Hamburg, 28. April 98
Erstes Ergebnis der ROBIN WOOD-Aktion bei Praktiker:
Keine glaubwürdigen Tropenholz-Zertifikate, aber Gesprächsangebot
Als Reaktion auf die heutigen Proteste der Umweltschutz-Organisation ROBIN WOOD gegen Tropenholz-Gartenmöbel aus Raubbau hat die Baumarktkette Praktiker behauptet, ausschließlich zertifiziertes Tropenholz zu verkaufen. Das Holz für die Möbel stamme aus "geordnetem Plantagenanbau" und es bestehe ein "entsprechendes Aufforstungsprogramm".
Glaubwürdige Nachweise für diese Behauptung hat Praktiker aber noch immer nicht erbracht. Statt dessen schickte die Baumarktkette ROBIN WOOD eine Sammlung zweifelhafter Bescheinigungen, von denen sich keine auf eine bestimmte Holzmenge oder die Holzart Nyatoh bezieht. Aus diesem Holz sind die Gartenmöbel bei Praktiker gefertigt. Keinesfalls geht aus den Unterlagen hervor, daß das Nyatoh-Holz aus Plantagen stammt. "Sich mit diesen Zertifikaten an die Öffentlichkeit zu wagen, finde ich gelinde gesagt mutig", kommentiert ROBIN WOOD Tropenwald-Experte Christoph Meyer.
Zugleich bot Praktiker der Organisation ROBIN WOOD Gespräche an. "Wir wollen mit der Geschäftsleitung von Praktiker besprechen, wie sie den Verkauf von Möbeln aus Raubbauholz stoppen und die Verbraucher umfassend aufklären kann", begrüßt Meyer dieses Angebot. "Wir erwarten jedoch, daß der Verkauf der Tropenholz-Gartenmöbel in allen Praktiker-Märkten bis zu dem Gesprächstermin ausgesetzt wird." Im Gegenzug will ROBIN WOOD vorerst auf weitere Aktionstage bei Praktiker-Märkten verzichten.
Die Umweltschutz-Organisation hatte heute im Rahmen ihrer Gartenmöbel-Kampagne vor Praktiker-Filialen in zahlreichen Städten gegen Regenwaldplünderung und Verbrauchertäuschung durch Schwindel-Siegel aufmerksam gemacht.
Christoph Meyer, Fachreferat Tropenwald
Ute Bertrand, Pressestelle
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