Bezug zur Pressemitteilung:
"CASTOR-ZÜGE STEHEN STILL, WENN DER NEUE BAHN-CHEF WILL", vom 26.02.1997
Hausdurchsuchungen nach gewaltfreier Castor-Aktion, vom 27.02.1997
CASTOR: Die unterschätzte Strahlengefahr, vom 03.03.1997
ROBIN WOOD
Pressestelle26.08.97
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Castor-Transport gestoppt
Heute morgen gegen 13 Uhr haben AktivistInnen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD einen Castor-Transport aus dem AKW Grafenreinfeld gestoppt, der zur französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague abgehen sollte. Die UmweltschützerInnen hatten die Bahnstrecke mit einem LKW blockiert und sich an dem Wagen festgekettet.Der heutige Transport ist einer von sechs im Verlauf der Monate August und September noch anstehenden Castortransporten, mit denen abgebrannte Brennelemente aus dem fränkischen Atomkraftwerk zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich gebracht werden sollen. Bei der Wiederaufarbeitung vergrößert sich die Menge an Atommüll um das 10 bis 20fache. Ein Endlager gibt es nach wie vor nicht. Trotzdem gilt der Transport in die WAA als sogenannter "Entsorgungsnachweis", der den Weiterbetrieb des atommüllproduzierenden Atomkrafwerkes ermöglicht. Bis Ende 1996 sind 960 Tonnen an radioaktivem Schwermetall allein aus bayrischen AKWs nach La Hague gegangen.
Die Umgebung der Wiederaufarbeitungsanlage wird stark radioaktiv verseucht. Nach Messungen der Umweltorganisation Greenpeace ist das Abwasser derartig belastet, daß seine Einleitung in Deutschland nicht erlaubt wäre. In Umland wurde eine erhöhte Leukämierate bei Kindern festgestellt.
Auch der Transport selbst birgt unverantwortbare Gefahren. Die Castortransporte aus dem AKW Grafenrheinfeld im Juli diesen Jahres wurden z. B. ohne Vorwarnung der Bevölkerung und ohne besonderen Schutz durch den Ort zum Bahnhof gefahren. Die beladenen Castoren stehen z.T. mehrere Stunden auf Innenstadtbahnhöfen, so geschehen in Schweinfurt, Ulm und Stuttgart.
ROBIN WOOD fordert daher den sofortigen stopp der Transporte, den Verzicht auf die Wiederaufarbeitung und den Ausstieg aus der Atomenergie.
ROBIN WOOD Sprecher Uwe Kraft:" Wer Atommüll nach La Hague liefert, macht sich mitschuldig. Er trägt Verantwortung für die radioaktive Belastung der AnwohnerInnen der WAA und die besondere Bedrohung der Kinder. Er trägt Verantwortung für die Gefährdung der Bevölkerung entlang der Transportstrecke.
UWE KRAFT
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22
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