Pressemitteilung "Bahn für Alle"
Hamburg, 09. Oktober 2008
Bündnis Bahn für Alle feiert Aussetzen des Börsenganges der Bahn
Nach Aufgeschoben muss Aufgehoben kommen
Der Börsengang der Bahn wird verschoben. Dazu Winfried Wolf für das
Bündnis "Bahn für Alle": "Das ist wirklich ein Grund zu feiern!" Bahn für
Alle begrüßt, dass die die Bahn, zentrales Element der Daseinsvorsorge,
zunächst nicht auch noch in den Börsenstrudel geworfen wird. Dazu Wolf:
"Das ist bei allem Schlimmen, was diese Finanzkrise mit sich bringt und
vermutlich noch bringen wird, für die Bürger eine gute Meldung."
Nach Meinung des Bündnisses "Bahn für Alle" ist eine Verschiebung etwa auf
November halbherzig. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
beziffert das Bruttoanlagevermögen der Bahn-Transportsparte für 2006 mit
56 Milliarden Euro. Das für den Börsengang vorgesehene Viertel ist demnach
14 Milliarden Euro wert. Wenn im November aufgrund einer kurzen Pause im
Sturm fünf Milliarden Euro an Investorengeldern zusammenkommen anstelle
der jetzt befürchteten vier, so stellt das nach wie vor eine beispiellose
Verschleuderung von Steuergeldern dar.
"Bahn für Alle" meint: Die Bahn ist das Rückgrat eines öffentlichen
Verkehrssystems. Sie muss gegenüber den anderen Verkehrsträgern massiv
gefördert werden und nicht an der Börse verhökert - weder jetzt noch in
Zukunft.
Bahn für Alle fordert: Der Bahnbörsengang muss ganz ausgesetzt werden,
seine Grundlagen müssen öffentlich neu debattiert werden. Dazu Carl
Waßmuth, attac-Vertreter im Bündnis Bahn für Alle: "Wer behauptet, der
Bahnbörsengang dürfe nicht im Wahlkampf zerrieben werden, der gräbt vor
aller Augen an den Grundfesten unserer Demokratie." Bahn für Alle fordert
die Politik auf, sich der Frage des öffentlichen Verkehrs und der dafür
sinnvollen Struktur im Wahlkampf zu stellen.
"Bahn für Alle" setzt sich seit drei Jahren ein für eine bessere Bahn in
öffentlicher Hand. Entstanden als ein Bündnis von 16 Organisationen aus
Globalisierungskritik, Umweltorganisationen, politischen Jugendverbänden
und Gewerkschaften, arbeitet "Bahn für Alle" heute als Zusammenschluss
von Organisationen und lokalen Gruppen. Die Mitgliedsorganisationen sind:
Attac, "Bahn von unten", BUND, Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz, Bürgerbahn statt Börsenbahn, die Grüne Jugend, die Grüne
Liga, die IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde
Deutschlands, Robin Wood, Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken,
Umkehr, VCD Brandenburg und Verdi.
Für Rückfragen:
Dr. Winfried Wolf (Bürgerbahn statt Börsenbahn), Tel. 0177 - 672 4437
Carl-Friedrich Waßmuth (attac), Tel. 0179 - 772 4334
Unterschriftenaktion:
http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/unterschriftenaktion.php