Pressemitteilung "Bahn für Alle"
Aktualisierung 13:40 Uhr
+++ Der Bahnbörsengang wird verschoben. Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen +++
Hamburg, 09. Oktober 2008
Achtung Verschleudergefahr! - Deutsche Bahn vor Schrottbanken schützen
Heute Spitzengespräch Steinbrück, Bahn und Banken über Börsengang
Heute treffen sich Bundesfinanzminister
Peer Steinbrück, Bahnmanagement und Banken zu einem Spitzengespräch
über den für den 27. Oktober geplanten Börsengang der Bahn. Alle
reden vom größten Finanzcrash seit 1929, nur die Bundesregierung
will noch immer ihr sicheres Anlagevermögen Bahn in zweifelhafte
Wertpapiere umwandeln, kritisiert Monika Lege vom Bündnis "Bahn für
Alle". Das Bündnis fordert von der Bundesregierung, die noch in
Vertretung des Bundes Alleineigentümerin der Deutschen Bahn ist, den
Börsengang sofort auszusetzen.
Einen entsprechenden Aufruf von Bahn für Alle haben seit dem 1.
Oktober tausende Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet. Unter den
Unterzeichenden ist neben Claudia Roth und Fritz Kuhn nahezu die
gesamte grüne Bundestagsfraktion.
Ebenfalls ab heute wollen die vier Konsortialbanken für den
Börsengang die Preisspanne der Aktien präsentieren, zu der 24,9
Prozent der DB Mobility Logistics AG an die Börse gebracht werden
sollen. "Es ist unglaublich, dass jetzt Morgan Stanley oder UBS, die
beide tief in der weltweiten Bankenkrise stecken, mit dem Segen von
Merkel und Steinbrück das öffentliche Vermögen an der Bahn
verscherbeln dürfen", so Lege. Mit Morgan Stanley und UBS sind zwei
der vier Konsortialbanken, die den Bahn-Börsengang managen sollen,
mitverantwortlich sind für die weltweite Finanzkrise. Auch die
beiden anderen beteiligten Banken, Goldman Sachs und Deutsche Bank,
sind tief in die Krise involviert.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung beziffert in seiner
von der Bundesregierung herausgegebenen Statistik das
Bruttoanlagevermögen der Bahn-Tranportsparte für 2006 mit 56
Milliarden Euro. Das für den Börsengang vorgesehene Viertel ist
demnach 14 Milliarden Euro wert. Bereits am 28. September stellten
die vier von der DB AG beauftragten Konsortialbanken die möglichen
Erlöse bei einem Bahnbörsengang mit nur noch 4,5 Milliarden Euro vor
fast 10 Milliarden Euro unter den Zahlen des
Bundesverkehrsministeriums. Achtung Verschleudergefahr! warnt
deshalb Bahn für Alle.
"Bahn für Alle" setzt sich ein für eine bessere Bahn in öffentlicher
Hand. Entstanden als ein Bündnis von 16 Organisationen aus
Globalisierungskritik, Umweltorganisationen, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften, arbeitet "Bahn für Alle" heute
als Zusammenschluss von Organisationen und lokalen Gruppen. Die
Mitgliedsorganisationen sind: Attac, "Bahn von unten", BUND,
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bürgerbahn statt
Börsenbahn, die Grüne Jugend, die Grüne Liga, die IG Metall, Jusos
in der SPD, Linksjugend Solid, NaturFreunde Deutschlands, Robin
Wood, Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken, Umkehr, VCD
Brandenburg und Verdi.
Für Rückfragen:
Monika Lege, Robin Wood, Tel. 040 / 380 892-12, verkehr@robinwood.de
Jürgen Mumme, Bahn für Alle, Tel. 040 / 380 892-15, juergen.mumme@bahn-fuer-alle.de
Unterschriftenaktion:
http://www.bahn-fuer-alle.de/pages/unterschriftenaktion.php