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Pressemitteilung   Bremen, den 21.4.99
Redaktion: Umwelt/Aktuelles

Pssst..., heute ist Ruhetag!

ROBIN WOOD fordert am Lärmschutztag Verschärfung des Nachtflugverbots

Lärm steht auf der Rangliste der Umweltplagen ganz oben. Fast jeder Mensch fühlt sich hierzulande durch Lärm gestört, viele werden sogar krank daran. Um auf diese Belastung aufmerksam zu machen, hat der AK Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Akustik heute bundesweit zu einem TAG FÜR DIE RUHE - GEGEN DEN LÄRM aufgerufen. ROBIN WOOD unterstützt diesen Aktionstag mit einem Fahrradkorso zu verschiedenen Lärmschwerpunkten in Bremen, darunter große Straßenkreuzungen und der Flughafen.

Lärm kann zu Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Gehörschäden und psychosomatische Erkrankungen führen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist heute bereits jeder sechste Bürger einem derart hohen Lärmpegel durch den Straßenverkehr ausgesetzt, daß erhöhte Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen zu befürchten sind.

"Versuche, den Verkehrslärm allein durch technische Maßnahmen etwa Lärmschutzwände zu ersticken sind gescheitert", bilanziert Sabine Koch, Verkehrsexpertin von ROBIN WOOD. "Die angestrebten Verbesserungen wurden vom rasant anwachsenden Auto- und LKW-Verkehr förmlich plattgefahren."

Den effektivsten Lärmschutz bewirken eine weitgehende Verkehrsvermeidung und ein Umstieg auf umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel wie Fahrad, Bus und Bahn. Notwendig ist außerdem ein flächendeckendes Tempolimit auf Autobahnen sowie die Einführung von Tempo 30 in der Stadt. Durch Tempo 30 in der Stadt könnte der Lärmpegel um 3 dB (A) gesenkt werden. Für das menschliche Ohr würde dies eine Halbierung des Lärms bedeuten.

Immer stärker wird die akustische Belastung auch durch den wachsenden Flugverkehr. Nächtliche Schlafstörungen durch Touristikjets oder Postflugzeuge sind - auch in Bremen - längst keine Seltenheit mehr. Zwar ist in der Genehmigung für den Verkehrsflughafen Bremen eindeutig festgeschrieben, daß Luftfahrzeuge in der Zeit von 22.00 Uhr und 7.00 Uhr Ortszeit nicht starten und landen dürfen. Doch wird diese Bestimmung durch eine lange Liste von Ausnahmeregelungen durchlöchert. Daher gibt es - trotz des Nachtflugverbots - zur Zeit in Bremen wöchentlich ca. 120 An- und Abflüge während der Nacht.

Es ist allerhöchste Zeit für ein Umdenken und Umlenken in der Verkehrspolitik. ROBIN WOOD fordert deshalb:

  • Einführung eines flächendeckenden Tempolimits auf Autobahnen (100), Bundesstraßen (80) und in der Stadt (30)
  • massive Förderung von ÖPNV, FahrradfahrerInnen und FußgängerInnen
  • strikte Einhaltung des Nachtflugverbotes; Streichung der Ausnahmeregelungen
  • Ruhe muß als schützenswertes Rechtsgut in das Umweltrecht aufgenommen werden

Sabine Koch, Verkehrsexpertin; Ute Bertrand, Pressesprecherin

Der Fahrradkorso startet um 17.30 Uhr an der Ecke Langemarckstraße/Neustadtscontrescarpe.

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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