ROBIN WOOD
Pressestelle

13.2.1997

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Störfall bei Siemens-Aktionärsversammlung

Berlin, den 13.2.97: Im Berliner lCC tagten die Aktionärinnen und Aktionäre von Siemens und auf der anderen Straßenseite passierte der "lnformation~GAU". Durch den Riss in einem selbstgebastelten Atomkraftwerk entwichen hunderte Luftballons. Mit ihnen flogen kritische Informationen über die 150 Jahre lange Geschichte von Siemens über Berlin. Auf dem AKW-Modell prangte, einem Siemens Werbespruch ähnlich, das Motto: "Siemens - KWU - Osram - Constructa - Nixdorf: Wir gehören zur Atomfamilie".

Getragen wurden die Aktionen von einem Organisationsbündnis aus z.B. Ärzte gegen Atomkrieg (lPPNW), Koordinationskreis Siemens-Boykott, ROBIN WOOD u.a..

Die Aktion war ursprünglich direkt vor der Tür des lCC geplant, wurde aber von der Polizei dort nicht erlaubt. Die Umgebung des lCC war weitflächig abgesperrt und Demonstranten wurden durchsucht. Die Versammlungleiterin Frau Xanthe Hall, IPPNW, drückte ihre Empörung aus: "Muß Siemens vor dem Recht der Meinungsfreiheit etwa geschützt werden?"

Besonders kritisieren die Veranstalter die Schlüsselrolle von Siemens/KWU im deutschen und internationalen Atomgeschäft. Siemens war durch seinen Geschäftsbereich KWU an der Errichtung aller 20 derzeit in Deutschland laufenden Atomkraftwerke maßgeblich beteiligt. Siemens baut auch heute noch Atomreaktoren; Den FRM II in Garching, das AKW Mochovce in der Slowakei, sowie den russischen Reaktor Sosnovy Bor bei St. Petersburg. Mit der französischen Firma Framatome

entwickelt Siemens zudem den "Europäischen Druckwasser-Reaktor".

Die Firmen Osram, Constructa und Siemens-Nixdorf gehören als Tochtergesell-schaften von Siemens ebenfalls zur "Atomfamilie".

Der Siemens-Boykott faßt 120 Organisationen zusammen, die Siemens auf die Sprünge helfen wollen, aus dem Atomgeschäft auszusteigen. Sie rufen Verbraucherinnen und Verbraucher auf, solange Siemens~Prndukte zu boykottieren, bis der Konzern seine Atombetriebe geschlossen hat und den Beschäftigten umweltverträgliche Arbeitsplätze anbietet.

lPPNW-Ärzte haben zudem erklärt, keine medizinischen Geräte von Siemens zu kaufen und ihren Einfluß auf Kaufentscheidungen von Krankenhäusern geltend zu machen, bis Siemens zugunsten umweltfreundlicher und zukunftsweisender Energietechniken auf Planung und Bau von Atomkraftwerken verzichtet und aus der Plutoniumwirtschaft aussteigt.

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an die lPPNW Geschäftsstelle:

Frank Uhe, 030/693 02 44 oder das Büro des Koordinationskreises Siemens-Boykott

Andreas Lämmerman, Tel: 030/204 47 84

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

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