Pressemitteilung Bündnis "Bahn für Alle", Frankfurt am Main, 27.10.2008
Bahn für Alle übergibt 5.555 Unterschriften gegen Bahn-Börsengang
78 Prozent aller Bürger sind gegen den geplanten Börsengang
Das Bündnis Bahn für Alle hat am heutigen Montag dem
Finanzministerium
5.555 Unterschriften für den Stopp des Bahnbörsengangs übergeben.
Die Unterschriften wurden innerhalb weniger Tage vor der Bekanntgabe der
Verschiebung des Börsengangs gesammelt. Sie stehen für die 78 Prozent
der Bevölkerung, die gemäß einer von Campact! vor zwei Wochen in
Auftrag gegebenen repräsentativen Emnid-Umfrage für den
vollständigen Erhalt der DB AG in öffentlichem Eigentum sind (siehe
www.campact.de/bahn/umfrage).
Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, war
heute bei der Übergabe dabei. Fast die gesamte Bundestagsfraktion von
Bündnis90/Grünen hatte sich zuvor an der Unterschriftenaktion
beteiligt, darunter neben Winfried Hermann auch Claudia Roth und Fritz
Kuhn.
"Auch ohne die aktuelle Finanzkrise wäre bei dem Börsengang
öffentliches Eigentum in Milliardenhöhe vernichtet worden", sagte
Carl Waßmuth von Bahn für Alle. "Werte in Höhe von 14 Milliarden Euro
sollten für nur bis zu acht Milliarden verkauft werden. Es ist nicht
nachvollziehbar, weshalb der Bund offensichtlich sechs Milliarden Euro
an so genannte Investoren zu verschenken hat."
Ursprünglich sollte am Montag, den 27. Oktober der Verkauf der
Deutschen Bahn an der Börse starten. Bahn für Alle fordert, das Datum
des gescheiterten Börsengangs zum Anlass zu nehmen, die Pläne
endgültig abzusagen.
Wohin es führt, wenn mit Blick auf den Börsengang statt auf
Sicherheit
nur auf Einsparungen geschielt wird, zeigt sich aktuell am Beispiel der
zahlreichen ausgefallenen ICE-Züge. "Die Bahn hatte die Abstände
zwischen den Wartungen vergrößert, um auf Kosten der Kundensicherheit
zu sparen. Das ist verantwortungslos und kommt nun als Bumerang
zurück.", kritisierte der Verkehrsexperte Dr. Winfried Wolf. "Unter der
Misere leiden derzeit neben den Fahrgästen auch die Bahnbeschäftigten,
die mit Sonderschichten dazu beitragen, dass der Zugverkehr nicht
völlig zusammenbricht und die dabei dennoch freundlich bleiben."
"Bahn für Alle" setzt sich ein für eine bessere Bahn in
öffentlicher
Hand. Entstanden als ein Bündnis von 16 Organisationen aus
Globalisierungskritik, Umweltorganisationen, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften, arbeitet "Bahn für Alle" heute
als Zusammenschluss von Organisationen und lokalen Gruppen. Die
Mitgliedsorganisationen sind: Attac, "Bahn von unten", BUND,
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bürgerbahn statt
Börsenbahn, die Grüne Jugend, die Grüne Liga, die IG Metall, Jusos
in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, Robin Wood,
Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken, Umkehr, VCD Brandenburg
und Verdi.
Zur gesamten Problematik der ICE-Sicherheit ein Hintergrundpapier von Dr. Winfried Wolf (pdf, rd. 50 kB).
Informationen im Internet:
http://www.DeineBahn.de
Druckfähige Fotos zum Download:
http://www.deinebahn.de/channel/54.html
Zur aktuellen Umfrage von Emnid:
http://www.campact.de/bahn/umfrage
Für Rückfragen:
Carl Waßmuth (Attac), Tel. 0179-772 4334
Winfried Wolf (Bürgerbahn statt Börsenbahn), Tel. 0177-6724 4377
Monika Lege, Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de