Tropenwald

ROBIN WOOD-Magazin

Fackelmann musste den Einsatz afrikanischer Tropenhölzer einräumen

Abtransport eines Baumriesen in Kamerun, Foto: Reiner Tegtmeyer/Global Witness

Der Haushaltswarenproduzent Fackelmann hat nach einer langen Phase des Leugnens nun endlich eingeräumt, afrikanisches Tropenholz verwendet zu haben, deren legale Herkunft nicht belegt war. ROBIN WOOD hatte bei Testkäufen Messer und einen Pizzaheber von der Firma Fackelmann gefunden, deren Griffe aus afrikanischen Sapeli und Sipo bestanden. Dies beweisen von uns veranlasste Analysen durch das renommierte Thünen-Institut. Beide Hölzer stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und stammen aus dem tropischen Afrika – einer krisenreichen Region, in der nach Schätzungen von INTERPOL zwischen 50 und 90 Prozent der Holzernte illegal geschlagen wird.

Trotz mehrmaliger Vorlage dieser Analyse-Ergebnisse hatte Fackelmann jedoch über Monate bestritten, entsprechendes Holz zu verwenden. Man verwende für die entsprechenden Produkte ausschließlich ein „lokales, südchinesisches Hartholz (Kelong, eine lokale Baumart)“, hieß es in einer Erklärung. Fackelmann legte ROBIN WOOD sogar ein Paket mit einer angeblich chinesischen „Kelong-Probe“ vor, das die Angaben des Unternehmens beweisen sollte. Auch diese Proben ließ ROBIN WOOD im Thünen-Institut analysieren. Das wenig überraschende Ergebnis: Auch dabei handelte es sich um die afrikanische Tropenholzart Sapeli.

Nun hat Fackelmann auf den öffentlichen Druck reagiert und verkündet, für die entsprechenden Messer künftig Rotbuchenholz verwenden zu wollen und die anderen Artikel auslaufen zu lassen. ROBIN WOOD fordert Fackelmann dazu auf generell auf den Einsatz von Tropenholz aus Raubbau zu verzichten. Um solche Fälle künftig zu verhindern, setzt sich ROBIN WOOD dafür ein, dass die EU-Holzhandelsverordnung verschärft und Holzart- und Herkunft verbindlich am Produkt angegeben sein müssen.

METRO-Gruppe wortbrüchig: Tropenholz aus Raubbau im Verkauf

ROBIN WOOD-Aktion am GALERIA Kaufhof Gebäude auf der Mönckebergstraße in Hamburg am 23.2.15

Die Tropenwälder dieser Erde schwinden in atemberaubendem Tempo – mit weitreichenden Folgen für die Umwelt, das globale Klima und die Menschen vor Ort. Ein Profiteur dieses Raubbaus ist die Metro-Gruppe. Das belegt ein aktueller Marktcheck von ROBIN WOOD. ROBIN WOOD kaufte bei Galeria Kaufhof, Metro und Real holzhaltige Produkte ein und ließ sie von einem Experten des Thünen-Instituts begutachten. Tropenholz gefunden wurde u.a. in Besteck, Schachbrettern, Pfeffermühlen und Tischtennisschlägern.

Entgegen einer Selbstverpflichtung der Metro-Gruppe war keines dieser Produkte zertifiziert. 1999 hatte sich die Metro-Gruppe gegenüber ROBIN WOOD verpflichtet, „zukünftig keine ... massiven Holzprodukte aus tropischen Harthölzern ohne FSC-Zertifizierung mehr zu disponieren“. Das FSC-Siegel ist ein weltweit gültiges Zertifikat für Waldwirtschaft, das soziale und ökologische Mindeststandards einfordert.

Auf unsere Nachfragen hin konnte keiner der Hersteller die legale und ökologisch vertretbare Gewinnung dieser Hölzer belegen. Viele konnten noch nicht einmal die Art der verwendeten Hölzer richtig benennen. Die verwendeten Hölzer stammen allesamt von gefährdeten Baumarten aus dem tropischen Afrika – einer krisenreichen Region, in der nach Schätzungen von Interpol zwischen 50 und 90 Prozent der Holzernte illegal geschlagen wird. Der Gesetzgeber hat den Handel auf Kosten des Regenwaldes bislang nicht im Griff. Das seit zwei Jahren geltende Holzhandelssicherungsgesetz kann nicht einmal den Import von Produkten aus illegalem Einschlag unterbinden. Ökologische und soziale Mindeststandards verlangt das Gesetz erst gar nicht.

Zur Liste der von uns in Geschäften der Metro-Gruppe gefundenen Tropenholzprodukte (Stand: Februar 2015).

Tabellarische Übersicht: Stichproben bei der METRO-Gruppe (Galeria Kaufhof, real, METRO) Stand: Februar 2015

 

Hintergrundinformation: Rechtsgrundlagen zum Holzhandel (pdf),
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