Frankfurt, den 28. Januar 2009
Wachsender Widerstand gegen Kahlschlag
ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren auf Frankfurter Einkaufsmeile gegen Waldrodung / Widerstand gegen Flughafenausbau geht weiter
Ein Dutzend Aktive der Umweltorganisation ROBIN WOOD haben heute auf der
Zeil (Ecke Brönnerstraße) im Zentrum von Frankfurt mehrere Bäume erklommen
und Transparente gegen den Flughafenausbau aufgehängt. Auch ohne
Flugzeuge hoch hinaus und Partei ergreifen für Wald und Klima
Flughafenausbau durchkreuzen steht auf den Spruchbändern über den Köpfen
der PassantInnen. Damit machen die UmweltschützerInnen auf die rasch voran
schreitende Rodung des Kelsterbacher Stadtwaldes für den Ausbau des
Rhein-Main-Airports aufmerksam. Nach Fraport-Angaben wurden in der ersten
Woche 50 Hektar Wald kahl geschlagen, obwohl die Kelsterbacher
Stadtverordnetenversammlung einem Verkauf des Waldes noch nicht zugestimmt
hat.
Seit dem 20. Januar lässt Fraport den Kelsterbacher Stadtwald für den Bau
einer vierten Landebahn roden. Einen Tag nach Rodungsbeginn präsentierten
Fraport-Vizechef Stefan Schulte und der Kelsterbacher Bürgermeister
Manfred Ockel, SPD, ein Papier, in dem sich die Stadt Kelsterbach bereit
erklärt, ihren Wald der Fraport zu verkaufen und ihre Klage gegen den
Flughafenausbau zurück zu ziehen. Am 9. Februar wird die Kelsterbacher
Stadtverordnetenversammlung über dieses Papier beraten und entscheiden.
ROBIN WOOD fordert die Stadtverordneten auf, gegen einen Verkauf an
Fraport zu stimmen. 250 Hektar Wald sollen bei Kelsterbach für den
Flughafen fallen.
In der 14.000 Einwohner-Stadt wächst der Unmut über den überraschenden
Schritt des Magistrats. Über die Verhandlungen war die Öffentlichkeit
zuvor nicht informiert worden. Während im Regierungspräsidium Darmstadt
offiziell über eine vorzeitige Besitzeinweisung verhandelt wurde und eine
Enteignung der Stadt noch nicht einmal beantragt war, hat Bürgermeister
Ockel ohne Not Gesundheit und Rechtsschutz der Kelsterbacher Bürgerinnen
und Bürger verkauft, kritisiert Monika Lege, ROBIN WOOD-Verkehrsexpertin.
Erst im Juni wird der Verwaltungsgerichtshof Kassel das
Hauptsacheverfahren zu den zahlreichen Klagen gegen den Flughafenausbau
eröffnen. Der vorzeitige Verkauf ermöglicht Fraport, jetzt durch den
Kahlschlag unumkehrbare Tatsachen zu schaffen.
In der Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung hat die SPD die
absolute Mehrheit. Wir befürchten, dass für diesen Kuhhandel bereits eine
Mehrheit organisiert wurde, so Lege. Trotzdem appelliert ROBIN WOOD an
die Kelsterbacher Stadtverordneten, gegen den Verzicht auf die Eigentums-
und Prozessrechte zu stimmen: Sie haben Ihr Mandat von den Bürgerinnen
und Bürgern bekommen. Ein unter Ausschluss der Öffentlichkeit
ausgehandelter Deal mit der Fraport widerspricht Ihrem demokratischen
Auftrag.
Kontakt:
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel: 040 / 380 892-12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressestelle, Tel: 040 / 380 892-22, presse@robinwood.de
Kontakt zur Waldbesetzung, Tel. 0176 / 263 389 86
Demonstration "Verraten? Verkauft! - Kelsterbach steht auf" am Samstag,
31. Januar, 13 Uhr, ab Marktplatz/Rathaus zum Kelsterbacher Rathaus
Meldungen des Tages zur Situation im Waldbesetzerdorf
Faktenblatt zum Ausbau (pdf, rd. 20 kB)
Wegbeschreibung samt Karte zum Wald-Camp
Homepage der WaldbesetzerInnen
Protestaktion von Rettet den Regenwald "Im eigenen Land herrscht die Axt im Walde" unter http://www.regenwald.org