Hamburg, 24.6.99
Redaktion: Umwelt/Aktuelles
Was macht der Elch im Tropenwald?
ROBIN WOOD protestiert gegen Tropenholzmöbel bei IKEA
IKEA ist wieder in das Geschäft mit Tropenholzmöbeln eingestiegen. Die Einrichtungskette verkauft Gartenmöbel aus Teak ohne glaubwürdigen Herkunftsnachweis. Mitglieder der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD kletterten daher auf Dächer und Türme der IKEA-Märkte in Berlin und Hamburg. Auf riesigen Transparenten warnten sie: "Achtung! Elch im Tropenwald." In Köln klärten die UmweltschützerInnen mit Flugblättern die Kundschaft über die Tropenholzgeschäfte von IKEA auf. Zeitgleich gingen in allen deutschen Filialen Protestfaxe ein.
IKEA behauptet, das Teak für die Möbel stamme "von Plantagen mit nachhaltiger Forstwirtschaft in Java/Indonesien". Diese Behauptung konnte das Unternehmen auf Nachfrage von ROBIN WOOD jedoch nicht belegen. Aus fast allen der 57 Forstbezirke auf Java wird mehr Holz herausgeholt, als nachwächst. Nur drei Plantagen werden nachhaltig bewirtschaftet und sind daher mit dem international anerkannten FSC-Siegel des Forest Stewardship Council ausgezeichnet. Die Teakmöbel von IKEA (Modell Harstena) tragen jedoch kein FSC-Siegel.
Dabei ist IKEA sogar Mitglied des Weltforst-Rates. "IKEA schreibt sich den Umweltschutz zwar auf die Fahnen", kritisiert Christoph Meyer, Tropenwaldexperte von ROBIN WOOD, "tatsächlich aber torpediert der Konzern das Engagement für eine nachhaltige Forstwirtschaft." IKEA müßte jetzt zertifizierte Ware kaufen, um den indonesischen Forstbetrieben und den deutschen VerbraucherInnen zu signalisieren, daß das Unternehmen die ökologische Forstwirtschaft voranbringt. "Statt dessen schert IKEA ohne Not aus einem verantwortungsvollen Umgang mit Tropenholz aus", so Meyer. "Elchtest nicht bestanden", lautet daher das Fazit der UmweltschützerInnen.
ROBIN WOOD fordert IKEA auf, den vollmundigen Öko-Versprechen endlich Taten folgen zu lassen und ab sofort kein Tropenholz ohne FSC-Zertifikat mehr zu bestellen. Die restlichen Tropenholzprodukte sollen zugunsten des Regenwaldschutzes abverkauft werden. Das Unternehmen soll seine Kundschaft künftig korrekt und vollständig über die Herkunft seiner Holzprodukte informieren.
ROBIN WOOD erwartet, daß die Selbstverpflichtung auch für das zum IKEA-Konzern gehörende Einrichtungshaus Habitat gilt. Im vergangenen Jahr hatte ROBIN WOOD aufgedeckt, daß Habitat mit irreführenden Aussagen für Tropenholzmöbel warb. Auch in diesem Jahr türmen sich bei Habitat Möbel aus tropischem Raubbauholz. Allein die Schwindel-Etiketten fehlen.
Für Rückfragen: Fachreferent Tropenwald und
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Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22