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren sogar noch ausgebaut worden!

Wir finden: Atomausstieg sieht anders aus!

Deshalb gehen ROBIN WOOD und Anti-Atom-Gruppen aus NRW auf Aktionstour: Mit dabei sind Infostände, Kundgebungen und Klettermöglichkeiten für alle auf einem zehn Meter hohen Kletterberg*:

Wir meinen das ernst: UAA-Gronau abschalten – sonst steigen wir euch aufs Dach!

Unterstützt auch den Online-Protest und unterschreibt für die Abschaltung der Uranfabrik Gronau unter www.robinwood.de/uran

* Der Kletterberg kann von Kindern ab fünf Jahren, sowie Jugendlichen und Erwachsenen unter fachkundiger Betreuung bestiegen werden!

Kontakt und weitere Informationen:

ROBIN WOOD Energiereferat, Hamburg
uran(at)robinwood.de

Aktion, Energie
25. Februar 2012

Kletteraktion in Kiel für den Stopp von Atomtransporten auf dem Nord-Ostsee-Kanal und weltweit

AktivistInnen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD und der Kieler Bürgerinneninitiative gegen Atomkraft unterstützten heute mit einer Kletteraktion in der Kieler Innenstadt den Autobahn-Aktionstag gegen Atomtransporte. Zwei Aktivisten spannten ein Transparent mit der Aufschrift “Stopp Atomtransporte. Keine Atomtransporte durch den Nord-Ostsee-Kanal und weltweit!” quer über die belebte Fußgängerzone am Holstenplatz. Andere verteilten Info-Flyer an PassantInnen.

Anti-Atomkraft-Initiativen demonstrierten heute vor allem  in Nordrhein-Westfalen gegen Atomtransporte. Dort sollen möglicherweise demnächst 152 hochradioaktive Castor-Behälter vom Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden sollen.

Mit der Aktion in Kiele wollten die AktivstInnen darauf aufmerksam machen, dass auch im hohen Norden regelmäßig Atomtransporte stattfinden. Jede Woche passieren Schiffe mit radioaktivem Material den Nord-Ostsee-Kanal. Transportiert werden Materialien wie das extrem giftige Uranhexafluorid (UF6, Rohstoff zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke) Uranoxide, unbestrahlte Brennelemente und andere Produkte, die für den Betrieb von Atomanlagen notwendig sind. In der Öffentlichkeit ist wenig bekannt über die Transporte und die Gefahren, die damit verbunden sind.

“Wir wollen mit unserer Aktion über die hochgefährliche Atomtransporte auf Autobahnen, Bahnstrecken und – wie hier in Kiel – auf dem Nord-Ostsee-Kanal informieren und Druck machen, damit sie eingestellt werden. Zu einem echten Atomausstieg gehört unbedingt auch der Stopp der Atomtransporte”, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Patrick Müller. “Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine auch von großen Frachtschiffen stark befahrene Wasserstraße. Das bringt eine hohe Unfallwahrscheinlichkeit mit sich. Der Transport von radioaktivem Material birgt zusätzliche, nicht akzeptable Risiken.”

ROBIN WOOD Kiel und die Kieler Bürgerinneninitiative gegen Atomkraft fordern daher:

sofortige Entwidmung des Nord-Ostsee-Kanals für alle Atomtransporte!
sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik Lingen und der Urananreicherungsanlage Gronau!
sofortige Stilllegung der verbliebenen Atomanlagen-weltweit!

Energie, Prozess
17. Februar 2012

Castor: Plädoyers, Urteil und Rechtsbeschwerde im “Brücken-Prozess”

aktion vorm GerichtAm 14.2.2012, ging vor dem Amtsgericht Potsdam der Prozess gegen vier Robin Wood Aktivist_innen zu Ende, die im November 2008 kletternd auf einer Brücke über dem
Elbe-Seitenkanal demonstrierten
.

Meine Handlungen richte ich nicht nach diesem Staat, der nicht mal in der Lage ist, seine eigene Gesetze einzuhalten. Meine Handlungen richte ich nach meinem Gewissen! Atomkraft ist eine menschenverachtende Technologie. Kreativität und Ausdauer sind meine Waffen dagegen.Strafe ist zwecklos, sie wird mich nicht “umstimmen”.Weil ich genau weiß wofür ich kämpfe und nicht vertragen kann, dass unsere Lebensgrundlage zerstört wird. Frau Richterin Ahle, ich klage Sie an: Indem Sie den kreativen Widerstand gegen die Atomindustrie kriminalisieren, sind Sie Teil des Systems, das diese menschenverachtende Technologie möglich macht. Eine solche Verantwortung würde ich nicht auf dem Gewissen haben wollen. Ich gehe dafür lieber ins Gefängnis – wenn es sein muss.

So das Schlusswort einer der vier Betroffenen am 14.2.2012

Richterin Ahle verurteilte die vier Aktivist_innen  zu Strafen zwischen 100 und 150 Euro. Gegen den Hauptvorwurf der Störung des Bahnbetriebs haben sie sich erfolgreich zur Wehr gesetzt, jetzt legen sie Rechtsmittel gegen das Urteil ein – und sammeln Soli-Geld dafür.

Potsdam spielt seit Umstrukturierung der Bußgeldbehörde 2009  mit zentraler Bußgeldstelle eine wichtige Rolle in Castorprozessen. Bei Ordnungswidrigkeiten richtet sich der Gerichtsstand nach dem Sitz der Bußgeldbehörde. Im konkreten Fall hat dies aber ein erschwerten Zugang zum Gericht zur Folge bezüglich Anreise, Zeit und Kosten für Betroffenen und ZeugInnen, etc. Da es bislang keine höchstrichterliche Entscheidung hierzu gibt, wollen die Betroffenen den Versuch starten, dies zu ändern.

Hier geht es zu einem Bericht über den letzten Prozesstag, hochgeladen wurden auch die in der Verhandlung gestellten Anträge.

Und hier zum Artikel  “Rechtsbeschwerde, Schlusswort und Plädoyer

 

Blog, Energie, Prozess
11. Februar 2012

Castor – Brücken-Prozess in Potsdam: ein Zwischenbericht

Am 14. Februar geht der Castor-Prozess gegen 4 KletteraktivistInnen vor dem Amtsgericht Potsdam weiter. UnterstützerInnen und ZuschauerInnen die sich für Akte III des Justiz-Theaterstücks interessieren, treffen sich  bereits ab 8:30 Uhr vorm Gericht (Hegelallee 8, Potsdam). Das sind  Angaben von UnterstützerInnen, mehr dazu auf dem Flyer  (Flyer Seite 1 , 2)

Hintergrund des Prozesses ist eine Kletteraktion von Robin Wood auf der Elbe-Seiten-Kanalbrücke bei Lüneburg, gegen den Castortransport 2008 nach Gorleben. Justiztheater Akte I wurde bereits am 1. August 2011 aufgeführt, Akte II am 26. Januar 2012.

Die Verhandlung wurde am 26. Januar nach einem Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen Richterin Ahle vertagt. Vorausgegangen waren die politischen Einlassungen der Betroffenen sowie ein Streit über die (nicht)Ladung von Zeugen – was zu mehr Verhandlungstagen führt – und die unsachliche Verhandlungsführung der vorsitzenden Richterin.

Ein zahlreich erschienenes Publikum besuchte am 26.1. die Verhandlung. Darüber freuen sich die Betroffenen sehr. Einige ZuschauerInnen fragten nach den Einlassungen der Betroffenen und Anträgen in schriftlicher Form. Diese Dokumente werden hier zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen ein paar Hintergrundinformationen und neuen Anträgen, die zwischen den Verhandlungstagen schriftlich eingereicht wurden. Und natürlich ist am Dienstag jede-r willkommen!

Weiter lesen  auf dem Blog einer Betroffenen.