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ROBIN WOOD | GREENPEACE
Hamburg, den 19.3.99
Redaktion: Umwelt
Wem gehört der Wald?
Schwedische Saami kämpfen um Weiderechte für Rentiere
Privatwaldbesitzer wollen den Saami im nordschwedischen Lappland per
Gerichtsbeschluß verbieten, Rentiere im Winter in ihren Wäldern weiden zu lassen.
Dieser Konflikt hat sich jetzt durch einen Spruch des Obersten Gerichtshofs Schwedens
weiter zugespitzt. Demnach ist der Staat nicht gezwungen, die Saami in den Prozessen
zu vertreten, obwohl ihr Weiderecht in Schweden gesetzlich verankert ist. Damit drohen
ihnen der Verlust ihrer Lebensgrundlage durch ein Ende der Rentierhaltung sowie
Prozeßkosten in Millionenhöhe. VertreterInnen der Saami, die derzeit eine
Informationsreise durch Europa unternehmen, um auf diese Auseinandersetzung
aufmerksam zu machen, wandten sich heute in Hamburg an die deutsche Öffentlichkeit.
"Das Recht auf Zugang zu Weidegebieten für die Rentiere ist eine Frage des
Überlebens für uns und die saamische Kultur", sagte Olof Johansson, Rentierhalter
und Vorsitzender der Gemeinde Tossosen. "Unsere Gemeinde hat bereits einen
Prozeß gegen eine Gruppe privater Waldbesitzer in erster Instanz verloren. Wenn wir in
der Berufungsverhandlung unterliegen, verlieren wir drei Viertel unserer
Winterweidegebiete in den Wäldern rund um Tossosen", beklagte Johansson.
ROBIN WOOD und GREENPEACE unterstützen die Saami, indem sie sich für eine
naturnahe Waldwirtschaft einsetzen, die auch die Rechte der lokalen Bevölkerung
respekptiert. Als wichtige Kunden von Schnittholz und Papierprodukten aus Schweden
können deutsche Firmen Druck auf die Waldbesitzer ausüben. "Deutsche
Unternehmen müssen jetzt sicherstellen, daß ihr Holz nicht aus Gebieten kommt, in
denen die Rechte der Saami verletzt werden", forderte Rudolf Fenner, Wald-
Experte von ROBIN WOOD. Eine solche Garantie bietet das Zeichen des Forest
Stewardship Council (FSC). Der schwedische FSC-Standard garantiert das Recht der
Saami, ihre traditionellen Winterweideplätze zu nutzen.
Während alle großen schwedischen Forstunternehmen dies akzeptieren, haben die
Organisationen der Privatwaldbesitzer den FSC-Prozeß boykottiert. Als Konkurrenz zum
FSC unterstützen sie die Initiative Pan European Forest Certification (PEFC) für ein
eigenes, europäisches Herkunftszeichen. ROBIN WOOD und GREENPEACE lehnen
dieses Zeichen als völlig unzureichend ab. Anders als beim FSC sind weder Umwelt-
noch Landrechtsorganisationen an der Entwicklung dieses Siegels beteiligt. Eine
Garantie der Saami-Rechte leistet es nicht.
Nanna Borchert, Informationsbeauftragte der Gemeinde Tossosen,
Tel. ++46 / 70 376 28 95
Dr. Rudolf Fenner, Waldreferat ROBIN WOOD, Tel. ++49 (0)40 / 390 95 56
Martin Kaiser, Waldkampagne GREENPEACE, Tel. 0171 / 35 69 118
Pressestelle ROBIN WOOD
Auf Wunsch senden wir Ihnen gern auch die aktuell erschienene Broschüre über die
Landrechtskonflikte der Saami.
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22
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