Frankfurt am Main, 18. September 2008
Pressemitteilung Bündnis "Bahn für Alle"
Neue Recherche: Bahnfahren seit 2004 um 25 Prozent teurer geworden
Fahrkartenpreise doppelt so stark gestiegen wie allgemeine Inflation
Seit dem Beschluss, die Deutsche Bahn zu privatisieren, ist ein
beschleunigter Prozess von Fahrpreiserhöhungen belegbar. Das Bündnis
"Bahn für Alle" hat die Entwicklung seit 2004 aufgeschlüsselt (pdf-Datei, rd. 10 kB). Nominal sind die Bahnfahrpreise im Fernverkehr in diesem
Fünfjahreszeitraum um 25 Prozent gestiegen, im Nahverkehr sind es 22
Prozent. Berücksichtigt man auch die versteckten höheren Kosten für
Bahnfahrten - wie höhere Preise für die Bahncard, den erzwungenen
Umstieg vom IC oder EC auf die teuren ICE, höhere Reservierungskosten
sowie bereits vorhandene "Bedienzuschläge" bei einzelnen Angeboten -, dann
werden Bahnfahrten im Fernverkehr Ende dieses Jahres ganze 30 Prozent mehr
als Anfang 2004 kosten. "Die Behauptung von Bahnchef Hartmut Mehdorn, die
Bahnpreise würden nur so schnell wie die allgemeine Inflation steigen, ist
unwahr. Die allgemeine Teuerung in den vergangenen fünf Jahren beträgt
knapp elf Prozent. Im gleichen Zeitraum sind die Preise für Bahnfahrten um
mehr als das Doppelte gestiegen, teilweise haben sie sich sogar fast
verdreifacht", betonte Winfried Wolf von "Bahn für Alle".
Auch wenn der Bedienzuschlag dabei - zunächst - vom Tisch ist, bleibt es
bei den angekündigten Fahrpreiserhöhungen ab dem 13. Dezember 2008. Nach
Berechnungen von "Bahn für Alle" werden dadurch die Bahnreisenden mit
mindestens 200 Millionen Euro belastet. Das ist das Fünf- bis Sechsfache
dessen, das sie der "Bedienzuschlag" gekostet hätte (35 Millionen bis 40
Millionen Euro). Für diese erneuten Fahrpreiserhöhungen gebe es keinerlei
Berechtigung, betonte Klaus Ihlau, ebenfalls Mitglied im Bündnis "Bahn für
Alle. Die Gewinne der Bahn steigen seit Jahren. Auch für das erste
Halbjahr 2008 meldete Bahnchef Mehdorn einen Gewinnanstieg um knapp zehn
Prozent. "Unsere Recherche belegt: Die zukünftigen höheren Renditen
privater Investoren werden bereits heute durch ständig steigende
Fahrpreise finanziert. Dies ist einer der Gründe, weshalb für fordern, den
Bahnbörsengang auszusetzen", sagte Klaus Ihlau.
"Bahn für Alle" setzt sich ein für eine verbesserte Bahn in
öffentlicher Hand. Entstanden als ein Bündnis von 16 Organisationen
aus Globalisierungskritikern, Umweltorganisationen, politischen
Jugendverbänden und Gewerkschaften, arbeitet "Bahn für Alle" heute als ein
Zusammenschluss von Organisationen und lokalen Gruppen. Die
Mitgliedsorganisationen sind: Attac, "Bahn von unten", BUND, Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz, Bürgerbahn statt Börsenbahn, die Grüne
Jugend, die Grüne Liga, die IG Metall, Jusos in der SPD, Linksjugend
Solid, NaturFreunde Deutschlands, Robin Wood, Sozialistische Jugend
Deutschlands - Die Falken, Umkehr, VCD Brandenburg und Verdi.
Für Rückfragen:
Winfried Wolf, "Bahn für Alle", Tel. 0177 - 6724 4377
Klaus Ihlau, "Bahn für Alle", Tel. 0177 - 424 5736
Monika Lege, ROBIN WOOD Verkehrsreferentin, Tel. 040 / 380 892-12, verkehr@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22, presse@robinwood.de
Fahrpreisentwicklung seit 2004 (pdf, rd. 10 kB)
Informationen im Internet:
http://www.DeineBahn.de
http://www.bahn-fuer-alle.de