|
Hintergrund
Positionspapier
von Verbänden der AG Wald im Forum Umwelt und Entwicklung
(ROBIN WOOD arbeitet in der AG Wald mit)
Keine Anrechnung von Wald als Treibhaus-Senke und kein
Handel damit in den internationalen Klimaverhandlungen
Im Rahmen der Bonner Klimakonferenz wird über Wälder
und Plantagen als Kohlenstoff-Senken diskutiert. Forst- und Plantagen-Projekte
sollen als Beitrag zum Klimaschutz finanziell gefördert werden. Dazu
nehmen Verbände der AG Wald im Forum Umwelt und Entwicklung Stellung
und fordern:
- Für einen wirksamen und aktiven Klimaschutz sind
drastische Energieeinsparungen und die schnellstmögliche Abkehr von
fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl, Erdgas) dringend nötig.
Gleichzeitig muss die Nutzung regenerativer Energiequellen gefördert
werden. Die umweltschädliche und extrem gefährliche Atomenergie
ist keine Alternative.
- Wir lehnen die Anrechnung von Wäldern als Treibhaus-Senken
und den Handel damit im internationalen Klimaabkommen ab. Wir fordern, den
Wald- und Forstbereich von den Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen
strikt zu trennen. Aufforstungen, Wiederaufforstungen und Plantagenprojekte
können die Treibhausgase, die zur Zeit durch die Verfeuerung der in
Jahrmillionen gebildeten gigantischen Kohlenstoffvorräte in die Atmosphäre
gelangen, weder einlagern noch dauerhaft binden.
- Der Schutz von Primärwäldern und Urwäldern
mit ihrer biologischen Vielfalt muss vorrangiges Ziel verantwortungsvoller
Umwelt- und Entwicklungspolitik sein. Sie haben unschätzbare Bedeutung
für die Stabilisierung des Klimas und die Speicherung großer Mengen
Kohlenstoffs. Rodung und Degradation machen diese Wälder zu CO2 -Quellen.
- Energie- und Holzplantagen tragen nicht zum Klimaschutz
bei. Sie sind heute schon eine Ursache der Waldvernichtung und des Klimawandels.
Es besteht die Gefahr, dass für diese Plantagen noch mehr Urwälder
und naturnahe Wälder abgeholzt werden. Plantagen speichern weniger Kohlenstoff
als Misch- und Naturwälder, stehen in Konkurrenz zu anderen Landnutzungsformen
(Nahrungsmittelproduktion) und sind als Monokulturen sehr anfällig für
Schadereignisse.
Hintergrund
© ROBIN WOOD
|