Hintergrund

Positionspapier von Verbänden der AG Wald im Forum Umwelt und Entwicklung

(ROBIN WOOD arbeitet in der AG Wald mit)

Keine Anrechnung von Wald als Treibhaus-Senke und kein Handel damit in den internationalen Klimaverhandlungen

Im Rahmen der Bonner Klimakonferenz wird über Wälder und Plantagen als Kohlenstoff-Senken diskutiert. Forst- und Plantagen-Projekte sollen als Beitrag zum Klimaschutz finanziell gefördert werden. Dazu nehmen Verbände der AG Wald im Forum Umwelt und Entwicklung Stellung und fordern:

  1. Für einen wirksamen und aktiven Klimaschutz sind drastische Energieeinsparungen und die schnellstmögliche Abkehr von fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl, Erdgas) dringend nötig. Gleichzeitig muss die Nutzung regenerativer Energiequellen gefördert werden. Die umweltschädliche und extrem gefährliche Atomenergie ist keine Alternative.

  2. Wir lehnen die Anrechnung von Wäldern als Treibhaus-Senken und den Handel damit im internationalen Klimaabkommen ab. Wir fordern, den Wald- und Forstbereich von den Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen strikt zu trennen. Aufforstungen, Wiederaufforstungen und Plantagenprojekte können die Treibhausgase, die zur Zeit durch die Verfeuerung der in Jahrmillionen gebildeten gigantischen Kohlenstoffvorräte in die Atmosphäre gelangen, weder einlagern noch dauerhaft binden.

  3. Der Schutz von Primärwäldern und Urwäldern mit ihrer biologischen Vielfalt muss vorrangiges Ziel verantwortungsvoller Umwelt- und Entwicklungspolitik sein. Sie haben unschätzbare Bedeutung für die Stabilisierung des Klimas und die Speicherung großer Mengen Kohlenstoffs. Rodung und Degradation machen diese Wälder zu CO2 -Quellen.

  4. Energie- und Holzplantagen tragen nicht zum Klimaschutz bei. Sie sind heute schon eine Ursache der Waldvernichtung und des Klimawandels. Es besteht die Gefahr, dass für diese Plantagen noch mehr Urwälder und naturnahe Wälder abgeholzt werden. Plantagen speichern weniger Kohlenstoff als Misch- und Naturwälder, stehen in Konkurrenz zu anderen Landnutzungsformen (Nahrungsmittelproduktion) und sind als Monokulturen sehr anfällig für Schadereignisse.
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