Berlin, 5. Dezember 2008
Pressemitteilung vom Bündnis "Bahn für Alle"
Bahnprivatisierung ist endgültig gescheitert
DB AG hat sich für den Börsengang kaputtgespart
Mit dem Bekanntwerden des Verzichts auf eine
weitere Suche nach Investoren gesteht die DB AG ein, dass ihre kreative
Buchführung mit dem einzigem Ziel "Börsengang" nun an ihr Ende gekommen
ist. Dazu erklärt Jürgen Mumme, Vertreter von Robin Wood im Bündnis Bahn
für Alle: "Das ist ein gewaltiger Erfolg unseres Bündnisses. Mit der
Bahnprivatisierung haben wir ein zentrales, aber unsinniges Projekt aus
dem Koalitionsvertrag gekippt. Unsere Strategie war, den Börsengang immer
ein bisschen weiter zu verzögern - bis er von selbst ins Rutschen kommt.
Nun ist der Weg endlich frei für eine Verkehrspolitik, die den Bürgern
nützt und die den Herausforderungen der Klimakrise begegnen kann."
Die Wirtschaftskrise sieht "Bahn für Alle" als Auslöser, nicht als
Ursache der aktuellen Verschiebung. Der Gewinn der vergangenen Jahre
bestand nach einer Analyse von "Bahn für Alle" regelmäßig zur Hälfte
aus Sonderverkäufen. Carl Waßmuth, attac-Vertreter im Bündnis Bahn für
Alle: "Nachdem große Stücke aus der Substanz verkauft wurden, und nachdem
völlig ungenügend investiert wurde, fehlt der DB AG ein Teil ihrer Basis
für künftige Gewinne." Carl Waßmuth weiter: "Die Braut sollte hübsch sein
für die Börse. Tatsächlich ist man eher wie beim Doping vorgegangen:
Kurzfristig aufputschend, langfristig gesundheitsschädlich."
Bahn für Alle bewertet den aktuellen Zustand der Bahn als absolut
unbefriedigend. Dazu Winfried Wolf, Verkehrsexperte und Sprecher von
'Bürgerbahn statt Börsenbahn': "Die Bahn fährt in Richtung
Fahrplanwechsel unter dem Motto: weniger Verbindungen - schlechterer
Service - geringere Sicherheit - höhere Preise." Bahn für Alle meint
daher: Nach 14 Jahren formaler privater Bahn und wenigstens fünf Jahren
versuchter Kapitalprivatisierung ist die Bilanz aus Kundensicht klar: So
geht es nicht! Bahn für Alle weist dabei auf die Gefahr hin, dass
ausgerechnet dann das Thema gemieden werden soll, wenn die Meinung der
Bürger vor der Wahl gefragt ist.
Dazu Winfried Wolf : "Es darf auch nach 2010 nicht zugelassen werden, dass
die Meinung der 78 % der Bevölkerung übergangen wird, die für eine Bahn
vollständig in öffentlicher Hand eintreten." Bahn für Alle hat ein
Programm für eine Bahn der Zukunft entwickelt, das Impulse weit über die
reine Verkehrspolitik hinaus geben kann
(www.deinebahn.de/download/bfa_20-punkte-bahnzukunft.pdf). Bahn für Alle
lädt alle interessierten Verbände und Einzelpersonen dazu ein, im
Wahlkampf über die Bahn zu diskutieren.
Für Rückfragen:
Jürgen Mumme (Robin Wood), Tel. 0152 / 25744533
Carl Waßmuth (Attac), Tel. 0179 / 772 43 34
Winfried Wolf (Bürgerbahn statt Börsenbahn), Tel. 0177 / 67244377
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressestelle, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
Informationen im Internet: www.DeineBahn.de
"Bahn für Alle" setzt sich ein für eine bessere Bahn in öffentlicher
Hand. Entstanden als ein Bündnis von 17 Organisationen aus
Globalisierungskritik, Umweltorganisationen, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften, arbeitet "Bahn für Alle" heute als
Zusammenschluss von Organisationen und lokalen Gruppen. Die
Mitgliedsorganisationen sind: Attac, "Bahn von unten", BUND, Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bürgerbahn statt Börsenbahn, Gewerkschaft
Nahrung-Genuss-Gaststätten, die Grüne Jugend, die Grüne Liga, die IG
Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands,
Robin Wood, Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken, Umkehr, VCD
Brandenburg und Verdi.