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ROBIN WOOD
Pressestelle02.09.96
ROBIN WOOD zur Studie des Europäischen Forstinstituts:
"Holzwissenschaftler mit Brett vorm Kopf" "Wer nur auf das Holz guckt, kann das Sterben des Waldökosystems nicht erkennen", so kommentiert ROBIN WOOD-Waldexperte Dr. Rudolf Fenner die jüngsten Aussagen von Wissenschaftlern des Europäischen Forstinstituts. Eine in Freiburg vorgestellte Studie dieses Instituts hatte zu Schlagzeilen wie "Der Wald stirbt nicht mehr" oder "Europas Bäume wachsen schneller" geführt.
Die Hauptaussagen der Studie sind:
- - Das Holzvolumen in Europas Wäldern hat von 1950 bis 1990 um 43 Prozent zugenommen.
- Diese Zahl sagt jedoch überhaupt nichts über den Gesundheitszustand der Wälder aus. Daß in Europa mehr Holz heranwächst als vor vierzig Jahren, hängt mit den umfangreichen Aufforstungen in der Nachkriegszeit zusammen. Außerdem wird in Europa längst nicht alles Holz, was in den Forsten nachwächst, auch genutzt.
- - Die Wachstumsgeschwindigkeit der Waldbäume nimmt zu. Schnelleres Wachstum
- bedeutet jedoch nicht Gesundheit! Stickstoffverbindungen vor allem aus dem Verkehrs- und Landwirtschaftsbereich überdüngen die Wälder. Das führt zwar dazu, daß in einigen Regionen die Stämme der Bäume deutlich schneller wachsen. Diese Luftschadstoffe erzeugen aber vor allem Nährstoffungleichgewichte und Versauerungen im Waldboden und machen die Waldbäume anfälliger für Streß. Rudolf Fenner: " Kein verantwortlicher Wissenschaftler würde z.B. das schnelles Algenwachstum in unseren Seen und Meeren als Beweis für die Gesundheit der Gewässer deuten. Es ist im Gegenteil ein Krankheitssymptom."
- - Die amtlichen Waldschadensberichte seien falsch. Blatt- und Nadelverlustzahlen hätten
keine Aussagekraft über den Gesundheitszustand der Bäume. Der Verlust an Blättern und Nadeln ist sehr wohl ein Indikator für die Vitalität der Waldbäume. Gesunde Bäume haben mehr Blätter oder Nadeln als sie normalerweise brauchen. Sie können damit natürlichen Streß wie Insektenfraß, Frost- und Windschäden abpuffern. Der Verlust dieser Streßtoleranz durch die zunehmende Schadstoffbelastung ist wesentlicher Grund für die hohen Waldschäden. Rudolf Fenner: "Bäume können zunächst auch mit weniger Blättern normales Stammwachstum zeigen. Wer aus dieser altbekannten Tatsache ableitet, es gäbe kein Waldsterben, ist von einer ökologischer Betrachtungsweise weit entfernt. Ein Armutszeugnis für das Europäische Forstinstitut!"
Dr. Rudolf Fenner
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22
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