Bezug zur Hintergrundinformation:
Wie das Waldsterben totgeredet werden soll, vom 9.12.97
In den Waldböden tickt eine Zeitbombe, vom 9.12.97

ROBIN WOOD
Pressestelle

09.12.1997

Presselogo

Hamburg/Bonn, 9. Dezember 1997

"Der Wald sieht schwarz, Herr Borchert!"

ROBIN WOOD-Aktion zum Waldschadensbericht 1997

Fast achtzig Prozent der Böden in den bundesdeutschen Wäldern sind mit Schadstoffen überbelastet. Knapp sechzig Prozent aller Waldbäume sind sichtbar geschädigt. Diese amtlichen Zahlen, die heute von Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sprechen eine erschreckend deutliche Sprache.

ROBIN WOOD fordert daher ein entschlossenes Handeln, um vor allem die Luftschadstoffe aus dem Verkehrsbereich (Stickoxide, Ozon) und dem Landwirtschaftsbereich (Ammoniak) zu verringern. Zur Untermalung dieser Forderung haben heute Mittag um 12.00 Uhr Mitglieder der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD mit einem 'lebenden Transparent' die Zufahrt zum Landwirtschaftsministerium verstellt: Ein Wald - symbolisch dargestellt mit Hilfe zahlreicher grüner, aber vom 'Sauren Regen' zerfressener und vergilbter Regenschirme - blickt vor einer großen schwarzen Transparentfläche in eine düstere Zukunft.

"Der Wald sieht schwarz", so lautet die Transparentparole. Denn anstatt zu handeln, wird seit über einem Jahr darüber debattiert, wieviel Blätter ein Baum verlieren muß, bevor er als krank eingestuft wird. Dazu Dr. Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD: "Eine Geisterdiskussion! - Hier scheinen Wissenschaftler am Werk zu sein, die das Ökosystem 'Wald' vor lauter Bäumen nicht sehen können oder wollen. Die jährliche Erfassung des Baumkronenzustandes in unseren Wäldern ergibt die Fieberkurve des gesamten Waldes einschließlich der schwer erfaßbaren Schädigungen im Waldboden. Die Frage, ob ein einzelner Baum bei 10, 25 oder 45 Prozent Verlust seiner Blätter noch als gesund oder schon als krank zu betrachten ist, ist hierfür völlig unerheblich".

Durch diese Diskussion soll eine seit 15 Jahren durchgeführte Dokumentation entwertet und abgeschafft werden. Dabei geben die bislang erhobenen Waldschadensdaten noch einen zu harmlosen Eindruck vom Zustand des Waldes. Denn nach dem im Sommer von der Bundesregierung veröffentlichten Waldbodenbericht sind fast Vierfünftel aller Waldböden stark versauert, während Schäden in den Baumkronen 'nur' bei knapp Dreifünftel aller Waldbäume zu erkennen sind.

ROBIN WOOD fordert:

Hintergrundinformationen zur Situation der Waldböden und zur Diskussion über das Erhebungsverfahren erhalten Sie in der Pressestelle

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

oder von unserem Wald-Fachreferenten Dr. Rudolf Fenner, wald@robinwood.de, 040 - 380 892 11

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